Peer Steinbrück wird nicht Bundeskanzler

In diesem kurzen Artikel möchte ich darstellen, warum ich nicht denke, dass der SPD-Kandidat Peer Steinbrück 2013 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland wird. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. Zunächst einmal ist die SPD ganz offensichtlich nicht regierungsfähig und steht nicht hinter ihrem Kandidaten, ähnlich wie bereits vor vier Jahren. Des Weiteren ist Steinbrück doch ein neoliberaler Wanderprediger in Person. Ansonsten hätte er sicher nicht so viele Honorare für seine Vorträge erhalten. Mehr als eine Million Euro bekommt man sicher nicht für Vorträge bei der Gewerkschaft oder beim Handwerk, beim Mittelstand oder von Friedensinitiativen.

Auch in der Syrien-Frage liefert Peer Steinbrück keine wirkliche Lösung, sondern schiebt, wie ebenso der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel, die Verantwortung bereits auf die amtierende Kanzlerin Angela Merkel ab. Wer so in einem wichtigen bundes- und europapolitischen Themenfeld agiert, hat doch schon aufgegeben. Peer Steinbrück und die SPD sind also in der Außenpolitik nicht zuverlässig. Daran sieht man bereits, dass die SPD sich auch mittel- und langfristig auf dem absteigenden Ast befindet. Steinbrück ist ein neoliberaler Salonfaschist, ein klassischer evangelischer Patriarch. Dagegen wirkt Angela Merkel trotz der offenbar nervenaufreibenden Regierungsarbeit regelrecht frisch, auch wenn man mit ihr weiterhin nicht darauf zählen kann, dass sich im Bereich der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik etwas zum Positiven bewegt.

Die SPD bietet nur politischen Extremismus, der für aufgeklärte BürgerInnen höchst zweifelhaft anmutet. Den intellektuellen Niedergang der SPD kann man seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten beobachten. Das politische Niveau unter den Bundestagsabgeordneten wird immer schlechter. Man hört im Plenum nur evangelisch-neoliberale Predigten, Durchhalteparolen. Das verwundert nicht, denn zum Einen sitzen mindestens ein Maoist und eine Islamistin im Bundesvorstand, daneben linksfaschistische Hardliner und zwielichtige Winkeladvokaten. Zum Anderen werden kritische Mahner innerhalb der Partei drangsaliert und verspottet und es gibt regelrechte Hexenjagden auf Wissenschaftler. Das ist bar jeder Logik! Wer in der SPD opponiert, wird ausgeschlossen. Ganz wie in der SED. Wenn das mal nicht Ausdruck der neuen Zusammenarbeit mit den US-Demokraten um Barack Obama in der sogenannten „Progressiven Allianz“ ist. Blödheit färbt ab!

Steinbrück ist auch kein Wahlkämpfer im klassischen Sinne. Hier wäre Gabriel der geeignetere Kandidat gewesen. Steinbrück wirkt eher etwas bieder, altmodisch und naiv. Fachlich ist er aber im Bereich Finanzen gar nicht so dumm, wie er aussieht. Auf der anderen Seite zeigt das egoistische Geldeintreiben für neoliberale Vorträge aber, dass seine soziale Kompetenzen relativ schwach ausgebildet sind. Für einen SPD-Kanzlerkandidaten ist das aber eine Grundvoraussetzung.

Ein weiteres hervorzuhebendes Argument ist, dass Steinbrück bereits jetzt keine Mehrheit in der Partei und in der eigenen Fraktion hat. Pragmatiker sind in der SPD in der Minderheit bzw. es gibt schlicht keine frei denkenden pragmatischen Mitglieder mehr in der SPD. Der Diskurs in der SPD wird bestimmt von autoritären PatriarchInnen, die in der CDU selbst Rechtsausleger wären auf der einen Seite und Lafontaine-treuen LinksfaschistInnen auf der anderen Seite. Dazu gesellen sich reihenweise IslamistInnen, rassistische Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes und dekadente Yuppies, die unser Land nicht voranbringen. In der derzeitigen Situation ist es daher unverantwortlich, die SPD zu wählen. Für eine demokratische Fraktion ist es unverantwortlich, Peer Steinbrück zum Bundeskanzler zu wählen. Ich gehe ohnehin davon aus, dass ein Nachfolger bzw. eine Nachfolgerin von Angela Merkel aus den Reihen der Grünen kommt.

Krieg gegen Syrien?

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert nunmehr bereits mehr als zwei Jahre an. Dabei gab es bereits mehr als 100.000 Tote.1 Das ist grauenvoll! Weiterhin befinden sich mehr als eine Million Menschen innerhalb Syriens auf der Flucht vor den Truppen des Assad-Regimes und mehr als 180.000 sind ins Ausland geflohen.2 Das ist eine humanitäre Katastrophe. Die Weltgemeinschaft muss darauf reagieren! Die US-Regierung unter Präsident Barack Obama denkt offen über eine militärische Intervention nach.3 In diesem Artikel möchte ich mich mit genau dieser Frage kurz auseinandersetzen.

Zum Schutz der Türkei und der Länder der Europäischen Union wurden Patriot-Abwehrraketen in der Türkei stationiert, die mögliche Raketenangriffe Assads abwehren könnten. Darüber habe ich mich bereits in zwei Fachartikeln geäußert.4 Des Weiteren gibt es Vorbereitungen gegen einen möglichen syrischen Angriff in Israel.5 Außerdem haben die Russen Kriegsschiffe ins östliche Mittelmeer verlegt.6 Diese Fakten kann die Deutsche und Europäische Politik nicht ignorieren, da offenbar insbesondere die US-Amerikaner Tatsachen schaffen wollen. Eine klare und abgestimmte Strategie scheint es dabei noch nicht zu geben.7 Offenbar planen die US-Strategen aber einen Angriff mit Tomahawks und Cruise Missiles, die von Schiffen abgefeuert werden könnten.8 Eine solche Strategie hielte ich in jedem Falle für falsch, weil ich ähnlich wie Zbigniew Brzezinski die Frage aufwerfen würde, ob das wirklich eine Lösung für das Problem der Flüchtlinge ist.

Ich würde vorerst die Frage aufwerfen, ob ein groß angelegter Militärschlag überhaupt notwendig ist. Es wäre doch gut, wenn die USA sich zurückhalten würden, wo man doch dort auch Befürchtungen hat, erneut in einem Konflikt zu sein, der von der Bevölkerung in anderen westlichen Staaten ähnlich wie der Irak-Krieg beurteilt werden könnte. Zumindest wäre es sinnvoll, wenn man von Seiten der USA zumindest eine Strategie fährt, die nicht auf ein großflächiges Bombardement hinausläuft. Eine Drohkulisse wurde ja bereits ausreichend aufgebaut. Sinnvoller scheint mir ein abgestimmtes vorgehen von USA, Europäischer Union und Russland, gemeinsam mit Israel. Ich plädiere dabei dafür, einen humanitären Korridor zu schaffen, durch den Bürgerkriegsflüchtlinge in die Türkei und nach Israel fliehen können. Dafür könnte man auch Militär einsetzen. Das könnte durchaus auch mit den Russen verhandelt werden. Strategische Punkte wären dabei die syrischen Städte Aleppo und Qamishli, die in der Nähe zur türkischen Grenze liegen. Hier könnte man mithilfe von Abwehrwaffen einen Schutzschirm schaffen, der Flüchtlingen einen problemlosen Grenzübertritt in die Türkei ermöglicht. Auch wäre es eine sinnvolle Strategie, durch NATO-Truppen in Zusammenarbeit mit Israel und Russland die Grenze an den Golanhöhen zu erobern und so Flüchtlingen aus den syrischen Städten Narwa und Daraa die Möglichkeit zu geben, problemlos nach Israel zu flüchten. Gleichzeitig könnte man die Grenzen zur Türkei in Zusammenarbeit mit den Kurden im Norden Syriens sichern.

Ich halte es nicht für notwendig, mit Angriffen durch Tomahawks oder Marschflugkörper die syrische Zivilbevölkerung in Angst zu versetzen. Im schlimmsten Fall holt man damit antiamerikanische Dschihadisten auf den Plan und hilft ihnen bei der Rekrutierung neuer Dschihad-Kämpfer. Auch Al-Kaida ist ein Akteur im syrischen Bürgerkrieg.

Mit dieser humanitären „Flügelzangen-Strategie“ brächte man Assad in eine no-win-Situation, ohne dabei syrische Zivilisten in Gefahr zu bringen. Die Bevölkerung verlässt dann das Land aufgrund der „Politik“ des Regimes. Schafft man es, eine gemeinsame Strategie mit Russland, Europa, den USA, der Türkei und Israel zu fahren, bei der möglichst keine unüberlegten und unnötigen Angriffe geschehen, so könnte sogar damit eine neue Grundlage für die Zusammenarbeit von NATO, Russland und Israel entstehen, bei der derartige Konflikt unterbunden werden, ohne dass es dabei extreme militärische Vergeltungsschläge gibt, die unnötig Menschenleben kosten.

Hier kann in der Tat Deutschland eine besonders wichtige Rolle in der Diplomatie und ebenso in militärstrategischen Fragen spielen. Großflächige Bombardements wären fatal für das Ansehen der USA und Europas und ebenfalls für die Russen und würden mittelfristig zu einer enormen Gefahr für Israel. Insofern könnte eine gezielte Zusammenarbeit von Militär mit UN-Blauhelmen und NGOs für die humanitäre Hilfe die richtige, die beste Lösung sein. Keine Bombardements auf Damaskus, keine Vergeltungsschläge, sondern Eroberung der syrischen Grenzen, um Flüchtlinge zu evakuieren! Dabei sind die Patriot-Abwehrraketen ein Schutz. Die Stationierung von deutschen Truppen an der türkischen Grenze sehe ich daher als einen richtigen Schritt an. Zum Einen um die Türkei zu schützen, zum Anderen um Zivilisten zu evakuieren. Dabei wäre mir eine Zusammenarbeit der NATO aber auch insbesondere Deutschlands mit Israel hier sehr lieb, denn mit dieser Strategie würde der Schaden für die syrische Zivilbevölkerung gegen Null tendieren.

Ohne eine verhandelbare, reale politische Position gibt es vermutlich in jedem Fall einen gewaltigen Militärschlag durch die USA. Würde man aber meiner koordinierten Strategie seine Zustimmung geben und den US-Amerikanern offen sagen, dass man dazu bereit wäre, so wäre das eine Möglichkeit, eine weitere Eskalation der Lage zu verhindern. Wenn aber Deutschland und die EU keine gemeinsame Position mit Russland und den USA findet, so wäre die Konsequenz, dass die USA allein einen überzogenen Vergeltungsschlag verüben und sich dabei als human ansehen. Das kann nicht sinnvoll sein für die Bürgerkriegsflüchtlinge und Zivilisten in Syrien. Mein Vorschlag ist daher eine realistische, verhandelbare Option, die die Menschen in Syrien maximal schützen und gleichzeitig dabei helfen würde, mittelfristig den syrischen Diktator Assad zu entmachten. Ob es gelingt, diese sinnvolle Strategie diplomatisch mit den Verbündeten durchzusetzen, ist für mich ein Lackmustest für die Regierungsfähigkeit der schwarz-gelben Bundesregierung.

  1. Siehe hierzu: Bürgerkrieg: Mehr als 100.000 Tote in Syrien, in: stern.de vom 25. Juli 2013, online unter: http://www.stern.de/politik/ausland/buergerkrieg-mehr-als-100000-tote-in-syrien-2043059.html
  2. Siehe hierzu: Riedel, Annette: 180.000 Syrer auf der Flucht – Europa ist bei humanitärer Hilfe gefragt, in: dradio.de vom 29. August 2013, online unter: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/1852113/
  3. Siehe hierzu: Pitzke, Marc: Militäreinsatz gegen Assad: Obama will in Syrien den Alleingang wagen, in: spiegel.de vom 30. August 2013, online unter: http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-obama-will-den-alleingang-wagen-a-919389.html
  4. Siehe hierzu: Frank, Michael: Patriot-Raketen für die Türkei sind notwendig für die Sicherheit der Europäischen Union!, in: michael-frank.eu vom 14. Dezember 2012, online unter: https://www.michael-frank.eu/Fachartikel/2012-12-14-Patriot-Raketen.pdf und Frank, Michael: Zum Abstimmungsverhalten des Bundestags über den Einsatz von Patriot-Abwehrraketen in der Türkei, www.michael-frank.eu vom 24. Dezember 2012, online unter: https://www.michael-frank.eu/Fachartikel/2012-12-24-Zum-Abstimmungsverhalten-des-Bundestags-Patriot-Tuerkei.pdf
  5. Siehe hierzu: Angriff auf Syrien: Israel bereitet sich auf syrische Angriffe vor, in: zeit.de vom 28. August 2013, online unter: http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-08/israel-syrien-militaer-abwehr
  6. Siehe hierzu: Syrien-Krise: Russland entsendet Kriegsschiffe ins östliche Mittelmeer, in: spiegel.de vom 29. August 2013, online unter: http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-krise-russland-entsendet-kriegsschiffe-ins-mittelmeer-a-919237.html
  7. Siehe hierzu: Knigge, Michael: Syrien-Konflikt: Brzezinski: „Syrienstrategie ist ein Geheimnis“, Interview mit Zbigniew Brzezinski, in: dw.de vom 30. August 2013, online unter: http://www.dw.de/brzezinski-syrienstrategie-ist-ein-geheimnis/a-17051523
  8. Siehe hierzu: Pitzke, Marc: Reaktion auf Giftgasangriff: Obama plant gezielten Schlag gegen Assads Militär, in: spiegel.de vom 27. August 2013, online unter: http://www.spiegel.de/politik/ausland/militaerschlag-gegen-syrien-obama-setzt-auf-tomahawks-a-918752.html

Links wählen! Gerade jetzt!

Mit diesem kurzen Artikel möchte ich die deutschen BürgerInnen aufrufen, bei der Bundestagswahl 2013 die Partei DIE LINKE. zu wählen. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen, die ich hier kurz skizzieren will. Außerdem möchte ich auch einige kritische Punkte benennen.

Die Sozialpolitik der Großen Koalition von 2005-2009 und insbesondere die Gesellschafts- und Sozialpolitik der CDU/FDP-Koalition war und ist ausgrenzend, asozial, rassistisch und menschenverachtend. Die Politik von Angela Merkel ist rückwärtsgewandt. Es werden zu wenig Anstrengungen unternommen, die die Lebensumstände der deutschen Bevölkerung verbessern könnten. Im Grunde war das die Fortsetzung der „Politik der ruhigen Hand“. Wer ernsthaft glaubt, Kapitalismus wäre das beste Gesellschaftssystem, der zeigt doch die Geisteshaltung, die den Prozess der Ausbeutung und Unterdrückung weiter bestehen lassen will. Diese Politik lehne ich ab!

Die Linkspartei bringt neue Politikinhalte in den Diskurs, die von keiner anderen Partei in dieser Form vertreten werden. Dazu gehören die Überlegungen für ein Grundeinkommen, die steuerliche Entlastung von Geringverdienern, eine gerechte Besteuerung von Unternehmen und Superreichen, eine humane Gesellschaftspolitik, die niemanden ausgrenzt, eine moderne Wirtschaftspolitik. All diese und viele weitere Vorschläge hat die Linkspartei öffentlich gemacht.

DIE LINKE. ist ein Garant dafür, dass die Unterdrückten in dieser Gesellschaft eine Stimme im Deutschen Bundestag haben. Sie vertritt das abgehängte Prekariat, Arbeitslose, Rentner, Geringverdiener, alle Ausgegrenzten und Unterdrückten. Sie tritt ein gegen Rassismus, Homophobie, Antisemitismus und ist für eine klassenlose Gesellschaft. Die Politische Theorie der Linkspartei ist mehrheitlich ein undogmatischer nicht-orthodoxer Marxismus und ein Humanismus. Nebenbei gibt es eine Reihe von wissenschaftlichen Beiträgen, insbesondere zur Kommunalpolitik.

DIE LINKE. in Ostdeutschland und Berlin ist eine gewachsene links-sozialistische, links-sozialdemokratische und humanistische Partei, die in nicht wenigen Wahlkreisen den Charakter einer Volkspartei hat. Gerade jetzt, wo die Partei aus nachvollziehbaren Gründen im Westen einen Wählerrückgang verzeichnen muss, ist es besonders wichtig, in Ostdeutschland der Linkspartei die Stimme zu geben. Mein Ziel ist, alle Wahlkreise, in denen die Linkspartei 2009 ein Direktmandat errungen hatte, wieder zu holen und in ganz Ostdeutschland möglichst über 30% der Stimmen zu gewinnen. Dazu rufe ich auch insbesondere sozialdemokratische WählerInnen und Wähler aus der politischen Mitte auf, die Linkspartei zu wählen, weil das ganz Deutschland hilft.

Sicher, DIE LINKE. ist noch nicht perfekt, aber es ist möglich, Positionen zu verändern, die noch falsch sind und bisher trotz möglicher parlamentarischer Mehrheit links von Schwarz-Gelb eine Regierungsbildung von SPD, Grünen und Linkspartei verhindern. Zwar zeigen die Wahlprognosen einen Rückgang in der Wählergunst im Vergleich zu 2009, auf der anderen Seite gibt es dafür auch Ursachen, die gerade in den westdeutschen Landesverbänden zu verorten sind. Hier gibt es bedauerlicherweise noch zu viel Sektierertum. Das kann man ändern, indem Normalbürger in die Partei eintreten und für eine politische Öffnung plädieren, die überkommene Dogmen über Bord werfen und gleichzeitig die zentralistischen Strukturen aufbrechen und beenden. Dabei braucht man sich auch nicht vor Kritik an großen Namen scheuen.

Deutschland braucht ein „linkes Korrektiv“ im Deutschen Bundestag! Dauerhaft! Die Linkspartei ist die Partei, die für die Freiheit, für die Gleichheit und für die soziale Gerechtigkeit steht!

Deutschland braucht eine links-sozialistische Partei als „soziales Korrektiv“

In diesem Artikel möchte ich darstellen, warum Deutschland und der Deutsche Bundestag die Partei DIE LINKE. als eine links-sozialistische Partei braucht, die in Parlamenten als ein soziales Korrektiv agiert.

Die Linkspartei ist bisher eine Sammlungsbewegung aus ehemaligen Sozialdemokraten, Ex-Grünen, Teilen der Friedensbewegung, ehemaligen DKP-Mitgliedern und entstand aus einem politischen Öffnungs- und Erneuerungsprozess aus der SED. Sie ist ihrem Selbstverständnis nach eine demokratisch-sozialistische und humanistische Partei, die sich vom Organisationsprinzip des sogenannten „demokratischen Zentralismus“ verabschieden will und sich dem sozialdemokratischen Parteimodell annähert.

Dennoch gibt es in der Mitgliedschaft unterschiedliche Zielsetzungen über die Frage, wie die Partei mittel- und langfristig politisch agieren soll. Es gibt Vorstellungen von einer Kommunistischen Partei, einer autoritären Kaderpartei mit politischen Direktiven, wie die KPRF in Russland. VertreterInnen dieser politischen Richtung, wie Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht sind politisch isoliert, führen die Linkspartei und damit das gesamte Land in die Sackgasse. Zum Teil gibt es hier politische Verlautbarungen, die denen von Rechtspopulisten wie Pro Deutschland ähneln, etwa den Ausstieg aus dem Euro. Daneben gibt es die Vorstellung einer links-sozialdemokratischen Volkspartei, wie sie von der übergroßen Mehrheit der ostdeutschen und Berliner ReformpolitikerInnen vertreten werden.

Die Linkspartei hat nach den gesellschaftlichen Protesten gegen die neoliberale Wirtschaftspolitik und die unzureichende Sozialpolitik der rot-grünen Bundesregierung und der damit einhergehenden Vereinigung von PDS und WASG einen enormen Aufschwung erlebt. Insbesondere die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den Hartz-Gesetzen und der Agenda 2010 war die Hauptursache für die Notwendigkeit einer neuen linken Partei, die der SPD und den Grünen Konkurrenz macht. Dabei hat es die Linkspartei vermocht, viele verunsicherte WählerInnen nicht nur aus dem linken politischen Spektrum an sich zu binden. Derzeit ist die Partei zutiefst gespalten: Die westdeutschen Landesverbände sind dominiert von Linkssektierern und autoritären Persönlichkeiten. Offenbar haben dies auch die Bürger erkannt und die Wahlprognosen sind in Westdeutschland überall rückläufig. Hier werden die ostdeutschen ReformpolitikerInnen noch Einiges an Aufbauarbeit leisten müssen, damit die Partei auch im Westen regierungsfähig ist.

Daher komme ich zu folgendem Fazit: Es gibt genügend politische Baustellen im Bereich der Sozialpolitik, der Steuerpolitik, der Wirtschaftspolitik, insbesondere zur Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen, der Umweltpolitik, der Schul-, Bildungs- und Wissenschaftspolitik, der Kulturpolitik für die die Linkspartei real umsetzbare Politikansätze herausgearbeitet hat, die den Diskurs im Parlament und in der Öffentlichkeit bereichern. Insofern hat die Linkspartei einen Gebrauchswert. Angesichts der Erosion der SPD und des politisch-gesellschaftlichen Stillstandes in den Volksparteien, ist eine weitere linke Partei mehr als notwendig, um Verbesserungen für die Lebensumstände der Menschen durchzusetzen und in Gesetze zu gießen. Auch mittel- und langfristig ist die Linkspartei damit unverzichtbar, um eine Gesellschaft zu schaffen, in der es mehr soziale Wohlfahrt, mehr Gleichheit, mehr Freiheit und mehr Gerechtigkeit gibt.

Operation: Den West-Sektierern das Wasser abgraben

Es ist jetzt zwei Monate vor der Bundestagswahl. Fast 4 Jahre habe ich bis zu meiner Rückkehr zur Linkspartei den Diskurs der SPD beobachtet. Inhaltlich und organisatorisch halte ich die Linkspartei hier in Berlin für die bessere Partei und sehe das auch als eine objektive Einschätzung an. Ob der Wähler das honoriert, wird man sehen. Es ist aber gut möglich, dass ein Wahlergebnis wie 2009 in ganz Ostdeutschland für DIE LINKE. erneut eingefahren wird. Ich möchte hiermit den Parteireformern eine Strategie vorschlagen, die ich insbesondere den DirektkandidatInnen der Linkspartei empfehle zu prüfen, die aussichtsreiche Chancen auf ein Direktmandat in Berlin und den ostdeutschen Ländern haben.

Also ich bleibe bei meiner Analyse, dass die Linkspartei eine zutiefst gespaltene Partei ist. Und zwar gespalten in regierungswillige demokratisch-sozialistische Reformpolitiker im Osten und fast alle gesammelten westdeutschen Bolschewiken aus SPD und Grünen, inklusive DKP, alten KGB-Kadern, Schotter-Pennern und Linkssektierern im Westen. Alle ostdeutschen Landesverbände sind meiner Ansicht nach fest in Reformer-Hand.

Nach der Bundestags-Wahl wird es mit Sicherheit auch wieder mehr als 10 Direktmandate für DIE LINKE. im Osten und Berlin geben. Diese Direktmandate sind für die Reformer, die eine rot-rot-grüne Mehrheit im Bundestag anstreben, Gold wert. Bolschewistische Sektierer können abhören, zählen und in begrenztem Ausmaß mit Entrismus Mehrheitsverhältnisse in einigen Gliederungen beeinflussen. Ich beherrsche die Spieltheorie und herrsche mit Logik und werde damit diese Sektierer in die Knie zwingen. Die Abbildung 1 zeigt das Wahlergebnis von 2009, die aktuellen Wahlprognosen und ein weiteres hypothetisches Ergebnis.


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Abbildung 1: Bundestagsmandate für DIE LINKE.

 

Wenn die aktuellen Wahl-Prognosen so bleiben, sieht es so aus, als ob die West-Linke in fast keinem westdeutschen Landesverband mehr die 5%-Hürde überwindet. Die Ursache dafür kennen wir: Dort stehen die Linkssektierer, die antidemokratisch sind, ihre Gliederungen nach dem Prinzip des Zentralismus organisieren und eine rückwärtsgewandte Politik vertreten, die weder dem Willen der Bevölkerung entspricht, noch dem Wohl der Menschen dient. Diese reaktionären Ideologen hat Oskar Lafontaine jahrelang protegiert, anstatt eine moderne linke Politik zu vertreten. Die Herrschaft von Oskar Lafontaine in der Linkspartei war die „tiefste Tiefe“ der politischen Linken seit langer Zeit. Man darf fast bezweifeln, ob dieser Mann jemals ein Sozialdemokrat war. Es gibt zwar wahrscheinlich dennoch Listenmandate für DIE LINKE. im Westen, aber die West-Linke wird in der Bundestagsfraktion wohl keine Mehrheit mehr haben.

Ich habe hier ebenfalls ein Tabellendokument für die Berechnung der der Linkspartei zustehenden Bundestagsmandate unter vorläufiger Vernachlässigung der Direkt- und Überhangmandate veröffentlicht,1 das je nach Bedarf und neuesten Prognosen angepasst werden kann. In Abbildung 2 sieht man nun die Mehrheitsverhältnisse in der Partei nach den Landesverbänden anhand der Mitgliederzahlen. Diese Tabelle findet sich ebenfalls in diesem Dokument.


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Abbildung 2: Mitgliederzahlen der Partei DIE LINKE., Quelle: http://www.die-linke.de/partei/fakten/mitgliederzahlen/

 

In der Gesamtpartei entsprachen die Mehrheitsverhältnisse aufgrund der Beschlüsse zur Vereinigung der PDS mit der WASG viele Jahre nicht den realen Machtverhältnissen innerhalb der Linkspartei nach den Mitgliederzahlen in den Landesverbänden. Damit wurden die ostdeutschen Reformer jahrelang in eine Defensivposition gedrängt.

Im Bundesvorstand würde ich den Reformern empfehlen, jetzt nichts mehr zu tun und zu beschließen. Und vor allem keine direkten Angriffe mehr auf die Sektierer zu starten, weil diese sich auch von selbst zerlegen. Bestenfalls wird die Presse dieses politische Treiben der Bolschewiken entlarven. In den Ost-Landesverbänden würde ich jetzt versuchen, nur für regionale Themen einen eigenständigen Wahlkampf zu führen, insbesondere in den Medien. Hier gilt es noch mehr als bisher, möglichst viele Direktmandate zu gewinnen. Dazu würde ich auch offen und direkt in den ostdeutschen Ländern und Berlin um WählerInnen aus der politischen Mitte werben, weil in diesen Regionen das Stammwählerklientel der Linkspartei enorm hoch ist und es dadurch keine negativen sondern nur positive Auswirkungen gibt. Dazu ist es richtig, auf die starke Verankerung der Partei in der Gesellschaft und die Notwendigkeit zur Kooperationsbereitschaft mit anderen politischen Akteuren zu verweisen. Nur so, durch Kooperationsbereitschaft und Anerkennung der Sachzwänge und der deutschen Staatsräson kann die Linkspartei ihre politischen Positionen umsetzen.

Nach der Wahl würde ich in der Bundestagsfraktion Gregor Gysi und Gesine Lötzsch als quotierte Doppelspitze vorschlagen und mit egal welcher Mehrheit wählen lassen. Dann ist es meines Erachtens eine dominante Strategie, in der Bundestagsfraktion die Southampton-Strategie („Herr und Knecht“) gegen die West-Sektierer zu fahren und dabei keinen Fraktionszwang einzufordern. Dann würde ich sowohl durch die Fraktionsmitglieder der Reformer, als auch über die Partei-Gliederungen der Reformer die politischen Differenzen mit den Hardlinern öffentlich ansprechen. Auf diese Weise kann der Wähler sich über die politischen Differenzen zwischen Ost und West, zwischen Reformern und Hardlinern, ein Bild machen. Für die Partei-Reformer ist das in jedem Fall ein Gewinn.

In meinem Buch „Die Außen- und Europapolitik der Linkspartei auf dem Prüfstand“ habe ich alle notwendigen Anforderungen an eine Regierungspartei in der Bundespolitik dargestellt.2 Ich kann gerne dazu noch weitere Informationen anbieten, wenn es gewünscht wird und dazu auch in die Kreis- und Landesvorstände und an die Parteibasis gehen.

Alle direkt gewählten Abgeordneten sollten dann eine gemeinsame Strategie verfolgen, in Zusammenarbeit mit den ListenkandidatInnen der Reformer. Dann wäre es sinnvoll, in allen Kreisverbänden mit Direktmandaten eine neue politische Ausrichtung der Partei im Hinblick auf die Außen- und Europapolitik basisdemokratisch durch die Kreisvorstände beschließen zu lassen. Hier meine ich, die Anerkennung des Lissabon-Vertrages, der gemeinsame Innen- und Rechtspolitik und der gemeinsamen Sicherheits-, Außen- und Verteidigungspolitik der EU im Kreisvorstand als Richtlinie für die direkt gewählten Abgeordneten zu beschließen. Begründung dafür wäre: Für eine neue gemeinsame Sozialpolitik der EU ist eine gemeinsame Innen- und Rechtspolitik notwendig und dies geht eben nur auf der Grundlage der geltenden Europäischen Verfassung. Als globaler Akteur, der im Gegensatz zu den beiden Weltmächten USA und Russland eine humanitäre Außenpolitik, eine defensive Sicherheits- und Verteidigungsstrategie und eine humane Innen- und Rechtspolitik, sowie eine vorsorgende Sozialpolitik vertritt, muss die Europäische Union sich auch vor möglichen Angriffen von Außen schützen können. Außerdem sind die etwa von der Bundesvorsitzenden Katja Kipping im Diskurs befindlichen Überlegungen für ein Bedingungsloses Grundeinkommen eine Möglichkeit, um damit eine fortschrittliche Sozialpolitik öffentlich zu betreiben. Bei den Beschlüssen zur Außenpolitik würde ich fortan die Mehrheit dafür geben, humanitäre Friedenseinsätze der UN dann mit zu unterstützen, wenn dadurch unterdrückten und von Gewalt betroffenen Menschen in Kriegs- und Krisengebieten geholfen werden kann. Ich habe auch das in meinem Buch dargelegt und bewiesen.3 In Marzahn-Hellersdorf habe ich über diese politische Programmatik mit dem Kreisvorsitzenden Norbert Seichter bereits gesprochen und er sagte, dass er mir „im Großen und Ganzen“ zustimmen würde. Und da er und damit auch unsere direkt gewählte Abgeordnete Petra Pau offenbar eine breite Mehrheit für ihre Politik in der Partei und in der Gesellschaft haben, wären diese Beschlüsse auch mehrheitsfähig. Ich gehe davon aus, dass dies auch in Pankow, Lichtenberg und Treptow-Köpenick der Fall sein würde, denn Stefan Liebich, Gesine Lötzsch und Gregor Gysi dürften dort für ihre Politik ebenfalls die breite Mehrheit haben. Ich gehe weiterhin davon aus, dass auch in allen anderen Kreisverbänden in Ostdeutschland, in denen ein Abgeordneter der Linkspartei direkt in den Bundestag einzieht, eine Mehrheit für diese Beschlüsse wahrscheinlich ist. Insofern würde ich diese Tatsache nutzen, um eine neue politische Ausrichtung der Gesamtpartei über diese Kreisverbände und die mitgliederstarken ostdeutschen Landesverbände zu kommunizieren und dauerhaft zu etablieren.

Die Kreisverbände und das Argument der direkten Basisdemokratie sind viel stärker im Gewicht zu Abstimmungen durch Strömungen auf dem Parteitag, selbst gegenüber Mitgliederentscheiden. Die direkt gewählten Abgeordneten sind zwar frei in ihrem Mandat, aber könnten mit dem Votum der WählerInnen und mit diesen Beschlüssen ihrer Basis als Rückhalt nicht nur die Grundlage für ihre direkte Wiederwahl schaffen, sondern auch noch der Linkspartei insgesamt helfen, ein koalitionsbereiter Spieler auf Bundesebene zu sein. Außerdem war es doch auch in der PDS schon das Ziel der Reformer, diese Beschlüsse in der Gesamtpartei mehrheitsfähig zu machen.

Um die ListenkandidatInnen der Reformer ebenfalls mit dieser politischen Aufgabe zu versehen, würde ich dann einen Diskurs darüber auf den ostdeutschen Landesparteitagen führen und auf diese Weise eine Mehrheit für eine neue politische Ausrichtung in Bezug auf die Außen- und Europapolitik im Osten und Berlin anstreben. Ich denke, dass diese Mehrheit in Berlin und in allen anderen ostdeutschen Landesverbänden durchaus auch auf dem Parteitag wahrscheinlich ist. Selbst wenn dies im Bundesvorstand und auf dem Bundesparteitag keine eindeutige Mehrheit findet, fällt dies nicht ins Gewicht, denn die Parteibasis entscheidet satzungskonform in jeder Gliederung autonom. In jedem Falle ist man mit dieser Strategie formaljuristisch gesehen immer solidarisch zur Gesamtpartei, selbst wenn es keine bundesweite Mehrheit innerhalb der Partei gibt, weil die Parteibasis über die Kreisvorstände den Beschluss herbeigeführt hat. Den Bundesvorstand möchte ich, selbst mit anderer Mehrheit, sehen, der die ostdeutschen Landesverbände und die Kreisverbände mit direkt gewählten Abgeordneten für diese Vorgehensweise maßregelt und sanktioniert, dass hier basisdemokratisch entschieden wird. Gegen direkt gewählte Abgeordnete, die das Votum der Mehrheit des Volkes bereits haben, kann kein Bundesvorstand etwas ausrichten.

Dann würde ich auch Petra Pau gerne hier weiter im Amt der Bundestagsvizepräsidentin sehen, sie wäre aber dann teilweise auch zu einer gewissen politischen Zurückhaltung verpflichtet, die im Falle der Southampton-Strategie der Fraktionsvorsitzenden nicht zwingend nützlich sein muss. Auf der anderen Seite könnte sie für diese Strategie auch ihr Amt geschickt in die Waagschale werfen und somit zu einer der wichtigsten Spieler im politischen System der Bundesrepublik Deutschland werden. Damit werden wir auch der Europäischen Linken einen deutlich neuen reformorientierten Impuls geben können.

Mit einer basisdemokratischen Mehrheit im Osten würde ich der Politik der reaktionären West-Linken und den Bolschewiken um Oskar Lafontaine eine Absage erteilen und kommuniziert durch die direkt gewählten Abgeordneten, einen klaren radikal-reformerischen Gegenentwurf gegenüberstellen und auf diese Weise ein neues politisches Paradigma in der Linkspartei etablieren. Dies würde ich gleichzeitig mit einer Mitgliederkampagne für die Reformer verbinden, um gezielt Fachleute anzuwerben.

Auf dem Parteitag 2014 werden wir dann Dietmar Bartsch und Katja Kipping zur Parteispitze wählen und wenn es eine stabile Mehrheit für Reformpolitik im Bundesvorstand gibt, dort ebenfalls die Southampton-Strategie gegen die Abweichler spielen. Selbst wenn die Hardliner dann Vergeltung üben, wird ihnen das dauerhaft immer mehr schaden als nutzen. Das ist in doppelter Weise eine dominante Strategie für die Reformer, denn jeder Verrat an den Hardlinern wird auf doppelte Weise belohnt, in der Partei und in der Fraktion. Die Hardliner kommen aus dieser sozialen Dilemma-Situation nicht mehr heraus, denn einerseits schwindet ihre Mehrheit innerhalb der Partei ohnehin, andererseits gibt es für ihre sektiererischen Positionen in der Bevölkerung auch keine Mehrheit. Die Ideologen werden sich abspalten wollen, um bei ihren Vorstellungen zu bleiben. Mit einer Mehrheit im Bundesvorstand für die Reformer, würde ich in der Bundestagsfraktion mit den Hardlinern sogar zum Teil immer defektieren, denn eine Abspaltung der Hardliner als eigene Fraktionsgemeinschaft scheint unmöglich und auch gesamtgesellschaftlich erfolglos zu sein. Die Opportunisten werden in der Partei bleiben, die Ideologen werden mittelfristig immer gehen. Diese neuen Beschlüsse zur Außen- und Europapolitik werden mit dieser Strategie auch irreversibel sein, denn sobald die Hardliner nicht mehr in der Mehrheit sind und keine rationalen Argumente mehr für ihre Position haben, können sie auch nicht mehr großkotzig sein und damit auch nicht mehr die eigenen Reihen schließen. Sie sind dann in einer extremen Zwickmühle. Sobald man dann dort innerhalb der eigenen Gruppe bzw. der eigenen Strömung in Erklärungsnot über den mangelnden Erfolg seiner Ideologie kommt, werden Streitigkeiten innerhalb der extremistischen Strömungen zunehmen und der reaktionäre Teil der Linken zersetzt sich von ganz alleine.Von diesem Vakuum werden dann die Reformer profitieren können.

Zu guter Letzt heißt es, schrittweise in den westdeutschen Kreisverbänden basisdemokratische Strukturen zu etablieren. Dazu werde ich mit meinen beiden Strömungen „Progressive Linke“4 und der „Humanistischen Plattform“5 versuchen einen Beitrag zu leisten. Diese beiden Strömungen werde ich so organisieren, dass sie nicht mehr von Sektierern unterwandert werden können und werde mit der Strategie „Tit for Tat“ oder „Tit for Two Tat“ in den westdeutschen Gliederungen und auf den westdeutschen Parteitagen gegen die Hardliner spielen und sondieren. Gleichzeitig werde ich dabei der von den Bolschewiken offenbar traktierten Emanzipatorischen Linken wieder etwas auf die Beine helfen. Um dauerhaft fundierte und sachorientierte Forschung für die Bundestagsfraktion und die Landtagsfraktionen der Linkspartei zu generieren, werde ich weiterhin über mein Forschungsinstitut6 Publikationen produzieren.

Schafft es die Linkspartei, bis 2017 eine stabile Mehrheit für die Parteireformer und die neue politische Ausrichtung zu etablieren, so wird sie all die Wählerstimmen, die durch die falsche politische Ausrichtung der Sektierer im Westen verloren gingen, wieder zurückgewinnen können. Ansonsten wäre ohnehin jede Stimme für die Linkspartei auf Bundesebene verschenkt, da etwa die Grünen in der Sozialpolitik bereits ebenfalls eine ähnliche Beschlusslage haben. Mehr noch: Da die SPD selbst nicht regierungsfähig und vor allem nicht mehrheitsfähig ist,7 könnte die Linkspartei ab 2017 zu einem politischen Akteur werden, der stärker als die Grünen ist und sogar auf Bundesebene mit den Sozialdemokraten, wie in Berlin, auf Augenhöhe in die Wahlkampfauseinandersetzung gehen. Im Unterschied zur Situation jetzt jedoch, wäre die Linkspartei damit auch ein regierungsfähiger Akteur, weil sie sich den bundespolitischen Realitäten und Sachzwängen gestellt hat und fortan nicht mehr eine fundamental-oppositionelle Verweigerungshaltung, sondern eigenständige Positionen im linken Parteienspektrum vertritt.

  1. Das Dokument befindet sich als OpenOffice-Tabelle unter: https://www.michael-frank.eu/Dokumente/LINKE-Mandate-und-Mitglieder.ods
  2. Siehe hierzu: Frank, Michael: Die Außen- und Europapolitik der Linkspartei auf dem Prüfstand, www.michael-frank.eu, Berlin 2013, online unter: https://www.michael-frank.eu/Buecher/Linke-Aussen-Europa.pdf
  3. Siehe hierzu: Frank, Michael: Die Außen- und Europapolitik der Linkspartei auf dem Prüfstand, www.michael-frank.eu, Berlin 2013, online unter: https://www.michael-frank.eu/Buecher/Linke-Aussen-Europa.pdf
  4. Siehe hierzu: http://www.progressive-linke.de/ bzw. http://www.progressive-left.eu/
  5. Siehe hierzu: http://www.humanistische-plattform.de/
  6. Siehe hierzu: http://www.marx-institut.de/
  7. Siehe hierzu: Parteienforscher Peter Lösche: „SPD droht Durststrecke von 15 Jahren“, in: www.sueddeutsche.de vom 17. Mai 2010, online unter: http://www.sueddeutsche.de/politik/parteienforscher-peter-loesche-spd-droht-durststrecke-von-jahren-1.178015

Linke Politik braucht keine Gewerkschafts-Bonzen

In diesem Artikel möchte ich darlegen, warum linke Politik keinen Schulterschluss mit Gewerkschafts-Bonzen braucht. Mir kam der Gedanke dazu bei der genaueren Betrachtung des Schattenkabinetts von Peer Steinbrück. Hier wurde mit Klaus Wiesehügel eine Gewerkschafts-Bonze als quasi gesetzt nominiert. Da darf man sich doch schon fragen, ob man diesen Mann wirklich am Kabinettstisch braucht.

Die deutschen Gewerkschaften sind organisiert in einer autoritären Struktur. Hier herrscht straffer Zentralismus nach „Lafontaineschem Muster“. Von oben werden Gesinnungs-Kader auf die Posten abgesetzt. Hier zählt keine Intelligenz, keine Qualifikation, sondern nur Linientreue. Besetzt wird nach Religionszugehörigkeit. Dann werden die ArbeiterInnen mit illusorischen Forderungen vollgelogen. Es gibt keine Organisation, die mehr Mitglieder belügt, als die Gewerkschaften. Die Organisationsform und die Tätigkeiten von Gewerkschafts-Kadern sind hierzulande zu einer wahren Farce verkommen. Das erklärt meines Erachtens auch den Rückgang der Mitgliederzahlen, denn die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft bringt den meisten Arbeitern rein gar nichts. Außerdem gibt es keine sinnvolle Forschung von Seiten der Gewerkschaften, weder vom DGB, noch von der Hans-Böckler-Stiftung. Außer Predigen von rassistischer Gesinnung ist hier kaum etwas zu finden.

Alle relevanten Entscheidungen, die Menschen im Arbeitsleben betreffen, können in der Politik auch so gefällt werden. Hier sind auch von Seiten der Gewerkschaften keine sinnvollen Hinweise zu erwarten, denn Gewerkschaften vertreten in erster Linie egoistische Eigeninteressen und eben nicht das Allgemeinwohl. Das heißt die Gewerkschafts-Kader vertreten ihre persönlichen Interessen auf Kosten der Arbeiter und der Allgemeinheit. Gewerkschafts-Kader kann man daher in einer linken Partei nicht gebrauchen, weil sie kein Gespür für die wahren Bedürfnisse der Menschen in unserem Land haben. Das ist auch nicht verwunderlich, denn was soll von in Watte gepackten religiösen Gesinnungsethikern schon Sinnvolles kommen? Gewerkschafts-Funktionäre sind eben vom ihrem finanziellen Einkommen in der oberen Mittelschicht anzusiedeln, deshalb haben sie die Bedürfnisse der sozial Benachteiligten eben auch aus dem Blick verloren.

Gewerkschafts-Kader machen in der Politik nur Ärger, den man nicht braucht. Weitestgehend handelt es sich um Arbeiterverräter, die den Leuten zum Munde reden, aber nicht in ihrem Sinne aktiv werden. Deswegen funktioniert Ersteres auch immer schwieriger. Dabei geht es nur einzig und allein darum, den eigenen Posten zu behalten oder in der „gewerkschaftlichen Räterepublik“ aufzusteigen.

Leute wie Klaus Wiesehügel aus Steinbrücks Schattenkabinett, Armin Schild aus dem SPD-Bundesvorstand oder der DGB-Chef Michael Sommer aus der SPD oder Klaus Ernst, Werner Dreibus oder Michael Schlecht aus der Linkspartei bringen Nichts aber auch gar Nichts in der Politik. Eindimensionale Menschen und autoritäre Persönlichkeiten, die keine andere Forderung vortragen, als Mindestlohn in teilweise illusorischer Höhe. Das verläuft alles nach dem Muster: Vom DGB das Grundeinkommen, in der Politik dann das Urlaubsgeld abholen. Dabei kräftig mit bolschewistischen Methoden Sach- und Fachpolitiker absetzen. Deshalb halte ich es für richtig Gewerkschafts-Kadern zu sagen: Schuster bleib bei deinen Leisten! Sie sollen sich in den Betrieben um Arbeitsschutz, interne Probleme usw. kümmern, anstatt nur verlogene Ideologie zu verbreiten. Unvereinbarkeitsbeschlüsse können hier eine sinnvolle Lösung sein.

Wann wird DIE LINKE. eine Friedenspartei? Wann wird DIE LINKE. eine Regierungspartei?

In diesem kurzen Artikel möchte ich mich mit der Frage der Regierungsfähigkeit der Linkspartei auf Bundesebene beschäftigen. Dazu gehört meines Erachtens, dass die Linkspartei sich in den Fragen der Europapolitik und der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik endlich den Realitäten und Sachzwängen stellt, wie es für eine Regierungspartei zwingend notwendig ist.

Ich persönlich strebe eine Koalition von SPD, Grünen und Linkspartei sobald wie möglich an. Dabei sehe ich die Chancen dafür ähnlich wie Gregor Gysi sie in einem Interview dargestellt hat.

„taz: Hat Rot-Rot-Grün noch irgendwann irgendeine Chance?

Gregor Gysi: 2013 ist es noch nicht sehr wahrscheinlich. Dafür brauchen wir drei Voraussetzungen: Es muss eine Mehrheit im Bundestag geben, es muss inhaltlich passen, und es muss eine gesellschaftliche Stimmung dafür geben.

taz: Die gibt es jetzt aber nicht.

Gregor Gysi: Nein, aber das kann kommen. Entweder jetzt oder 2017.

taz: Das Nein der SPD klingt aber ziemlich rigoros.

Gregor Gysi: Wenn die SPD im Herbst wieder in eine große Koalition geht, wird ihr das bei Wahlen schaden. Die SPD wird neu nachdenken, ob sie es nicht doch mit uns und den Grünen probiert. Ich bin sicher: Nach dem 22. September wird es intensivere Kontakte zwischen Linkspartei und SPD und Grünen geben. Die SPD braucht manchmal ein bisschen lange, um etwas zu begreifen. Aber diese Debatte wird kommen. Ich bin mir da absolut sicher. Wenn Peer Steinbrück nicht Kanzler wird, wird er in der SPD keine Rolle mehr spielen. “1

Besonders wichtig scheint mir hier der Verweis auf die nötige gesellschaftliche Stimmung. Es muss bei einer Regierungsbildung von rot-rot-grün eben klargestellt werden, dass zukünftig auch weiterhin eine Sicherheits-, Außen- und Verteidigungspolitik betrieben wird, bei der eben Andersdenkende, etwa Konservative oder Liberale, nicht Angst um ihre körperliche Unversehrtheit haben müssen. Außerdem muss die Linkspartei eben ein anderes Verhältnis zur Europäischen Union finden und den Lissabon-Vertrag anerkennen, sowie die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik und die gemeinsame Rechtspolitik der Europäischen Union unterstützen. Außerdem müsste man zumindest prinzipiell bereit sein, friedenserhaltenden und friedenserzwingenden Maßnahmen der UN zuzustimmen, sofern sich damit eine Verbesserung der humanitären Lage von von Krieg und Bürgerkrieg betroffenen Menschen herstellen lässt.

Im Moment kann man konstatieren, dass es doch nicht falsch ist, was etwa Jürgen Trittin in einem Interview äußerte:

„Stefanie Winkelnkemper: Warum dann nicht jetzt schon Rot-Rot-Grün?

Jürgen Trittin: Noch ist die Linkspartei der Garant dafür, dass die CDU an der Macht beteiligt wird. Denn die Linke will Opposition sein. Sie bekommt ihre Stimmen bislang nur mit dem Versprechen, ihre Ideen auf keinen Fall zu verwirklichen. Aber langfristig wählen die Leute nur Parteien, weil sie ihren Willen umsetzen. Das eigentliche Votum der Hessen war eine Abwahl der CDU. Da sich die FDP diesem Wählerwillen widersetzt, sind die Wahlergebnisse aus Sicht der Linkspartei ein an der Macht halten der CDU. Die Wähler müssen sich fragen, ob das klug ist.

Stefanie Winkelnkemper: Wären die Schnittmengen von Grün und Links ohne Lafontaine größer?

Jürgen Trittin: Oskar Lafontaine verkörpert die Ausrichtung der Linkspartei auf Fundamentalopposition. Das ist auch eine Niederlage für Gregor Gysi und die Realos. Aber die Mehrheit der Partei möchte eben Opposition sein, sie möchte ihre Inhalte nicht umsetzen. Das ist der Grund, warum wir in Deutschland linke Mehrheiten auf der numerischen Seite haben, die aber politisch nicht handlungsfähig sind.“2

Da liegt eben das Problem: Durch ihre Kleinkind-Verweigerungshaltung in wichtigen bundes- und europapolitischen Themenbereichen, verhilft die Linkspartei der Merkel-CDU und der FDP zur Macht. Das ist unerträglich für die Menschen, die ihre Hoffnungen auf die Sozialpolitik der linken Reformpolitiker gesetzt haben. Oskar Lafontaine ist zwar nicht mehr Parteivorsitzender, aber dennoch weiterhin ein Problem für die Linkspartei, ebenso wie Personen wie Sahra Wagenknecht und Diether Dehm. Der „Zwei-Prozent-Junge“ mit den Entristen der SPD-DKP und dem KGB im Schlepptau, die „Grande Dame“ der „Schotter-Stasi“ und der stalinistische Sekten-Prediger aus Niedersachsen, der Alle für Rassismus und reaktionäre Propaganda auf Linie trimmt: sie sind die Protagonisten der Partei-Rechten, die eben eine rot-rot-grüne Bundesregierung verhindern. Dazu kommen noch eine Reihe von Gesinnungs-Professoren, die der Ideologie des Marxismus-Leninismus auf dem Lehrstuhl in der Anschein der Wissenschaftlichkeit gehoben haben: Norman Paech, Elmar Altvater, Frank Deppe, Bodo Zeuner und Birgit Mahnkopf, dazu noch Anton Latzo. Da dreht sich selbst Lenin der Magen im Grabe um.

Der Grüne Fritz Kuhn ist also mit seiner Einschätzung über Oskar Lafontaine noch sehr zurückhaltend und wohlwollend gegenüber der Linkspartei:

„Fritz Kuhn bläst zur ungewohnt heftigen Attacke auf die Partei Die Linke. Was Oskar Lafontaine von sich gebe, sei „blanker Rechtspopulismus“, sagte Kuhn einer Zeitung. Koalitionen mit ihr schließt er kategorisch aus. Mit Parteigenosse Jürgen Trittin will Kuhn noch ein Gespräch führen. Der hatte über mögliche Bündnisse spekuliert.

Mit so etwas können wir nicht koalieren“, fügte der Grünen-Politiker hinzu. Die Politik der Linkspartei setze nicht an der Wirklichkeit an, sondern sei „beliebiger Populismus.“ Das betreffe sowohl die Innen- als auch die Sozialpolitik, sagte Kuhn der „Leipziger Volkszeitung“.“3

Die Grünen sehen die Linkspartei also als keinen potentiellen Koalitionspartner. An dieser Analyse hat sich auch seit Jahren nichts geändert. Mit der Fusion von WASG und PDS zur Partei DIE LINKE. ist zwar eine bedeutende neue politische Kraft entstanden, die insbesondere auf dem Gebiet der Sozialpolitik durchaus wichtige programmatische Punkte mit in den politischen Diskurs einbringt, die in dieser Form von anderen politischen Parteien nicht vertreten werden. Auf der anderen Seite hat die Linkspartei mit ihrer Fundamentalopposition eine rot-grüne Bundesregierung verhindert, weil dieser nun wichtige Stimmen fehlten.

Die Streitpunkte, die eine Regierungsbildung mit der Linkspartei auf Bundesebene bislang verhindern, sind alle eindeutig benannt worden. Ich möchte an dieser Stelle auf ein Interview mit dem von mir sehr geschätzten Egon Bahr verweisen, der hier auf die Frage danach, was die Linken tun müssten, um an einer politischen Mehrheit im Bundestag beteiligt zu sein, äußerte:

„Nach meiner festen Überzeugung gibt es für die vier etablierten Parteien eine Verpflichtung: nämlich die Verlässlichkeit und Berechenbarkeit der Bundesrepublik Deutschland nach außen zu garantieren. Jede Partei, die im Bundestag zum normalen demokratischen Spektrum zählen will, muss die Summe der Verpflichtungen und Verträge akzeptieren, die dieser Staat eingegangen ist. Um das zu erreichen, braucht die Linke einen Herbert Wehner. Er hatte 1960 die SPD auf die Grundlage der von Adenauer geschaffenen Verträge und Verpflichtungen gestellt. So lange das nicht der Fall ist, werden die Stimmen der Linken zwar bei Abstimmungen gezählt, nicht aber im politischen Sinne.“4

Was Egon Bahr hier sagt, kann ich voll und ganz unterschreiben. Eine Regierungspartei muss eben notwendig die Realitäten zur Kenntnis nehmen und diejenigen politischen Positionen ausschließen, die realistisch als Handlungsoptionen nicht bestehen. Hier ist zum Einen die Mitgliedschaft in der NATO zu nennen. Diese ist zwar unerfreulich, weil man durch sie ein Vasallenstaat des US-Imperialismus ist, auf der anderen Seite sind die USA aber eine Besatzungsmacht, die sicher nicht abziehen wird, weil ein paar arrogante Linkssektierer den Austritt aus der NATO fordern. In diesem Zusammenhang ist der Lissabon-Vertrag zu nennen, der eben die Maximalposition von uns Europäern innerhalb des NATO-Bündnisses umsetzt und der gesamten Europäischen Union mehr Eigenständigkeit und Unabhängigkeit von den US-Amerikanern möglich macht. Hier gibt es, realistisch gesehen, im Moment auch kein „entweder-oder“, sondern nur ein „sowohl-als-auch“. Deshalb muss die Linkspartei auch die Gemeinsame Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europäischen Union unterstützen, ebenso wie eine gemeinsame Innenpolitik und eine gemeinsame Rechtspolitik, weil erst dadurch eine europäische Sozialpolitik möglich wird. Außerdem muss die Linkspartei endlich auch ein positives Verhältnis zu unserer Armee, der Bundeswehr und den EU-Battle Groups finden. Dazu gehört eben in erster Linie, dass man auch dafür stimmt, dass die Bundeswehr und die zukünftige Europäische Armee möglichst bestens ausgerüstet ist, damit sie uns BürgerInnen vor drohenden Gefahren schützen kann. Angesichts der Drohungen aus dem Iran und Nordkorea, des anhaltenden Bürgerkriegs in Syrien und weiteren beängstigen Ereignissen der Weltpolitik, wäre das dringend notwendig für eine Regierungspartei. Wenn sich das nicht ändert, sehe ich hier auch langfristig keine Perspektive für eine Regierungsbeteiligung der Linkspartei auf Bundesebene.

Deshalb sehe ich die Ausführungen des Geschäftsführers der SPD-Bundestagsfraktion Thomas Oppermann hier als eine logische Konsequenz der falschen Politik der Linkspartei an:

„Der Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, hat das Angebot der Linkspartei für ein Regierungsbündnis ab 2013 zurückgewiesen. „Diese Partei ist nicht regierungsfähig. Für die SPD kommt sie als Koalitionspartner nicht in Betracht“, sagte Oppermann der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vom Freitag. Er kritisierte, die Linkspartei sei eine in sich zutiefst zerstrittene Partei und zwischen ostdeutschem Pragmatismus und linksradikaler Ideologie hin- und hergerissen.“5

Letztlich ist auch Herr Oppermann hier noch wohlwollend mit seinen Ausführungen, denn selbst der Seeheimer Kreis, eine eher als konservativ geltende Strömung der SPD, hat eine Koalition mit der Linkspartei nicht generell ausgeschlossen, sondern an Bedingungen geknüpft.6

Ich habe der Linkspartei in meinem Buch „Die Außen- und Europapolitik der Linkspartei auf dem Prüfstand“7 präzise dargestellt, wo die Fehlerquellen in der Programmatik der Linkspartei noch liegen. Jetzt gilt es, diese Fehler auszumerzen, die Gründe dafür zu erläutern und eine Beschlusslage herzustellen, mit der wieder eine linke Regierungsbildung ermöglicht wird.

Ich habe Alles mit formaler induktiver Logik bewiesen, die Methode, wie sie Karl Marx und Friedrich Engels einst verwendet haben, um ihre Gesellschaftsanalyse und die Notwendigkeit der sozialistischen Weltrevolution zu begründen. Ganz so, wie sie im „Manifest der Kommunistischen Partei“ anklingt und im „Kapital“ vollständig angewendet wurde. Das war bisher immer eine sozialdemokratische Theorie und Methode. Damit bin ich ein Marxist und ein demokratischer Sozialist. Die Hardliner die ich in der Linkspartei kritisiere, sind für mich alle Marxisten-Leninisten, die in Totalität oder punktuell eine gescheiterte Ideologie vertreten, die für mich menschenverachtend ist. Die Hardliner die ich in der SPD kritisiere, sind alles religiöse Ideologen und Parawissenschaftler, die in Totalität oder punktuell gescheiterte Ideologien, etwa Christentum oder Islam, vertreten, die ebenfalls gegen die Menschenwürde gerichtet sind.

Ich habe hier die außenpolitischen Handlungszwänge für eine wie auch immer zusammengesetzte Bundesregierung dargestellt und bewiesen, dass es bestimmte Handlungsoptionen eben nicht gibt. Jedenfalls dann nicht, wenn eine Partei die Umsetzung der Menschenwürde, des Sozialstaatsgebot, des Rechtsstaates und der Demokratie im Sinne hat und gedenkt den BürgerInnen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit zu garantieren.

Das ist alles Herrschaftswissen, das ich durch Vorlesungen und Seminare vorwiegend bei sozialdemokratischen und humanistischen Professoren erworben habe und Erkenntnisse, die ich selbständig erforscht habe. Diese stelle ich der Linkspartei und allen anderen BürgerInnen kostenlos zur Verfügung. Antiautoritärer kann man nicht sein. Dabei bedanke ich mich auch noch einmal ganz ausdrücklich bei Prof. Dr. Peter Lösche, Prof. Dr. Bassam Tibi, Prof. Dr. Hermann Adam, Prof. Dr. Michael Bolle, Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin und Prof. Dr. Gesine Schwan, deren Publikationen ich dafür genutzt habe und von deren Erkenntnissen ich in ihren Vorlesungen und Seminaren profitieren durfte. Ausdrücklich nicht bedanke ich mich daher bei Prof. Dr. Franz Walter, der selbst nur Bolschewiken-Penner ausbildet und mit den Marxisten-Leninisten-Professoren aus der Linkspartei und Gewerkschafts-Kadern auf Linie zu sein scheint. Außerdem bedanken wir uns doch alle bei Karl Marx und Friedrich Engels für ihre Logik.

Wer sich dieser von mir gewonnenen Wahrheit und der Erkenntnis verweigert, ist für mich ein Rechtspopulist, der in einer linken Partei nichts zu suchen hat.

Aber ich will auch hier die Regierungsfähigkeit der SPD anzweifeln. Die Anwesenheit der Linkspartei ist bei Weitem nicht der einzige Grund, warum die SPD im Umfragetief steht. Die SPD hat mit einer Reihe von innerparteilichen Querelen zu kämpfen, die denen der Linkspartei durchaus ähnlich sind. Zum Beispiel sehe ich hier den hessischen Landesverband als eine reaktionäre Splittergruppe an. Hier haben sich offenbar alle Bolschewiken, DKP-Kader und Entristen gesammelt, um StalinistInnen auf die Regierungsbank zu verhelfen und zur Ministerpräsidentin zu wählen. Da war es doch gut, dass es mit Jürgen Walter, Silke Tesch, Dagmar Metzger und Carmen Everts noch ein paar aufrechte und anständige SozialdemokratInnen gab, die das verhindert haben und zu sozialdemokratischen Grundüberzeugungen gestanden haben. Es ist doch seltsam, dass es für die freie Ausübung eines Mandats hier Parteiordnungsverfahren gegeben hat. Man sieht, vor den Jüngern Maos und Stalins ist man auch in der SPD nicht gefeit.

Da darf man sich doch schon die Frage stellen, ob PolitikerInnen wie Andrea Ypsilanti sich wirklich unterscheiden von Sahra Wagenknecht und Christine Buchholz. Oder ob Personen wie Thorsten Schäfer-Gümbel wirklich so viel anders denken, wie Jan van Aken oder Diether Dehm. Sie sind in meinen Augen alles nur OpportunistInnen. Autoritäre Persönlichkeiten sind sie allesamt. Man sieht also, dass die Hessen-SPD auch nur ein Haufen von LinksextremistInnen ist.

Dass die SPD nicht regierungsfähig ist, zeigt mir bereits auch ein Blick auf das „Schattenkabinett“ von Peer Steinbrück. Da darf man sich doch fragen, ob man eine Gewerkschafts-Bonze wie Klaus Wiesehügel wirklich im Bundeskabinett braucht. Und ob Oliver Scheytt, Manuela Schwesig, Doris Ahnen, Andrea Nahles und Brigitte Zypries wirklich so tragbare Persönlichkeiten waren und sind, die man unbedingt am Kabinettstisch haben muss.

Linksfaschisten sind in der SPD also deutlich auf dem Vormarsch. Der Seitenhieb der SPD auf die Linkspartei ist daher auch nur ein Ablenkungsmanöver der SPD-Führung, um von den eigenen internen Problemen abzulenken. Die SPD-Linke ist dabei nur noch eine rassistische Sekte, die sich von Alt-Stalinisten in der Linkspartei durch Nichts unterscheidet. Hier muss die Linkspartei daher aufpassen, dass nicht noch mehr Entristen und Sektierer zu ihr rübergewandert kommen. Mit solchen Leuten ist keine Partei und kein Staat zu machen.

Die SPD, und da lege ich mich fest, ist meines Erachtens keine demokratische Partei, denn wer Wissenschaftler für ein Werturteil auf Grundlage von Logik ausschließt, dabei aber Jede und Jeden religiösen Ideologen schützt, und zwar christliche und jüdische Hardliner wie IslamistInnen, ist nicht fortschrittsorientiert. Das Patriarchat hat sich per Beschluss unangreifbar gemacht. Das zeigt mir, dass auch die SPD nicht regierungsfähig ist. Die SPD war die Partei von Karl Marx. Heute ist die SPD nur noch eine verfassungsfeindliche religiöse Kaderpartei, die Politik für die gesellschaftliche Oberschicht betreibt.

Letztlich bleibt aber das Fazit bestehen: Wann wird die Linke eine Friedenspartei, die humanitäre Friedensmissionen der UN unterstützt? Im Moment sehe ich dies noch in weiter Ferne. Damit kann die Linkspartei eben nicht mitregieren, weil ihre Außenpolitik inhuman ist. Das ist bedauerlich für viele Menschen, die die Hoffnung auf die Sozialpolitik der Linkspartei setzen. Und das erklärt letztlich auch den Rückgang der Umfragewerte für die Linkspartei. Von dieser Erosion der Linkspartei und der Erosion der SPD profitieren zwar auch die Grünen, auf der anderen Seite sind offenbar auch viele, von der Außen- und Europapolitik der Linkspartei und von einer möglichen Regierungsbeteiligung der Linkspartei auf Bundesebene verängstigte BürgerInnen aus der politischen Mitte, von der SPD ins konservative Lager abgewandert. Das schadet auch der gesamten politischen Linken.

  1. Reinecke, Stefan: Interview mit Gregor Gysi: „Entweder jetzt oder 2017“, in: taz.de vom 16. Juni 2013, online unter: http://taz.de/Gregor-Gysi-ueber-Rot-Rot-Gruen/!118213/
  2. Winkelnkemper, Stefanie: Jürgen Trittin im Interview: Linke und SPD werden koalieren, in: rp-online.de vom 04. Februar 2008, online unter: http://www.rp-online.de/politik/deutschland/linke-und-spd-werden-koalieren-1.2308681
  3. Grünen-Politiker greift Linke an: Lafontaine ein „blanker Rechtspopulist“, in: rp-online.de vom 10. Februar 2008, online unter: http://www.rp-online.de/politik/deutschland/lafontaine-ein-blanker-rechtspopulist-1.2308258
  4. „Die Linke koalitionsfähig machen“: Interview mit Egon Bahr, in: welt.de vom 12. März 2008, online unter: http://www.welt.de/welt_print/article1789581/Die-Linke-koalitionsfaehig-machen.html
  5. Lafontaine präsentiert weitere Bedingungen – Oppermann: „Linke nicht regierungsfähig“, in: merkur-online.de vom 31. August 2012, online unter: http://www.merkur-online.de/aktuelles/politik/oppermann-linke-nicht-regierungsfaehig-zr-2482798.html
  6. Siehe hierzu: Voigt, Karsten D.: Außenpolitische Vorbedingungen einer Koalition mit der „Linken“, in: seeheimer-kreis.de, online unter: http://seeheimer-kreis.de/index.php?id=235
  7. Siehe hierzu: Frank, Michael: Die Außen- und Europapolitik der Linkspartei auf dem Prüfstand, in: michael-frank.de, online unter: https://www.michael-frank.eu/Buecher/Linke-Aussen-Europa.pdf

Die reaktionäre Ideologie der linken Außenpolitik ist die Ideologie des Sowjetblocks

In diesem Fachartikel möchte ich darstellen und belegen, warum ich die außenpolitischen Positionen der Linkspartei für gewalttätige Ideologie halte. Ich möchte belegen, warum ich diese als Versatzstücke der Ideologie des Sowjetblocks ansehe. Meine These ist also: Die außenpolitischen Positionen der Linkspartei folgen den außenpolitischen Leitlinien der Komintern, der außenpolitischen Doktrin des alten Sowjetblocks und des Warschauer Paktes. Unter dem Vorwand einer friedlichen Außenpolitik werden autoritäre Regime unterstützt und die Sicherheit Deutschlands und Europas, sowie der Zivilbevölkerung in den von Krieg und Bürgerkrieg betroffenen Ländern gefährdet.

Dabei zeigt sich ein zweigeteiltes Meinungsspektrum in der Partei:

Die reaktionären Ideologen denken immer noch in den Außenpolitischen Kategorien der Blockkonfrontation und nehmen dabei den Standpunkt der Komintern ein, weil es sich um marxistisch-leninistische Dogmatiker halten, die die Ideologie des Warschauer Paktes weiter predigen und dabei von autoritären Regimen unterstützt werden.

Das ist die Ideologie der Stasi, die Ideologie der Stalinisten, die Ideologie der Sowjetunion, die Ideologie des real-existierenden Sozialismus, die in den Ländern des Warschauer Paktes Staatsdoktrin war.

Diese Ideologie ist zurecht gescheitert, wie Gregor Gysi immer öfter betonte,1 weil sie inhuman ist und die Menschen sie nicht wollten.

Personen wie Stefan Liebich, Gregor Gysi, Petra Pau und die ostdeutschen Reformpolitiker stehen hier prinzipiell für eine andere friedenspolitische Leitlinie. Zumindest werden humanitäre Friedensmissionen der UNO von ihnen nicht pauschal abgelehnt.

Um zu verdeutlichen, was ich als Komintern-Ideologie ansehe, möchte ich einen Artikel von Manfred Volland kritisch dokumentieren. Er findet sich auf der Webseite des Vereins ISOR e.V., der für ehemalige Angehöre der DDR-Sicherheitsorgane Partei ergreift. Dabei wird durch Manfred Volland unverhohlen Agitpropaganda gemacht.

„Die NATO hinterlässt eine Spur des Grauens und brachte Not und Elend über die Völker.
Wie viel Leid und Elend wäre den Völkern erspart geblieben, welche gewaltigen materiellen und finanziellen Ressourcen hätten für die Lösung sozialer Fragen zur Verfügung gestanden, wenn die NATO sich vor 18 Jahren, genauso wie der Warschauer Vertag aufgelöst hätte.?“2

Man muss doch die NATO etwas differenzierter betrachten. Sie ist das analoge Gegenstück zum Warschauer Pakt. Ein Instrument der US-Politik, um ihren Machtanspruch weltweit durchzusetzen. Insofern muss man unterscheiden zwischen der NATO als Verteidigungsbündnis aus der Sicht der Europäer und der NATO als Instrument des US-Imperialismus. Also zwischen den USA einerseits und ihren Vasallen andererseits, schon ob des Machtgefälles.

„Als am 1.Juli 1991 der Warschauer Vertrag auf Grund der veränderten internationalen Situation seine Tätigkeit beendete, hatte im Grunde genommen auch die NATO ihre Existenzberechtigung verloren, denn der bisherige potentionelle Gegner war nicht mehr da. Das Feindbild war ihr abhanden gekommen und sie litt unter Legitimitätsproblemen. Es gab also keine Notwendigkeit mehr für dieses Militärbündnis. Die Vernunft der Menschheit, das Gebot des Friedens erforderte die sofortige Auflösung der NATO. Was für ein Glück für die Menschheit wäre es gewesen, wenn beide mächtigen Militärbündnisse nicht mehr existent gewesen wären. Leider stand diesen humanen Erfordernissen, das Machtstreben des globalen Imperialismus mit seinem militärischen – industriellen Komplex entgegen.“3

Diese von mir eben beschriebene Existenzberechtigung der NATO besteht doch weiterhin. Während die Russen sich heute weitestgehend in Isolationismus üben und Konflikte nur an ihren Grenzen lösen, wenn es akut wird, nutzen die USA die NATO für ihre imperialen Ölkriege. Das Feindbild ist nunmehr nicht mehr der Sowjet, sondern der politische Islam.

„Man erfand neue Bedrohungslegenden, die bereits wenige Wochen nach Auflösung des Warschauer Vertrages im November 1991 in Rom als vorläufige strategische Orientierung festgelegt wurde. Sie basierte auf der Behauptung, die Zugänge zu den Ressourcen seien gefährdet, die ehemaligen Staaten des Warschauer Vertrages könnten nach Massenvernichtungswaffen streben und nunmehr sei die Krisenbewältigung außerhalb der NATO erforderlich.“4

Die Gefahr, dass die Staaten des Warschauer Paktes nach Massenvernichtungswaffen streben, war doch real gegeben.

„Man brauche nunmehr einen globalen Einsatzraum: Ganz Mittel- und Osteuropa, den GUS-Raum, das südliche Mittelmeer und den nahen Osten. Dieser neue „euroatlantische Raum“ kann noch erweitert werden um die potenziellen Erdölgebiete wie das kaspische Meer und weitere östliche Gebiete. Wenn also bis dahin die Warschauer Vertragsstaaten Zielgebiet der aggressiven NATO-Pläne waren, galt nunmehr als Zielgebiet jedes beliebige Land was für die NATO einen Risikofaktor darstellt und von Interesse ist.“5

Man brauchte den globalen Einsatzraum nicht. Er ist einfach da. Hier wird geleugnet, dass der Warschauer Pakt doch auch aggressive Pläne hatte und in Afghanistan auch einen imperialen Krieg durchgeführt hat.

„Im April 1999 wurde dann in Washington das neue strategische Konzept als NATO-Doktrin verabschiedet, welches bis heute volle Gültigkeit hat und die Grundlage der friedensgefährdeten Politik der NATO bildet. Nicht minder gefährlich ist die militärische Komponente der EU, einschließlich des Lissaboner Vertrages.“6

Das ist doch falsch. Die militärische Komponente der EU ist die Folge eines Bedürfnisses nach einer eigenständigen Außen-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik, da offensichtlich die Leitlinie der US-Amerikaner angesichts der Doktrin aus Washington für europäische Werte der Humanität als nicht hinnehmbar erachtet wurde.

„Gegenwärtig ist das wieder erstarkte Russland mit seinen gewaltigen Ressourcen, besonders Erdöl und Erdgas, die Hauptrichtung der NATO. Diesem Ziel diente auch der Kaukasuskonflikt im Herbst 2008. Deshalb soll die Einkreisung Russlands durch die Aufnahme weiterer Staaten wie Georgien und der Ukraine sowie Albaniens und Kroatiens, in Kürze abgeschlossen werden.

Bei allen aktuellen Entspannungssignalen nach dem Amtsantritt von USA-Präsident Obama fühlt sich Moskau berechtigt durch die weitere Ostausdehnung der NATO ernsthaft bedroht.“7

Das ist doch Unsinn. Die Hand zur Zusammenarbeit mit Russland wurde durch die NATO doch weit ausgestreckt. Man muss sich schon fragen, für wen Manfred Volland hier schreibt. Vermutlich sind es alte Verbindungen zu russischen Kommunisten, die ihn dazu bewegen. Niemand in der EU hat die Absicht Russland einzukreisen. Im Gegenteil: Die Russen sind ein angesehener Handelspartner und sogar Bündnispartner.

Es ist nur zu begrüßen, dass gut ein halbes Jahr nach dem Georgien-Konflikt die NATO, einschließlich der USA, auch ein neues Kapitel in den Beziehungen zu Russland aufschlagen will. Der NATO-Russland Rat soll wieder eingesetzt werden und seine Arbeit fortsetzen. Man braucht Russland plötzlich wieder, um die Transportwege nach Afghanistan sicherzustellen. Es beginnt auch ein erneutes Nachdenken über die geplante Raketenstationierung in Polen und Tschechien.“8

Der NATO-Russland-Rat ist ein wichtiges Instrument. Man braucht Russland nicht nur dazu, um die Transportwege nach Afghanistan sicherzustellen, sondern auch, um internationale Konflikte friedlich beizulegen. Etwa in Darfur oder Somalia. Auch dabei könnte man mit Russland zusammenarbeiten.

„Für die Einsatzoptionen sind keine Mandate der UNO mehr erforderlich, die NATO kann unabhängig davon handeln. Schon in den 90er Jahren wurde die Selbstmandatierung der USA und NATO festgeschrieben.
Das wurde erstmalig mit der völkerrechtswidrigen Aggression gegen Jugoslawien praktiziert. Der ehemalige NATO Generalsekretär Solana äußerte unverhohlen: „Wir brauchen den UNO-Sicherheitsrat nicht.“ Damit wurde die Grundlage für weitere NATO Kriege ohne UNO-Mandat festgelegt. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.“9

Das ist doch so nicht wahr. Im Irakkrieg zum Beispiel gingen die Ansichten über die Ausrichtung des Bündnisses doch weit auseinander. Es gibt keine Selbstmandatierung, sondern vielmehr unilaterales Handeln der USA.

Es stimmt zwar, dass die Aggression gegen Jugoslawien völkerrechtswidrig und inhuman war, aber es gab aus der Sicht der US-Amerikaner auch humanitäre Gründe für diesen Einsatz. Bereits damals gab es unterschiedliche Auffassungen zwischen Europa und den USA. Durch eine stärkere EU könnte man auch innerhalb des NATO-Bündnisses eine andere Ausrichtung durchsetzen.

„In der Ziffer 62 des Washingtoner Vertrages heißt es: „Nukleare Streitkräfte werden weiterhin eine wesentliche Rolle spielen, in dem sie dafür sorgen, dass ein Angreifer im Ungewissen darüber bleibt, wie die Bündnispartner auf einem militärischen Angreifer reagieren würden.“ Die verbliebenen Atomwaffen sollen zur Abschreckung dienen.

Diese Bedrohung widerspricht dem Gutachten des internationalen Gerichtshofes von 1996, das die Drohung mit Atomwaffen für völkerrechtswidrig erklärte.

Nach wie vor lagern in Europa 240 Atombomben, davon in Deutschland noch immer 20 atomare Sprengköpfe in Büchel, Rheinland-Pfalz. Diese sind mit Sicherheit nicht für den Einsatz gegen Terroristen vorgesehen.“10

Nun, es mag sein, dass es völkerrechtswidrig ist, mit Atomwaffen zu drohen. Aber wie sieht es denn aus mit den Drohungen des Irans gegen Israel bei gleichzeitigem Streben nach der Atombombe? Man muss diese Tatsachen dann doch auch für alle als Voraussetzung sehen und nicht nur gegen sich selbst Moralismus betreiben. Außerdem könnte man eine Änderung der Lage von militärischen Drohungen mit Atomwaffen doch anstreben, indem es ein neues Bündnis zwischen den Staaten der NATO und Russland gibt, das eben genau dies beinhaltet. In den USA und in Russland sind dutzendfach mehr Atomwaffen und angesichts der militärischen Drohungen durch den Iran halte ich ein geringes Arsenal zur Abschreckung für die EU auch für sinnvoll.

„Russland sah sich deshalb gezwungen, vor wenigen Tagen anzukündigen, seine strategischen Raketentruppen in den nächsten Jahren weiter zu modernisieren. Trotzdem keimt mit dem angekündigten Abrüstungsdialog zwischen den USA und Russland zu den „Startverträgen“ zur Reduzierung der strategischen Kernwaffen, sowohl der nuklearen Sprengköpfe, aber auch der Trägermittel neue Friedenshoffnung auf, um eine drohende atomare Gefahr von den Völkern abzuwenden.

Absichtserklärungen sind die eine Sache, die Praxis der NATO-Krieger jedoch eine andere. Nach wie vor hat die aggressive, friedensgefährdete Politik der NATO die Dominanz in der 1999 beschlossenen Doktrin und auch aus Amerika kommen nicht allzu viel Signale, um diese im Interesse des Friedens und der Abrüstung zum Guten zu verändern.“11

Man darf doch angesichts der neuerlichen Zusammenarbeit Russlands mit China auch bezweifeln, dass die Verteidigungspolitik der EU und der NATO der wahre Grund dafür war, dass die Russen ihre Raketenarsenale modernisieren. Insofern kann man dieses Faktum doch mit Sorge betrachten. Abrüstung wäre zwar richtig, aber selbst die USA und Russland wollen sicher nicht eine Abrüstung auf Null. Man mag aus russischer Sicht die Politik der NATO als friedensgefährdend interpretieren. Aus der Sicht der Länder der EU aber gibt es, trotz anderer außenpolitischer Vorstellungen, eine Abhängigkeit von den USA, die nicht ignorierbar ist. Demnach wird hier die EU einerseits in Mithaftung genommen für die imperiale Strategie der USA und andererseits gefährdet Herr Volland hier die Sicherheit der EU, weil er ihr eine eigene militärische Strategie zum Schutz der europäischen Zivilbevölkerung verbieten will. Das kann wirklich nicht im europäischen Sinne liegen.

„Im Wesentlichen dient diese NATO Doktrin den amerikanischen Forderungen und Interessen, denn sie wollten und haben in der Folgezeit die NATO zu einem weltweiten Interventionsbündnis ausgebaut. Eindeutig dient die NATO als Instrument für Kriege um Rohstoffe und Märkte und der Sicherung ihrer Transportwege. Darüber hinaus wurde auch den Interessen der Kernländer der NATO (Deutschland, Frankreich und Großbritannien) Rechnung getragen.

Deshalb gibt es auch eine weit verbreitete Erkenntnis der NATO-Gegner, „dass die NATO eine sich selbstfinanzierende Fremdenlegion der USA in Europa“ ist.“12

Man mag die Strategie der US-Amerikaner zwar so analysieren, aber man kann sie bisher nicht von außen verändern. Diese strategische Ausrichtung des NATO-Bündnisses wird doch auch in Deutschland und von anderen europäischen Ländern kritisiert, und zwar nicht nur in der politischen Linken. Außerdem ist Deutschland kein Kernland der NATO. Es gibt bei realistischer Betrachtung doch nur ein Kernland der NATO: die USA.

Es ist auch nicht so, dass sich diese „Fremdenlegion“ für Europa refinanziert, sie finanziert sich auch nicht für die USA. Bisher sind die Armeen der europäischen Länder reine Vasallen-Armeen. Das könnte sich nur dann ändern, wenn auf der Grundlage des Lissabon-Vertrages eine gemeinsame europäische Armee gebildet wird, die die Sicherheit der europäischen BürgerInnen gewährleistet.

Alles in Allem erkenne ich in dem Artikel von Manfred Volland nur Versatzstücke der antiimperialistischen Propaganda des Kalten Krieges auf der Basis der Ideologie des Marxismus-Leninismus und eines autoritären Moralismus, der Vorwürfe gegen Europa erhebt, obwohl dies völlig ungerechtfertigt ist.

Auch Autoren wie Arnold Schölzel sehen in der NATO nichts weiter als den Tod.13 Außerdem sind die Positionen der Linkspartei zu autoritären Regimen wie Syrien und Iran mehr als fragwürdig.14 Ich denke, dass derartige Positionen alle kompatibel sind mit denen der russischen Kommunistischen Partei und man sich doch fragen darf, ob diese Positionen wirklich noch kompatibel sind mit den Vorstellungen der aktuellen russischen Regierung.

Ich möchte nun im Einzelnen die außenpolitischen Positionen der extremistischen Splittergruppen Antikapitalistische Linke, SAV, Kommunistische Plattform, Marx21 und Sozialistische Linke untersuchen, um meine Auffassung zu belegen, dass diese alle regressive Propaganda sind, die unseren deutschen Staat und die Europäische Union gefährden.
Zunächst möchte ich die Verlautbarungen der Antikapitalistischen Linken zur Thematik untersuchen. In einer Publikation von Tobias Pflüger und Wolfgang Gehrcke heißt es über die NATO:

„Die folgenden Ausführungen sind eine erste Analyse:

Die NATO hat seit der Auflösung des Warschauer Paktes zum 1.7.1991 ein Problem – ihr ist der Feind abhanden gekommen. Bei der Verabschiedung des letzten Strategischen Konzeptes am 23./24. April 1999, also während des Kosovokrieges, ließ sich das noch ganz gut verstecken. Dieses Mal wurde es deutlich, „neue Feind-und Bedrohungsszenarien“ mussten her.“15

Der erste Absatz entspricht fast wortgleich der Argumentation von Manfred Volland. Außerdem könnte man doch auch behaupten, dass es nicht wahr ist, dass der NATO der Feind abhandengekommen ist und insbesondere den Kosovokrieg als Beispiel dafür anführen, dass die NATO unter der Führung der USA trotz der Auflösung des Warschauer Paktes die ehemaligen Mitgliedsländer dieses Militärbündnisses als Bedrohung für sich ansehen.

„Die Militärausgaben der inzwischen 28 NATO-Staaten betrugen im Jahr 2009 insgesamt gut 875 Milliarden $, das sind 57 % der Welt-Militärausgaben von gut 1,5 Billionen $, die das SIPRI-Jahrbuch 2010 für 2009 angibt.“16

Die Stärke der NATO lediglich an den Militärausgaben festzumachen, ist meines Erachtens falsch, denn es verkennt zum Einen die Tatsache, dass sowohl Russland als auch China über Atomwaffen verfügen, ebenso wie Pakistan und Indien es zumindest zwischen Russland und China eine militärische Kooperation gibt und die Kosten-Nutzen-Relation von Militärausgaben in diesen Ländern auch trotz der geringeren Budgets durchaus so ist, dass sich mit weniger Finanzen eine gleich starke militärische Stärke generieren lässt. Sprich: Die NATO ist mitnichten nur deshalb stärker als Russland und China, nur weil man ein größeres Budget hat.

„Die NATO hält an Atomwaffen als absolute Notwendigkeit für die Abschreckungspolitik fest. Atomwaffen sollen in Europa weiterhin stationiert und modernisiert werden: den „unabhängigen strategischen nuklearen Streitkräfte“ der Briten und Franzosen wird „eine eigenständige abschreckende Rolle“ zugeschrieben. Auch alle US Atomwaffen werden modernisiert. Die Gesamtkosten liegen bei ca. 1 Milliarde US-Dollar.“17

Gut. Aber doch eine einseitige Kritik. Es sind doch nicht nur die USA, die an ihren Atomwaffenarsenalen festhalten. Alle anderen Atomstaaten halten doch auch an ihren Arsenalen fest. Man erkennt also, dass die Autoren nicht für die NATO und/oder die Europäische Union agieren, sondern für ihre Konkurrenten, wenn nicht gar ihre Gegner. Sie sind offenbar Agenten ausländischer Mächte, die als Politiker gegen die Sicherheitsinteressen der eigenen Bevölkerung agieren und die Sicherheit der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gefährden.

„Das MD-System ist ein Kernstück der neuen Doktrin. Es bedeutet die Übernahme der US-Pläne für eine eigene Raketenabwehr als zentrales NATO-Projekt.“18

Die Raketenabwehr soll doch dem Schutz vor den islamischen Regimen dienen, insbesondere um sich gegen die Gewalt des Irans schützen zu können.

„Das Projekt bedeutet die zweite Niederlage deutscher Politik, die diesen Überlegungen bisher eher skeptisch bis ablehnend gegenüberstand.“19

Das stimmt doch nicht. Grundsätzlich lägen höhere Sicherheitsvorkehrungen doch im Interesse Deutschlands und Europas. Auf der anderen Seite gibt es doch auch die Skepsis der Russen und der außenpolitischen Abhängigkeit der deutschen Politik auch von Russland, die doch genauso stark ist, wie die Abhängigkeit der deutschen Außenpolitik von den USA.

„Die scheinbare Zustimmung von Russland verstärkt eher unsere Ablehnung: handelt es sich doch um ein sündhaft teures Projekt (auch für die russische Bevölkerung) und eine weitere Destabilisierung verschiedener Regionen der Welt. Der Ausstieg Russlands aus diesem Projekt ist schon jetzt erkennbar, hat Russland doch sein Mitwirken an die Ratifizierung des Start Vertrages geknüpft.“20

Nunja. Um die eigene Sicherheit vor Raketenangriffen zu gewährleisten, würde ich auch genügend Geld aufbringen. Das destabilisiert auch in keiner Weise ein anderes Land, sondern schützt im Gegenteil die gesamte Europäische Union.

„Ein Raketenschirm soll Europa schützen, bleibt die Frage: gegen wen? Schon jetzt – in der Startphase – kostet das Raketenabwehrprojekt 200 Millionen Euro, die Gesamtkosten werden eher bei 10 als bei 5 Milliarden Euro liegen. Es ist ein Milliardengrab für viele Ökonomien in Europa, dafür aber ein gigantisches Beschaffungsprogramm für die Rüstungsindustrie.“21

Na der Schutz ist ausgelegt gegen die Bedrohung aus dem Iran und der Staaten des islamischen Blocks. Das Geld dafür aufzubringen, wäre europaweit auch durchaus nicht schwer zu bewerkstelligen. Das Problem ist eher politischer Art. Die Russen stehen diesem Projekt ablehnend gegenüber. Insofern muss eine gemeinsame Strategie der NATO mit Russland gefunden werden.

„Da die NATO-Kapazitäten für die Abwehr eventueller klassisch-militärischer Bedrohungen überdimensioniert sind, werden neue Aufgaben „entdeckt“. Dabei wird weder zwischen Risiken und Bedrohungen unterschieden (was in zivilem Kontext üblich ist), noch überzeugend dargelegt, warum ausgerechnet ein Militärbündnis die geeignete Struktur ist, um den beschworenen Gefahren zu begegnen.“22

Ein Militärbündnis wird benötigt, weil es militärische Bedrohungen gibt und andererseits die NATO auch an internationalen Friedensmissionen beteiligt ist. Es wird doch jeder NATO-Einsatz begründet. Das kann man ja auch in demokratischen Systemen jederzeit kritisieren.

„Also wird die offensichtliche Tatsache zugegeben, dass das Szenario des klassischen militärischen Angriffs auf NATO-Staaten immer weniger wahrscheinlich wird, dafür werden Raketenangriffe aus heiterem Himmel, terroristische Anschläge, Piraterie und “Cyberwar”-Szenarien (also Angriffe auf informationstechnische Infrastrukturen) beschworen.“23

Diese Gefahr anzunehmen ist doch angesichts des iranischen Atomprogramms, des internationalen Terrorismus und der Piraterie alles andere als abwegig.

„Damit aber nicht genug. Auch Probleme, die ganz offensichtlich nicht durch militärisches Eingreifen gemildert werden können – Armut, Hunger, illegale Einwanderung, Pandemien, Umweltprobleme, Klimawandel und schließlich und endlich die internationale Finanzkrise – könnten nach Ansicht der NATO-Experten direkt oder indirekt dazu führen, dass Menschen zu den Waffen greifen, und damit – weil der Weg von Waffen zum Krieg nicht weit ist – zu einem „Sicherheitsproblem“, also zu einer Aufgabe für die NATO werden.“24

Auch hier ist es doch so, dass diese Szenarien nicht auszuschließen sind und dass man über mögliche Vorsichtsmaßnahmen doch durchaus debattieren kann.

„Damit sind wir dann an dem Punkt, dass die weitere Aufrüstung der NATO-Staaten mit den Problemen begründet wird, die durch die hohen Kosten für Militär und Rüstung, durch Waffenexporte und den Ressourcenverbrauch des Militärs überhaupt erst entstehen oder verschärft werden.“25

Dieses Problem bzw. Paradoxon gibt es in der Tat, aber durch Abrüstung auf Null wird weder dieses Problem beseitigt, noch die kann man dann auf die drohenden Gefahren agieren. Auf der anderen Seite können die sozialen Probleme in den Entwicklungsländern und Schwellenländern ohne eigene Sicherheitsvorkehrungen auch nicht gelöst werden.

„Die Diskussion um „Cyberwar“ erhält durch den Trojaner „Stuxnet“ besondere Brisanz, der industrielle Steuerungsanlagen angreift und nach Presseinformationen gezielt gegen die iranischen Atomanlagen gerichtet war. Der Urheber des Trojaners ist bisher nicht sicher bekannt, der IT-Sicherheitsexperte Ralph Langner erklärte in einem Interview mit dem Web-Informationsdienst golem.de, dass nach seiner Schätzung 50 Personen ein Jahr lang an diesem Trojaner gearbeitet hätten und die Kosten dafür im einstelligen Millionenbereich gelegen hätten. Im engeren Kreis der Verdächtigen ist der US-Militärgeheimdienst.“26

Ich halte es für legitim, mit Stuxnet gegen das iranische Atomprogramm vorzugehen, da der Iran alle internationalen und multilateralen Abkommen bricht, aufrüstet, Israel, Europa und Russland bedroht und gleichzeitig eine autoritäre Schreckensherrschaft etabliert hat, bei der Menschenrechtsverletzungen die Regel sind.

„Im Punkt 32 des neuen strategischen Konzepts der NATO steht: »Die EU ist ein einzigartiger und essentieller Partner der NATO […] Wir begrüßen das Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages.« Und dann sagt das Militärbündnis ganz offen, dass für diese neue strategische Partnerschaft die vollständige Umsetzung des Lissaboner Vertrages der EU essentiell ist. Das bedeutet erstens, dass unsere Kritik am Lissabon-Vertrag sich wieder einmal bestätigt. Und zweitens, dass die EU von der NATO auch als Militärbündnis wahrgenommen wird. Wir müssen uns der Zusammenarbeit NATO–EU und ihrer Bedeutung für Europa deutlich mehr widmen.“27

Es ist doch ein politischer Erfolg, dass die EU stärker und wichtiger wird innerhalb des NATO-Bündnisses. Gerade wenn man den Unilateralismus der USA kritisiert und zu verändern gedenkt sollte man das doch positiv aufnehmen. Insofern ist die Kritik am Lissabon-Vertrag völlig falsch und inakzeptabel.

„Verwiesen wird auf eine notwendige Arbeitsteilung: Aufbau und Einsatz ziviler Kapazitäten sollen eher von der EU und der OSZE, militärische Aktivitäten eher von der NATO übernommen werden. Wie eine Arbeitsteilung zwischen völlig unterschiedlich strukturierten Organisationen mit sich nur teilweise überschneidender Mitgliedschaft aussehen könnte, wird nicht ernsthaft diskutiert. Im Strategischen Konzept vom 19.11.2010 findet sich kein expliziter Vorschlag zur Arbeitsteilung, sondern stattdessen der Vorschlag, dass die NATO selber zivile Kapazitäten aufbaut und zusätzlich den Anspruch erhebt, in bestimmten Situationen die zivilen Akteure insgesamt (also über NATO-Mitgliedsstaaten hinaus) zu koordinieren, was das Problem nicht behebt, sondern im Gegenteil verschärft.“28

Es kommt europäischen Werten doch gelegen, dass man nunmehr stärker auf zivile Kapazitäten setzt. So wird die EU dann auch wahrgenommen: als Friedensmacht.

„Insofern besteht die Gefahr, dass in der Realität nicht eine „Friedensmacht Europa“, sondern die durch den Lissaboner Vertrag festgeschriebenen Militarisierungstendenzen in der EU gefördert werden. Dass das Inkrafttreten dieses Vertrags im Strategischen Konzept unter Verweis auf die entsprechende Passage ausdrücklich begrüßt wird, verstärkt diesen Verdacht.“29

Die angeblichen Militarisierungstendenzen im Lissabon-Vertrag sind ein politisches Märchen und entsprechen nicht der Realität. Die EU-battle groups dienen der Sicherung des europäischen Friedens und der Durchführung der humanitären Friedenseinsätze.

„Um sich nicht mit der Frage auseinandersetzen zu müssen, welche fatalen Auswirkungen auf das Verhältnis der NATO-Staaten zu Russland die diversen Osterweiterungen und Auf- bzw. Umrüstungsprogramme der NATO haben und hatten, wird hier reine Symbolpolitik empfohlen:“30

Warum wird hier so fatalistisch argumentiert? Russland ist doch über den NATO-Russland-Rat in allen entscheidenden Fragen mit eingebunden. Insofern kann von einer Tendenz dazu, Russland über Entscheidungen im Unklaren zu lassen, nicht gesprochen werden.

„Es soll eine einheitliche Position gegenüber Russland gefunden und die Kooperation mit Russland verstärkt werden. Dahinter steckt ein nicht ausgesprochener Dissens: den ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes bzw. ehemaligen Sowjetrepubliken war bei ihrem NATO-Eintritt in erster Linie daran gelegen, einen – notfalls auch militärisch abgesicherten – Schutz vor Einflussnahme durch den ehemals übermächtigen Nachbarstaat zu haben.“31

Es geht doch überhaupt nicht darum, Positionen gegenüber Russland zu finden, sondern darum, gemeinsame Positionen der NATO mit Russland zu erarbeiten und anzustreben. Der angesprochene Dissens wurde doch offen artikuliert. Diese Lage besteht offenbar doch weiterhin, also auch weiterhin besteht ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis der ehemaligen Sowjetrepubliken gegenüber Russland. Insofern ist es doch nur folgerichtig, dass die NATO darauf Rücksicht nimmt.

„Daher wird auch die Verantwortung für den Stillstand bei der konventionellen Rüstungskontrolle, insbesondere dem CFE/KSE-Vertrag implizit Russland zugeschoben, obwohl das Übereinkommen über die Anpassung des KSE-Vertrages von 1999 im Jahr 2004 von Russland, Weißrussland, Kasachstan und der Ukraine ratifiziert wurde, während die NATO-Staaten den Vertrag nicht ratifiziert haben. Als Begründung hierfür wurde angegeben, dass ein von der NATO geforderter Rückzug russischer Truppen aus Transnistrien und Georgien nicht erfolgt sei, dieser war allerdings nicht Vertragsbestandteil.“32

Im internationalen System ist es doch durchaus nicht unüblich, dass jede Seite der anderen Seite die Verantwortung für irgendetwas zuschiebt, wenn man es so für die eigene Innenpolitik braucht. Insofern ist dies hier an dieser Stelle nur ein Scheinargument.

„Die NATO-Staaten tun alles, um die „Friedensdividende“ auch knapp 20 Jahre nach der Auflösung des Warschauer Paktes möglichst gering zu halten. Einmal mehr werden große Anstrengungen unternommen, um zu begründen, warum „Sicherheit“ originäre Aufgabe von Militärs ist. Die bei der großen Mehrzahl unserer PolitikerInnen nach wie vor ungebrochene Vorstellung, dass staatliche Macht direkt mit militärischen Kapazitäten verknüpft ist, verhindert bis heute eine breitere gesellschaftliche Debatte darüber, welche Rolle Militär und Militärbündnisse bei den drängendsten Zukunftsproblemen spielen können oder sollen. Der „Versicherheitlichung“ und damit Militarisierung von eindeutig zivilen Problemen (Klimawandel, Umgang mit Flüchtlingen, Schutz von informationstechnischen Systemen und Netzen, Umgang mit organisierter und terroristischer Kriminalität, Energie- und Rohstoffversorgung) muss ebenso entschieden entgegengetreten werden wie den Plänen der NATO, in Krisenregionen mit eigenen zivilen Einsatzkräften bzw. als Koordinator für zivile Einsätze aufzutreten. Das gilt umso mehr, als die NATO nach wie vor nicht bereit ist, Einsätze außerhalb des Bündnisgebietes an eine Mandatierung durch den UN-Sicherheitsrat zu binden.“33

Die Sicherheit eines Staates ist und wird immer originäre Aufgabe von Militärs sein. In demokratischen Staaten handelt das Militär doch nur auf Befehl der Mehrheit des Parlaments, das heißt der Mehrheit der Bevölkerung. So schützt die Armee eines Staates, ausgebildete Fachleute im Bereich der Kriegsführung, die Zivilbevölkerung. Das ist geordnet, koordiniert und sinnvoll. Es ist auch keinesfalls so, dass in Europa die Vorstellung dominant wäre, dass staatliche Macht sich allein auf militärische Macht stützt. Vielmehr ist die Europäische Union das Paradebeispiel dafür, dass sowohl wirtschaftliche Stärke, als auch diplomatisches Verhandlungsgeschick und ein hoher Bildungsstandard die Garanten für unsere politische Macht sind. Den Umgang mit Terroristen und die Sicherung unserer Anlagen und Ressourcen würde ich auch weiterhin ausgebildeten Fachkräften in Polizei und Militär überlassen. Alles Andere wäre Unsinn. Über die Einsätze in Krisen- und Konfliktregionen habe ich mich bereits geäußert. Dem ist an dieser Stelle nichts hinzuzufügen.

Letztlich ist diese Propaganda nur Teil der politisch-gesellschaftlichen Zersetzungsstrategie des KGB. Sieht man sich aber zum Beispiel die Rede von Wladimir Putin im Deutschen Bundestag an, so kann man feststellen, dass dies alles nicht mehr offizielle Regierungspolitik Russlands ist, sondern von KGB-Kadern der alten Garde um Jewgeni Maximowitsch Primakow und Andere zum Teil ohne Bezug auf geltendes Recht forciert wird.

Auch die Bundestagsabgeordnete der Linkspartei Sevim Dagdelen stellt sich verräterisch in den Dienst ausländischer Mächte.

„DIE LINKE. muss deshalb die ganze kapitalistische Sicherheitspolitik, die in diesem Rahmen stattfindet, ablehnen. Friedenspolitik darf kein kapitalistisches Krisenmanagement sein, sondern muss durch internationale Solidarität die Ursachen der Konflikte bekämpfen. Zentrum linker Friedenspolitik ist eine solidarische Politik der Überwindung von Armut, Unterentwicklung, Umweltzerstörung und Ausbeutung und Unterdrückung. Ziel ist der Sozialismus, der durch eine Vergesellschaftung des Finanzsektors und von zentralen Wirtschaftsbereichen, in Zukunft Kriege zur Durchsetzung von Kapitalinteressen verhindert.“34

Was soll in diesem Zusammenhang „kapitalistische Sicherheitspolitik sein“? Der Kampf um Rohstoffquellen und Absatzmärkte? Da könnte man mitgehen. Gegen imperiale Kriege zu argumentieren, ist nicht zwingend falsch. Aber hier geschieht dies offenbar auf der Grundlage des marxistisch-leninistischen Antiimperialismus und nicht auf der Basis von logischem Handeln. Etwa durch die angesprochenen Friedenseinsätze werden doch Armut, Unterentwicklung, Umweltzerstörung, Ausbeutung und Unterdrückung in Krisen- und Kriegsregionen bekämpft. Die Vorstellung von Sozialismus, die Sevim Dagdelen hat, scheint mir die Selbe zu sein die Assad in Syrien hat, Hussein im Irak und Stalin in der Sowjetunion hatten. Diesen Eindruck werde ich hier anhand ihrer Argumentation begründen.

„Rüstungswirtschaft und Rüstungsexport werden als Mittel der Interessendurchsetzung in Bündnissen oder zur imperialen Geopolitik eingesetzt. Krieg ist dabei die Krönung des Rüstungsgeschäfts. Deutschland ist mit 11 Prozent am Gesamtvolumen der drittgrößte Waffenexporteuer der Welt. Der Spruch der Friedensbewegung „Deutsche Waffen deutsches Geld morden mit in aller Welt“ ist längst bittere Wahrheit. DIE LINKE. sollte nicht zulassen, dass mit ihrer Hilfe Menschen auf der Welt getötet werden. DIE LINKE. sollte alles unternehmen, damit Deutschland abrüstet bis hin zur strukturellen Angriffsunfähigkeit. Ansätze hierfür lassen sich im Programm finden, etwa die Forderung nach Schließung aller ausländischer Militärbasen, mit dem Abzug aller Atomwaffen und nach dem Stopp aller Rüstungsexporte (an anderer Stelle allerdings relativiert mit der Forderung eines „strikten Verbots von Waffenexporten in Krisengebiete“). Ein generelles Waffenexportverbot, die Beendigung der Rüstungsproduktion durch Konversionsprogramme und schärfere Waffengesetze als inneres Friedensprojekt müssen in das Programm einer LINKEN.“35

Dass Rüstung und Militär eingesetzt werden als Mittel der Interessendurchsetzung gilt doch für alle Staaten im Internationalen System. Insofern wäre es doch an der Zeit, dass die Linksfraktion sich endlich der Tatsache stellt, dass man in dieser Gefechtslage als Erstes einmal seine eigene Sicherheit gewährleisten muss. Es mag sein, dass es unerträglich ist, dass Deutsche Waffen weltweit gegen Menschen eingesetzt werden, etwa zum Beispiel das Gewehr G3 durch das iranische Militär. Die Abrüstung bis zur strukturellen Angriffsunfähigkeit zu fordern ist doch gefährlich für unsere eigene Sicherheit. Bereits jetzt ist die Bundeswehr allein nicht ausreichend in der Lage unsere Sicherheit zu gewährleisten. Daher ist der Aufbau einer europäischen Armee mit den EU-battle groups auch folgerichtig. Die bessere Kontrolle von Rüstungsexporten halte ich für eine richtige Forderung. Aber man muss dabei auch bedenken, dass durch die strukturelle Schwäche Deutschlands im Vergleich zu anderen Staaten, etwa Russland, China und die USA, auch zu Verhalten zwingt, das nicht unbedingt selbst gewünscht ist. Schärfere Waffengesetze im Inland jedoch könnte ich mir durchaus vorstellen.

„Aktuell wird die Bundeswehr in eine Interventionsarmee umgewandelt. Ziel der LINKEN muss ein Zurück zum Grundgesetz sein. Als ersten Schritt die Bundeswehr nur zur Landesverteidigung und dann gemäß dem Grundgesetz von 1949 abbauen. D.h. zuerst diejenigen Teile der Bundeswehr abrüsten, mit denen Krieg geführt werden kann und wird. Also: Auflösung der Kommandospezialkräfte, des Einsatzführungskommandos, des Gefechtsübungszentrums, der Division Spezialoperationen und aller Einsatzkräfte der Marine und Luftwaffe. Zentral ist die Beendigung der Auslandseinsätze der Bundeswehr -insbesondere in Afghanistan.“36

Das ist falsch. Die Bundeswehr ist im Rahmen der NATO längst eine Interventionsarmee. Das ist dann auch vereinbar mit dem Grundgesetz, wenn es dem Ziel dient die Menschenrechte auf Leben und Soziale Teilhabe umzusetzen und Frieden herzustellen oder zu sichern. Für die Einsätze im ehemaligen Jugoslawien und in Afghanistan, sowie bei der indirekten Hilfe im Irak-Krieg ist aber durchaus zu beanstanden, dass diese nicht verfassungsgemäß waren. Dieser undankbare Zustand erklärt sich durch die geopolitischen Umstände, denen man sich nicht so ohne Weiteres entziehen kann. Deshalb ist es eben gerade auch falsch, die entscheidenden Einheiten unserer Bundeswehr aufzulösen, die eben gerade unseren Frieden und unsere doch relativ geringe Souveränität schützen. Die Beendigung der Auslandseinsätze, bei denen die Friedenssicherung oder die Friedensherstellung in Krisen- und Konfliktregionen angestrebt wird, halte ich für falsch. Die Beendigung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan strebe auch ich an, gebe aber zu bedenken, dass dies unilateral schwer möglich ist und schon gar nicht ohne Zusammenarbeit mit den US-Amerikanern.

„Polizei- und Militärhilfe für Drittstaaten greift massiv in die Machtverhältnisse innerhalb dieser Gesellschaften ein. Entweder sie stärkt die Regierung gegen Proteste und Rebellionen oder sie stärkt Sezessionisten oder einzelne bewaffnete Machteliten. Polizei- und Militärhilfe entwickelt sich zunehmend zum zentralen Konzept für militärische Besatzungen, den Eingriff in Bürgerkriege von außen und damit zum Kernkonzept sicherheitspolitischen Krisenmanagements im Kontext einer neoliberalen Weltordnung. Sie entzieht sich demokratischer Kontrolle und birgt starke Tendenzen zur Privatisierung von Sicherheitspolitik. DIE LINKE. sollte dieses Konzept kategorisch ablehnen. Die jüngste Entscheidung des sozialdemokratischen Innenministers in Brandenburg, keine Polizisten mehr in den Krieg nach Afghanistan schicken zu wollen, ist wegweisend. Der Beschluss der Bundestagsfraktion zur UN-Resolution 1325 mit der Forderung: „Die Bundesregierung verzichtet auf jegliche Unterstützung – auch auf Ausstattungs- und Ausbildungshilfe – für Regime und Streitkräfte, welche Minderjährige als Soldaten in bewaffnete Konflikte entsenden, sich systematischer Menschenrechtsverletzungen oder systematischer sexualisierter Gewalt schuldig machen.“ ebenso. DIE LINKE. muss Polizei- und Militärhilfen in Konfliktgebieten ablehnen.“37

Es soll auch zum Zwecke der Friedenserzwingung und Friedenssicherung in die Machtverhältnisse dieser Staaten eingegriffen werden. Auf diese Weise werden die Menschenrechte auf Leben und Soziale Teilhabe implementiert. In den meisten Fällen stärkt das die friedliebende Bevölkerung und eben gerade nicht Rebellen oder Sezessionisten. Diese Besatzungen sind auch legal, wenn sie durch die UNO mandatiert wurden. Nun man mag den Neoliberalismus kritisieren, das tue ich auch, aber es gibt ohnehin eine kapitalistische Weltordnung. Neoliberalismus ist ein Kreationismus aus drei Bestandteilen: Demokratie, Christentum und Kapitalismus. Im Falle des europäischen Neoliberalismus treten deutlich humanistische Werte und ein egalitäres Rechtssystem in den Vordergrund, in jeden Falle im Vergleich zu den USA. Insofern ist mir eine neoliberale Weltordnung immer noch lieber, als die Barbarei gegen die Menschenrechte mit dirigistischer Zentralverwaltungswirtschaft und diktatorischer politischer Führung mit zentral vorgegebener Staatsideologie, wie in China, Iran oder Nordkorea. Mit diesem Wissen sind die angesprochenen Forderungen der Linkspartei auch nur gefährliche Polemik und unsinnige Schaumschlägerei. Wer so redet, schürt Gewalt und Krieg.

„DIE LINKE ist Völkerrechtspartei. Gemäß dem Gewaltverbot in den internationalen Beziehungen in der UN-Charta, muss das Völkerrecht und das ihm zugrunde liegende Souveränitätsprinzip bzw. das Prinzip der Nicht-Einmischung gestärkt werden. Die zunehmende Militarisierung der UN, die wir zu recht im Bundestagswahlproramm kritisieren, ist verbunden mit der Schwächung der zivilen Strukturen und führt zu einer weiteren Aushöhlung des Völkerrechts. Dieser Tendenz gilt es vorzubeugen. Die UN muss Hüterin des Völkerrechts und Sprachrohr der unterdrückten und weniger mächtigen Staaten werden und nicht wie bislang militärischer Dienstleister der Großmächte. Die UN muss garantieren, dass alle Staaten die gleichen Rechten und Pflichten haben und in Konflikten ggf. als neutraler Vermittler im Dienste des Weltfriedens auftreten.“38

Das Gewaltverbot im Völkerrecht ist doch ein Ideal. Natürlich sollte das Souveränitätsprinzip gewahrt werden, aber warum sollte man sich denn nicht einmischen dort, wo man helfen kann, Frieden zu implementieren? In diesen Fällen halte ich dies für richtig. Die UN ist doch nur deshalb militarisiert, weil die Handelnden Akteure, also die Staaten eine jeweils eigene Strategie in der Geopolitik vertreten. Ansonsten ist die UN doch nur ein Gremium, das dem Ganzen einen Rahmen gibt. Das Völkerrecht kann man nur dann hüten, wenn man in der Lage ist, die militärisch Handelnden an ihrer aggressiven und gewalttätigen Politik zu hindern. Das wird man wohl offensichtlich ohne institutionalisierte Gewalt und ohne institutionalisierten Schutz vor Gewalt nicht können. Insofern ist die UN abhängig von politischen Akteuren, die Frieden erzwingen und erhalten wollen, im Ideellen wie im Militärischen.

„Die Forderung nach eigenen Streitkräften der UN nach Kapitel VII, Artikel 43 ist so alt wie die UN selbst und angesichts der Interessensgegensätze und Kräfteverhältnisse innerhalb des Weltsicherheitsrates und der UN irreal. DIE LINKE. muss vielmehr die UN entmilitarisieren und ihre Unabhängigkeit und ihre zivilen Konfliktlösungsmechanismen stärken. Die Kooperationsvereinbarungen zwischen UN, EU und NATO laufen dem zuwider und müssen darum aufgekündigt werden.“39

Da die UN keine eigene Streitkräfte hat, ist sie doch bereits jetzt entmilitarisiert. Was soll also dieses Geschwafel? Es gibt doch zivile Konfliktlösungsmechanismen über die Diplomatie. Die Kooperationen zwischen UN, NATO und EU stärken doch das Ansinnen, Frieden zu sichern und herzustellen.

„Die NATO hat ihre Existenzberechtigung spätestens nach 1989 verloren und ist zu einem aggressiven Kriegsführungsbündnis geworden. Zu Recht wird sie in weiten Teilen der Welt als Bedrohung und Anlass für Aufrüstung wahrgenommen. Sie bedroht bis heute die gesamte Welt mit atomarer Vernichtung. Die NATO gehört aufgelöst. Als Schritt hierzu muss die EU jede Kooperation mit der NATO einstellen. So würde die EU nicht mehr in der Lage sein, sich an Angriffskriegen zu beteiligen. Zur Auflösung der NATO könnte ein Austritt Deutschlands aus den militärischen Strukturen der NATO beitragen.“40

Die Kritik an der NATO ist durchaus nicht unberechtigt. Warum aber empfiehlt Sevim Dagdelen für Deutschland die Abrüstung bis zu strukturellen Angriffsunfähigkeit, sieht aber die Aufrüstung aller anderen Länder als legitim an? Hier zeigt sich also, dass Sevim Dagdelen offenbar unsere Gegner und Feinde unterstützt und damit unser Deutschland und unser Europa zersetzt und verrät. Nicht nur, dass Deutschland keine Waffen mehr haben soll, es soll auch aus der NATO austreten um völlig ungeschützt von jedem autoritären Regime auf dieser Welt überrannt werden zu können. Das ist völlig untragbar für eine Bundestagsabgeordnete.

„Eine Ersetzung der NATO durch ein „kollektives Sicherheitssystem“ wie es im Programm heißt, ist dagegen problematisch. Der Begriff nimmt Bezug auf sog. „Systeme kollektiver Sicherheit“, als welches etwa die NATO selbst gilt. Laut BVerfGE kann die Bundeswehr allein im Rahmen solcher Systeme kollektiver Sicherheit in den Auslandseinsatz geschickt werden. Systeme kollektiver Sicherheit beinhalten also tendenziell die Legitimation von militärischer Gewalt nach außen und stets die militärische Befriedung nach Innen. DIE LINKE. sollte wenn überhaupt ein rein ziviles Sicherheitssystem mit gegenseitigen Sicherheitsgarantien unterstützen.“41

Die NATO bietet für Deutschland und Europa mehr Sicherheit, als es vermutlich ohne sie gäbe. Es ist auch keine freiwillige Entscheidung Mitglied zu sein, sondern ergibt sich aus den realen machtpolitischen Gegebenheiten, die durch die Deutsche Politik nicht ignoriert werden können. Um die eigene Sicherheit in der Europäischen Union zu gewährleisten, könnte man die NATO durch eine europäische Armee überflüssig strukturell machen und ersetzen. Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU könnte doch ein solches kollektives Sicherheitssystem sein und werden. Es ist auch falsch, dass Deutschland nur im Rahmen der NATO Truppen in Auslandseinsätze schicken darf. Zur Herstellung und Sicherung von Frieden könnte Deutschland sowohl im Rahmen der UNO, als auch unilateral allein Truppen entsenden, wenn der Einsatz zur Herstellung und Aufrechterhaltung der Menschenwürde dient. Es ist falsch, dass Systeme kollektiver Sicherheit Gewalt legitimieren, im Gegenteil sie legalisieren das Vorgehen gegen Gewalt und bieten in erster Linie Schutz für die eigene Zivilbevölkerung.

„Diese Utopie einer sozialen, demokratischen und friedlichen Europäische Union wird an vielen Stellen des Programms benannt. So heißt es u.a.: „Die Europäische Union ist unverzichtbares politisches Handlungsfeld für die Sicherung des Friedens in Europa, für wirtschaftliche Entwicklung in Europa und die Bewältigung von Wirtschaftskrisen, für die Wahrung der Interessen der Beschäftigten, für den sozial-ökologischen Umbau in Europa und für die Lösung der globalen Herausforderungen… Wir wollen eine andere, eine bessere EU!“ Zugleich heißt es an anderer Stelle: „Die Europäische Union … entwickelte sich zunehmend zu einem Motor der neoliberalen Umgestaltung“ und, dass die EU „die Durchsetzung der neoliberalen Grundfreiheiten des Marktes und der Unternehmen in den Mittelpunkt stellt, auf eine weitere Militarisierung setzt und Kapitalverkehrskontrollen untersagt.““42

Das was aus dem Parteiprogramm da angeführt wird wäre doch eine genaue Beschreibung dessen, was die EU bereits ist. Das sind die Ziele und Werte, die im Lissabon-Vertrag festgeschrieben sind. Eine bessere EU könnte die Linkspartei doch über die Beteiligung an den EU-Gremien und in den nationalen Parlamenten gemeinsam mit anderen Akteuren erstreiten. Es ist auch unwahr, dass im Lissabon-Vertrag die Durchsetzung der neoliberalen Grundfreiheiten und die Marktfreiheit im Mittelpunkt steht. Und real gilt dies zumindest nicht mehr, als jeder Einzelstaat der EU bereits an die Umstände des globalen Kapitalismus gebunden und ihnen ausgesetzt ist. Außerdem gibt es eine Reihe von neuen Grundrechten, die weitergehend sind, als die, die das Deutsche Grundgesetz gewährt. Insofern ist dies schlicht eine falsche Behauptung.

„Die neoliberale Wirtschaftspolitik nach Innen wohnt der EU aber genau so inne, wie eine imperiale Interessenspolitik nach Außen, sie ist den EU-Verträgen eingeschrieben und steht im Interesse der EU-Eliten. Zu Recht hat DIE LINKE in ihrem Europawahlprogramm 2009 deshalb dem Lissabon-Vertrag eine klare Absage erteilt. Auch der jetzt veröffentlichte Programmentwurf positioniert sich in ähnlicher Weise, wenn gefordert wird, dass die bisherige Vertragsgrundlage der EU grundlegend geändert werden muss. Eine soziale, demokratische und friedliche EU ist unter den aktuellen Bedingungen nicht möglich, sie würde die Revision sämtlicher Verträge und Außenbeziehungen sowie eine ganz andere Idee von Europa voraussetzen. DIE LINKE kann aber nicht warten, bis alle 27 Staaten von sozialistischen Regierungen geführt werden (es droht eher das Gegenteil), sondern muss Teil einer Bewegung für eine Neugründung der EU sein, um die Angriffe der EU auf Arbeitnehmer- und Menschenrechte, auf gesellschaftliches Eigentum weltweit abzuwehren und ihre weitere Militarisierung zu verhindern. Alles andere ist unrealistisch.“43

Es ist meines Erachtens eine falsche Analyse, dass eine neoliberale Wirtschaftspolitik und eine imperiale Interessenpolitik nach Außen die Ziele der Europäischen Union sind. Vielmehr werden die sozialen Rechte der BürgerInnen erweitert und militärisches Handeln an humanitäre Werte, die Menschenrechte und das geltende internationale Recht geknüpft. Deshalb ist es überaus dumm gewesen, dass die Linkspartei gegen den Lissabon-Vertrag Wahlkampf gemacht hat. Dieser Populismus mag zwar kurzfristig einige Wählerstimmen bringen, schadet der gesamten europäischen Linken aber mittel- und langfristig doch sehr stark. Unter der Bedingung des aktuell geltenden Rechts, sprich des Lissabon-Vertrages wäre es meiner Ansicht nach sogar möglich, Verbesserungen in der Deutschen Sozialgesetzgebung über den Rechtsweg einzuklagen. Eine parallele Neugründung der EU durch autoritäre Sozialisten braucht niemand und sollte auch kein Ziel sein. Insofern ist diese Argumentation von Sevim Dagdelen erbärmlich und verlogen. Das ist alles nur reaktionäre Demagogie, die Unkenntnis über die EU zum Ausdruck bringt und letztlich die Linkspartei bei allen Verhandlungen im Abseits stehen lässt. Alles in Allem ist der gesamte Vortrag von Sevim Dagdelen nur hanebüchener Unsinn und reiht sich ein in viele Paraphrasen der Agitpropaganda des alten Sowjetblocks.

Jetzt möchte ich mich zu den Verlautbarungen aus der SAV, der Sozialistischen Alternative Voran äußern. Hier wird von Tinette Schnatterer über die NATO geschrieben:

„Während des „Kalten Krieges“ erklärte die NATO den atomaren Erstschlag als Option. Seit dem Fall der Mauer dient das Bündnis weiterhin den imperialistischen Interessen. Die als Aufgabe formulierte „Sicherung von Freihandel und Stabilität“ bedeutet nichts anderes als den ungehinderten Zugang zu Rohstoffen und Märkten. 1991 wurde auf der Konferenz in Rom der offizielle Aufgabenbereich in diesem Sinne erweitert. Das aktuelle Strategiepapier soll nun auf die verschärfte Konkurrenz im Zuge der Wirtschaftskrise vorbereiten.“44

Für den Sowjetblock war der atomare Erstschlag doch auch eine Option. Die Stationierung von Raketen auf Kuba sind doch das Beispiel par excellence dafür, dass dies so war. Insofern wird hier doch schon einseitig argumentiert. Die NATO ist ein Instrument des US-Imperialismus. Aber: Diese Kritik an einem Militärbündnis, an dem man nur als Vasall beteiligt ist, hätte die Sowjetunion am Warschauer Pakt nie und nimmer zugelassen. Die US-Amerikaner hindern uns doch nicht wirklich daran, über die Europäische Union unsere eigenen Sicherheitsarchitektur aufzubauen, zu vergemeinschaften und zu erneuern. Das ist doch ein Fortschritt im Gegensatz zum Sowjetimperialismus. Das sollte man schon erwähnen.

„Der Rückgang im Welthandel durch die Rezession bedeutet, dass sich der Kampf um Absatzmärkte und billige Rohstoffe verschärft. Die großen Konzerne greifen auf „ihre“ Nationalstaaten zurück. Jeder Nationalstaat muss nicht nur dafür sorgen, dass die Interessen seiner nationalen Industrie durch milliardenschwere Rettungspakete gesichert werden, sondern auch dafür, dass militärisch in den strategisch wichtigen Regionen mitgemischt wird.“45

Es ist doch ein falscher Zusammenhang, der hier hergestellt wird. Die weltweite Rezession ist doch nicht unbedingt im Zusammenhang mit imperialistischer Expansion zu sehen. Da im Kapitalismus immer nach Expansion gestrebt wird, wobei die stärksten Spieler im globalen ökonomischen System immer ihren Einfluss eher sichern können, besteht kein Zusammenhang zwischen Rezession und Expansion. Vielmehr ist ökonomische und militärische Expansion eine dem Kapitalismus inhärente Eigenschaft, die auch ohne die Rezession zu beobachten wäre. Auch der postulierte Zusammenhang von nationaler Unterstützung der einheimischen Industrie und der Beteiligung an Rohstoffkriegen ist meines Erachtens so nicht verifizierbar. Vielmehr ist es so, dass es für die Vassallenstaaten der Supermächte einen diplomatischen und militärischen Druck zur Beteiligung an diesen Auseinandersetzungen gibt und dass man ohne die Subventionierung der eigenen Wirtschaft Probleme mit der Bedürfnisbefriedigung der eigenen Bevölkerung und der Erhaltung des Wohlfahrtsstaates hätte.

„Barack Obama mag eine andere Rhetorik wählen. Aber auch er hat das Ziel, die Vorherrschaft der USA auf der Welt zu sichern. Schon im Wahlkampf hatte er erklärt, dass er die aus dem Irak abgezogenen Truppen in Afghanistan einsetzen werde. Afghanistan wird, auch wegen der instabilen Lage in Pakistan, für den Imperialismus immer wichtiger.“46

Natürlich hat auch Barack Obama dieses Ziel. Das ist klar. Aber der Erfolg der USA in Afghanistan und Pakistan sind auch für die Anerkennung der USA als Supermacht von erheblicher Bedeutung. Das Ansehen der USA hängt auch am militärischen Erfolg.

„DIE LINKE weist in einem Flugblatt daraufhin, dass ein Zehntel der jährlichen Rüstungsausgaben der NATO-Staaten ausreichen würden, um die Armut weltweit zu halbieren. Ob durch Massenentlassungen und Sozialabbau in Deutschland, oder durch wachsendes Elend und Instabilität in der Welt – der Kapitalismus beweist uns täglich, dass er nicht funktioniert. Weder Krisen noch Kriege sind Ausnahmeerscheinungen, sondern Folgen eines Wirtschaftssystems, in dem einzig die Profitinteressen einer kleinen Minderheit zählen.“47

Nun, ob der Großteil der weltweiten Armut nun ausgerechnet zuerst in Deutschland zu finden ist, darf man doch bestreiten. Natürlich sind Krisen und Kriege die Folgen eines falschen Wirtschaftssystems und der sich daraus ergebenen ungleichen Verteilung von Reichtum uns Ressourcen. Aber: Das wird man nun weltweit nicht mit Protesten in Deutschland nicht verhindern, selbst wenn die Gewerkschaften daran beteiligt sind. Dann schon eher durch friedenssichernde und friedenserzwingende Maßnahmen in Krisen-, Konflikt- und Kriegsregionen, flankiert mit ausreichenden finanziellen Mitteln für die Stärkung der dortigen Infrastruktur und der dort ansässigen Ökonomie.

„Daher ist es notwendig, sowohl am 28. März unter dem Motto „Wir zahlen nicht für Eure Krise“ auf die Straße zu gehen als auch am 3. April in Baden-Baden und am 4. April in Strasbourg gegen die Kriegstreiber der NATO zu protestieren. Linksjugend [‘solid] sollte den politischen Zusammenhang zwischen kapitalistischer Außen- und Innenpolitik erklären, und die Proteste verbinden. DIE LINKE sollte die Organisation dieser Demonstrationen mit allen Kräften unterstützen. Für die Stärke der Proteste wird außerdem entscheidend sein, ob sich die Gewerkschaften daran beteiligen.“48

Die Beteiligung an solchen Demonstrationen darf als nutzlos für die Erreichung des angestrebten Ziels angesehen werden. Offenbar verursachen diese nur Kosten, die letztlich lieber für die Menschen in Konfliktregionen aufgewendet werden könnten.

„Baden-Württembergs Innenminister Rech hat den größten Polizeieinsatz in der Geschichte des Landes angekündigt. Das Ganze wird mindestens 50 Millionen Euro kosten. Über Baden-Baden soll eine „Schutzglocke“ geschaffen werden. Teile der Stadt sollen gesperrt und AnwohnerInnen nur noch mit Ausnahmegenehmigung zu ihren Wohnungen gelassen werden. Protestierende will man einschüchtern und kriminalisieren. Gerade im Hinblick auf das neue, mit extremen Einschränkungen verbundene Versammlungsgesetz in Baden-Württemberg ist es wichtig, dass es am 3. April in Baden-Baden zu einer mächtigen und gut organisierten Demonstration kommt.“49

Es gibt doch keine wirklichen Einschränkungen der Versammlungsfreiheit. In jedem Falle gilt doch das Grundgesetz und auch der Lissabon-Vertrag, in dem die Versammlungsfreiheit ein so existentieller Wert ist, der nicht beeinträchtigt wird dadurch, dass Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, weil Gewalt durch Linksextremisten zu vermuten ist.

Auch Johannes Bauer zeichnet das selbe Bild von der NATO.

„Während des Kalten Krieges, als die Weltpolitik vom Gegensatz der beiden Supermächte USA und Sowjetunion bestimmt wurde, wurde die Option des atomaren Erstschlags zur Militärdoktrin für das gesamte Bündnis. Bis heute ist das dominierende NATO-Land USA das einzige Land, das während eines Krieges Atomwaffen zum Einsatz brachte.
Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks, geriet die NATO in eine Rechtfertigungskrise. Das Feindbild, das die westliche Propaganda über Jahrzehnte aufgebaut hatte, existierte nicht mehr.
Im Jahre 1991 erweiterte die NATO auf ihrer Konferenz in Rom ihren Aufgabenbereich offiziell. Damals verrieten viele Formulierungen des Vertragstextes noch Unsicherheiten in der Einschätzung der kommenden historischen Periode. Im Konzept von Rom fand sich aber auch der Hinweis auf eine Bedrohung durch ?die Unterbrechung der Zufuhr lebenswichtiger Ressourcen? (Rom, Ziffer 10-13).
Auf der NATO-Jubiläumskonferenzkonferenz von Washington 1999 wurde diese Stoßrichtung fortgesetzt.“50

Ja, die USA haben die Atomwaffen eingesetzt. Das war auch verwerflich und sollte nicht vergessen werden. Aber hilft, dies festzustellen, jetzt nun wirklich dabei, den Hunger und die Kriege in der Dritten Welt zu beenden? Leider nein! Außerdem hat die NATO als Sicherheitsbündnis doch eine Rechtfertigung. Zum Einen, da Russland doch auch weiterhin, trotz des Zusammenbruchs der Sowjetunion eine Supermacht ist, zum Anderen, weil doch auch die Chinesen, Indien, der Iran und andere islamistische Regime eine potentielle Bedrohung darstellen. Insofern ist die Fortführung dieses Sicherheitsbündnis und die gleichzeitigen Anstrengungen der Europäischen Union, die militärischen Kapazitäten der Mitgliedsstaaten zu bündeln und zu verbessern doch die richtige Konsequenz für Deutsche und Europäische Politik.

„1999 wurde der Krieg gegen Jugoslawien von der NATO geführt. Dies wurde für die NATO-Staaten notwendig, nachdem die Wiedereinführung des Kapitalismus zum Aufbrechen Jugoslawiens entlang nationalistischer Linien und zu barbarischen Zuständen geführt hatte. Die deutsche Regierung unterstützte verschiedene Teile der ehemaligen stalinistischen Bürokratie, die auf Nationalismus setzten. Der IWF setzte die Wirtschaft Jugoslawiens massiv unter Druck. Erst als die blutigen Zustände außer Kontrolle zu geraten drohten, griffen die NATO-Staaten ein um Friedhofsruhe herzustellen.“51

Der Krieg gegen Jugoslawien war in der Tat kritikwürdig. Auf der einen Seite gab es eine nicht ausreichende rechtliche Grundlage dafür, auf der anderen Seite entsprach die Art der Kriegsführung nicht humanitären Werten. Aber: Von der Wiedereinführung des Kapitalismus nach dem Zusammenbruch des Sowjetblocks zu sprechen ist doch falsch. In der Sowjetunion und in allen Satellitenstaaten war der staatsmonopolistische Kapitalismus in der Form einer dirigistischen Zentralverwaltungswirtschaft die verordnete Wirtschaftsform. Insofern war Kapitalismus auch vorher schon da, er hat nur eine andere Form angenommen.

„Ende der neunziger Jahre zeigten sich erstmals Risse in der Außendarstellung der NATO. Hervorgerufen wurden diese Spannungen durch die unterschiedlichen wirtschftlichen Bedürfnisse der wichtigsten NATO-Staaten. Während des Kalten Krieges blieben diese unter der Oberfläche verborgen oder wurden von gemeinsamen Interessen überlagert.
Die deutschen Herrschenden leiteten nach der Wiedervereinigung aus der wirtschaftlichen Rolle Deutschlands mehr und mehr politischen Führungsanspruch in Europa ab, der nicht mehr von der verschämten Bescheidenheit nach den verlorenen Weltkriegen gebremst wurde.
Frankreich und Deutschland sind die treibenden Kräfte hinter den geplanten europäischen Interventionstruppen; die Bundeswehr selbst wird zur Interventionsarmee umgerüstet und soll weltweit zum Einsatz kommen.
Auf dem letzten NATO-Gipfel, der von starken Protesten aus der Bevölkerung begleitet im November 2002 in Prag stattfand, wurde aber außerdem die Gründung einer 21.000 Mann starken NATO-Response-Force beschlossen, die die NATO in die Lage versetzen soll, innerhalb weniger Tage an jedem Ort der Erde militärisch eingreifen zu können.
Dieses Projekt steht in Konkurrenz zu den unabhängigen europäischen Bestrebungen, da es ein Großteil der dafür zur Verfügung stehenden Mittel beanspruchen würde.
Auf dem Prager Gipfel waren die Spannungen innerhalb der NATO so deutlich sichtbar wie niemals zuvor. Der amerikanische Verteidigungsminister Rumsfeld sagte, dass in Zukunft die Mission das Bündnis bestimmen werde, und nicht umgekehrt. Er machte damit deutlich, dass die US-Amerikaner die NATO mit ihren derzeit 19, bald aber schon 26 Mitgliedsländern nicht um ihre Zustimmung für militärische Operationen bitten werde.
Die Interessen der Herrschenden der führenden NATO-Staaten gehen auseinander. Die Rolle der NATO könnte deshalb sinken. In ihren Reihen wird die NATO dann aber immer noch die weltweiten Kriegstreiber führen. In München bei der NATO-“Sicherheits“-Tagung Anfang Februar wird diese Welt-Kriegs-Elite beisammen sitzen.“52

Bereits während des Jugoslawienkriegs zeigte sich, dass es offenbar zwischen US-Amerikanern und den Europäern unterschiedliche Ansichten über die Ziele und die Werte des NATO-Bündnisses gibt. Hier hat sich doch spätestens seit der Absage der rot-grünen Bundesregierung an den Irakkrieg eine Verschiebung hin zu mehr Einfluss der Europäischen Union ergeben, die man für humanitäre Werte nutzen kann. Insofern besteht mehr Spielraum für Verhandlungen mit den USA. Die Bundeswehr ist bereits eine Interventionsarmee und hilft damit in den meisten Fällen, die Menschenrechte auf Leben und Soziale Teilhabe zu verwirklichen. Bestrebungen der NATO müssen die EU doch nicht daran hindern, eine eigene Strategie zu fahren, die sich durch mehr Menschlichkeit, Diplomatie und zivile Hilfe zur Etablierung des Weltfriedens auszeichnet. Mit mehr Einfluss der Europäischen Union könnte man auch die NATO zum Positiven verändern.

Letztlich sind also auch die Verlautbarungen der SAV als regressive Polemik und Demagogie einzustufen, die nicht wirklich bei Problemlösungen in der Internationalen Politik helfen.

Jetzt möchte ich die Ansichten aus dem Zusammenschluss Marx21, dem vormaligen Linksruck untersuchen. Hier schreiben die Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz und Stefan Ziefle im Zusammenhang mit dem Krieg in Afghanistan über die NATO, die sie als ein gescheitertes Bündnis ansehen.

„Das verdeutlicht: Die NATO verfügt über nicht mehr als ein paar Inseln der Kontrolle in einem Meer der Feindseligkeit. Auch die im November 2009 von US-Präsident Barack Obama beschlossene Truppenaufstockung und der massive Ausbau der afghanischen »Sicherheitskräfte« konnten den Aufstand gegen die Regierung Karsai und die NATO nicht ersticken.“53

Es mag sein, dass die Lage so beurteilt werden kann. Während eines für unsere SoldatInnen gefährlichen Einsatzes, wird der Erfolg der gesamten Mission in Frage gestellt. Auf der anderen Seite wird nichts unternommen, um unsere Deutschen SoldatInnen zu schützen und auch nicht dafür, um wirkungsvoll die politisch-militärische Lage zu beruhigen.

„Ein Grund dafür ist, dass die westlichen Truppen als Besatzer wahrgenommen werden. Laut einer im Oktober veröffentlichten Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung sehen das 56 Prozent der afghanischen Bevölkerung so. Vermutlich ist die Stimmung im Land sogar noch feindseliger, denn die Umfrage war keineswegs repräsentativ. Sie wurde nur in einem dem Westen »freundlichen« Umfeld durchgeführt.“54

Natürlich nehmen Viele in den afghanischen Zivilbevölkerung uns als Besatzer wahr. Es ist ja auch objektiv eine Besatzung. Aber es darf doch erlaubt sein, zu fragen, ob diese verbreitete Meinung nicht auch Ergebnis der Propaganda der Islamisten, der Aufständischen und von Terroristen ist. Anstatt dafür Initiative zu ergreifen, dass unsere Soldaten und Hilfsorganisationen als Unterstützer für den Aufbau von demokratischen Strukturen und zum Wiederaufbau angesehen werden, werden vielmehr die eigene Truppe und damit letztlich auch die afghanische Zivilbevölkerung verraten und somit in Gefahr gebracht. Das ist untragbar für eine Regierungspartei.

Dazu kommt die Behauptung, dass die NATO gescheitert ist:

„Gescheitert ist die NATO auch mit ihrem Konzept der »Aufstandsbekämpfung« (»Counter Insurgency«). Dessen Grundannahme war, dass es gelänge, »die Herzen und Köpfe« der Bevölkerung zu gewinnen, wenn das Territorium erst einmal durch massive Militärpräsenz gesichert sei. Eine wichtige Rolle sollte hier die »zivilmilitärische Zusammenarbeit« spielen. Letztendlich bedeutet das nichts anderes, als dass die NATO Hilfsorganisationen für ihre Interessen einspannt. Das hat wiederum zu der Situation geführt, dass es Hilfsangebote hauptsächlich dort gibt, wo die NATO auf Widerstand trifft – eine gute Motivation also für die Bevölkerung, Aufständische zu unterstützen.“55

Diese Strategie der NATO ist doch prinzipiell nicht falsch. Warum will man sie denn zunichte machen? Die NATO sind doch die Regierungen in den Mitgliedsstaaten. Die Hilfsorganisationen tun das, was der Wille der Regierungen ist und werden auch von den Regierungen bezahlt.

„Die militärische Strategie der NATO sieht den zunehmenden Aufbau lokaler Sicherheitskräfte vor. Im US-Haushalt des kommenden Jahres sind 12,8 Milliarden Dollar für die Ausbildung und Ausrüstung dieser Kräfte eingeplant. Zum Vergleich: Der Gesamtetat des afghanischen Staats beträgt nur rund 1,5 Milliarden Dollar.“56

Das ist doch Aufbauhilfe für die Stabilisierung des Landes, das sich zukünftig wieder selbst schützen soll.

„Um die Kosten für die über 300.000 afghanischen Soldaten und Polizisten möglichst gering zu halten, liegen deren Löhne meist unter dem Existenzminimum. Je nach Rang verdienen die Sicherheitskräfte 165 (Einstiegsgehalt) bis 945 US-Dollar (General) im Monat. Um in Kabul eine Familie ernähren zu können sind rund 400 Dollar erforderlich. Dementsprechend sind Nebenverdienste für das Sicherheitspersonal eine Selbstverständlichkeit. So gelten Polizisten unter der afghanischen Bevölkerung als moderne Straßenräuber.“57

Die Löhne mögen niedrig sein, aber sie werden zumindest bezahlt. Größtenteils durch die Regierungen der NATO-Staaten. Das gilt nicht für die gesamte afghanische Bevölkerung. Dass die afghanischen Polizisten nur moderne Straßenräuber wären, ist doch eine unangebrachte Zuspitzung, die auch nicht weiterhilft dabei, die Lage zu verbessern.

„Ein Flügel der US-Administration plant daher einen Strategiewechsel. Demnach sollen 100.000 Soldaten abgezogen werden, 30.000 Kämpfer würden in Afghanistan bleiben. Sie sollen sich auf Kabul und einzelne Stützpunkte konzentrieren, von denen aus Kommandoaktionen, Bomben- und Drohnenangriffe gestartet werden können. So könnten die Kosten erheblich gesenkt und dennoch, so die Hoffnung der Militärs, die offene Niederlage vermieden werden.“58

Dass Soldaten abgezogen werden, ist doch bereits ein Teilerfolg der Friedensbewegung und Ausdruck dessen, dass die Mission beendet werden soll.

„Ein solches Szenario wäre kein Abzug und schon gar kein Ende des Krieges. Die NATO würde alle Anstrengungen unternehmen, den Konflikt in Afghanistan, hauptsächlich zwischen lokalen Rivalen, aufrechtzuerhalten, um zu verhindern, dass sich eine anti-westliche Regierung durchsetzt. Dass solche Formen von »Kriegen niedriger Intensität« wenig mit Frieden zu tun haben und welches Leid dadurch verursacht wird, konnte man seit den 1970er Jahren in Lateinamerika beobachten.

Ein wirkliches Ende des Krieges kann es nur geben, wenn die NATO vollständig abgezogen ist. Dafür zu kämpfen, bleibt die Aufgabe der Friedensbewegung.“59

Doch. Das wäre ein Abzug. Zumindest erst einmal zum Teil. Es ist doch immer so in einer Demokratie, dass es Konflikte zwischen lokalen Rivalen gibt. Entscheidend ist doch, dass dieser Konflikt möglichst friedlich ausgetragen wird. Daher ist der Aufbau von Polizei und afghanischer Armee doch sinnvoll, um Gewalt zu verhindern und zu gewährleisten, dass es keinen Bürgerkrieg gibt.

Die ProtagonistInnen von Marx21 sollten beginnen sich die richtigen Fragen zu stellen. Nämlich zuerst die Frage, ob es nicht auch so ist, dass man selbst als Linke eine gewisse Verantwortung für die Entscheidungen der Vorgängerregierungen übernehmen muss, selbst wenn man deren Entscheidungen nicht unterstützt hat. Und die Frage, ob es nicht richtig ist, dass man ein Land, dass man besetzt hat, auch in einem Zustand wieder hinterlässt, der einen Frieden im Inland gewährleistet. Um den Wiederaufbau Afghanistans zu gewährleisten, werden sicher noch eine Weile NATO-Soldaten notwendig sein.

Auch werden durch VertreterInnen von Marx21 terroristische Anschläge verharmlost.

„Die Jagd auf die Verdächtigen der Bomben-Anschläge von Boston ist vorbei, doch die Konsequenzen werden noch länger spürbar sein: im politischen Mainstream, in der Verteufelung des “radikalen Islam” in den USA und andernorts sowie in Fragen zu Bürgerrechten und der Möglichkeit ihrer Einschränkung, sobald politische Authoritäten eine “terroristische Bedrohung” feststellen.“60

Es ist doch angesichts der terroristischen Aktivitäten von Al-Kaida alles andere als abwegig, dass durch die Ideologie des radikalen Islams weiterhin eine Gefahr besteht.
„Was wir jedoch jetzt schon wissen, ist, dass es einen Ansturm derer geben wird, die politisch punkten wollen – und dieser Sturm wird auf Kosten unserer Rechte gehen.

Die Anschläge auf den Boston Marathon waren ein sadistischer Angriff mit dem Ziel, möglichst viele Menschen zu verstümmeln. Sie waren gegen Menschen gerichtet, die keine Verantwortung für die Mißstände in unserer Gesellschaft tragen. Nichtsdestotrotz werden die Bombenanschläge jetzt als Rechtfertigung für eine Agenda von Gewalt und politischer Repression benutzt.“61

Es mag sein, dass einige Maßnahmen in der Folge der Bombenanschläge überzogen waren. Das ist dann auch ein Angriff auf die Bürgerrechte. Auf der anderen Seite sind Vorsichtsmaßnahmen auch geboten, solange sie im Rahmen bleiben.

„Auch, wenn es nicht sonderlich popular scheint, sollten Gegner von Krieg, Rassismus und Ungerechtigkeit sich jenen zur Wehr setzen, die den Gräuel der Anschläge als Begründung zweckentfremden, um uns zu entrechten.

Alle rassistisch eingefärbten Annahmen über “Terrorismus”, die unter der Oberfläche der amerikanischen Medien und der Politik schlummerten, sind in den letzten Wochen aufgekocht.

Anfangs zögerten die Medien noch, das Boston-Attentat offen als einen Akt islamistischer Extremisten aus dem Nahen Osten zu benennen. Doch auch in den ersten Tagen nach der Tragödie gab es Ausnahmen – so bezeichnete der CNN-Nachrichtenmoderator John King die Attentäter als “eher dunkelhäutig” mit einem “wohl ausländischen Akzent”.“62

Natürlich sollte man sich gegen Angriffe auf die Bürgerrechte zur Wehr setzen. Auf der anderen Seite aber ist der islamistische Terrorismus eine extreme Gefahr. Insofern muss man also die Mittel, sich gegen Terrorismus zur Wehr zu setzen genau austarieren und überprüfen, wie inwieweit sie vereinbar sind mit Eingriffen in die Freiheitsrechte der BürgerInnen.

„Hinter all dem stehen die Vorurteile der Medien – und mit ihnen die der Politik– darüber, wie “Terrorismus” zu definieren sei: und zwar als gewalttätiger Akt von Menschen aus dem mittleren Osten, die sich eindeutig zum Islam bekennen.“63

Angesichts der Häufung von Terroranschlägen mit islamistischem Hintergrund ist es doch nicht abwegig, dass man sich auf diese Gefahrenquelle fokussiert. Auf der anderen Seite kann man die Berichterstattung in den Medien schon auch als tendenziös bezeichnen.

Letztlich aber scheint mir, werden auch hier die Gefahren des islamistischen Terrorismus verharmlost. Man muss dies einfach auch in Zusammenhang sehen mit den autoritären Regierungsformen und den Menschenrechtsverletzungen in den Ländern des islamischen Blocks. Bezieht man diese Tatsachen ein in seine Überlegungen, so muss man einfach zu der Erkenntnis gelangen, dass die Gefahr von islamistischen Terroristen momentan am Größten ist.

Auch wird die NATO durch Marx21 vollständig abgelehnt. Im Jahre 2009 gab es hier ein ganzes Dossier mit Bekenntnissen und Argumentationen gegen dieses Militärbündnis:

„Am 4. April 2009 begeht die NATO ihren sechzigsten Geburtstag. Strasbourg (Frankreich) und Kehl (Baden-Württemberg). Die NATO steht für eine kriegerische Welt. Sie soll als Instrument imperialer Interessen gefestigt werden.
Zum NATO-Treffen ruft die Friedensbewegung zu Protesten auf. Diese bestehen aus einer Demonstration (Samstag, 4. April 2009), einer internationalen Konferenz (Donnerstag, 2. April, bis Sonntag, 5. April), einem internationalen Widerstands-Camp (Mittwoch, 1. April, bis Sonntag, 5. April) sowie Aktionen des zivilen Ungehorsams.“64

Der Analyse über die NATO mag man hier zum Teil noch einiges abgewinnen, aber realpolitisch ist ein Austritt aus der NATO momentan nicht möglich, wie ich bereits mehrfach dargelegt habe. Daher ist dies nichts weiter als politischer Populismus, der letztlich eine Regierungsbeteiligung der Linkspartei auf der Bundesebene verhindert.

Hier wird auch auf eine Broschüre der Informationsstelle Militarisierung verlinkt,65 in der weitere regressive Kritik an der NATO zu lesen ist. Wenn dies auch zum Teil einige Fakten enthält und den Anschein der Wissenschaftlichkeit erweckt: Mit den Autoren Tobias Pflüger, Claudia Haydt, Christoph Marischka und Jürgen Wagner liest sich das Ganze wie das „Who is who“ der alt-stalinistischen Komsomolzen aus der Partei. Das ist nicht zielführend. Wer die NATO überwinden will, der muss eben die gemeinsame Verteidigungspolitik der Europäische Union und den Aufbau einer Europäischen Armee unterstützen. Alles andere ist Augenwischerei.

Auch die Sozialistische Linke vertritt reaktionäre Positionen zur Außen- und Europapolitik. War die Strömung vor einiger Zeit noch etwas lebendiger und eher gewerkschaftlich orientiert, so scheinen sich auch hier die linksfaschistischen Komsomolzen insbesondere vom Linksruck/Marx21 durchgesetzt zu haben.

Auch hier die üblichen demagogischen Reflexe gegen die NATO:

„Deutschland ist für die NATO — und die amerikanische Machtprojektion in Europa und Eurasien — ein wichtiges Glied. Außenminister John Foster Dulles sagte 1946 in der New York Herald Tribune: Deutschland sei “neben der Atombombe die größte politische Macht”, die man gegen die Sowjetunion in Stellung bringen könne. Für die USA war die enge Westanbindung der BRD von äußerster Wichtigkeit. Hierzu wurden sogar für die amerikanischen Interessen gefährliche Politiker in Deutschland abgesägt. So hat Karl J. Brandstetter bereits 1989 dargelegt, welche Rolle die CIA in der Spiegel-Affäre im Jahr 1962 hatte. Franz Josef Strauß war Washington ein Dorn im Auge, da er Deutschland unabhängig zu den USA entwickeln wollte. Eine größere Gefahr für die US-Interessen in Europa war jedoch die Politik de Gaulles. Für den französischen General und Präsidenten war die nationale Souveränität das höchste Gut. Deswegen forcierte de Gaulle den Austritt Frankreichs aus den militärischen Strukturen der NATO — ein kluger Schachzug. Paris blieb so ein Teil der Allianz, jedoch frei von amerikanischen Stützpunkten. In den zivilen Strukturen hatte Frankreich weiter eine Stimme und konnte so den Weg der NATO weiter mitbestimmen. In Washington erregten sich die Gemüter. “Auch befürchtete die amerikanische Regierung, dass de Gaulle das Problem mit Initiativen verschärft hätte, die […] ein schlechtes Beispiel in Bezug auf nationale Unabhängigkeit und militärische Politik geben würde.”“66

Als Siegermacht nach dem 2. Weltkrieg und Weltmacht haben die USA einen enormen Einfluss auf die Deutsche Politik. Die Westintegration der BRD wurde bis auf durch die 1968er Studentenbewegung und in der Anfangsphase der Partei Die Grünen von niemandem ernsthaft angezweifelt. Es ist zwar so, dass nach der Auflösung der Sowjetunion und der Erweiterung der Europäischen Union sich auch die militärische und militärstrategische Lage verändert hat. Auf der anderen Seite sehen offenbar nur Wenige die Notwendigkeit, sich von den US-Amerikanern zu trennen. Die US-Amerikaner ihrerseits versuchen durch politische und militärische Penetration das NATO-Bündnis zu erhalten. Es ist aber eine dominante Strategie für die Mitgliedsstaaten der Europäische Union, die Verteidigungspolitik allein und gemeinsam zu koordinieren. Zum Einen könnte man so eine andere Ausrichtung der eigenen Politik deutlich machen, zum Anderen würde das leidige Abhängigkeiten von US-amerikanischer Politik beenden, die allzu oft negative Auswirkungen auf die Sozial- und Innenpolitik der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben.

Aber David Noack liefert in seinem Artikel nur unrealistische und polemische Forderungen, die im politischen Diskurs nur schädlich für die Europäische Union sind, die dominante Strategie umzusetzen.

„Was wäre nun eine realistische aber auch radikale mittelfristige Perspektive für die PDL? Die Antwort: Ein Austritt aus den militärischen Strukturen der NATO. Den US- und britischen Streitkräften in Deutschland könnte ein Jahr Zeit gegeben werden, das deutsche Territorium zu verlassen. Die Atombomben gilt es sofort abzuziehen. Genau ein Jahr hatten die angelsächsischen Truppen auch 1964 bei de Gaulle. Mit einer klaren Absage an den US-Raketenschild könnten die amerikanischen Interessen in Europa darüber hinaus gestört werden. Außerdem müsste die Anerkennung des Kosovo zurückgenommen und eine Lösung nach dem Hongkong-Modell für die südserbische Region vorgeschlagen werden. Einer NATO-Mitgliedschaft Georgiens ist rundherum abzulehnen. Die deutsche Beteiligung an der NATO-Mission Baltic Air Policing ist ebenfalls zu beenden. Wenn Deutschland die militärischen Strukturen verlässt, könnte die Slowakei schnell folgen. In dem kleinen Land an der Donau ist das Bündnis bis heute sehr unbeliebt. Das gilt für die Bevölkerung, aber auch vor allem für die Regierungskoalition.“67

Solche kindlich-naiven Verlautbarungen helfen in keiner Weise. Man muss sich einfach den Realitäten stellen, dass es ohne die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europäischen Union und ohne die EU-battle groups und eine Europäische Armee keine Möglichkeit gibt, sich unilateral der globalen Vorherrschaft der USA zu entziehen. Deshalb sollte man sich zu außenpolitischen Zusammenhängen nur dann äußern, wenn man auch wirklich etwas davon versteht. Es ist doch kontraproduktiv Wunschträume zu äußern, die man ohnehin nicht umsetzen kann. Damit isoliert sich die Linkspartei nur und verhindert, dass ihre sozialpolitischen Forderungen in einer Koalitionsregierung umgesetzt werden können.

Auch Fabio de Masi äußert in einem Artikel nur hanebüchenen Unsinn über die Europäischen Union. Dazu nutzt er als Aufhänger die Aussagen von Gabi Zimmer:

„Gabi Zimmer betont in ihrem Beitrag zur Programmdebatte DIE LINKE müsse Europa ernst nehmen. Der Vertrag von Lissabon habe der Europäischen Union (EU) eine eigene Rechtspersönlichkeit verliehen. Beides ist richtig. Doch was folgt daraus? Gabi Zimmer meint wir sollten uns nicht am Vertrag von Lissabon oder der Europäischen Wirtschaftsregierung die Zähne ausbeißen. Wichtig sei u.a. das Engagement unserer Europaparlamentarier sowie der vielen lokalen Akteure unserer Partei. DIE LINKE beziehe sich zu stark auf den Nationalstaat und solle vorbehaltlos für die Erweiterung der EU streiten. Ich halte eine solche Strategie für falsch. Sie wird Europa schaden.“68

Die Europäische Union wird in Zukunft noch entscheidender für die Menschen in Europa werden, als sie es ohnehin schon ist. Insofern ist es auch wichtig, Europa ernst zu nehmen. Es ist nicht nur unsinnig, sich am Vertrag von Lissabon die Zähne auszubeißen, es ist auch kontraproduktiv. Das hilft kein Stück weiter, eine andere Sozialpolitik umzusetzen. Und nun äußert sich der nationale Kritiker de Masi reaktionär zur Politik der Europäischen Union.

„Natürlich sollte DIE LINKE für eine europäische Öffentlichkeit streiten. Aber die Proteste gegen den Raubzug der Banken und Regierungen gegen die Bevölkerung oder den Krieg in Afghanistan finden zunächst in Madrid, Athen oder Berlin statt. Die Europaabgeordnete Gabi Zimmer sollte wissen, dass der Satz im Parteiprogramm „Entscheidend für die Durchsetzung eines Politikwechsels ist die bundespolitische Ebene“ auch europapolitisch stimmt. Die wesentlichen Entscheidungen in Brüssel werden nach wie vor von Merkel, Sarkozy, Cameron oder Berlusconi getroffen; das Europäische Parlament hat selbst nach der fünften Vertragsrevision noch immer kein Initiativrecht (mit Ausnahme von Vertragsänderungen, die jedoch der Zustimmung von 27 Mitgliedstaaten bedürfen).“69

Es ist zwar so, dass die Bundespolitik und auch die Landespolitik in den Großstädten sehr entscheidend sind für die europäische Ebene. Auf der anderen Seite wird die Linkspartei mit Positionen derart keinen großen Einfluss gewinnen können, denn mit Polemik gegen die Banken und gegen unabwendbare außenpolitische Entscheidungen macht man nicht den Eindruck einer Solidität in der politischen Elite der Linkspartei, die es erlaubt, dass man hier entscheidende politische Positionen besetzen kann, um die europäische Politik zu beeinflussen. Das gilt selbst im Falle einer Koalitionsregierung mit Beteiligung der Linkspartei auf Bundesebene.

„Die Kopenhagener Kriterien verlangen von Beitrittsländern Marktöffnung. Ungarn, Lettland und Rumänien hängen nunmehr am Tropf von EU und IWF-Krediten, weil ihre übereilte Marktöffnung zu einem massiven Kapitalzufluss bei wachsenden Handelsdefiziten führte.

Eine linke Partei muss Beitritte daran messen, wem sie nützen: In vielen EU-Staaten sowie potentiellen Beitrittsländern gibt es mächtige Industrien, die sich durch einen EU-Beitritt einen besseren Marktzugang erhoffen. Die deutsche Politik hatte seit jeher großes Interesse an der Öffnung der osteuropäischen Märkte. Osteuropa war aufgrund der geographischen Lage natürlicher Absatzmarkt und verlängerte Werkbank für die deutsche Exportindustrie. Deutsche Unternehmen haben sich ebenso in Griechenland eingekauft, während Griechenland wiederum auf den Markteintritt auf dem Balkan hoffte. Den letzten beißen die Hunde.“70

Die Marktöffnung gilt für diese Länder doch ohnehin. Vielmehr gewährleistet die Europäische Union, dass man auch die Produkte der einheimischen Produktion auf den europäischen Markt bringen kann und gewährt gleichzeitig ein hohes Maß an Bürger- und Freiheitsrechten. Das Prinzip „Den letzten beißen die Hunde“ gilt im Kapitalismus ohnehin. Daher sollte sich die Linkspartei beteiligen an der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, an der gemeinsamen Rechts- und Innenpolitik, damit eine gemeinsame Sozialpolitik der Europäischen Union überhaupt möglich wird.

„DIE LINKE hat mit ihrem Nein zum Vertrag von Lissabon und ihrer Kritik an einer Währungsunion ohne wirtschaftspolitische Koordinierung Weitsicht bewiesen. Die Euro-Krise hat uns Recht gegeben, unsere Kritiker hatten Unrecht. Nicht wir sind die Anti-Europäer, sondern Jene, die Politik gegen 490 Millionen Menschen in der EU machen.

Der Vertrag von Lissabon hat die Krise verschärft. Drei Beispiele: Island will als Reaktion auf die Wirtschaftskrise des kleinen Inselstaates dem Euro beitreten. Um die Wirtschaftskrise zu bewältigen hat Island Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. Mit dem Beitritt zur EU müssten diese Kapitalverkehrskontrollen fallen, weil die EU-Verträge sie verbieten. Zweitens, um das Rettungspaket für Griechenland zu schnüren mussten die EU-Mitgliedstaaten gegen die EU-Verträge verstoßen. Denn Hilfen für notleidende Währungspartner sind in den EU-Verträgen ausdrücklich verboten. Die EU erklärte die Krise in Griechenland daher kurzerhand zur Naturkatastrophe. Drittens, Banken verdienen an der Staatsverschuldung, die sie verursacht haben. Sie leihen sich billiges Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) und verleihen es zu Wucherzinsen an Euro-Staaten. Die EU-Verträge verbieten direkte Kredite der EZB an EU-Staaten und schützen somit die Macht der privaten Kapitalmärkte und Spekulanten.“71

Die Kritik am Lissabon-Vertrag durch die Linkspartei war nichts weiter als törichter Unsinn und die regressive Polemik gegen die Währungsunion ist genauso falsch. Man mag zwar behaupten, dass die Mehrheit in den europäischen Parlamenten gegen die Menschen in Europa Politik machen, weil es immer noch keine gemeinsame Sozialpolitik in Europa gibt. Aber es ist doch Unsinn deshalb die Bürger- und Freiheitsrechte des Lissabon-Vertrags und die Konsolidierung der Haushalte der Mitgliedsstaaten abzulehnen. Vielmehr sind solide Haushalte in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union eine Voraussetzung für den Erfolg der Ökonomie und für eine gemeinsame Sozialpolitik. Und antieuropäische Einstellungen gibt es in allen Parteien. Somit reiht sich auch der Artikel von Fabio de Masi ein in regressive Demagogie gegen die Europäische Union, die letztlich der Linkspartei nur schadet und die Europäische Union zersetzt.

Von der kommunistischen Plattform ist man regressive Kritik zu allen möglichen Themen bereits gewohnt. Hier kritisiert in diesem Falle Anton Latzo die NATO:

„Die zentrale und beliebteste Behauptung der offiziellen Geschichte der NATO besagt, daß sie als Verteidigungsbündnis gegenüber der Sowjetunion entstanden ist. Ziel der NATO sei gewesen, der Sowjetunion ein westliches Verteidigungsbündnis entgegenzusetzen.

Damit wird unterstellt, daß die Sowjetunion die westliche Welt bedroht hat. Natürlich war im Vergleich zu der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg ein völlig anderes internationales Kräfteverhältnis entstanden. Die entscheidende Rolle, die die Sowjetunion in der Antihitlerkoalition bei der Zerschlagung des Faschismus spielte, trug wesentlich zur Erhöhung ihrer internationalen Stellung und Ausstrahlung bei. Der antifaschistische Kampf der Völker führte nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer neuen Qualität und zur Stärkung seiner antikapitalistischen Ausrichtung nicht nur in den volksdemokratischen Staaten, sondern auch in Frankreich, Italien, Griechenland usw. Das Kolonialsystem begann zu bröckeln.“72

Natürlich gab es eine Bedrohung für die westliche Welt durch die Sowjetunion. Etwa die Berlin-Blockade und der Februarumsturz in der Tschechoslowakei waren zwei Ereignisse, die diese These untermauern. Man mag zwar sagen, dass etwa der Brüsseler Pakt ebenfalls für die Sowjetunion bedrohlich war, aber man kann nun wirklich nicht sagen, dass nicht auch die Sowjetunion eine Bedrohung für den Westen war, wo es doch unterschiedliche Vorstellungen etwa über die Form der politischen Herrschaft und die Form des Wirtschaftens gab. Selbstverständlich hat auch die Sowjetunion dabei geholfen, die Nationalsozialisten zu besiegen, aber auf der anderen Seite gab es auch unüberwindbare politische Differenzen der Sowjetunion mit Frankreich, Großbritannien, den Benelux-Staaten und den USA. Insofern scheint mir diese Analyse schlicht falsch.

„Dazu diente auch das Bündnis zwischen den USA und Großbritannien, das als Unterbau einen Block europäischer Staaten erhalten sollte. Dessen ideologische und politische Grundlage definierte Winston Churchill am 5. März 1946 in Fulton als „Kreuzzug gegen den Kommunismus.“

Allein schon diese Fakten verdeutlichen, daß eine „Bedrohung aus dem Osten“ eine Inszenierung war, um die Menschen zu verdummen und die eigenen aggressiven Absichten zu verschleiern. Der entfesselte Kalte Krieg und der Verzicht der ehemaligen Verbündeten der UdSSR auf die Verwirklichung des Potsdamer Abkommens machten die positiven Erscheinungen in den gegenseitigen Beziehungen, die sich zwischen Ost und West im Kampf gegen den deutschen Faschismus herausgebildet hatten, zunichte.“73

Von einem Kreuzzug gegen den Kommunismus zu sprechen, bringt natürlich die eigene christliche Ideologie zum Ausdruck, die bei genauerer Betrachtung kaum weniger reaktionär ist, als der Real-Kommunismus selbst. Dass es aber eine reale Bedrohung gab, habe ich gerade dargestellt. Der Kalte Krieg ist also nicht nur vom Westen geführt worden, sondern auch durch die Sowjetunion. Dies zu Bestreiten ist meines Erachtens äußerst dumm.

„Schon im Dezember 1946 proklamierte Truman in einer Botschaft an den USA-Kongreß den Weltherrschaftsanspruch der Vereinigten Staaten: „Wir müssen alle gestehen, daß der Sieg, den wir errungen haben, dem amerikanischen Volk die Bürde der dauernden Verantwortung für die Führung der Welt auferlegt hat.“

Die auf dieser Grundlage erarbeitete Truman-Doktrin, verkündet im März 1947, die im Grunde das Recht der USA auf Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten proklamierte, trug unverhohlen aggressiven Charakter. Sie stellte ein Programm zur Unterstützung der Kräfte der Reaktion in den einzelnen Ländern dar und verfolgte das Ziel, an den Grenzen der UdSSR und der volksdemokratischen Staaten Aufmarschgebiete zu schaffen.“74

Derartige Verlautbarungen, wie sie hier im Zitat von Truman angeführt wurden, gab es doch von Seiten der Sowjetunion ebenfalls zuhauf. Die Gründung des Warschauer Paktes und die Stationierung von Raketen auf Kuba sind doch Beispiele dafür, dass auch die UdSSR versucht haben ihren Weltmachtanspruch geltend zu machen. Insofern wird hier zu einseitig Stellung bezogen für den Sowjetblock. Das ist tendenziös.

„Am 20. Januar 1948 unterbreitete der neue USA-Außenminister J. F. Dulles im außenpolitischen Senatsausschuß den Vorschlag über die Gründung eines militärpolitischen Bündnisses westeuropäischer Staaten auf der Grundlage des Marshall-Plans. Die Höhe der amerikanischen Hilfe für diese Länder sollte von deren Bereitschaft zur Zusammenarbeit bei der Schaffung eines antisowjetischen Blocks abhängig gemacht werden. Am 22. Januar 1948 schlug der britische Außenminister, E. Bevin, vor dem britischen Parlament vor, ein westliches Verteidigungsbündnis zu bilden. Bereits am nächsten Tag gab das USA-Außenministerium eine Erklärung ab, in der dieser Vorschlag gebilligt wurde.“75

Dieses westliche Verteidigungsbündnis ist also durch demokratischen Mehrheitsbeschluss zustande gekommen, während die Sowjetunion allen ihren Satellitenstaaten den Warschauer Pakt gewaltsam aufgezwungen hat. Diesen Unterschied sollte man zur Kenntnis nehmen.

„Schon im März 1948 hat der Nationale Sicherheitsrat der USA das Memorandum Nr. 7 angenommen, in dem es hieß, daß die Zerschlagung der Kräfte des Weltkommunismus für die Sicherheit der USA von lebenswichtiger Bedeutung sei. Als Mittel zur Erreichung dieses Zieles wurde die Schaffung einer breiten antikommunistischen Allianz unter Führung der USA proklamiert.“76

Diese Aussage ist ein Beweis für den US-amerikanischen Bellizismus, der seine Hauptursache in religiöser Ideologie hat. Auf der anderen Seite gab es auch politisch-gesellschaftliche Zersetzungsstrategien durch die Sowjetunion gegen die Länder Westeuropas. Insofern war auch offenbar die sowjetische Strategie, den Gegner zu zerschlagen. Das ist ein Beweis dafür, dass der Real-Kommunismus eine Politische Religion war.

„Parallel zur NATO-Bildung erfolgte auf der Grundlage des Antikommunismus sowie in Verfolgung der Weltherrschaftspläne der USA, assistiert vor allem durch Großbritannien, das seine Kolonien sichern wollte, in den Jahren 1948 bis 1954 die Bildung eines ganzen Systems aggressiver Militärblöcke. Gleichzeitig orientierten sich die USA auf die Erhöhung der Zahl der Militärstützpunkte in verschiedenen Staaten (Frankreich, Marokko, Grönland, Island, Azoren). Dazu gehörte der Vorschlag zur Schaffung des Mittelostkommandos, das neben der Türkei und Griechenland auch die Länder der Arabischen Liga in den südlichen Flügel der NATO eingliedern sollte. Im Fernen Osten schlossen die USA 1951 einen „Vertrag über gegenseitige Verteidigung“ mit den Philippinen ab. Einen Tag später wurde der ANZUS-Pakt abgeschlossen, an dem sich die USA, Neuseeland und Australien beteiligten. Am 8. 9. 1951 wurde der separate Friedensvertrag mit Japan unterzeichnet und gleichzeitig zwischen USA und Japan der Sicherheitspakt abgeschlossen, der die Stationierung amerikanischer Streitkräfte auf Japan regelte.“77

Ja gut. Aber auch die Sowjetunion hatte nicht nur ihren Hegemonialanspruch über Osteuropa geltend gemacht, sondern es gab auch eine Zusammenarbeit des Warschauer Paktes mit China. Offenbar haben die US-Amerikaner und die anderen NATO-Staaten diese Entwicklung geahnt und ihrerseits Sicherheitsvorkehrungen ergriffen.

„Zu der Zeit, als die NATO in der Gründungsphase war, unterbreitete die UdSSR mehrmals konkrete Vorschläge zur Verbesserung des sowjetisch-amerikanischen Verhältnisses und zur Lösung ungelöster internationaler Probleme mittels Verhandlungen. So geschehen auch im Mai 1948, als die UdSSR den USA Verhandlungen über einen weiten Kreis internationaler Fragen angeboten hat. Aber die USA-Regierung lehnte ab.

Zu Beginn des Jahres 1949, als die Vorbereitungen zur Unterzeichnung der Dokumente zur Gründung der NATO einen Höhepunkt erreichten, schlug die Sowjetunion den USA eine öffentliche Deklaration vor, in der sie sich verpflichten sollten, die Lösung von Streitigkeiten nicht durch Kriege herbeizuführen, einen Friedenspakt zu unterzeichnen und mit der schrittweisen Abrüstung zu beginnen. Die Annahme der sowjetischen Vorschläge hätte zu einer wesentlichen Verbesserung des internationalen Klimas führen können. Die erneute Ablehnung durch die USA bewies, daß eine Normalisierung der Lage nicht in ihrer Absicht lag.“78

Es gab auch einen politischen Grund für die Ablehnung. Einerseits natürlich die antikommunistische Ideologie des Westens. Dann die Menschenrechtsverletzungen durch den Stalinismus. Und auch die autoritäre Herrschaftsform in der Sowjetunion. Des weiteren gab es eben eine andere Auffassung davon, wie man die Ökonomie einer Gesellschaft organisiert. Insofern ist die Ablehnung der Zusammenarbeit mit Stalin durch die USA keineswegs als überraschend anzusehen. Damit wurden auch der 1948 verabschiedeten Allgemeine Erklärung der Menschenrechte Rechnung getragen und die Menschenrechtsverletzungen durch den Stalinismus angeprangert.

„Die Entwicklung in den vergangenen 60 Jahren bestätigt, daß die sowjetische Regierung den Nordatlantikpakt völlig richtig eingeschätzt hat. Mit der Bildung der NATO wurde eine imperialistische Gruppierung geschaffen, die durch die USA beherrscht wird und den Interessen der USA entsprechend den Besonderheiten der jeweiligen Periode untergeordnet werden soll.
Die NATO erwies sich als Kernstück des Systems der militärisch-politischen Organisationen der kapitalistischen Welt. Die NATO bestimmt weitgehend die Militärpolitik, die Rüstungen und die Strukturen der bewaffneten Kräfte der Mitgliedstaaten. Neben den militärischen Aspekten der Zusammenarbeit hat sich die NATO zum Hauptinstrument der Koordinierung der Verwirklichung der expansiven Politik der meisten kapitalistischen Großmächte entwickelt.
Internationale Absicherung des kapitalistischen Systems ist Hauptanliegen der NATO. Antikommunismus ist ideologisches Leitprinzip. Die expansive Ausweitung des kapitalistischen Systems bleibt ein Politik bestimmendes Ziel.“79

Nun ja. Man könnte auch behaupten, dass der Zusammenbruch der Sowjetunion und des Warschauer Paktes bewiesen haben, dass die NATO-Staaten und die Länder der westlichen Welt immer schon richtig lagen mit ihrer Einschätzung über die Menschenrechtsverletzungen in der Sowjetunion. Man mag zwar sagen, dass die NATO ein Bündnis ist, das die Macht des US-Imperialismus zementiert hat, aber für die Lebensumstände der Menschen in Deutschland und Europa ist das immer noch besser, als die Unterdrückung durch die Sowjets. Wer sonst, wenn nicht die Länder der NATO selbst, sollten über ihre Militärpolitik, die Rüstungen und die Strukturen ihrer Armeen bestimmen? Das ist nun einmal in demokratischen Regimen so, dass das Volk seine Geschicke selbst leitet. Man kann zwar die Politik der NATO kritisieren, aber diese Form der Kritik hätten die Kommunisten in der UdSSR an sich und am Warschauer Pakt nie und nimmer so einfach zugelassen. Insofern profitiert mit Anton Latzo ein Altstalinist vom demokratischen Diskurs.

An dieser Stelle bietet Herr Latzo also eine Polemik als Schluss seiner Ausführungen an. Das ist nicht die Logik. Das ist damit auch nicht wissenschaftlich. Und Kommunismus ist bei Marx und Engels eben logisch begründet. Das war im Real-Kommunismus aber eben auch nicht der Fall. Deshalb ist er auch zurecht gescheitert.

Man könnte auch sagen, dass das Scheitern des Real-Kommunismus und die Demokratie als Staatsform, den Kommunismus, so wie ihn Marx und Engels historisch begründet haben, überhaupt erst ermöglichen. Anton Latzo ist ein unerträglicher Geschichtsrevisionist, der hier die gesamte politische Linke in Misskredit bringt und einer Ideologie nachtrauert, die inhuman und verbrecherisch ist. Das ist unerträglich!

Auch wird durch die Kommunistische Plattform konsequent die Politik des Reformerflügels der Linkspartei diskreditiert und konterkariert. Hier wird als Beispiel angeführt ein Antrag, der von Abgeordneten der GUE/NGL mit unterstützt und initiiert wurde:

„Am 10. März 2011 behandelte das Europäische Parlament einen gemeinsamen Entschließungsantrag „Zu den südlichen Nachbarländern der EU, insbesondere Libyen“ aller Fraktionen mit Ausnahme der konföderalen Fraktion GUE/NGL. Gemeinsam mit zwei weiteren Abgeordneten der Fraktion GUE/NGL hast Du diesen Antrag, der die Forderung der nach der Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen einschließt, mit eingereicht.

Dies widerspricht den jüngsten Erklärungen aus den Reihen unserer Partei. Dies widerspricht den in der LINKEN geltenden friedenspolitischen Prinzipien. Dies ist eine Zustimmung zu einem möglichen Krieg der NATO. Man muss Gaddafi nicht mögen, um NATO-Kriege prinzipiell abzulehnen.“80

In diesem Entschließungsantrag wird nichts anderes getan, als sich mit der Bevölkerung der Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens solidarisch zu erklären, die Menschenrechtsverletzungen anzuprangern, Gewalt verurteilt, zur Humanität angemahnt, Unterstützung für autoritäre Regime verurteilt (womit sich die EU sogar selbst kritisiert) und Krieg gegen Lybien abgelehnt. Das alles ist in jedem Falle vereinbar mit dem Parteiprogramm der Linkspartei. Was die Kommunistische Plattform hier behauptet ist schlicht die Unwahrheit.
Für eine Lüge der Kommunistischen Plattform wird hier Lothar Bisky diskreditiert:

„Du bist in einer verantwortungsvollen Position, und wir nehmen daher Deinen Alleingang sehr ernst, auch wenn Du mittlerweile ebenso eine Erklärung von Teilen der Delegation der LINKEN unterzeichnet hast, in der jede militärische Intervention in Libyen abgelehnt wird.

Letztlich aber stimmtest Du im Europäischen Parlament – wenngleich als einziger aus der Delegation der LINKEN – dem Entschließungsantrag „Zu den südlichen Nachbarländern der EU, insbesondere Libyen“ zu.

Dein zwiespältiges Verhalten ist für uns ein Grund mehr, in der Programmdebatte für den Erhalt der in der Partei geltenden friedenspolitischen Prinzipien zu kämpfen.“81

Das ist doch kein Alleingang. Letztlich ist dieser Entschließungsantrag doch völlig konform mit dem, was die Linkspartei auch in ihrem Programm beschlossen hat. Lothar Bisky hat also eine Mehrheit für seine Politik in der Partei. Außerdem ist doch die Entscheidung, nicht militärisch in Lybien zu intervenieren Teil des Entschließungsantrages unter Punkt 7.82 Letztlich ist diese Kritik damit nichts weiter als Bösartigkeit. Diesen Text übernimmt auch die Sozialistische Linke vollständig von der Kommunistischen Plattform. Insofern zeigt sich hier, dass es personelle Überschneidungen zwischen allen extremistischen Strömungen in der Linkspartei gibt.

Letztlich lässt sich meines Erachtens der logische Schluss fassen, dass die innerparteilichen Zusammenschlüsse Antikapitalistische Linke, Sozialistische Linke, Marx21, Kommunistische Plattform und die Sozialistische Alternative Voran alle die reaktionären außenpolitischen Leitlinien des Sowjetblocks weiterbetreiben. Ich ziehe daraus den logischen Schluss, dass dies alles Komsomole der alten KPdSU waren und sind, die durch den KGB und das MfS gesteuert und finanziert wurden. Heute nähert man sich der Agitpropaganda der islamistischen Regime an. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Linkspartei versucht, die anderen Fraktionen mit außenpolitischen Positionen der russischen Kommunisten und der autoritären islamistischen Regime zu erpressen, anstatt hier eine Zusammenarbeit zwischen NATO und Russland zu forcieren, um durch internationale Friedensmissionen Kriege und Konflikte friedlich beizulegen.

Ich gehe daher davon aus, dass es die Professoren Elmar Altvater, Norman Paech, Anton Latzo, Frank Deppe, Bodo Zeuner, Borgit Mahnkopf und andere Professoren aus Linkspartei und DKP sind, die diese Komsomole anleiten und bereits vor der Wende angeleitet haben. Meiner Ansicht nach sind und waren sie damit alle Handlanger der Stasi und des KGB. Insofern habe ich für diese Leute nichts als Verachtung übrig. Sie sind bornierte Ideologen, die unsere Sicherheit gefährden, linientreu zum KGB und zum Warschauer Pakt bis zuletzt. Deshalb hielte ich es auch für richtig, diesen Personen kein Podium mehr zu gewähren und sie gegebenenfalls aus der Partei auszuschließen.

  1. Siehe hierzu: Hintzmann, Karsten: Gregor Gysi greift nach einer SPD-Domäne, in: welt.de vom 25. August 2005, online unter: http://www.welt.de/print-welt/article161019/Gregor-Gysi-greift-nach-einer-SPD-Domaene.html
  2. Volland, Manfred: 60 Jahre NATO sind genug. Für eine europäische Friedensordnung., Mahnung und Aufruf der europäischen Friedenskonferenz, in: isor-sozialverein.de vom 19. März 2009, online unter: http://www.isor-sozialverein.de/Reden%20&%20Aufs%E4tze/60%20Jahre%20NATO%20sind%20genug_0409.htm
  3. Volland, Manfred: 60 Jahre NATO sind genug. Für eine europäische Friedensordnung., Mahnung und Aufruf der europäischen Friedenskonferenz, in: isor-sozialverein.de vom 19. März 2009, online unter: http://www.isor-sozialverein.de/Reden%20&%20Aufs%E4tze/60%20Jahre%20NATO%20sind%20genug_0409.htm
  4. Volland, Manfred: 60 Jahre NATO sind genug. Für eine europäische Friedensordnung., Mahnung und Aufruf der europäischen Friedenskonferenz, in: isor-sozialverein.de vom 19. März 2009, online unter: http://www.isor-sozialverein.de/Reden%20&%20Aufs%E4tze/60%20Jahre%20NATO%20sind%20genug_0409.htm
  5. Volland, Manfred: 60 Jahre NATO sind genug. Für eine europäische Friedensordnung., Mahnung und Aufruf der europäischen Friedenskonferenz, in: isor-sozialverein.de vom 19. März 2009, online unter: http://www.isor-sozialverein.de/Reden%20&%20Aufs%E4tze/60%20Jahre%20NATO%20sind%20genug_0409.htm
  6. Volland, Manfred: 60 Jahre NATO sind genug. Für eine europäische Friedensordnung., Mahnung und Aufruf der europäischen Friedenskonferenz, in: isor-sozialverein.de vom 19. März 2009, online unter: http://www.isor-sozialverein.de/Reden%20&%20Aufs%E4tze/60%20Jahre%20NATO%20sind%20genug_0409.htm
  7. Volland, Manfred: 60 Jahre NATO sind genug. Für eine europäische Friedensordnung., Mahnung und Aufruf der europäischen Friedenskonferenz, in: isor-sozialverein.de vom 19. März 2009, online unter: http://www.isor-sozialverein.de/Reden%20&%20Aufs%E4tze/60%20Jahre%20NATO%20sind%20genug_0409.htm
  8. Volland, Manfred: 60 Jahre NATO sind genug. Für eine europäische Friedensordnung., Mahnung und Aufruf der europäischen Friedenskonferenz, in: isor-sozialverein.de vom 19. März 2009, online unter: http://www.isor-sozialverein.de/Reden%20&%20Aufs%E4tze/60%20Jahre%20NATO%20sind%20genug_0409.htm
  9. Volland, Manfred: 60 Jahre NATO sind genug. Für eine europäische Friedensordnung., Mahnung und Aufruf der europäischen Friedenskonferenz, in: isor-sozialverein.de vom 19. März 2009, online unter: http://www.isor-sozialverein.de/Reden%20&%20Aufs%E4tze/60%20Jahre%20NATO%20sind%20genug_0409.htm
  10. Volland, Manfred: 60 Jahre NATO sind genug. Für eine europäische Friedensordnung., Mahnung und Aufruf der europäischen Friedenskonferenz, in: isor-sozialverein.de vom 19. März 2009, online unter: http://www.isor-sozialverein.de/Reden%20&%20Aufs%E4tze/60%20Jahre%20NATO%20sind%20genug_0409.htm
  11. Volland, Manfred: 60 Jahre NATO sind genug. Für eine europäische Friedensordnung., Mahnung und Aufruf der europäischen Friedenskonferenz, in: isor-sozialverein.de vom 19. März 2009, online unter: http://www.isor-sozialverein.de/Reden%20&%20Aufs%E4tze/60%20Jahre%20NATO%20sind%20genug_0409.htm
  12. Volland, Manfred: 60 Jahre NATO sind genug. Für eine europäische Friedensordnung., Mahnung und Aufruf der europäischen Friedenskonferenz, in: isor-sozialverein.de vom 19. März 2009, online unter: http://www.isor-sozialverein.de/Reden%20&%20Aufs%E4tze/60%20Jahre%20NATO%20sind%20genug_0409.htm
  13. Siehe hierzu: Schölzel, Arnold: NATO bedeutet Tod, in: jungewelt.de vom 15. Juli 2011, online unter: https://www.jungewelt.de/2011/07-15/055.php
  14. Siehe hierzu: Frank, Michael: Linke Solidarität mit Syrien und Iran?, in: michael-frank.eu vom 30. Januar 2012, online unter: https://www.michael-frank.eu/Essays/2012-01-30-Linke-Solidaritaet-mit-Syrien-und-Iran.pdf
  15. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  16. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  17. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  18. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  19. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  20. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  21. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  22. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  23. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  24. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  25. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  26. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  27. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  28. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  29. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  30. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  31. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  32. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  33. Gehrcke, Wolfgang/Pflüger, Tobias: NATO bedeutet Krieg. Deshalb: Nein zur neuen NATO-Strategie!, Information zur neuen NATO Strategie und Bericht über die Aktionen der Friedensbewegung aus Anlass des NATO-Gipfels in Lissabon vom 19. – 21.11.2010, in: antikapitalistische-linke.de vom 06. Dezember 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/326.nato-bedeutet-krieg-deshalb-nein-zur-neuen-nato-strategie.html
  34. Dagdelen, Sevim: Die NATO muß aufgelöst werden, Impulsreferat »Frieden schaffen ohne Waffen« von Sevim Dagdelen auf dem Linke-Programmkonvent in Hannover, in: antikapitalistische-linke.de vom 10. November 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/315.die-nato-muss-aufgeloest-werden.html
  35. Dagdelen, Sevim: Die NATO muß aufgelöst werden, Impulsreferat »Frieden schaffen ohne Waffen« von Sevim Dagdelen auf dem Linke-Programmkonvent in Hannover, in: antikapitalistische-linke.de vom 10. November 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/315.die-nato-muss-aufgeloest-werden.html
  36. Dagdelen, Sevim: Die NATO muß aufgelöst werden, Impulsreferat »Frieden schaffen ohne Waffen« von Sevim Dagdelen auf dem Linke-Programmkonvent in Hannover, in: antikapitalistische-linke.de vom 10. November 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/315.die-nato-muss-aufgeloest-werden.html
  37. Dagdelen, Sevim: Die NATO muß aufgelöst werden, Impulsreferat »Frieden schaffen ohne Waffen« von Sevim Dagdelen auf dem Linke-Programmkonvent in Hannover, in: antikapitalistische-linke.de vom 10. November 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/315.die-nato-muss-aufgeloest-werden.html
  38. Dagdelen, Sevim: Die NATO muß aufgelöst werden, Impulsreferat »Frieden schaffen ohne Waffen« von Sevim Dagdelen auf dem Linke-Programmkonvent in Hannover, in: antikapitalistische-linke.de vom 10. November 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/315.die-nato-muss-aufgeloest-werden.html
  39. Dagdelen, Sevim: Die NATO muß aufgelöst werden, Impulsreferat »Frieden schaffen ohne Waffen« von Sevim Dagdelen auf dem Linke-Programmkonvent in Hannover, in: antikapitalistische-linke.de vom 10. November 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/315.die-nato-muss-aufgeloest-werden.html
  40. Dagdelen, Sevim: Die NATO muß aufgelöst werden, Impulsreferat »Frieden schaffen ohne Waffen« von Sevim Dagdelen auf dem Linke-Programmkonvent in Hannover, in: antikapitalistische-linke.de vom 10. November 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/315.die-nato-muss-aufgeloest-werden.html
  41. Dagdelen, Sevim: Die NATO muß aufgelöst werden, Impulsreferat »Frieden schaffen ohne Waffen« von Sevim Dagdelen auf dem Linke-Programmkonvent in Hannover, in: antikapitalistische-linke.de vom 10. November 2010, online unter: http://www.antikapitalistische-linke.de/article/315.die-nato-muss-aufgeloest-werden.html
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  60. Colson, Nicole: Angst darf kein Grund sein, unsere Rechte zu unterminieren, in: marx21.de vom 05. Mai 2013, online unter: http://marx21.de/content/view/1923/32/
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  65. „Kein Frieden mit der NATO – Die NATO als Waffe des Westens“: Broschüre zur Mobilisierung gegen den NATO-Gipfel, Herausgeber: Informationsstelle Militarisierung e.V., in: imi-online.de, online unter: http://imi-online.de/download/webversion-imi-nato.pdf
  66. Noack, David: Die NATO auflösen? Gute Idee! Nur an der Umsetzung wird es scheitern., in: sozialistische-linke.de vom 08. Juni 2010, online unter: http://www.sozialistische-linke.de/politik/programm/debatte/frieden-a-internationales/96-die-nato-aufloesen-gute-idee-nur-an-der-umsetzung-wird-es-scheitern
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  68. De Masi, Fabio: Wer Europa retten will, muss es neu gründen!, in: sozialistische-linke.de vom 27. Oktober 2010, online unter: http://www.sozialistische-linke.de/politik/programm/debatte/frieden-a-internationales/163-wer-europa-retten-will-muss-es-neu-gruenden
  69. De Masi, Fabio: Wer Europa retten will, muss es neu gründen!, in: sozialistische-linke.de vom 27. Oktober 2010, online unter: http://www.sozialistische-linke.de/politik/programm/debatte/frieden-a-internationales/163-wer-europa-retten-will-muss-es-neu-gruenden
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  72. Latzo, Anton: Auf dem Weg zur NATO – Mythos und Wahrheit, Mitteilungen der Kommunistischen Plattform, April 2009, in: die-linke.de, online unter: http://www.die-linke.de/partei/zusammenschluesse/kommunistischeplattformderparteidielinke/mitteilungenderkommunistischenplattform/detail/archiv/2009/april/zurueck/archiv-2/artikel/auf-dem-weg-zur-nato-mythos-und-wahrheit/
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  74. Latzo, Anton: Auf dem Weg zur NATO – Mythos und Wahrheit, Mitteilungen der Kommunistischen Plattform, April 2009, in: die-linke.de, online unter: http://www.die-linke.de/partei/zusammenschluesse/kommunistischeplattformderparteidielinke/mitteilungenderkommunistischenplattform/detail/archiv/2009/april/zurueck/archiv-2/artikel/auf-dem-weg-zur-nato-mythos-und-wahrheit/
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  79. Latzo, Anton: Auf dem Weg zur NATO – Mythos und Wahrheit, Mitteilungen der Kommunistischen Plattform, April 2009, in: die-linke.de, online unter: http://www.die-linke.de/partei/zusammenschluesse/kommunistischeplattformderparteidielinke/mitteilungenderkommunistischenplattform/detail/archiv/2009/april/zurueck/archiv-2/artikel/auf-dem-weg-zur-nato-mythos-und-wahrheit/
  80. „Alleingang Lothar Bisky’s im Europäischen Parlament“, Brief der Kommunistischen Plattform an Lothar Bisky zur Libyen-Resolution des Europäischen Parlaments, in: die-linke.de vom 10. März 2011, online unter: http://www.die-linke.de/index.php?id=7711
  81. „Alleingang Lothar Bisky’s im Europäischen Parlament“, Brief der Kommunistischen Plattform an Lothar Bisky zur Libyen-Resolution des Europäischen Parlaments, in: die-linke.de vom 10. März 2011, online unter: http://www.die-linke.de/index.php?id=7711
  82. Siehe hierzu: GEMEINSAMER ENTSCHLIESSUNGSANTRAG zu den südlichen Nachbarländern der EU, insbesondere Libyen, einschließlich humanitärer Aspekte, in: europa.eu vom 09. März 2011, online unter: http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+MOTION+P7-RC-2011-0169+0+DOC+XML+V0//DE

Hartz4 und die Charta der Grundrechte der Europäischen Union

In diesem kurzen Artikel möchte ich mich mit dem Zusammenhang der deutschen Sozialgesetzgebung, sprich den Hartz-Gesetzen und der Grundrechtecharta der Europäischen Union beschäftigen. Dies tue ich, weil ich der Auffassung bin, dass einige Regelungen, die das SGB bislang enthält und die bisherige Praxis durch die Jobcenter gegen die Prinzipien der Charta der Grundrechte der Europäischen Union verstoßen und damit einen rechtswidrigen Eingriff in die Grundrechte der europäischen BürgerInnen darstellen. Möglicherweise ergibt sich dadurch eine Notwendigkeit für den Gesetzgeber, diese Fehler abzustellen.

Eine gemeinsame europäische Sozialpolitik gibt es bisher nicht. Die Sozialpolitik der Mitgliedsstaaten bleibt aber davon unberührt. Eine Gesellschaft und Ökonomie ist dann wettbewerbsfähig, wenn alle Bürger auf höchstem Niveau versorgt sind und der Konsum stabil bleibt. Die Sicherheit des Humankapitals ist in einer modernen Ökonomie untrennbar mit der Sicherheit des Investitionskapitals verbunden. Insofern gilt es für die Mitgliedsstaaten der EU, die soziale Sicherheit und soziale Teilhabe der BürgerInnen in jeder Lebenssituation zu gewährleisten.

Aus den Grundrechten, die in der „Charta der Grundrechte der Europäischen Union“ festgelegt wurden, etwa aus Art. 1 (Würde des Menschen), Art. 14 (Recht auf Bildung), Art. 15 (Berufsfreiheit und Recht zu arbeiten), Art. 17 (Eigentumsrecht), Art. 21 (Nichtdiskriminierung), Art. 27 (Recht auf Unterrichtung und Anhörung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Unternehmen), Art. 34 (Soziale Sicherheit und soziale Unterstützung) und Art. 36 (Zugang zu Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichen Interesse)1 kann man auch ein Sozialstaatsgebot ableiten, wo doch etwa auch das Bundesverfassungsgericht die Verfassungswidrigkeit etwa der Hartz-Gesetze auch aus Art. 1 GG und Art. 20 GG, der Menschenwürde und dem Sozialstaatsgebot ableitet.2 Aus den Werten der Menschenrechte, wie sie bereits in der Präambel der EU-Grundrechtscharta genannt werden, ließe sich das Sozialstaatsgebot ebenso locker begründen, wie aus Art. 34 der „Charta der Grundrechte der Europäischen Union“. Artikel 34 der EU-Grundrechtscharta ist meines Erachtens gar noch weitreichender und detaillierter als Art. 20 GG.

Sieht man sich Art. 5 Abs. 2 und Art. 15 Abs. 1 und Abs. 2 der Charta der Grundrechte der EU genau an, so darf man die bisherige Praxis der 1-Euro-Jobs doch als gegen die Menschenwürde gerichtete Pflichtarbeit betrachten, ebenso wie die Hartz4-Maßnahmen. Bei Blick auf Art. 17 Abs. 1, Art. 21 Abs. 1 und Art. 34 würde ich die Hartz4-Sanktionen als verfassungswidrig betrachten. Außerdem wären die Vereinbarkeit der Vermittlungsgutscheine mit Art. 29 zu prüfen.

Ich komme daher zu folgendem Fazit: Durch die neuen Prinzipien, die die Grundrechtecharta der Europäischen Union festlegt, könnten bestehende Praktiken und Maßnahmen der Jobcenter hinfällig werden. Dabei wären zu nennen: Erstens die Praxis der 1-Euro-Jobs und der Hartz4-Maßnahmen, sprich der Zwang zu gemeinnütziger Arbeit und Zweitens die Praxis der Sanktionen bei Pflichtverstößen. Vielleicht lohnen sich sogar Klagen gegen Hartz4 vor dem EuG oder dem EuGH.

  1. Charta der Grundrechte der Europäischen Union, in: Amtsblatt der Europäischen Union, 53. Jahrgang vom 30. März 2010, online unter: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:C:2010:083:0389:0403:DE:PDF
  2. BVerfG, 1 BvL 1/09 vom 9.2.2010, Absatz-Nr. (1 – 220), online unter: http://www.bverfg.de/entscheidungen/ls20100209_1bvl000109.html

Karl-Marx-Institut gegründet

Soeben haben wir das Karl-Marx-Institut gegründet. Es handelt sich hierbei um ein wissenschaftliches Forschungsinstitut von Mitgliedern und SympathisantInnen der Partei DIE LINKE. Ziel ist es, valide Informationen für die parteipolitische Arbeit zu generieren und dabei die MandatsträgerInnen der Linkspartei und anderer linker Parteien bei der Entscheidungsfindung innerhalb des politischen Systems zu unterstützen und bei der Argumentation Hilfestellungen anzubieten.

Die Themenschwerpunkte liegen insbesondere in den Bereichen Außenpolitik, Europapolitik, Innenpolitik, Bildungspolitik, Wirtschaftspolitik und Kommunalpolitik. Wir sind jedoch für weitere Themenfelder offen und werden auch sukzessiv Publikationen aus verwandten Wissenschaftsgebieten, etwa der Sozialwissenschaft, der Wirtschaftswissenschaft, der Militärwissenschaft, der Kulturwissenschaft und der Philosophie anbieten.

Dabei soll die Zielstellung sein, dass nicht nur für den parteiinternen Diskurs und die Außendarstellung der Linkspartei Publikationen generiert werden, sondern im Gegenteil eine generalisierbare wissenschaftliche Forschung angeboten wird, die generell auch für Mitglieder anderer Parteien Informationen liefert, die für eine Entscheidungsfindung als Spieler im politischen System relevant und nützlich sind. Der Anspruch ist also, eher Publikationen anzubieten, deren Abstraktionsgrad als enorm hoch einzustufen ist und eine weitestgehend ideologiefreie wissenschaftliche Analyse beinhalten, anstatt Sachbücher, politischen Journalismus oder Publikationen, in denen lediglich eine politische Verlautbarung, eine weltanschauliche Haltung oder eine politische Tendenz zum Ausdruck kommt.

Dazu werden wir Publikationen in verschiedenen Formen zur Verfügung stellen. Zum einen Aufsätze und Essays, die ein Thema auf wenigen Seiten bearbeiten, aber dennoch Quellenangaben beinhalten und bei denen mit wissenschaftlichen Methoden gearbeitet wird. Des weiteren wissenschaftliche Fachartikel zu politischen Themengebieten, die auf mindestens etwa 10 Seiten etwas ausführlicher und tiefgründiger dargestellt werden. Und zum Dritten Monografien, die sich äußerst Komplex mit einem Forschungsgegenstand beschäftigen.

Dabei arbeiten wir mit parteiinternen Strömungen zusammen, insbesondere mit der Emanzipatorischen Linken, dem Forum Demokratischer Sozialismus, der Humanistischen Plattform und der Progressiven Linken. Veröffentlichungen, deren Umfang zu gering sind oder eher politische Erklärungen beinhalten, als eine wissenschaftliche Untersuchung, werden wir daher an diese Strömungen weiterleiten, damit sie dennoch im parteiinternen Diskurs Gehör finden können. Das gilt auch und insbesondere für Sachbücher, Autobiografien, politischen Journalismus und weltanschauliche Literatur. Das ist nicht als eine negative Wertung zu verstehen, sondern eher als eine genaue Trennung zwischen den Aufgabenbereichen, die auf der einen Seite eine Partei, auf der anderen Seite ein wissenschaftliches Forschungsinstitut zu leisten haben.

Mitglieder und SympathisantInnen der Linkspartei sind daher herzlich dazu eingeladen, rege mitzuarbeiten. Wir können Veröffentlichungen sowohl auf dem Server des Institutes bereitstellen, als auch Verlinkungen auf Verlage, Webseiten, Universitäten oder Bibliotheken vornehmen. Für Autoren kann ein Autorenprofil angelegt werden, das auch eine Werkauflistung, einen Lebenslauf und Verlinkungen auf eine Homepage enthalten kann.