Aufruf für eine Humanistische Plattform

Wir haben die „Humanistische Plattform“ ins Leben gerufen. Wir sind Mitglieder und SympathisantInnen der Partei DIE LINKE. die sich als Humanistinnen und Humanisten verstehen oder humanistischen Gedanken aufgeschlossen gegenüberstehen. Die „Humanistische Plattform“ soll ein Forum für diejenigen sein, die sich zu diesem Thema informieren und äußern wollen oder auf diese Weise in den Diskurs der Linkspartei eingreifen wollen.

Humanismus ist freilich durchaus eine bekannte Ethik. Fast Jede und Jeder kann sich darunter irgendetwas vorstellen oder verbindet Werte damit, die in der Tradition der Aufklärung stehen und für eine tolerante Gesellschaft wichtig sind. Humanismus hebt sich von religiöser Ethik insbesondere durch die Tatsache ab, dass die Freiheit, die Menschenwürde und die Individualität im Zentrum humanistischer Wertevorstellungen stehen und dadurch, dass zur Gewaltlosigkeit und Toleranz angemahnt wird.

Das ist sowohl mit der marxistischen Tradition, als auch mit den sozialistischen und auch kommunistischen Wurzeln der Linkspartei durchaus vereinbar, denn zum Einen war Karl Marx eben nicht nur ein Jude, sondern auch ein atheistischer Humanist, zum Anderen ist der „Demokratische Sozialismus“ eine Wertevorstellung für eine Gesellschaft, die zumindest die Kenntnis und Auseinandersetzung mit humanistischer Ethik voraussetzt. Auch für die kommunistische Theorie, so wie Karl Marx und Friedrich Engels sie logisch begründet haben, ist Humanismus eben gerade die Ethik, die überhaupt erst die Möglichkeit des Philosophierens frei von religiösen Dogmen eröffnet hat.

Wir wollen hier zum Einen philosophische Aufsätze und Essays veröffentlichen, in denen wir uns mit Humanismus beschäftigen, zum Anderen aktuelle politische Entscheidungen auf ihre Vereinbarkeit mit den Werten des Humanismus und der Aufklärung überprüfen. Dabei sollen sowohl religiöse Dogmen in Frage gestellt werden, als auch Normen und Werte vermittelt, die Mitgliedern und SympathisantInnen der Linkspartei und der gesamten politischen Linken dabei helfen sollen, sich im politischen Denken und Handeln friedlich und gewaltfrei orientieren zu können. SympathisantInnen sind herzlich eingeladen, am Diskurs teilzunehmen oder ihre Werke hier zu veröffentlichen.

Aufruf für eine Progressive Linke

Hiermit wird eine neue politische Strömung in der Partei DIE LINKE. gegründet. Wir sind linke SozialdemokratInnen, demokratische SozialistInnen, HumanistInnen und fortschrittsorientierte Linke, die sich zusammengefunden haben, um die Partei DIE LINKE. mitzugestalten.

Unsere Politik ist demokratisch und sozialistisch. Wir wehren uns gegen autoritäre Machtstrukturen und die herrschende Ideologie des Neoliberalismus. Dabei ist Demokratie für uns nur Mittel zum Zweck, um eine Gesellschaft zu formen, in der die Humanität, die Individualität und die Gleichheit aller Menschen Normalität sind, und niemals die ewig gültige ultima ratio.

Wir wehren uns gegen religiöse Dogmen und das Patriarchat. Religiöse Ethik ist ein Mittel der elitären Herrschaft, die wir überwinden wollen. Damit stehen wir in marxistischer Tradition.

Wir sind konsequent für den sozial-ökologischen Umbau in Wirtschaft und Gesellschaft. Kapitalismus ist ein faschistisches und antidemokratisches Wirtschaftssystem, das wir zugunsten einer solidarischen Ökonomie überwinden wollen, in der eine moderne Umweltpolitik betrieben wird. Die Wirtschaft muss allen Menschen dienen und nicht nur den Kapitalisten.

Wir wollen die Gleichstellung der Geschlechter in allen gesellschaftlichen Teilbereichen durchsetzen und wenden uns dabei gegen feministische und patriarchale Rollenmuster und Machtstrukturen.

Im Internationalen System wollen wir unserer Verantwortung für Friedenssicherung gerecht werden. Dabei wehren wir uns gegen imperiale Kriege und gegen inhumanes militärisches Vorgehen. Auf der anderen Seite unterstützen wir aber friedenssichernde, friedenserhaltende und friedenserzwingende militärische Maßnahmen der UNO dort, wo sie dem Ziel dienen, Menschen überall auf der Welt zu helfen, ihre physische, soziale und ökonomische Existenz zu sichern. Damit wollen wir die Menschenrechte auf Leben und soziale Teilhabe verwirklichen.

Pazifismus und Friedenspolitik heißt für uns, dass wir eben nicht blauäugig sind gegenüber militärischen Gefahren, sondern eine rationale, defensive, humanitäre und diplomatische Außen- und Verteidigungspolitik betreiben, die unseren Frieden sichert und zum Weltfrieden beiträgt.

Wir sind konsequent für ein starkes Europa und wollen den Prozess der Europäischen Einigung unterstützen. Dazu gehört die Zustimmung zum Vertrag von Lissabon, zur gemeinsamen Rechtspolitik, zur gemeinsamen Innenpolitik, zur gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, zum Europäischen Stabilitätsmechanismus und zum Europäischen Fiskalpakt.

Wir sind antifaschistisch, setzen uns für freie Bildung und die Rechte von jungen Menschen ein.

Wir wollen einen starken Sozialstaat, der in Zukunft europäisch koordiniert werden soll. Das ist Teil unseres internationalistischen Selbstverständnisses. Wir wollen die Integration von MigrantInnen fördern und gesellschaftliche Verhältnisse schaffen, in der die Menschenrechte gewahrt werden und Jede und Jeder in dieser Gesellschaft seinen Lebensentwurf individuell und sorglos gestalten kann.

Für eine progressive linke Strömung! Für eine progressive Partei DIE LINKE.!

For a Progressive Left

Now we have founded a new political group within the European Left. We are left social democrats, democratic socialists, humanists and anti-authoritarian leftists, who want to form and improve the European Left and the European Union.

Our policy is democratic and socialistic. We refuse to accept authoritarian power structures and the dominant ideology of our times: neoliberalism. At the same time, democracy for us is just a means to an end, to form a society, in which humanity, individualism and equality of all people is normality, and never the eternal ultima ratio.

We oppose religious dogmas and the patriarchat. Religious ethics for us is an instrument for elitist leadership, which we want to end. Thereby we are in the Marxist tradition.

We are consequently for a social-ecological change of our economy and society. Capitalism is a fascistic and anti-democratic economic system, which we want to end to the benefit of a solidary economy, in which a modern environmental policy is practised. The economy has to serve all the people and not just the capitalists.

Within the International System, we want to assume responsibility for implementing peace. We refuse to take part in imperial wars and we are against inhuman military measures. On the other side we support measures of peacekeeping and peace enforcement by the United Nations, when they are aimed for helping people all over the world, to secure their physical, social and economical existence. That is the way we implement the human rights to life and social security.

Pacifism and policy of peace for us means, that we are not naive relating to military dangers, but practising a rational, defensive, humanitarian and diplomatic foreign policy and defense policy, to keep our peace and make contribution to world peace.

We are consequently for a strong Europe and want to support the process of the European Integration. This means the acceptance of the Lisbon Treaty, the common legal policy, the common domestic policy, the Common Security and Defence Policy, the European Stability Mechanism and the European Fiscal Compact.

We are antifascists, support free education and the rights of young people.

We want a strong welfare state, which has to be coordinated by the European Union in the future. This is part of our internationalist identity. We want to support the integration of immigrants and to form a society, in which human rights are respected and everybody has the opportunity to live his life individual and without any worries.

For a Progressive Left! For a Progressive European Left Party!

Zum Abstimmungsverhalten des Bundestags über den Einsatz von Patriot-Abwehrraketen in der Türkei

Am 14. Dezember 2012 hat die CDU/FDP-Bundesregierung mit Unterstützung der übergroßen Mehrheit der SPD und der Grünen den Einsatz von Patriot-Flugabwehrraketen in der Türkei durch die Deutsche Bundeswehr beschlossen.

Ich habe meine Einschätzung zu dieser Thematik in einem Fachartikel bereits geäußert:

„Letztlich ist der schwarz-gelben Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel hier bei dieser Entscheidung nichts, aber auch gar nichts vorzuwerfen. Die Entscheidung der Bundesregierung erfährt daher meine volle Unterstützung.

Es zeigt sich an dieser Thematik doch ganz eindeutig: Solange DIE LINKE. nicht bereit ist, die Sicherheitsinteressen der deutschen Bevölkerung und der Bevölkerung der Europäischen Union und ihrer Bündnispartner bei ihrer politischen Positionierung zumindest zu berücksichtigen und militärische Schutzmaßnahmen gegen die islamistischen Regime Irans und Syriens mit zu unterstützen, ist sie für eine Koalitionsbildung auf Bundesebene kein verlässlicher Partner.

Deshalb würde ich zu folgender Einschätzung über die Haltung der Linkspartei in dieser politischen Entscheidung kommen: Wenn DIE LINKE. in der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik bereit wäre, etwa den Weg zu gehen, den Die Grünen beschritten haben, also von radikal-pazifistischen Positionen Abstand zu nehmen und stattdessen zumindest militärische Verteidigungsmaßnahmen für die Europäische Union zu unterstützen, hat sie ebenso wie die Grünen ein Potential von 15-20 % bundesweit. Bleibt sie hier bei einer Gutmenschenhaltung, so steht sie langfristig nutzlos im Abseits, unabhängig von Wahlerfolgen.

Gutmenschen sind autoritäre Persönlichkeiten. Und ich bleibe dabei: Wer sich als „links“ und als Sozialist bezeichnet und nicht einmal bereit ist, sich und seine Verbündeten mit Verteidigungswaffen zu schützen, wenn feindliche Angriffe drohen, ist ein linker Faschist.

Pazifismus ist eine Ideologie, die Ethik der Gutmenschen, an die sich alle Anderen halten sollen, nur sie selbst nicht. Pazifismus ist nicht Ergebnis von Logik, sondern eine rein normative Willensbekundung, eine Ethik, die letztlich nur dem Feind hilft.“1

Ich möchte hier Stellung nehmen zum Abstimmungsverhalten der Abgeordneten, die ich in meinem Fachartikel kritisiert habe, also zu denjenigen, die gegen den Antrag gestimmt haben. In diesem Fachartikel möchte ich einerseits die Rede von Jan van Aken und die Rede von Gregor Gysi untersuchen, die für DIE LINKE. sprechen und Unterschiede herausarbeiten. Ebenso möchte ich mich auch zu den „Abweichlern“ in der SPD-Bundestagsfraktion äußern. Dazu möchte ich auch die Erklärung dieser sozialdemokratischen Abgeordneten untersuchen und bewerten. Zu guter Letzt möchte ich auch die Rede von Rainer Arnold untersuchen, um zu einer Einschätzung über die Mehrheitsmeinung in der SPD-Fraktion zu gelangen.
Ich beginne mit der Rede von Jan van Aken, seinerseits stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Bundestag.

„Herr Präsident! Meine Damen und Herren!
Sie wollen einen völlig neuen Auslandseinsatz der Bundeswehr beschließen. 400 deutsche Soldaten samt Patriot-Raketen sollen in der Türkei stationiert werden, und zwar direkt an der syrischen Grenze. 25 Millionen Euro soll uns das kosten.

(Zuruf von der CDU/CSU: Das fängt ja schon falsch an!)“2

Der Zuruf aus der CDU/CSU-Fraktion ist doch nicht völlig unberechtigt. Einerseits steht doch fest, dass die Raketen mehr als 100 km weit von der türkisch-syrischen Grenze entfernt stationiert werden. Außerdem wird hier bereits der Eindruck erweckt, als handle es sich bei den Patriot-Flugabwehrraketen um eine Angriffswaffe.

„Ich frage mich – ich glaube, das geht ganz vielen Menschen draußen genauso -: Warum eigentlich? Sie nennen genau zwei Gründe für diesen neuen Bundeswehreinsatz: Die Türkei sei bedroht, und man müsse einem NATO-Partner zur Seite stehen. Sie wissen doch ganz genau, dass der erste Grund komplett falsch und der zweite auch nicht ganz richtig ist.“3

Angesichts der Tatsache, dass es bereits Granateneinschläge auf türkischem Territorium gab, die mehrere Menschenleben gekostet haben und sogar ein türkisches Flugzeug abgeschossen wurde, ist doch eine Bedrohung für die Türkei objektiv gegeben.

„Kommen wir zum ersten Grund. Sie behaupten, es gebe eine Bedrohung der Türkei durch Syrien. Sie alle wissen doch ganz genau, dass das kompletter Unsinn ist.

(Beifall bei der LINKEN)

Das Assad-Regime in Syrien hat die Türkei nicht bedroht und bedroht sie auch jetzt nicht. Assad weiß doch ganz genau, dass nur eine einzige Rakete aus Syrien Richtung Türkei fliegen muss, und schon ist die gesamte Militärmacht der NATO da und würde einmarschieren. Innerhalb weniger Tage wäre das Assad-Regime hinweggefegt. Das wäre politischer Selbstmord, und Assad weiß das natürlich.

(Michael Brand (CDU/CSU): Auf welcher Seite stehen Sie denn?)“4

Wie gesagt: Ein Granatenbeschuss auf die Türkei und ein abgeschossenes Flugzeug ist definitiv eine Bedrohung. Zu behaupten, das Assad-Regime wäre binnen weniger Tage „hinweggefegt“ halte ich für leichtfertiges Gutmenschentum und für völlig abwegig. Wer so argumentiert, der schürt doch den Konflikt und erhöht die Bedrohung durch das syrische Regime. Sowohl die Gefahr für syrische Zivilisten, als auch für türkische Zivilisten und Soldaten wird durch dieses Geschwätz erhöht. Außerdem habe ich nicht den Eindruck, als würde die Merkel-Regierung so selbstverständlich einen Einmarsch in Syrien befürworten. Weder hat die Bundeskanzlerin, noch ein Mitglied des Bundeskabinetts sich bisher in dieser Weise so geäußert. Im Gegenteil: Die Kanzlerin hat gemeinsam mit Wladimir Putin verlautbaren lassen, dass sie an einer diplomatischen Lösung interessiert ist.5 Auch der Auffassung des französischen Präsidenten Hollande und des amerikanischen Präsidenten Obama, dass im Falle eines Einsatzes von Chemie-Waffen ein Grund für einen Einmarsch in Syrien bestünde6 hat Frau Merkel bisher nicht zugestimmt. Die Bundeskanzlerin hat vielmehr politischen Druck auf Syrien ausgeübt, um diplomatischen Lösungen einen Weg zu ebnen.7 Was Jan van Aken hier behauptet ist schlicht eine erbärmliche Lüge. Die Bundesregierung setzt ganz eindeutig auf Deeskalation.

„Herr de Maizière, Sie haben die Chemiewaffen angesprochen. Sie können jetzt aber nicht die gleiche Panik mit Hinweis auf die Chemiewaffen schüren wie vor zehn Jahren im Zusammenhang mit den Biowaffen im Irak.

(Beifall bei der LINKEN)

Sie wissen ganz genau, dass die syrischen Chemiewaffen überhaupt nichts mit dem Einsatz der Patriot-Systeme zu tun haben. Ich finde, Herr de Maizière, wenn Sie noch einmal diese Chemiewaffen anführen, dann sollen Sie wirklich viele Jahre – eingeklemmt zwischen Colin Powell und George W. Bush – im Fegefeuer schmoren.

(Beifall bei der LINKEN – Widerspruch bei der CDU/CSU und der FDP)“8

In der Debatte um den Irakkrieg war es doch gar nicht so sehr die CDU/CSU, die Panik geschürt hat in Bezug auf die Biowaffen. Das war doch die Argumentation der Bush-Administration. Das ist also nichts als Demagogie und kein Argument.

Natürlich haben Chemiewaffen auch etwas mit dem Patriot-Einsatz zu tun. Auch eine Rakete mit chemischen Kampfmitteln wäre doch denkbar. Auch eine solche Rakete könnte mit dem Patriot-Flugabwehrsystem bekämpft werden. Deswegen hatte ich auch angeregt, ob es nicht sinnvoll wäre, auch eine ABC-Abwehrtruppe mit in die Türkei zu entsenden9, die auch Wissen an das türkische Militär vermitteln könnte.

„Natürlich gab es in den letzten Wochen Granateneinschläge auf türkischem Gebiet; dabei sind Menschen gestorben. Das ist schlimm. Aber selbst die türkische Regierung hat gesagt: Das waren Fehlschläge; das war nicht gegen die Türkei gerichtet. – Die Türkei fühlt sich also gar nicht bedroht. Aber Sie begründen nun einen Auslandseinsatz der Bundeswehr mit einer angeblichen Bedrohung der Türkei. Sie wissen, dass das nicht stimmt. Damit ist der erste Grund schon einmal hinfällig.
(Beifall bei der LINKEN)“10

In jedem Falle war es doch die türkische Regierung, die um Hilfe gebeten hat.11 Insofern scheint man sich doch dort wohl bedroht zu fühlen. Außerdem ist die Gefahr für die Türkei doch offenkundig. Es mag sein, dass die Granaten Fehlschläge waren, aber da Assad auf die eigene Bevölkerung schießen lässt und dabei auch SCUD-Raketen im Inland gegen die Oppositionstruppen einsetzt12, wer könne angesichts dessen ausschließen, dass man versucht auch syrische Flüchtlinge bis in die Türkei hinein zu verfolgen und zu beschießen, bei dem Wahn, den das Assad-Regime an den Tag legt. Außerdem ist doch unklar, wer danach die Regierung übernimmt und ob dies nicht eventuell sogar am Ende Al-Qaida ist, die dann aus Syrien die Türkei angreift.

„Ich komme zum zweiten Grund, den Sie nennen. Das ist die Bündnistreue: Ein NATO-Partner ist bedroht. Da muss man doch helfen. – Dazu will ich eines klarstellen; denn darüber gibt es in der Bevölkerung eine große Verwirrung und Missverständnisse: Deutschland muss überhaupt nichts. Deutschland muss auch in Afghanistan nichts, Deutschland musste auch im Irak nichts, in Libyen nichts, und auch jetzt, im Fall der Türkei, gibt es keinen einzigen Vertrag, der die Bundesregierung zwingt, deutsche Soldaten in den Nahen Osten zu schicken. Das ist schon einmal die erste Bemerkung dazu.“13

Nun. In jedem Falle gibt es die NATO und eine kollektive Verteidigung. Selbstverständlich kann theoretisch jeder Staat über seine Armee selbst befehlen. Aber angesichts des Einmarsches der NATO in Afghanistan, ein Einsatz den ich schon immer kritisiert und abgelehnt habe, weil er erstens gegen deutsche und europäische Sicherheitsinteressen gerichtet ist und zum anderen letztlich alles andere als ein stabiles Land hinterlassen hat, kann man sich doch schon fragen, ob es nicht wirklich so ist, dass die USA nicht nur den UN-Sicherheitsrat dominieren, sondern auch in allen entscheidenden NATO-Gremien deutlich dominieren und eine extreme militärische und politische Macht haben. Insofern kann man doch schon behaupten, dass die militärische Stärke der USA einen gewissen Effekt auf die Handlungsoptionen auch der deutschen Bundesregierung hat, zumal es immer noch keine wirklich zentrale Verteidigungspolitik der Europäischen Union gibt und immer noch keine Europäische Armee. Diese könnte doch die Verhandlungsbasis der EU gegenüber den USA auf eine neue Ebene bringen.

Nun wissen wir, wie es mit der Freundschaft der Linken zu den Türken wirklich aussieht, wie der reaktionäre Teil der Linken zu unseren türkischen Freunden steht. Jan van Aken ist nichts weiter als ein Großmaul, das die gesamte Linkspartei völlig unnötig in einem unerträglich schlechtem Licht dastehen lässt. General Harald Kujat hat doch erklärt, dass sich aus dem NATO-Vertrag keine Automatik für einen Bündnisfall ableiten lässt14 und dass es eine erhebliche Gefahr für eine Eskalation der Lage gibt. Mithin also auch für die Türkei eine extreme Gefahr besteht.

„Dann muss man sich genau anschauen, wofür die Türkei jetzt Beistand haben möchte. Sie blenden völlig aus, dass die Türkei doch ganz eigene Interessen in der Region verfolgt,

(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)

dass sie seit vielen Jahren – im Moment ganz besonders – daran arbeitet, zur Regionalmacht zu werden. Das ist der Grund, warum die türkische Regierung syrische bewaffnete Rebellen unterstützt, womit sie schon jetzt Teil des syrischen Bürgerkriegs geworden ist.

(Michael Brand (CDU/CSU): Auf welcher Seite stehen Sie denn eigentlich?)

Sie können doch keine, Sie dürfen keine Bündnistreue zeigen, weil die Türkei ganz eigene Interessen verfolgt.

(Beifall bei der LINKEN)“15

Die Türkei ist als mehrheitlich islamisches Land, das aber dennoch eine Demokratie ist, eingeklemmt zwischen iranischem Großmachtstreben, Interessen der Supermacht Russland und mangelnder Unterstützung durch die Europäische Union und kann damit durch die USA für deren Ansinnen benutzt werden. Möglicherweise auch für einen vom Pentagon geplanten Angriffskrieg gegen den Iran. Bei diesen Fakten von eigenen Interessen der Türkei zu sprechen ist doch absurd, wo es doch so ist, dass die Türkei so ziemlich alles tut, was die Europäische Union verlangt, um als Mitglied aufgenommen zu werden.

Die Unterstützung von syrischen Rebellen ist doch nur folgerichtig, wenn man die syrischen Zivilisten, für die die Rebellen kämpfen ja bereits als Flüchtlinge in die Türkei aufgenommen hat und auch weiter aufnehmen wird. Ich sehe hier keinen Grund für Vorwürfe an die türkische Regierung.

Als demokratischer Staat hat die Türkei das Interesse, die demokratische Oppositionskräfte in Syrien zu unterstützen. Das halte ich für legitim, insbesondere unter den Umständen, dass die Türkei auch durch islamistische Terroristen mit asymmetrischen Kriegsführung womöglich in Gefahr gebracht und bedroht wird.

„Mit diesem Einsatz kann Deutschland direkt Konfliktpartei im Nahen Osten werden. Das ist doch ein Pulverfass. Es genügt ein Funke in Syrien oder im Iran, und – paff! – schon ist die Bundeswehr mitten in einem neuen Kriegsgebiet. Deshalb wird die Linke diesen Antrag ablehnen.

(Beifall bei der LINKEN)“16

Ja. Da sollte Jan van Aken mal in den Spiegel schauen, wenn er das sagt. Natürlich ist der Nahe Osten ein Pulverfass. Und: Ja! Das ist auch wirklich so, wenn man es doch bereits sagt! Wenn der Iran oder Syrien uns angreifen, dann ist die Bundeswehr in der Tat in einem neuen Kriegsgebiet. Welchen Grund gibt es dann noch für Vorwürfe an die Bundesregierung, wo das doch nur die Wahrheit ist. Als ob Jan van Aken gegen die Realität revoltiert und agitiert. Wie ein Kleinkind!

„Anstatt militärisch aufzurüsten, könnten Sie auf ziviler Ebene helfen. Das ist schon angesprochen worden. Warum helfen Sie nicht einmal ganz anders? Warum helfen Sie nicht den Menschen in Syrien auch dadurch, dass Sie syrische Flüchtlinge nach Deutschland lassen?

(Beifall bei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Machen Sie doch die Grenzen auf für die Menschen, die im Moment unter diesem Bürgerkrieg leiden! Sie machen die Grenzen zu und versuchen, mit deutschen Soldaten an der syrischen Grenze zu helfen. Ich glaube, das können Sie nicht wirklich ernst meinen.“17

Man kann auch beides tun: Gezielte militärische Investitionen zur Erhöhung der eigenen Sicherheit und zivile Hilfe. Man könnte sogar behaupten, dass die eigene Sicherheit zivile Hilfe überhaupt erst ermöglicht. Außerdem: Was ist hier mit Aufrüstung gemeint? Mehr Abwehrwaffen und Schutz vor ABC-Kampfstoffen? Das Niveau der europäischen Bewaffnung ist doch im Vergleich zu den USA und Russland auf einem geringen Level.

Die Türkei macht doch die Grenzen für Flüchtlinge bereits auf. Und ja: Ich denke, dass zur Abwehr einer humanitären Katastrophe Deutschland nach Art. 16a Abs. 1 GG verpflichtet ist, Flüchtlinge aufzunehmen. Auch denke ich, dass Art. 16a Abs. 2 GG in diesem Fall nicht greift, weil in diesem Falle Art. 1 Abs. 2 GG und Art. 2 Abs. 2 GG Deutschland zur Einhaltung von Art. 35 der UN-Flüchtlingskonvention18 verpflichten.

„Am besten wäre den Menschen in Syrien natürlich mit einer schnellen Beendigung des Bürgerkriegs geholfen. Dafür bedarf es Länder und Institutionen, die eine politische Lösung wollen, das Ziel einer Lösung verfolgen und die vermitteln können. Aber diese Rolle haben Sie völlig aufgegeben. Jetzt, da Sie deutsche Soldaten an die syrische Grenze entsenden, können Sie nicht mehr Vermittler sein, auf gar keinen Fall.

(Beifall bei der LINKEN – Dr. Rainer Stinner (FDP): Das ist doch Unsinn! – Weiterer Zuruf von der FDP: Das ist Quatsch!)“19

Es wollen doch alle eine politische Lösung, nur eben das Assad-Regime offensichtlich nicht. Es scheint so, als ob dieses autoritäre Regime wie die Nationalsozialisten bis zuletzt an ihrer islamistisch-nationalsozialistischen Ideologie festhält. Insofern ist die Bundesregierung doch hier vermittelnd ebenso wie die Türkei und die anderen NATO-Staaten als auch Russland. Die Einzigen, die durch Schaumschlägerei und Demagogie hier die Gefahr eskalieren lassen, sind Jan van Aken und seine Schergen von der Linksruck/Marx21-Sekte.

„Dieser Militäreinsatz ist das Gegenteil von Hilfe. Er wird die Situation weiter eskalieren lassen. Deswegen lehnen wir ihn ab.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Deutschland keine Waffen mehr exportieren sollte.
Ich danke Ihnen.

(Beifall bei der LINKEN)“20

Das Ansinnen Waffenexporte zu minimieren halte ich für nicht falsch. Das ist aber auch das Einzige, was man an den Ausführungen von Jan van Aken noch unterstützen kann.

Ansonsten lässt sich seine Rede wie folgt zusammenfassen: Nichts weiter als Agitpropaganda für das menschenverachtende Assad-Regime. Jan van Aken ist ein typischer Gutmensch und damit eine autoritäre Persönlichkeit, ein verblendeter Ideologe und Zögling aus der Gruselkammer von Norman Paech. Schlecht gedacht und gut ausgeführt für den eigenen Vorteil. Für den eigenen finanziellen Vorteil und für die eigene Strömung innerhalb der Partei. Das ist nicht links, sondern reaktionär. Jan van Aken ist das Sprachrohr des faschistischen Baath-Regimes von Assad im Deutschen Bundestag. Auf Kosten der türkischen Zivilisten und der syrischen Flüchtlinge. Wer so argumentiert, redet dem Krieg das Wort. Erbärmlicher kann ein Mensch kaum sein!

Den Ausführungen von Jan van Aken von der Linksfraktion möchte ich die Rede von Gregor Gysi gegenüberstellen und seine Argumentation untersuchen.

„Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Deutschland besitzt zwölf einsatzfähige Patriot-Feuereinheiten, die uns seit 1989 immerhin 3,048 Milliarden Euro gekostet haben. Die Linke hat immer erklärt: Wir müssen darauf verzichten, die modernste Kriegstechnik einzukaufen. Sie ist auch die teuerste. Sie sahen das immer anders. Es gibt kein Land, das Deutschland überfallen will. Wir brauchen überhaupt nicht die modernste Kriegstechnik auf der Welt.

(Beifall bei der LINKEN)“21

Die Argumentation, es gäbe kein Land, dass uns überfallen will, halte ich für naiv, hier spricht Jacques le bonhomme. Letztlich ist doch, wie ich bereits in meinem Fachartikel gezeigt habe,22 etwa der Iran eine extreme Gefahr für deutsche und europäische Sicherheitsinteressen.

Sicher, man mag behaupten, dass kaum jemand ein Interesse daran haben kann, Deutschland zu überfallen, aber es ist doch legitim, sich vor möglichen Angriffen zu schützen. Deshalb halte ich es auch für nicht falsch, wenn Deutschland in modernste Abwehrtechnik, insbesondere auch interkontinentale Raketenabwehrsysteme und Systeme zur Abwehr von Flugzeugen investiert. Man muss, so denke ich, auch bei den Waffengattungen unterscheiden, was so wirklich eine „Kriegswaffe“, eine Angriffswaffe ist und welche Waffe lediglich zur Verteidigung dient.

Deutschland braucht vielleicht sicher nicht ein Raketenarsenal, wie der Iran, Russland oder die USA weil das eine Form der Aufrüstung wäre, die lediglich zur Abschreckung und zur Präsentation der eigenen Überlegenheit dienen würde. Dies würde ich nicht als zielführend erachten.
Die Ausrüstung der Bundeswehr ist, wie es auch das Grundgesetz für eine Verteidigungsarmee vorsieht, hauptsächlich für die Landesverteidigung, die zivile Hilfe und für eine defensive Militärstrategie angelegt. Ganz an der Leitlinie orientiert, Selbstschutz zu gewährleisten. Viele der militärischen Geräte und Fahrzeuge sind im Grunde für eine zivile Aufbauarbeit konzipiert worden.

Dabei die modernste Technik zu haben, halte ich für nicht falsch. Ich denke, dass selbst wenn, es immer doch eine politische Entscheidung ist, an welchem Einsatz man sich beteiligt, und an welchem nicht.

„Damit ist auch eine riesige Verschwendung von Steuergeldern verbunden. Nun kommt ein neuer Aspekt hinzu: Wer die modernsten Waffen besitzt, wird am häufigsten zum Krieg eingeladen. Denn die Türkei bittet nur die USA, Holland und Deutschland um Hilfe, weil wir die modernste Technik haben. Vielleicht hören Sie einmal auf die Linke und hören auf, immer die modernste Kriegstechnik einzukaufen.

(Beifall bei der LINKEN)“23

Es ist richtig, dass es eine enorme Verschwendung von Steuergeldern im Militär gibt. Deshalb plädiere ich auch seit Jahren dafür die Deutsche Bundeswehr noch stärker in eine europäische Armee einzubinden, um Kosten zu senken und Steuergelder zu sparen.

Es ist schon so, dass man „zum Krieg eingeladen“ wird, wenn man eine gewisse militärische Stärke besitzt, aber man muss sich ja davon nicht beeindrucken lassen. Aber wenn man sich nicht weiter von Anderen, etwa den USA, in militärische Konflikte zwingen lassen will, die man selbst ablehnt, wenn man sich etwa an präemptiven Kriegen und Ölkriegen, wie in Afghanistan und im Irak, nicht beteiligen will, dann muss man auch eine gewisse „Verhandlungsmasse“ in die Debatte einbringen.

Ist es nicht vielmehr so, dass es die US-Amerikaner waren, die durch ihre politische und militärische Stärke, mit der sie in der Lage sind, den UN-Sicherheitsrat und die NATO-Gremien zu dominieren Gerhard Schröder und Joschka Fischer zu Kriegsverbrechern in Jugoslawien und Afghanistan gemacht haben? Ist es da nicht sinnvoll, dass die Länder der Europäischen Union eine starke gemeinsame Armee bilden und alle Sicherheitsfragen gemeinsam debattieren, so wie Joschka Fischer es vor Jahren bereits öfter vorgeschlagen hat? Ich denke ja.

„Zweitens. Mit Patriot-Raketen kann man, so sagt es auch der Bundesverteidigungsminister, nicht ein einziges Geschoss abwehren, das bisher aus Syrien in der Türkei eingetroffen ist. Sie sind also gar nicht dafür geeignet. Eigentlich ist es sinnlos. Nun wird der Verdacht eines möglicherweise bevorstehenden Einsatzes von Chemiewaffen geäußert. Ich halte diesen für falsch; denn auch Assad weiß, dass dann die internationale Gemeinschaft einmarschieren würde. Das wird nicht passieren. Mit Patriot-Raketen können Sie übrigens auch Chemiewaffen nicht bekämpfen.“24

Es stimmt, dass man Granaten mit Patriot-Abwehrraketen nicht abwehren kann. Auch Qassam-Raketen und andere Kurzstreckenraketen kann man mit dieser Waffe nicht abwehren.

Natürlich weiß Assad, dass der Einmarsch der internationalen Gemeinschaft oder der NATO droht, wenn er Chemiewaffen einsetzt. Das ist aber doch zu kurz gedacht, weil es doch im Moment andere politische Abhängigkeiten für das syrische Regime gibt. Erstens darf man sich doch fragen, ob Assad dies überhaupt interessiert, wenn er doch eh davon ausgehen kann, dass sein Regime fällt und zweitens ist doch unklar, wer im Falle eines Sturzes von Assad die Regierung in Syrien übernimmt. Das könnte sogar auch Al-Kaida sein, die ebenfalls einige Kämpfer im syrischen Bürgerkrieg hat.25

Mit den Patriots kann man theoretisch auch eine Rakete bekämpfen, die chemische Kampfstoffe trägt, ob dies sinnvoll ist, ohne eine Möglichkeit der gleichzeitigen Stationierung einer ABC-Abwehreinheit, ist fraglich. In jedem Fall kann die syrische Regierung auf mehr als 1000 Raketen zurückgreifen, mit denen chemische Kampfstoffe eingesetzt werden können. Diese wären auch laut BND binnen 6 Stunden einsatzbereit.26 Deshalb bin ich auch dafür, dass eine ABC-Abwehreinheit der Deutschen Bundeswehr ebenfalls in die Türkei verlegt wird und auch türkische Truppen mit Know-how zur Abwehr von Chemiewaffen ausbildet.

Die ABC-Abwehrtruppen der Deutschen Bundeswehr gehören zu den besten Einheiten weltweit. Das liegt daran, dass die Bundeswehr einen defensiven Verteidigungsauftrag hat, der sich aus dem Grundgesetz ergibt und an der Tatsache, dass es zu dieser Frage sehr viele deutsche SpezialistInnen gibt.

„Wieso also wird etwas stationiert, das überhaupt nicht gebraucht wird? Das macht nur in einem Fall Sinn: Wenn es eine Flugverbotszone gibt. Aber der Außenminister und der Verteidigungsminister sagen beide, dass es sie nicht geben wird. Ich sage Ihnen: Das ist ein schweres Eingeständnis von Untreue. Wir sollen 25,1 Millionen Euro bis zum 31. Januar 2014 für etwas ausgeben, das niemand braucht, nur zur Beruhigung der Gefühle der türkischen Regierung? Dazu sage ich Ihnen: Wenn die türkische Regierung besser schlafen will, dann soll sie endlich einmal die Menschenrechtsverletzungen gegenüber Oppositionellen, Kurdinnen und Kurden und Alawiten einstellen, also lernen, Minderheiten anders zu behandeln.

(Beifall bei der LINKEN – Philipp Mißfelder [CDU/CSU]: Mein Gott, Herr Gysi! Das hat doch mit Assad nichts zu tun!)“27

Die Flugverbotszone wollten doch aber die Russen eben nicht, weil sie durch ihre diplomatischen Beziehungen vorerst einen anderen Weg einschlagen wollten, um Assad zum Einlenken zu bewegen. Das kann man also dem Außenminister und dem Verteidigungsminister nicht zum Vorwurf machen. Auf der anderen Seite gibt es bei den USA, den Russen, der Türkei und den Mitgliedsländern der Europäischen Union hierzu eben im Moment unvereinbare Standpunkte. Das lässt sich eben kurzfristig nicht ändern.

Hier denke ich anders, als der Zwischenrufer Philipp Mißfelder. Natürlich ist ein Verweis auf die Menschenrechtsverletzungen der türkischen Regierung gegenüber den Oppositionellen, Kurdinnen und Kurden und den Alawiten hier auch im Zusammenhang zum Sicherheitsgefühl der türkischen Regierung angebracht, denn dieses Verhalten ist doch der Grund, warum nicht wenige deutsche und europäische Bürger selbst die Türkei hier im Syrien-Konflikt als einen Aggressor wahrnehmen, der sie in diesem Falle nicht ist. Außerdem ist genau das doch ein Hindernis für die Aufnahme der Türkei in die Europäische Union. Eine EU-Mitgliedschaft der Türkei würde die militärische Hilfe für die Türkei durch die EU doch erheblich vereinfachen.

„Drittens. Sie kennen die Bedenken Russlands. Sicherheit in Europa kann es nur mit und nicht gegen Russland geben. Das wissen auch Sie, Herr Westerwelle.

(Philipp Mißfelder [CDU/CSU]: Das macht er doch die ganze Zeit!)“28

Es wird doch eng mit Russland zusammengearbeitet. Die Kanzlerin hatte ein Gespräch und eine Pressekonferenz zu dieser Thematik mit Wladimir Putin und auch Herr Westerwelle bezieht die Sicherheitsinteressen Russlands und auch Chinas in seine Überlegungen mit ein.29

„Viertens. Die schlimmste Katastrophe – dazu komme ich jetzt – ist eine andere: Sie marschieren mit der Bundeswehr in den Nahen Osten ein.

(Lachen bei der FDP – Philipp Mißfelder [CDU/CSU]: Herr Gysi, jetzt ist aber Schluss! Meine Güte! – Weitere Zurufe von der CDU/CSU und der FDP)

– Machen Sie nicht? Ich bin ja noch nicht fertig. Hören Sie zu. – Sie marschieren mit der Bundeswehr in den Nahen und Mittleren Osten ein, nicht etwa auf Beschluss der UNO, nicht etwa, um die Einhaltung eines Waffenstillstandes zu kontrollieren,

(Philipp Mißfelder [CDU/CSU]: Sie wissen überhaupt nicht, worum es geht!)

sondern auf Wunsch der Türkei im Rahmen des NATO-Bündnisses. Sie machen Deutschland schon mit dem Einmarsch und erst recht mit dem Abschuss einer einzigen Rakete zur Kriegspartei im Nahen und Mittleren Osten.

(Beifall bei der LINKEN – Dr. Reinhard Brandl [CDU/CSU]: Wollen Sie die Raketen lieber einschlagen lassen?)“30

Es ist doch überhaupt nicht abwegig und lächerlich dieses Szenario so deutlich zu benennen. Das Lachen bei der FDP und diese Häme aus der CDU/CSU-Fraktion kann ich hier überhaupt nicht nachvollziehen. Das ist schon Überheblichkeit und Arroganz die angesichts einer Entscheidung über Krieg und Frieden völlig unangebracht ist.

Sicher, die Stationierung der Patriots in der Türkei ist per se noch kein Einmarsch in den Nahen Osten, weil die Türkei ein Bündnispartner ist, der bald auch zur Europäischen Union gehört. Aber man muss dabei doch eben die gesamte Situation im Nahen und Mittleren Osten betrachten und da gibt es eben Zusammenhänge, die von keinem Vertreter einer anderen Fraktion bisher so eindeutig benannt wurden.

Dass ein Raketenabschuss durch die Patriot-Flugabwehrraketen eine Gefahr für die Eskalation in der Region bedeuten würden, hat selbst der General Harald Kujat eingeräumt, insofern sind die Zurufe aus den Reihen der CDU/CSU nicht berechtigt und zeugen von Übermut. Und angesichts der Aussagen von Obama und Hollande wäre bei einem Einsatz von Raketen oder Chemiewaffen durch das Assad-Regime ein Einmarsch in Syrien dann auch die logische Konsequenz. Deshalb ist es doch nicht abwegig, dass Herr Gysi auf diese Gefahr hinweist, weil Deutschland sich doch spätestens dann auch dazu verhalten müsste.

Sieht man sich die Stellungnahme des französischen Präsidenten Hollande an, der im Falle eines Einsatzes von Chemiewaffen einen Einmarsch in Syrien befürwortet hat und die gleichlautende Stellungnahme von Barack Obama31, die Bedenken Russlands32 und dazu die Aussagen von US-Militärs und US-Politikern, die einen präemptiven Militärschlag gegen den Iran forcieren wollen33 und gleichzeitig die geostrategische Lage des Nahen und Mittleren Ostens, so kann man sich doch fragen, ob die Deutsche Bundeswehr hier nicht als ein Vehikel für die Strategie des US-Imperialismus genutzt wird, um für die USA die Flanke abzudecken, um die USA beim Angriff gegen den Iran zu unterstützen. Das wäre dann eine völkerrechtswidrige und grundgesetzwidrige Maßnahme, wenn es zu einem Militärschlag durch die USA gegen den Iran käme.

Und ich bleibe dabei: Eine militärische Intervention im Iran wäre der größte Fehler der westlichen Zivilisation.

Deshalb halte ich es auch für richtig und wichtig, dass zumindest eine Fraktion im Deutschen Bundestag auf die Gefahr des Pulverfasses des Nahen Ostens und Mittleren Ostens so eindeutig hinweist.

Obwohl ich selbst den Einsatz von Patriot-Flugabwehrraketen befürworten würde, halte ich es auch für nicht völlig abwegig, gegen diesen Einsatz zu stimmen, wenn man denn die eben genannten Zusammenhänge auch als Grund dafür angeben würde und sich nicht in Auswege flüchtet, weil man Ross und Reiter nicht nennen will oder kann. Wenn das mal nicht der Ausdruck der politischen Penetration und Durchdringung der Deutschen Linken durch Ideologen des US-Imperialismus ist.

„Genau das darf Deutschland niemals werden. Wir können dort eine Rolle als Vermittler spielen, aber um Gottes Willen nicht als Kriegspartei. Die Folgen wären verheerend. Sie wissen gar nicht, was Sie damit anrichten können.

(Philipp Mißfelder [CDU/CSU]: Sie sind aber wirklich 20 Jahre stehen geblieben! – Dr. Rainer Stinner [FDP]: Keine Ahnung! – Weitere Zurufe von der CDU/CSU und der FDP)

Ich wusste, dass Sie sich aufregen werden, aber Sie müssen mir trotzdem zuhören.“34

Im Vergleich zur Bundesregierung sind Herr Mißfelder und Herr Stinner offensichtlich rechte Hardliner, denn selbst die Kanzlerin Merkel und der Außenminister Westerwelle wollen doch eine militärische Eskalation laut ihrer Aussagen vermeiden. Und die drohenden Konsequenzen einer Eskalation habe ich doch bereits beschrieben, ebenso wie sie auch in den Überlegungen von General Harald Kujat eine Rolle spielen dürften.

Auf der anderen Seite finde ich es schon berechtigt zu überlegen, ob es nicht wirklich so ist, dass es unter den Mitarbeitern der Linksfraktion zu wenige Fachleute in der Sicherheits-, Verteidigungs- und Außenpolitik gibt, die unideologisch und vorurteilsfrei die Sachlage analysieren und ob der Grund dafür nicht die radikal-pazifistische Haltung vieler linker Abgeordneter ist, die letztlich nicht zielführend ist. Ich denke auch weiterhin, dass die Linksfraktion Personen als Mitarbeiter bräuchte, die über die politische und militärische Lage in Konfliktgebieten sachorientiert forschen, so wie es etwa Matthias Küntzel und Andere bei den Grünen waren, weil ein Bundestagsabgeordneter durch seine weitestgehend repräsentative Tätigkeit dies nicht allein leisten kann. Leider werden Mitarbeiterposten in der Linken noch allzu häufig durch die innerparteilichen Strömungen besetzt.

Man sieht, dass es für die Grünen erfolgreich war, dies anders zu organisieren. Letztlich ist es doch heute so, dass etwa in der Heinrich-Böll-Stiftung empirisch-analytisch geforscht und über regionale Krisen und Konflikte unabhängiger berichtet wird, was es in dieser Form bei den beiden großen Parteien nicht immer gibt. Daran könnte sich DIE LINKE. ein Beispiel nehmen.

„Die Türkei stellt sich immer deutlicher gegen Israel.

(Philipp Mißfelder [CDU/CSU]: Jetzt hören Sie aber auf! Ihre Fraktion stellt sich die ganze Zeit gegen Israel!)

Die Bundesregierung steht immer auf der Seite Israels. Die Türkei unterstützt die Hamas. Die Bundesregierung redet nicht einmal mit der Hamas. Ich habe jetzt keine Zeit, zu sagen,
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP – Volker Kauder [CDU/CSU]: Das reicht jetzt auch!)
was davon ich richtig und was davon ich falsch finde.

(Philipp Mißfelder [CDU/CSU]: Unglaublich!)“35

Die Beobachtung, dass die Türkei sich gegen Israel stellt, ist doch nicht völlig abwegig. Und es ist mitnichten so, dass die Mehrheit der Linksfraktion sich gegen Israel gestellt hat, wie Philipp Mißfelder in seinem Zwischenruf meint. Personen mit einer strukturell antisemitischen Grundhaltung in der Linkspartei sind in der klaren Minderheit.

Es ist doch so, dass die Türkei auch Hamas unterstützt.36 Aber ist es nicht auch so, dass die Türkei, wie oben bereits gesagt in der Zwickmühle steckt, weil sie alleine nicht in der Lage ist, sich gegen alle anderen islamischen Staaten zu stellen und die Hilfe aus den Mitgliedsländern der Europäischen Union doch relativ verhalten ist?

Wenn man da daran denkt, wie Frau Merkel die Erdogan-Regierung hier in Deutschland empfangen hat,37 darf man doch fragen, ob es hier nicht zu Absprachen kam und auf diese Weise nicht auch die CDU durch die AKP hindurch Hamas unterstützt hat. Möglich wäre es doch. Darauf in diesem Rahmen hinzuweisen ist doch nicht falsch, wenn man an friedlichen Konfliktlösungen interessiert ist. Es könnte doch sein, dass es hier zu Absprachen über Waffenlieferungen durch Mitglieder der Bundesregierung an die Hamas kam.

„Sie selbst begeben sich damit in unlösbare Widersprüche.

(Beifall bei der LINKEN)

Lassen Sie diesen Schnellschuss. Mir ist es ein Rätsel, dass wieder einmal auch SPD und Grüne zustimmen.“38

Wie ich bereits oben geäußert habe, halte ich die Entscheidung der Bundesregierung in dieser Frage dennoch für richtig. Sie ist auch letztlich kein Schnellschuss, denn zum Einen bestand doch akuter Handlungsbedarf und zum Anderen dauert der Bürgerkrieg in Syrien doch schon seit Monaten an.

„Jetzt habe ich noch eine Frage. Herr Schockenhoff von der CDU hat hier am Mittwoch Folgendes erklärt. Er hat gesagt:

Da der UN-Sicherheitsrat bis heute blockiert ist und keine wirksamen Maßnahmen ergreifen konnte, war kein anderer Weg möglich, als die syrische Opposition mit Waffen zu versorgen, um das syrische Regime zu stoppen. … Ja, ich sage das ganz offen …

So weit sein Zitat.

Das muss jetzt geklärt werden. Das wäre völkerrechtswidrig, und es würde auch das Recht der Bundesrepublik Deutschland ganz energisch verletzen, wenn heimlich Waffen nach Syrien geliefert worden sein sollten.

(Beifall bei der LINKEN – Philipp Mißfelder [CDU/CSU]: Das wollen Sie uns doch wohl nicht unterstellen?)“39

Was Herr Schockenhoff da sagt, ist doch nicht falsch. Es ist doch so, dass weder die USA noch die Russen bisher erklärt haben, dass sie Hilfe in der Flüchtlingsfrage leisten werden. Man sieht daran, wie bereits am Militäreinsatz in Afghanistan, dass insbesondere die US-Amerikaner eine militärische Strategie verfolgen, die mit der Sicherheitsstrategie der Deutschen Bundesregierung und der der Europäischen Union nicht kompatibel ist. Bisher verhindern die USA zusammen mit Russland und China im Sicherheitsrat fast alle humanitären Unterstützungen, aufgrund der alten Denkmuster der Blockkonfrontation in vielen Fragen. Hier ist der Syrien-Konflikt ein gutes Beispiel.

Die USA verfolgen ihre eigene Strategie im Nahen und Mittleren Osten und haben dazu auch die politische und militärische Macht. Ihr Ziel ist dabei eben nicht die Unterstützung der Türkei vor Angriffen, sondern eben vermutlich der Militärschlag gegen den Iran, denn wenn dem nicht so wäre, würde man sich doch im Sicherheitsrat auch sicher anders verhalten.

Die Unterstützung der syrischen Opposition mit Waffen durch die Türkei ist doch offensichtlich.40 Wenn man da an die Vorgehensweise der US-Amerikaner etwa im Irak oder in Afghanistan denkt, wo Saddam Hussein und Osama Bin Laden zuerst mit Waffen ausgestattet wurden, bevor man sie dann später bekämpft hat, so kann man doch zu der Einschätzung gelangen, dass selbst die Deutsche Bundesregierung ein solches Vorgehen unterstützt, obwohl sie es nicht sagt. Und man kann das auch von einem humanitären Standpunkt kritisieren.

Auf der anderen Seite: Im deutschen Strafrecht gibt es etwa Notwehr und Nothilfe, insofern könnte man behaupten, dass eine Unterstützung der syrischen Rebellen durch die Türkei etwa eine Form der Nothilfe ist, einerseits um syrische Flüchtlinge, andererseits um türkische Zivilisten zu schützen.

„Mein letzter Satz: Wir müssen in Anbetracht unserer Geschichte gemeinsam verhindern, dass Deutschland zur Kriegspartei im Nahen oder Mittleren Osten wird.

(Beifall bei der LINKEN – Philipp Mißfelder [CDU/CSU]: Mein Gott!)“41

Ja. Genau das denke ich auch. Und deshalb sehe ich es auch als eine Gefahr an, wenn Gesinnungsethiker und Gutmenschen in SPD und CDU weiterhin glauben, dass die USA uns in der deutschen und europäischen Strategie im Nahen und Mittleren Osten unterstützen.

Die CDU/CSU-Fraktion, insbesondere Herr Mißfelder argumentiert mir allzu leichtfertig, als ob sie die Bedenken, die General Harald Kujat verdeutlicht hat, überhaupt nicht ernst nimmt.

Mir zeigt die Rede von Gregor Gysi letztlich, wie eingespannt er durch reaktionäre Gesinnungsethiker in seiner Fraktion ist und wie eingeschränkt man argumentieren muss, weil die politische Penetration und Durchdringung der Linken durch ideologisch gleichgeschaltete Kader des US-Imperialismus und marxistisch-leninistische Gesinnungssekten extrem hoch ist.

Viele Parteimitglieder bleiben entweder bei Pazifismus stehen oder reden einer größeren Kooperation mit den US-Amerikanern das Wort. Pazifismus ist aber eine Ideologie und die Kooperation mit den USA würde ich unter Verweis auf deutsche und europäische Sicherheitsinteressen am liebsten auf ein absolutes Minimum beschränken.

Dass man in dieser Fraktion nicht empirisch-analytisch argumentieren kann, weil ein nicht unbeträchtlicher Teil der Fraktion einen ständig mit reaktionärer Gesinnung penetriert, verwundert mich nicht. So ist es eben, wenn ein nicht unbeträchtlicher Teil der Linksfraktion sich eher mit „Schottern“ beschäftigt, als mit der Faktenlage im Nahen und Mittleren Osten. Großmäuler wie Jan van Aken, Christine Buchholz, Paul Schäfer, Sevim Dagdelen, Andrej Hunko, Niema Movassat oder Diether Dehm finden für Ideologie immer mehr Anhänger, als überlegte Fachpolitiker wie Roland Claus, Dietmar Bartsch, Steffen Bockhahn, Jan Korte, Stefan Liebig, Michael Leutert, Ilja Seifert oder, Petra Pau. Das zeigt auch symptomatisch der Austritt von Wolfgang Neskovic aus der Fraktion, den ich sehr bedauerlich finde.

Ich bleibe dabei: Einige Mitglieder der Linksfraktion sind vollverblödete Gammelpenner. Das sind alles dekadente scheiß West-Linke Penner, die jetzt über die Landeslisten in den schwach strukturierten Landesverbänden, wie Hessen oder Niedersachsen in den Bundestag einziehen, das Ansehen der Partei schädigen und letztlich den Steuerzahler im Bundestag nur unnötig Geld kosten, weil sie keine Leistung bringen.42 Diese Idioten sind es, die eine rot-rot-grüne Regierungsbildung auf Bundesebene verhindern.

Jetzt möchte ich die Erklärung von Angelika Graf und den anderen SPD-Abgeordneten in der Minderheit der SPD-Bundestagsfraktion untersuchen. Man findet die Erklärung als Dokument verlinkt auf der Homepage der SPD-Bundestagsabgeordneten Bärbel Bas. Hier werden neun Gründe dafür angegeben, dass man den Antrag zur Stationierung von Patriot-Flugabwehrraketen in der Türkei ablehnt. Zunächst heißt es:

„1.) Ich bezweifle einerseits, dass Syrien feindliche Absichten gegenüber der Türkei hat und diese angreifen möchte. Eine wirkliche Bedrohung, auf die sich der Einsatz begründen könnte, kann ich aus dem bisherigen Konfliktverlauf nicht erkennen. Im Juni hat Syrien ein türkisches Militärflugzeug abgeschossen. Auch kommt es immer wieder zu Einschlägen einzelner syrischer Granaten auf türkischem Territorium. Diese Vorfälle sind sehr bedauerlich, zumal dabei Menschen ums Leben gekommen sind. Dennoch stellen sie meines Erachtens keine so weitreichende Bedrohung der türkischen Integrität oder der türkischen Bürger dar, dass sie im angedachten Maße das Recht auf Selbstverteidigung aktivieren würde bzw. in der Konsequenz eine Unterstützung der NATO-Partner zur Folge haben müssten.“43

Dass es eine reale Bedrohung ist, wenn Granaten türkische Zivilisten treffen und ein Flugzeug abgeschossen wird, kann doch, wie bereits mehrfach erwähnt, nicht bestritten werden. Nach Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen44 gibt es ein naturgegebenes Recht auf individuelle und kollektive Selbstverteidigung. Das sehe ich als gegeben an und frage mich, warum die Unterstützer dieser Erklärung der Türkei dies absprechen wollen. Dass damit gleich ein NATO-Bündnisfall eintritt, ist hingegen keine zwingende Konsequenz. Das hatte auch General Harald Kujat erwähnt.

„Darüber hinaus sind die „Patriots“ für die unterste Stufe der Raketenabwehr und gegen den Beschuss durch ballistische Raketen gebaut. Syrien hat die Türkei bisher aber weder mit diesen Waffensystemen angegriffen, noch gibt es Anzeichen dafür, dass Syrien dies tun werde. Zudem gilt die türkische Armee als eine der bestausgebildetsten und -ausgerüsteten Armee im Nahen Osten.“45

Angesichts der Tatsache, dass die Türkei bereits zur Verhinderung weiterer Granatenabschüsse auf türkisches Territorium syrische Stellungen beschossen hat,46 lässt doch die Gefahr höher erscheinen, als die Unterstützer dieser Erklärung glauben machen wollen. Es mag sein, dass die türkische Armee bestens ausgerüstet ist, aber warum sollte das ein Hinderungsgrund dafür sein, die Türkei mit Abwehrraketen zur Sicherheit zu unterstützen. Es gibt ja nicht nur syrische Raketen, sondern auch fast 600 Kampfflugzeuge und knapp 100 Angriffshubschrauber der syrischen Luftwaffe. Ohne diese vorbeugende Abwehrmaßnahme würde die Türkei im Ernstfall zu einer offensiven Kriegsführung gezwungen werden.

„Bei einem Angriff würde sofort der Bündnisfall eintreten, was eine militärische Niederlage Syriens und das Ende des Assad Regimes zur Folge hätte. Die Begründung dieses Antrages, nämlich die Notwendigkeit der Stationierung dieser Raketen und der deutschen Soldaten zur Verteidigung und Abwehr eines Angriffs auf die Türkei, ist daher nicht logisch.“47

Woher nimmt man hier eigentlich die Gewissheit, dass so selbstverständlich ein Bündnisfall eintritt und woher gar die Gewissheit, dass Syrien so einfach militärisch zu besiegen ist? Das ist doch schon sehr großspurig. Erkenne ich hier Versatzstücke einer „linken“ Militanz und Übermut? Eine Armee aus immerhin 325.000 Soldaten so einfach schnell zu besiegen dürfte nicht so einfach sein, wo doch auch noch andere Staaten im Nahen und Mittleren Osten Einfluss auf das Land haben. Diese Großspurigkeit ist für mich alles andere als logisch.

„Dazu kommt, dass die Raketen laut Medienberichten anscheinend nur sehr punktuell „zum Schutz von Kampftruppen und hochwertigen Zielen“ geeignet sind und nur eine sehr geringe Reichweite haben. Eine Art Schutzschirm erscheint mir dadurch nicht gewährleistet.“48

Diese Argumentation ist doch abwegig, denn ohne überhaupt einen Schutz gibt es auch gar keinen Schutzschirm. Wenige Flugabwehrraketen heißt eben wenig Gefahrenpotential und maximale Deeskalationsstrategie. Offenbar sieht das auch die Bundesregierung so.

„2.) Ein Hinweis auf eine evtl. Bedrohung der Türkei im Falle des Sturzes von Assad ist für mich ebenfalls nicht zu erkennen, zumal die türkische Seite durch die Einrichtung von Flüchtlingslagern gegenüber den Aufständischen zu erkennen gegeben hat, dass sie ihnen nicht feindlich gegenüber steht. Allerdings sind in den vergangenen Wochen wegen der Überfüllung der Lager anscheinend auch Flüchtlinge abgewiesen wurden.“49

Hier muss man sich doch zunächst fragen: Wer sind die Oppositionellen in Syrien? Das ist doch alles andere als homogen. Neben der Freien Syrischen Armee, die sich mit einigen Waffen unter dem Befehl von Oberst Riad Al-Asaad von der regulären Armee abspaltete und Demokratieaktivisten wie Haitham Maleh ist eben auch zum Beispiel Al-Kaida in den Bürgerkrieg eingetreten.50 Offensichtlich versucht die Terrororganisation damit einen demokratischen Wandel zu verhindern und erneut ein islamistisches Regime zu errichten. In diesem Falle wäre auch nach dem Sturz des Assad-Regimes die Gefahr von Angriffen auf die Türkei gegeben. Nun, die Aufnahme von Flüchtlingen hat in diesem Falle doch ein enormes Gefahrenpotential für die Türkei. Deshalb wäre in der Flüchtlingsfrage internationale Hilfe doch dringend geboten.

„3.) Ungeachtet der Tatsache, dass m.E. eine Bedrohungslage also nicht gegeben ist, lässt der Antrag der Bundesregierung zusätzlich einen stark symbolischen Charakter erkennen. Die Stationierung unterstreiche die „Verlässlichkeit Deutschlands als Bündnispartner“. Hier widerspricht sich die Bundesregierung in ihrer Argumentation: Eine Stationierung macht für mich nur Sinn, bzw. kann nur dann eine abschreckende Wirkung entfalten, wenn die NATO und die Bundesregierung auch wirklich zu einem Einsatz entschlossen sind.“51

Das ist wieder nichts als unsachliche Demagogie und diese Argumentation schürt eine offensive Kriegsführung. Die Bundesregierung ist doch entschlossen zu der Stationierung von Flugabwehrraketen. Diese haben auch nicht zwingend eine abschreckende Wirkung, sondern sind eine rudimentäre Vorsichtsmaßnahme, die deeskalierend wirken soll.

„Reine Drohgebärden sollte man in einer angespannten Situation – wie sie im Nahen Osten derzeit fast überall festzustellen ist – unterlassen.“52

Eine Schutzmaßnahme ist doch alles Andere als eine Drohgebärde. Eher wäre noch die Argumentation der Unterzeichner dieser Erklärung eine Drohgebärde, als die Stationierung von Abwehrraketen.

„4.) Für den Fall, dass meine Einschätzung falsch ist und sich die Lage dramatisch zuspitzen sollte, erschließt sich mir aus dem Antrag der Bundesregierung auch nicht, wie sie im Falle einer Eskalation zu verfahren gedenkt.“53

Das wäre doch eine Drohgebärde. So wie sie auch der französische Präsident bereits ausgesprochen hat, falls das Assad-Regime Chemiewaffen einsetzt. In diesem Falle müsste dann eben der Deutsche Bundestag erneut debattieren über einen veränderten Auftrag an die Deutsche Bundeswehr.

„Das hat auch der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes Ulrich Kirsch in einer Reihe von Interviews deutlich gemacht. Der Bundestag – so Kirsch – müsse sich auch mit der Frage beschäftigen, in welcher Situation die Bundeswehr ihre Patriot-Einheiten zurückziehen müsse. Darüber finde ich nichts in diesem Antrag.“54

Na klar müsste sich der Bundestag damit beschäftigen, aber eben erst, wenn sich die Lage geändert hat, was doch alle vermeiden wollen. Ein anderer Sachverhalt und eine neue Ausgangslage des Konfliktes erfordern eben zur gegebenen Zeit einen anderen, einen neuen Antrag.

„5.) Mich beunruhigt zudem, dass die Raketen wohl in einer Region des türkischen Staatsgebietes stationiert werden sollen, in der es durch den derzeit wieder aufflammenden Kurdenkonflikt immer wieder zu Unruhen kommt. Dies liegt m.E. in weiten Teilen in der Verantwortung der türkischen Regierung. Ich befürchte aber, dass die Stationierung der „Patriots“ nicht zur friedlichen Entwicklung im Südosten der Türkei beitragen wird.“55

Der Stationierungsort ergibt sich einerseits aus dem Gefahrenpotential und andererseits aus den Wünschen der Grünen, die Flugabwehrraketen nicht direkt an der türkisch-syrischen Grenze zu stationieren. Hier an diesem Punkt über Umwege einen Zusammenhang mit dem Kurdenkonflikt zu üben halte ich für abwegig und hier gibt es auch einen extremen Unterschied zur Argumentation von Gregor Gysi. Im Zweifelsfalle würde diese Tatsache aber eher deeskalierend auch in diesem Konflikt wirken.

„6.) In ihrem Antrag zur Entsendung bewaffneter deutscher Streitkräfte zur Verstärkung der Türkei verweist die Bundesregierung darauf, dass der Einsatz in „unmittelbaren Zusammenhang mit dem andauernden umfangreichen deutschen zivilen Engagement zur Unterstützung der Zivilbevölkerung in Syrien“ steht. Dies zweifle ich an. Meiner Meinung nach sind die zivilen Mittel zur Unterstützung der zivilen syrischen Kräfte noch lange nicht ausgereizt. Statt Waffen an bzw. hinter der türkisch-syrischen Grenze zu stationieren, sollten wir der Türkei helfen, mit den Flüchtlingswellen zurecht zu kommen und innerhalb der EU darauf drängen, unser ziviles Engagement für die syrischen Flüchtlinge in den Grenzgebieten zu verstärken sowie syrische Flüchtlinge aller Konfessionen in Deutschland aufzunehmen. In diesem Zusammenhang sollten wir von der türkischen Regierung mehr Offenheit gegenüber den bisherigen Angeboten der EU fordern.“56

Nunja, man könnte auch behaupten, dass ein gewisser Selbstschutz die Voraussetzung dafür ist, überhaupt erst zivile Hilfe leisten zu können. Auch wird hier suggeriert, dass es sich bei den Patriot-Flugabwehrraketen um eine Angriffswaffe handelt. Es gibt nur ein „sowohl als auch“, d.h. Schutz der türkischen Zivilbevölkerung und Hilfe bei den Flüchtlingsströmen. Und die Hilfe bei den Flüchtlingsströmen würde ebenfalls einen weiteren Antrag benötigen, aber eben – wenn von Hilfe im Rahmen der EU gesprochen wird – nicht unbedingt im Bundestag. Hier müsste eben die Bundesregierung im EU-Ministerrat und im Europäischen Rat ihre Position dazu deutlich machen. Ich gehe davon aus, dass dies auch geschehen wird, weil die Bundesregierung im Grunde genommen durch die Charta der Vereinten Nationen und durch das Grundgesetz dazu verpflichtet sind.

„7.) Ich kritisiere das Vorgehen der türkischen Regierung gegenüber dem türkischen Parlament. Das türkische Parlament wurde zu keinem Zeitpunkt in die Diskussionen und in den Entscheidungsfindungsprozess über eine mögliche Stationierung und einen Einsatz internationaler Soldaten einbezogen. Dies macht auf mich den Eindruck eines Alleingangs des Präsidenten, da kein Beschluss des Parlaments vorliegt.“57

Die Kritik an der türkischen Regierung kann ich nicht nachvollziehen. Es lag ein Angriffsfall auf die Türkei vor und zwar nicht auf Soldaten, sondern auf Zivilisten. Spätestens nach dem Flugzeugabschuss durch das syrische Militär gab es daher eine akute Bedrohungslage. Im Deutschen Grundgesetz gibt es für diese Fälle etwa Art. 115a Abs. 4 und Abs. 5 und ich würde davon ausgehen, dass dieser in einem vergleichbaren Falle in Deutschland zur Anwendung kämen. In jedem Fall ist der türkische Präsident nicht ein Teil der türkischen Regierung und in Anwendung von Artikel 92 und Artikel 117 der türkischen Verfassung58 hat dieser meines Erachtens auch rechtskonform gehandelt. Ich sehe daher in diesem Fall keinen Grund für Vorwürfe an Abdullah Gül oder Recep Tayyip Erdoğan in diesem Punkt. Außerdem entscheidet doch das türkische Parlament und in diesem Fall der türkische Präsident nur über die eigenen Soldaten. Es sind doch die Regierungen und Parlamente in Deutschland, den Niederlanden und den USA die über diese militärische Hilfe für die Türkei entscheiden.

„8.) Ich habe Sorge, dass die Stationierung von Patriot-Raketen und deutschen Soldaten trotz des defensiven Charakters der Patriot-Einheiten zu einer weiteren Eskalation des Konflikts in der Region sowie in der empfindlichen Region des Nahen und Mittleren Ostens zur Folge hat. Ich befürchte, dass die Bundesrepublik Deutschland mit einer solchen Stationierung selbst zum Akteur im Syrien-Konflikt wird.“59

Die Bundesregierung hat doch darauf hingewiesen, dass es sich um eine deeskalierend wirkende Maßnahme handeln soll. Selbst wenn die Lage eskaliert, wäre Deutschland aufgrund von Verträgen mit der Türkei und dem NATO-Bündnis in jedem Fall ein Akteur in diesem Konflikt. Außerdem würde ich – zumindest theoretisch und in der Konsequenz des Möglichen – alle Entscheidungen so treffen, als ob die Türkei bereits ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union wäre.

„Die Erfahrungen im Irak und im arabischen Raum zeigen, dass Entscheidungen für Einsätze in sensiblen Regionen nicht überstürzt getroffen werden dürfen. Die Lage in Syrien ist derzeit alles andere als durchschaubar.“60

Natürlich ist das eine unübersichtliche Lage in Syrien.61 Aber: Soll denn erst gewartet werden, bis die Lage noch bedrohlicher für die Türkei und die Europäische Union wird? Dies hielte ich für fatal.

„Auch vor dem Hintergrund des Umgangs der türkischen Regierung mit der kurdischen Minderheit sowie anderen menschenrechtlichen Defiziten der Türkei, finde ich einen solchen Einsatz leichtfertig.“62

Die menschenrechtlichen Defizite in der Türkei kritisiere ich genauso, aber in dieser Frage kann ich hier keinen Zusammenhang erkennen, der eine Stationierung von Patriot-Flugabwehrraketen zum Schutz der Türkei vor syrischen Angriffen als leichtfertig erscheinen lässt.

„9.) Ich habe den Beitrittswunsch der Türkei zur EU immer unterstützt und sehe ihn heute noch als Ziel. Deshalb besorgt mich auch die jetzige Situation in der Türkei. Und deshalb bin ich auch der Meinung, dass es wirksamere Wege gibt, dem Freund und NATO-Partner beizustehen.“63

Was für einen Zusammenhang hat die Entsendung von Patriot-Flugabwehrraketen denn hier mit dem Beitrittswunsch der Türkei zur EU und mit der Ablehnung des Antrags? Hier wird der Eindruck erweckt, als wäre es die Türkei, die hier eine offensive Kriegsführung betreibt und die Schuld des Assad-Regimes wird völlig negiert. Auch werden keine Alternativen zum Antrag der Bundesregierung aufgezeigt.

„Daher plädiere ich dafür, dass die internationale Gemeinschaft statt eine militärische Intervention zu avisieren, sich mehr als bisher um eine nachhaltige politische Lösung bemühen sollte. Ich kann keinerlei ernstgemeinte Bemühungen der NATO und ihrer Mitgliedsstaaten erkennen, eine Deeskalation der Situation vor Ort zu forcieren. Immer noch werden Waffen oder Dual-Use-Güter in die gesamte Konflikt-beladene Region geliefert.“64

Um eine politische Lösung ist die Bundesregierung doch bemüht, wie ich bereits dargelegt habe. Die Entsendung von Patriot-Flugabwehrraketen ist doch die Bemühung von NATO-Mitgliedsstaaten, eine Deeskalation zu forcieren. Von welchen Waffenlieferungen wird denn hier genau gesprochen? Und wer hat diese denn zu verantworten? Das ist doch sehr diffus, wie hier argumentiert wird. Selbst für mich, da ich doch die Waffenlieferungen in Krisen- und Konfliktregionen ebenfalls kritisiere.

„Dies heizt den Krieg an, statt ihn zu stoppen. Falls es im Rahmen eines UN-Mandats zu einem international-geführten Engagement kommen sollte, unterstütze ich eine Beteiligung Deutschlands im Bereich der Logistik oder durch Bereitstellung von Infrastruktur.“65

Erneut wird von einem Krieg gesprochen und damit suggeriert, als wäre es die Türkei oder die NATO die zu diesem Zeit einen Krieg gegen Syrien führt. Diese Wortwahl halte ich für gefährlich. Im Übrigen scheinen es doch die Unterstützer dieser Erklärung zu sein, die eine Intervention in Syrien nicht ausschließen, eher noch als derzeit die Bundesregierung. Vielleicht lässt sich der Konflikt ja durch Koordinierung der Flüchtlingsströme durch Zusammenarbeit der Türkei und der EU ja bereits lösen. Warum wird hier also – ohne Not – bereits von einem international-geführten Engagement gesprochen? Das schürt die Eskalation und die Kriegsgefahr viel eher, als das Verhalten der Bundesregierung momentan.

Alles in Allem halte ich diese Erklärung nur für unausgegorene Demagogie, die eine Position zu belegen gedenkt, die letztlich naiv, gefährlich und inhuman ist. Aus Gutmenschentum wird hier eine Eskalation der Lage in Kauf genommen, nur um bei Ideologie zu bleiben und „links“ zu blinken.

Zu guter Letzt möchte ich die Rede von Rainer Arnold aus der SPD-Bundestagsfraktion untersuchen und sie kritisieren.

„Herr Präsident! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Verantwortliche Sicherheitspolitik heißt, Risiken frühzeitig zu erkennen und langfristig Vorsorge zu betreiben. Das gilt in erster Linie für politische Prozesse, auch in Syrien. Wir finden, es ist ein richtiger Schritt, dass sich die Opposition in Syrien zusammengefunden hat und für die deutsche Außenpolitik ein Gesprächspartner sein kann.“66

Gegen verantwortliche Sicherheitspolitik und Vorsorgemaßnahmen habe ich nichts einzuwenden. Ich bin wie gesagt sehr skeptisch gegenüber der Opposition in Syrien, weil diese doch sehr heterogen ist und es mitnichten einen Gesprächspartner für die deutsche Außenpolitik gibt. Das ist hier offenbar bei Rainer Arnold mehr Wunsch als Realität. Das ist nur eine Form der Kommunikation, um die Massen zu beschwichtigen.

„Dazu gehört allerdings auch, dass bei aller Kritik an Russland – und Russlands Verhalten ist zu kritisieren – gleichzeitig akzeptiert und erkannt wird, dass russische Interessen mitbedacht werden müssen, wenn man in Prozesse eintreten will, die das Blutvergießen beenden sollen. Dazu gehört auch, dass die syrische Armee am Ende nicht zerschlagen wird; denn wir wissen, dass dieses Land, vollgestopft mit Waffen, eine Armee braucht, die den Daumen auf diese Waffen hält. Dazu gehört weiterhin, dass wir unserer Verantwortung für die Flüchtlinge gerecht werden. Diese Verantwortung umfasst mehr, als nur Geld zu geben.

(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)“67

Was ist denn am Verhalten Russlands so wirklich zu kritisieren? Die Russen wollen ebenfalls eine Eskalation vermeiden und gleichzeitig alle diplomatischen Mittel nutzen. Ich wüsste nicht, was daran falsch sein soll. Eher ist doch das Verhalten der US-Amerikaner und der Franzosen zu kritisieren, die bereits mit einem Einmarsch nach Syrien im Falle des Falles gedroht haben.

Das nächste Argument ist doch recht abenteuerlich. Es ist doch immer die Regierung, die eine Armee befehligt. Warum braucht also ein Land vollgestopft mit Waffen eine Armee, die den Daumen drauf hält? Das ist mir unklar. Erkenne ich da erste Anzeichen und Versatzstücke der Gesinnung des Pentagon nach einer militärischen Intervention in Syrien einen Diktator als Vasallen einzusetzen, wie einst im Irak? Ich denke ja.

Die Flüchtlingsströme in die Türkei sollten in Kooperation von EU und Türkei koordiniert werden, damit kein Flüchtling aus Syrien abgewiesen werden muss. Ich hatte erwartet, dass die SPD-Fraktion sich da mehr ins Zeug legt für diese Position.

„Wir wissen aber auch: Nicht alle Risiken sind vorsorgend politisch anzugehen. Dieses Land hat fast 1 000 Mittelstreckenraketen und besitzt chemische Kampfstoffe, die in Raketen verfüllt werden können. Die Realität ist, dass Assad fast täglich seine eigene Bevölkerung beschießt, dass Granaten in der Türkei einschlagen – eine Familie wurde ausgelöscht, und ein türkisches Flugzeug wurde über dem Mittelmeer abgeschossen – und dass Qassam-Raketen auf die eigene Bevölkerung gerichtet werden. Wer sagt uns eigentlich, dass nicht eines Tages eine fehlgeleitete Qassam-Rakete in der Türkei einschlagen könnte?“68

Hier ist nochmal der deutliche Hinweis auf die Raketenarsenale Syriens. Außerdem wird die Lage der syrischen Zivilisten im Bürgerkrieg erläutert. Aber: Qassam-Raketen sind Kurzstreckenraketen mit einer Reichweite von höchstens 10 km, in verbesserten Ausführungen und Umbauten wohl maximal 40 km. Es wäre zwar furchtbar, wenn neben den bisher betroffenen syrischen Zivilisten auch türkische Zivilisten von Beschuss durch Qassam-Raketen betroffen wären, aber mit den Patriot-Flugabwehrraketen kann man Qassam-Raketen ganz sicher nicht abwehren.

„Wir werden bei der Verlegung militärischer Fähigkeiten diese Risiken bedenken, gleichzeitig aber prüfen: Tragen die Patriot-Systeme zur Eskalation der Situation bei, oder wirken sie deeskalierend? Wir stimmen der Verlegung dieser Systeme zu, weil wir der festen Überzeugung sind: Sie wirken deeskalierend. Hierfür gibt es eine ganze Reihe von Gründen.

In erster Linie ist diese Verlegung einer routinemäßig vorhandenen, integrierten NATO-Fähigkeit der Luftverteidigung zum Schutz der Türkei eine politische Ansage. Sie lautet: Die NATO hält zusammen. Es ist gut, wenn dies alle wissen. Dieses Wissen hat in der Geschichte der NATO zu Frieden und Stabilität bei uns geführt.“69

Nunja, mir wäre es lieber, die EU würde zusammen eine eigene Strategie finden und gemeinsam mit der Türkei anstelle der NATO eigenständig handeln. Wenn dem so wäre, dann müssten wir Europäer zu Sicherung unseres Friedens uns auch nicht in einen Ölkrieg in Afghanistan zwingen lassen.

Gegen die vielen Flugzeuge und Raketen des syrischen Militärs wäre aber auch das Patriot-Flugabwehrraketensystem ein nur unzureichender Schutz.

„Sollte aber – selbst wenn es ein unwahrscheinlicher Fall ist – eine Rakete auf türkisches Gebiet zufliegen, in urbanem Gebiet einschlagen und den Tod von Hunderten Menschen verursachen, dann würde das zu einer absoluten Eskalation der Situation bis hin zum Ausbruch eines Krieges führen. Deshalb ist es besser, dass Patriot-Systeme dies möglicherweise verhindern. Insofern trägt die Verlegung militärisch zur Deeskalation bei. Dieses System ist per se defensiv ausgerichtet.“70

Hier wird also bereits ohne Not von einem möglichen Krieg gesprochen. Dafür sehe ich keinen Grund. Aber es ist richtig, dass mit der Verlegung der Patriot-Flugabwehrraketen eine defensive Strategie verfolgt wird, die deeskalierend wirken soll. Diese Aussage kann ich unterstützen.

„Wir stimmen auch deshalb zu, weil die Regierung, aber auch die NATO und die Türken bei der Diskussion über diesen Antrag zugehört haben. Die Bedenken der Opposition wurden aufgenommen. Das gilt vor allen Dingen für die Formulierung, dass dieses System ausdrücklich nicht auf syrischem Staatsgebiet wirken darf. Das trifft aber schon aus operativen Gründen zu: Die Entfernungen sind nämlich so groß, dass dies technisch gar nicht möglich wäre. Für Fachpolitiker ist ebenfalls klar: Patriot-Systeme sind nicht das Mittel der Wahl zur Durchsetzung einer Flugverbotszone.“71

Sicher, unsere türkischen Freunde sollen sehen, wie es um unsere Unterstützung bestellt ist. Und es gab einen demokratischen Prozess weit über die Parteigrenzen hinweg. So wurden etwa Positionen der Grünen und der SPD mit aufgenommen. Die Patriot-Flugabwehrraketen werden in ausreichendem Abstand zur türkisch-syrischen Grenze positioniert. Eine Flugverbotszone zu errichten wird eben nur mit der Unterstützung der Russen möglich sein.

„Nun hören wir natürlich immer wieder den Einwand: Dieses defensive System könnte auch andere Funktionen haben; es könnte der Türkei möglicherweise eigene Handlungsoptionen und -freiräume eröffnen. Dazu ist zu sagen: Bisher hat sich die Türkei in dieser ernsten Situation an ihrer Grenze außerordentlich besonnen verhalten. Dies muss so bleiben; das dürfen wir den Türken durchaus signalisieren. Dazu ist auch zu sagen: Das Patriot-System macht die Türkei in keiner Weise unverwundbar. Das System ist in der Lage, in einem sehr eng gefassten Kreis mit Radius von 30 Kilometern urbanes Gebiet und sensible Infrastruktur zu schützen, aber nicht das gesamte Staatsgebiet.“72

Ich denke diese Einwände wären absurd, denn die Türkei hat doch allein keine wirklichen Handlungsoptionen in dieser Auseinandersetzung. Letztlich wäre sie selbst im Falle eines Einmarsches auf syrisches Gebiet zumindest auf Unterstützung entweder der Russen oder der US-Amerikaner und der NATO angewiesen.

„Die Regierung hat in der Diskussion über die Mandatsfrage zugehört und am Ende unsere Rechtsauffassung übernommen. Wir sagten von vornherein: Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2008 ist dieser Einsatz zu mandatieren. Dazu gehört dann auch, AWACS ins Mandat aufzunehmen.

In einem Punkt stimme ich mit der Kollegin Hoff völlig überein. Die schnelle Diskussion im Deutschen Bundestag über diesen Einsatz zeigt: Wir haben überhaupt keinen Grund, uns von irgendjemandem – weder von unseren Freunden in der NATO noch von einigen Kollegen der CDU/CSU – einreden zu lassen, die Bündnisfähigkeit werde beschränkt, weil es in Deutschland einen Parlamentsvorbehalt gibt. Der deutsche Parlamentsvorbehalt behindert nichts. Wir zeigen heute, dass er gut funktioniert.

(Beifall bei der SPD und der FDP sowie des Abg. Dr. Reinhard Brandl (CDU/CSU))“73

Natürlich ist es richtig, dass das Parlament in dieser Frage die Entscheidung trifft. Ich finde es auch wichtig, dass die SPD hier gesondert darauf hinweist. Das muss auch eben bei weiteren Entscheidungen so sein.

„Nun wünschen wir uns allerdings, dass die Regierung auch noch in zwei anderen Punkten auf die Opposition hört. Der erste Wunsch bezieht sich auf die Frage der Finanzierung. In Ihrem Koalitionsvertrag steht, dass weitere Aufgaben der Bundeswehr aus dem Einzelplan 60 finanziert werden sollen. Im Mandat steht aber, dass das Geld direkt aus dem Etat der Bundeswehr kommt. Gleichzeitig erzählen Sie den Soldaten, es sei kein Geld für dies und jenes vorhanden, vor allen Dingen nicht für Beförderungen von Mannschaftsdienstgraden. Ich hätte mir schon gewünscht, dass die Bundeskanzlerin sagt, wo es langgeht, wenn sich die Ressorts in dieser Frage nicht einigen können. Aber sie taucht auch bei diesem Thema ab.“74

Ich denke, dass dies eines eigenen Antrag bedürfen würde und dass es auch möglich wäre, dass die Finanzierung später noch aus einem anderen Etat geschehen kann. Das letzte Argument ist wohl als politisches Geplänkel zu verstehen.

„Meinen zweiten Wunsch richte ich direkt an Sie, Herr Minister: Wann erkennen Sie angesichts der Realitäten, über die wir heute und möglicherweise auch im Januar diskutieren, endlich, dass Ihr Ansatz „Breite vor Tiefe“ nicht zukunftsfähig ist?

(Beifall bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)“75

Diese Bemerkung ist in diesem Fall wohl eine Aussage nicht zur Sache.

„Wir verlegen ein System von Patriot-Raketen inklusive knapp 400 Soldaten in die Türkei, und gleichzeitig müssen diese Soldaten umziehen, weil Sie die Fähigkeit der Patriot-Raketen sozusagen halbieren, eine Fähigkeit, die innerhalb der NATO in nur drei Ländern vorhanden ist. Sie halbieren die Fähigkeit, statt zu sagen: Deutschland ist an dieser Stelle stark, hier können wir dem Bündnis etwas Präventives anbieten.

Mein letzter Punkt. Ich habe mit Sicherheitsvorsorge begonnen und will damit auch enden. Sicherheitsvorsorge ist etwas anderes, als immer nur situativ zu diskutieren und zu reagieren. Wir alle wissen um die Umbrüche in der arabischen Welt und im nördlichen Afrika. Deutsche Politik handelt hier – siehe Libyen, siehe die Debatten, die wir aktuell geführt haben; der Einstieg in die Diskussion über die Patriot-Raketen war wirklich nicht ganz glücklich – ein Stück weit situativ statt konzeptionell und langfristig unterlegt.“76

Was hier mit halbieren der Fähigkeit gemeint sein soll erschließt sich mir nicht. Zum letzten Punkt würde ich sagen, klar man müsste eine Leitidee zur Sicherheitsvorsorge entwickeln. Das würde ich unterstützen. Aber dennoch ist die Diskussion doch deshalb situativ, weil sich eben in der letzten Zeit erst dieses Bedrohungsszenario entwickelt hat.

„Herr Minister und Frau Bundeskanzlerin, es reicht nicht aus, wenn Sie bei einer Konferenz die Überschrift produzieren: „Es gibt Länder, die strategische Partner sind“. Nein, wir brauchen in der deutschen Gesellschaft, vor allen Dingen auch im Deutschen Bundestag, eine echte sicherheitspolitische Debatte über die strategische Ausrichtung und über die wohlverstandenen Stabilitätsinteressen Deutschlands.“77

Ja. Wir bräuchten eine sicherheitspolitische Debatte im Bundestag. Da wäre es eben gut, herauszufinden, dass die Länder der Europäischen Union eben strategische Partner sind und die USA eben ihren eigenen Weg gegangen sind, den Weg ihrer Ideologie von Präemptiven Militärschlägen. Damit haben sie sich im Grunde genommen für die Länder der EU als strategische Partner in der Sicherheitspolitik verabschiedet. Es wäre daher richtig, endlich eine defensive und diplomatische Außenpolitik unabhängig von den USA zu betreiben. Deshalb war es auch gut, dass Gerhard Schröder als rot-grüner Kanzler die Beziehungen zum neuen Russland intensiviert hat. Davon profitiert jetzt auch diese Bundesregierung.

„Diese Debatte fehlt bis jetzt. Sie könnten sie anstoßen. Warten Sie nicht darauf, dass sie sich irgendwie ergibt. Geben Sie hier eine Regierungserklärung zur Sicherheitspolitik ab. Wir können dann gemeinsam darüber diskutieren. Wir bieten Ihnen das ausdrücklich an. Ich bin überzeugt davon: Es gibt eine Reihe von Punkten, bei denen Konsens zu erzeugen wäre. Aber es ist nicht gut, dass Sie solche Überschriften produzieren, um möglicherweise Rüstungsexporte zu erleichtern, aber in der Gesellschaft, im Parlament den Diskurs darüber verweigern. Das tut den deutschen Interessen nicht gut, weil wir einen Nachholbedarf an strategischer Orientierung haben. Ich wünsche mir, dass Sie auch hier auf die Opposition hören.

Ansonsten ist es ein Thema, das zu den friedlichen Tagen kurz vor Weihnachten passt. Wir sind froh, dass an die Soldaten das Signal ausgeht: Der Deutsche Bundestag trägt Ihre schwierige Aufgabe mit sehr großer Mehrheit.
Herzlichen Dank und ein frohes Fest.

(Beifall bei der SPD)“78

Den letzten Abschnitt würde ich als Wahlkampf-Auftakt interpretieren. Eine Regierungserklärung zur Sicherheitspolitik wird es bestimmt nicht geben, denn das wäre tödlich für diese Bundesregierung. Insbesondere, da sie sich ja dann zu den Rüstungsexporten auch wirklich irgendwie äußern müsste. Offenbar ist Derartiges in den nächsten Jahren nicht zu erwarten, es sei denn, die Mehrheit wechselt.

Letztlich erkenne ich viele Redundanzen zu den Aussagen der Bundesregierung in den Aussagen von Rainer Arnold. Das verwundert auch nicht, da zu diesem Thema eigentlich eine breite Einigkeit besteht.

Ich will am Ende noch einige Bemerkungen zu den SPD-Bundestagsabgeordneten machen, die gegen diesen Antrag gestimmt haben. Damit meine ich die Abgeordneten Klaus Barthel, Bärbel Bas, Lothar Binding, Ulla Burchardt, Peter Danckert, Angelika Graf, Hans-Joachim Hacker, Petra Hinz, Bärbel Kofler, Christine Lambrecht, Steffen-Claudio Lemme, Hilde Mattheis, Swen Schulz, Marlies Volkmer und Waltraud Wolff.

Für DIE LINKE. wäre es der Super-GAU, wenn solche Leute jetzt auch noch die Fraktion nach links wechseln, wie einst Diether Dehm und Uwe Hiksch. Diese SPD-Abgeordneten sind diejenigen, die jederzeit mit Ideologie versuchen links zu blinken. Letztlich sind es aber genauso verblendete Ideologen und opportunistische Schmeißfliegen wie Jan van Aken, Christine Buchholz, Sevim Dagdelen, Diether Dehm, Andrej Hunko, Heike Hänsel, Niema Movassat und Paul Schäfer.

Mit solchen Leuten in der Fraktion kann man nicht regieren. Solche unzuverlässigen Personen waren es bereits, die Gerhard Schröder gestürzt haben. Das darf nicht noch einmal passieren.

Man sieht, dass derzeit weder DIE LINKE. noch die SPD wirklich regierungsfähig ist. Und in diesem Zustand wird es schwer, insbesondere für die SPD, die wahlentscheidende „bürgerliche Intelligenz“ in der politischen Mitte auf seine Seite zu bekommen.

Über viele Jahre hat die SPD bereits ihre Ideologen in der PDS und der Linkspartei entsorgt, in der Hoffnung, dass sie mit der Linkspartei zusammen im politischen Nirvana verschwinden. Diese Strategie wird nicht aufgehen. Für die SPD war und wäre es innerparteilich allerdings ideal diese Leute loszuwerden.

Man sieht ansonsten, dass die SPD wie eine leninistische Kaderpartei funktioniert, deren Ethik bald wie die des Mullah-Regimes im Iran wirkt, während die Linkspartei noch eher basisdemokratisch organisiert ist. Ich werde als Basismitglied für Kritik aus der SPD ausgeschlossen und Scheiß-Pack in der SPD-Bundestagsfraktion bekommt für reaktionäre Gesinnung, Ideologie auf der Basis von Religion, die sich von marxistisch-leninistischer Propaganda durch nichts als durch das Bekenntnis zu Gott unterscheidet, noch honoris causa, Bundesverdienstkreuze und Verdienstorden hinterher geschmissen.

Und ich bleibe dabei: Mit Scheiß-Pack, das mir politisch nicht passt, muss ich auch innerparteilich nicht solidarisch sein! Das widerstrebt meinem Demokratieverständnis. Hier ist die SPD heute innerparteilich selbst undemokratischer als die CDU oder die SED. Deshalb wähle ich auch als Sozialdemokrat weiterhin die Linkspartei und empfehle das auch Jeder und Jedem, von Mecklenburg-Vorpommern bis Bayern, weil die SPD nur noch ein Schatten ihrer selbst ist, völlig borniert und festgefahren. Es gibt keinen innerparteilichen Diskurs mehr in der SPD. Wer Kritik an Ideologie äußert, wird ausgeschlossen. Die SPD ist eine gleichgeschaltete Ethik-Sekte, patriarchal, reaktionär und faschistoid.

Die Wahrheit ist doch: Die LINKE. ist derzeit die einzige sozialdemokratische Fraktion im deutschen Bundestag und die SPD ist heute nur noch eine Gesinnungssekte für die Interessen der oberen Mittelschicht und für den Ablasshandel der politisch-ökonomischen Oberschicht. Scheiß Christen-Pack, Islamisten und Mafiosi. Pro-kapitalistisch, imperial, gewalttätig, antisemitisch und homophob, wie die NSDAP. So ist es eben, wenn man die Ethik des US-Imperialismus vollständig paraphrasiert hat. In absehbarer Zeit wird DIE LINKE. sehen, dass verantwortliche Sicherheitspolitik eben zumindest militärische Schutzmaßnahmen für sich selbst und seine Verbündeten beinhaltet.

  1. Frank, Michael: Patriot-Raketen für die Türkei sind notwendig für die Sicherheit der Europäischen Union!, in: michael-frank.eu vom 14. Dezember 2012, online unter: https://www.michael-frank.eu/Fachartikel/2012-12-14-Patriot-Raketen.pdf
  2. van Aken, Jan: Keine Soldaten und keine Raketen in die Türkei!, Rede vor dem Deutschen Bundestag am 12. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 213. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 12. Dezember 2012, S. 26114 B, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17213.pdf
  3. van Aken, Jan: Keine Soldaten und keine Raketen in die Türkei!, Rede vor dem Deutschen Bundestag am 12. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 213. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 12. Dezember 2012, S. 26114 B, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17213.pdf
  4. van Aken, Jan: Keine Soldaten und keine Raketen in die Türkei!, Rede vor dem Deutschen Bundestag am 12. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 213. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 12. Dezember 2012, S. 26114 B, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17213.pdf
  5. Siehe hierzu: Syrien: Merkel und Putin pochen auf Diplomatie, in: tagesschau.de vom 01. Juni 2012, online unter: http://www.tagesschau.de/ausland/syrien1576.html
  6. Siehe hierzu: Hollande fordert von syrischen Rebellen Bildung von Übergangsregierung, in: de.rian.ru vom 27. August 2012, online unter: http://de.rian.ru/politics/20120827/264273159.html
  7. Siehe hierzu: Gefechte an der syrischen Grenze: Merkel verurteilt Syrien „aufs Schärfste“, in: spiegel.de vom 04. Oktober 2012, online unter: http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-tuerkei-konflikt-merkel-verurteilt-syrischen-beschuss-a-859441.html
  8. van Aken, Jan: Keine Soldaten und keine Raketen in die Türkei!, Rede vor dem Deutschen Bundestag am 12. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 213. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 12. Dezember 2012, S. 26114 B, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17213.pdf
  9. Siehe hierzu: Frank, Michael: Patriot-Raketen für die Türkei sind notwendig für die Sicherheit der Europäischen Union!, in: michael-frank.eu vom 14. Dezember 2012, online unter: https://www.michael-frank.eu/Fachartikel/2012-12-14-Patriot-Raketen.pdf
  10. van Aken, Jan: Keine Soldaten und keine Raketen in die Türkei!, Rede vor dem Deutschen Bundestag am 12. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 213. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 12. Dezember 2012, S. 26114 B, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17213.pdf
  11. Siehe hierzu: Krieg in Syrien: Türkei bittet Nato um „Patriot“-Raketen – Westerwelle sagt zu, in: spiegel.de vom 21. November 2012, online unter: http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-bittet-nato-um-patriot-einsatz-a-868000.html
  12. Bürgerkrieg in Syrien: Assad setzt weitere Scud-Raketen ein, in: handelsblatt.com vom 21. Dezember 2012, online unter: http://www.handelsblatt.com/politik/international/buergerkrieg-in-syrien-assad-setzt-weitere-scud-raketen-ein/7555270.html
  13. van Aken, Jan: Keine Soldaten und keine Raketen in die Türkei!, Rede vor dem Deutschen Bundestag am 12. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 213. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 12. Dezember 2012, S. 26114 B, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17213.pdf
  14. Siehe hierzu: Syrien-Konflikt: SPD signalisiert Zustimmung zu Patriot-Raketen, in: br.de vom 22. November 2012, online unter: http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/rundschau/tuerkei-patriot-nato-100.html
  15. van Aken, Jan: Keine Soldaten und keine Raketen in die Türkei!, Rede vor dem Deutschen Bundestag am 12. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 213. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 12. Dezember 2012, S. 26114 B, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17213.pdf
  16. van Aken, Jan: Keine Soldaten und keine Raketen in die Türkei!, Rede vor dem Deutschen Bundestag am 12. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 213. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 12. Dezember 2012, S. 26114 B, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17213.pdf
  17. van Aken, Jan: Keine Soldaten und keine Raketen in die Türkei!, Rede vor dem Deutschen Bundestag am 12. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 213. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 12. Dezember 2012, S. 26114 B, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17213.pdf
  18. Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951, UNHCR, in: unhcr.org, online unter: http://www.unhcr.org/cgi-bin/texis/vtx/refworld/rwmain/opendocpdf.pdf?reldoc=y&docid=48ce50912
  19. van Aken, Jan: Keine Soldaten und keine Raketen in die Türkei!, Rede vor dem Deutschen Bundestag am 12. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 213. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 12. Dezember 2012, S. 26114 B, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17213.pdf
  20. van Aken, Jan: Keine Soldaten und keine Raketen in die Türkei!, Rede vor dem Deutschen Bundestag am 12. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 213. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 12. Dezember 2012, S. 26114 B, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17213.pdf
  21. Gysi, Gregor: Rede zum Patriot-Einsatz vor dem Deutschen Bundestag am 14. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26557 D, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  22. Siehe hierzu: Frank, Michael: Patriot-Raketen für die Türkei sind notwendig für die Sicherheit der Europäischen Union!, in: michael-frank.eu vom 14. Dezember 2012, online unter: https://www.michael-frank.eu/Fachartikel/2012-12-14-Patriot-Raketen.pdf
  23. Gysi, Gregor: Rede zum Patriot-Einsatz vor dem Deutschen Bundestag am 14. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26557 D, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  24. Gysi, Gregor: Rede zum Patriot-Einsatz vor dem Deutschen Bundestag am 14. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26557 D, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  25. Siehe hierzu: Nordland, Rod: Al Qaeda Taking Deadly New Role in Syria’s Conflict, in: nytimes.com vom 24. Juli 2012, online unter: http://www.nytimes.com/2012/07/25/world/middleeast/al-qaeda-insinuating-its-way-into-syrias-conflict.html
  26. Siehe hierzu: Syrien: Assad kann chemische Kampfstoffe binnen Stunden einsetzen, in: spiegel.de vom 16. Dezember 2012, online unter: http://www.spiegel.de/politik/ausland/syriens-chemiewaffen-sind-laut-bnd-innerhalb-von-stunden-einsatzbereit-a-873229.html
  27. Gysi, Gregor: Rede zum Patriot-Einsatz vor dem Deutschen Bundestag am 14. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26557 D, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  28. Gysi, Gregor: Rede zum Patriot-Einsatz vor dem Deutschen Bundestag am 14. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26557 D, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  29. Siehe hierzu: Monath, Hans: Syrienkonflikt: Westerwelle warnt vor Flächenbrand in der Region, in: tagesspiegel.de vom 26. Februar 2012, online unter: http://www.tagesspiegel.de/politik/syrienkonflikt-westerwelle-warnt-vor-flaechenbrand-in-der-region/6255440.html
  30. Gysi, Gregor: Rede zum Patriot-Einsatz vor dem Deutschen Bundestag am 14. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26557 D, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  31. Siehe hierzu: Syrien-Konflikt: Obama droht Assad mit Militärschlag, in: sueddeutsche.de vom 21. August 2012, online unter: http://www.sueddeutsche.de/politik/syrien-konflikt-obama-droht-assad-mit-militaerschlag-1.1446041
  32. Siehe hierzu: Russland: UN-Bericht: Immer mehr religiöse Gruppen kämpfen in Syrien: in: schwarzwaelder-bote.de vom 20. Dezember 2012, online unter: http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.russland-syrien-putin-warnt-vor-militaerischen-erfolg-der-assad-gegner.b076c2dd-080c-451f-af3c-c6b97d262f3e.html
  33. Siehe hierzu: Stürmer, Michael: Atomstreit: USA bestimmen selbst über Iran-Angriff – ohne Israel, in: welt.de vom 11. März 2012, online unter: http://www.welt.de/debatte/article13915900/USA-bestimmen-selbst-ueber-Iran-Angriff-ohne-Israel.html
  34. Gysi, Gregor: Rede zum Patriot-Einsatz vor dem Deutschen Bundestag am 14. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26557 D, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  35. Gysi, Gregor: Rede zum Patriot-Einsatz vor dem Deutschen Bundestag am 14. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26557 D, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  36. Siehe hierzu: Sydow, Christoph: Türkische Nahost-Politik: Warum Erdogan die Hamas hofiert, in: spiegel.de vom 04. Januar 2012, online unter: http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkische-nahost-politik-warum-erdogan-die-hamas-hofiert-a-807179.html
  37. Siehe hierzu: Wittrock, Phillip: Erdogan bei Merkel: Lächelnd auf Distanz, in: spiegel.de vom 31. Oktober 2012, online unter: http://www.spiegel.de/politik/ausland/erdogan-bei-merkel-eu-beitrittsverhandlungen-stocken-a-864521.html
  38. Gysi, Gregor: Rede zum Patriot-Einsatz vor dem Deutschen Bundestag am 14. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26557 D, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  39. Gysi, Gregor: Rede zum Patriot-Einsatz vor dem Deutschen Bundestag am 14. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26557 D, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  40. Siehe hierzu: Weiss, Michael: Syrian rebels say Turkey is arming and trainig them, in: blogs.telegraph.co.uk vom 22. Mai 2012, online unter: http://blogs.telegraph.co.uk/news/michaelweiss/100159613/syrian-rebels-say-turkey-is-arming-and-training-them/
  41. Gysi, Gregor: Rede zum Patriot-Einsatz vor dem Deutschen Bundestag am 14. Dezember 2012, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26557 D, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  42. Ich will aber hinzufügen, dass Letzteres in den anderen Fraktionen genauso ist.
  43. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  44. Siehe hierzu: Charta der Vereinten Nationen und Statut des Internationalen Gerichtshofs, in: un.org, online unter: www.un.org/Depts/german/un_charta/charta.pdf
  45. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  46. Siehe hierzu: Vergeltungsangriff: Türkei beschießt Ziele in Syrien, in: zeit.de vom 03. Oktober 2012, online unter: http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-10/tuerkei-syrien-angriff-vergeltung
  47. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  48. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  49. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  50. Siehe hierzu: Nordland, Rod: Al Qaeda Taking Deadly New Role in Syria’s Conflict, in: nytimes.com vom 24. Juli 2012, online unter: http://www.nytimes.com/2012/07/25/world/middleeast/al-qaeda-insinuating-its-way-into-syrias-conflict.html
  51. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  52. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  53. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  54. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  55. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  56. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  57. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  58. Siehe hierzu: Verfassung der Republik Türkei, online unter: www.tuerkei-recht.de/downloads/verfassung.pdf
  59. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  60. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  61. Siehe hierzu: http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerkrieg_in_Syrien
  62. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  63. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  64. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  65. Graf, Angelika: Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Angelika Graf vom 14. Dezember 2012, in: baerbelbas.de, online unter: http://www.baerbelbas.de/images/stories/Aktuelles/erklrung-trkeieinsatz_14122012.pdf
  66. Arnold, Rainer: Rede am 14.12.2012 zur Entsendung des Bundeswehr-Luftabwehrsystems „Patriot“ an die türkisch-syrische Grenze, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26555, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  67. Arnold, Rainer: Rede am 14.12.2012 zur Entsendung des Bundeswehr-Luftabwehrsystems „Patriot“ an die türkisch-syrische Grenze, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26555, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  68. Arnold, Rainer: Rede am 14.12.2012 zur Entsendung des Bundeswehr-Luftabwehrsystems „Patriot“ an die türkisch-syrische Grenze, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26555, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  69. Arnold, Rainer: Rede am 14.12.2012 zur Entsendung des Bundeswehr-Luftabwehrsystems „Patriot“ an die türkisch-syrische Grenze, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26555, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  70. Arnold, Rainer: Rede am 14.12.2012 zur Entsendung des Bundeswehr-Luftabwehrsystems „Patriot“ an die türkisch-syrische Grenze, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26555, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  71. Arnold, Rainer: Rede am 14.12.2012 zur Entsendung des Bundeswehr-Luftabwehrsystems „Patriot“ an die türkisch-syrische Grenze, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26555, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  72. Arnold, Rainer: Rede am 14.12.2012 zur Entsendung des Bundeswehr-Luftabwehrsystems „Patriot“ an die türkisch-syrische Grenze, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26555, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  73. Arnold, Rainer: Rede am 14.12.2012 zur Entsendung des Bundeswehr-Luftabwehrsystems „Patriot“ an die türkisch-syrische Grenze, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26555, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  74. Arnold, Rainer: Rede am 14.12.2012 zur Entsendung des Bundeswehr-Luftabwehrsystems „Patriot“ an die türkisch-syrische Grenze, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26555, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  75. Arnold, Rainer: Rede am 14.12.2012 zur Entsendung des Bundeswehr-Luftabwehrsystems „Patriot“ an die türkisch-syrische Grenze, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26555, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  76. Arnold, Rainer: Rede am 14.12.2012 zur Entsendung des Bundeswehr-Luftabwehrsystems „Patriot“ an die türkisch-syrische Grenze, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26555, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  77. Arnold, Rainer: Rede am 14.12.2012 zur Entsendung des Bundeswehr-Luftabwehrsystems „Patriot“ an die türkisch-syrische Grenze, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26555, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf
  78. Arnold, Rainer: Rede am 14.12.2012 zur Entsendung des Bundeswehr-Luftabwehrsystems „Patriot“ an die türkisch-syrische Grenze, in: Plenarprotokoll: Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 215. Sitzung. Berlin, Freitag, den 14. Dezember 2012, S. 26555, online unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17215.pdf

Patriot-Raketen für die Türkei sind notwendig für die Sicherheit der Europäischen Union!

In diesem kurzen Fachartikel möchte ich darstellen, warum ich die Stationierung von Patriot-Raketen in der Türkei für sinnvoll und notwendig erachte, um einerseits die Sicherheit der EU zu gewährleisten und andererseits unseren türkischen Bündnispartnern zur Hilfe zu kommen. Das ist ein wissenschaftlicher Artikel aus dem Bereich der Militärwissenschaft und der Politikwissenschaft. Ich forsche hier empirisch-analytisch und fälle ein Werturteil mit Hilfe von Logik.

Zunächst einmal möchte ich voranstellen, dass ich es für falsch halten würde, wenn Deutschland sich zu dieser Zeit und bei dieser politischen Faktenlage direkt militärisch in den Nahost-Konflikt begäbe, weil das unkalkulierbare Risiken mit sich bringen könnte. Personen, die sich gar politisch für einen Angriffskrieg gegen den Iran positionieren, halte ich für unverantwortliche Kriegstreiber, die über die Sachlage der Thematik des Nahost-Konfliktes keinerlei Kenntnis haben, völlig inkompetent und nicht zurechnungsfähig sind.

Ich bin auf das Thema aufmerksam geworden, als ich, wie öfter einmal, wieder die Webseiten von SPD, Grünen und Linkspartei durchstöbert habe. Auf der Webseite der Linken Berlin findet sich ein Artikel zur Thematik mit der Überschrift „Keine Soldaten und Raketen in den Nahost-Konflikt“ in dem Folgendes zu lesen ist:

„Heute berät der Bundestag über die Stationierung von Patriot-Raketen und 400 Soldaten der Bundeswehr an der syrisch-türkischen Grenze. Die Türkei hatte die NATO um diesen Einsatz gebeten. Damit sollen mögliche Raketenangriffe aus Syrien auf die Türkei abgewehrt werden. DIE LINKE lehnt einen solchen Auslandseinsatz der Bundeswehr ab. Ein Eingreifen der NATO in der Nahost-Region könnte unabsehbare Folgen nach sich ziehen. »Bei einer Eskalation des Konflikts besteht die Gefahr, dass Deutschland plötzlich zur Partei in einem Bürgerkrieg wird.« sagt der Berliner Landesvorsitzende Klaus Lederer. “1

Das NATO-Bündnis ist darauf angelegt, dass immer dann alle beteiligt sind, wenn ein NATO-Partner in Gefahr ist. Diese Argumentation der Linkspartei jedoch geht davon aus, als gäbe es die NATO gar nicht. Im Falle eines Angriffs auf die USA würde ich gar noch sagen, die Amerikaner können sich selbst verteidigen und unsere Hilfe ist nicht zwingend notwendig, aber wo es doch unsere türkischen Freunde betrifft und die Sicherheit der Europäischen Union in Gefahr ist, da denke ich, sollte man agieren.

Der Bürgerkrieg in Syrien ist letztlich nichts anderes, als die gewaltsame Unterdrückung der Opposition, bei der es gar Angriffe des Assad-Regimes auf syrische Städte gab und auch türkische Zivilisten durch Granaten umgebracht wurden.2 Raketenangriffe auf die Türkei könnten zu einer noch größeren Gefahr für türkische Bürger werden. In jedem Falle müsste Deutschland nach dem Grundgesetz insoweit Partei in diesem Konflikt werden, dass es Flüchtlinge aufnehmen muss und in diesem Falle zur Abwendung einer humanitären Katastrophe auch dann, wenn sie bereits in die Türkei geflüchtet sind. Unabsehbare Folgen wären doch ein Angriff auf einen Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder auf den Verbündeten Türkei, der doch nach Meinung vieler Linken zur EU gehören sollte.

Weiterhin heißt es in diesem Artikel:

„DIE LINKE wird den geplanten Einsatz von deutschen Soldaten und Raketenabwehrsystemen im Deutschen Bundestag wieder mal als einzige Partei ablehnen. Darüber hinaus protestierten heute Mitglieder, Abgeordnete sowie Sympathisantinnen und Sympathisanten der LINKEN gemeinsam am Brandenburger Tor. Mit einem mehrere Meter hohen Transparent haben wir unsere Position unter dem Motto »Keine Soldaten und Raketen in den Nahost-Konflikt«. Auch Klaus Lederer und die Landesgeschäftsführerin Katina Schubert waren dabei.“3

Diese Position halte ich für falsch und denke, an solch einer Demonstration sollte man sich nicht beteiligen. Das ist radikaler Pazifismus, der in diesem Fall auch noch völlig unbegründet ist. Politischer Extremismus, der inhuman ist. Auch das möchte ich hier belegen.

Die Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Christine Buchholz geht sogar noch weiter mit ihrer politischen Erklärung.

„Die Bundesregierung ist dabei, Deutschland zu einer Kriegspartei im Nahen Osten zu machen. Sie drückt die Verlegung von Raketensystemen und bis zu 400 Bundeswehrsoldaten in die Türkei im Eiltempo durch. Ihre Argumente sind vorgeschoben. Die Patriot-Raketen sind ungeeignet, Zivilisten in der türkisch-syrischen Grenzregion zu schützen. Es liegt auch kein Angriff gegen die Türkei vor.“4

Kriegspartei? Davon kann man in diesem Falle wirklich nicht sprechen, jedenfalls dann nicht, wenn man noch ganz klar im Kopf ist. Das Eiltempo ergibt sich aus der akuten Bedrohungslage für die Türkei und die syrischen Flüchtlinge, die Hilfe vor der Gewalt des Assad-Regimes suchen. Natürlich könnten die Abwehrraketen nützlich sein, um syrischen oder gar iranischen Angriffen vorzubeugen. Es gab bereits Abschüsse von syrischen Granaten auf türkisches Territorium. Zwar gibt es aktuell keinen Raketenangriff auf die Türkei, aber eine Wahrscheinlichkeit dafür besteht, angesichts des rücksichtslosen Vorgehens des syrischen Regimes, das offenbar eine Politik der verbrannten Erde verfolgt und im Zweifelsfall bereit ist, die Türkei anzugreifen.

„Die Erdogan-Regierung hat die Patriot-Raketen angefordert, um die NATO in ihren Grenzkonflikt mit Syrien hineinzuziehen. Das türkische Parlament hat bereits die Vollmacht für einen Einmarsch nach Syrien erteilt. Die Stationierung der deutschen Abwehrraketen erhöht die Kriegsgefahr, weil sie die Erdogan-Regierung zu militärischen Handlungen ermutigt.“5

Das ist nicht ein Grenzkonflikt der Türkei, sondern aggressive Gewalt des syrischen Regimes. Von dem Ansinnen der Türkei, in Syrien einzumarschieren, kann überhaupt keine Rede sein, zumal das auch für die Türkei eine Gefahr darstellen würde und von den NATO-Verbündeten bisher niemand diese Option anstrebt. Krieg führt das Assad-Regime gegen die eigene Bevölkerung und nicht die Türkei gegen Syrien. Daher sind die Maßnahmen, die die türkische Regierung ergreift nur dazu geeignet, die Zivilisten zu schützen. Die Hilfe durch die Deutsche Bundesregierung ist hier sinnvoll und hilft auch den syrischen Flüchtlingen, die sich in Lebensgefahr befinden.

Ebenfalls gab es auch eine Stellungnahme des LINKEN-Abgeordneten Paul Schäfer, der die Grünen für ihre Positionierung kritisiert.

„Wer militärische Eskalation vermeiden will, darf keine Waffen in Krisengebiete schicken. Gewissensberuhigende Einschränkungen ändern nichts daran, dass Deutschland mit der Entsendung von Raketen zur Konfliktpartei wird, eine militärische Lösung des Syrienkonfliktes begünstigt und den aggressiven Kurs der Türkei unterstützt. Genau das ist der erste Schritt der Eskalation, die Trittin angeblich vermeiden will. Dass die Grünen mit Blick auf vermeintliche Regierungsfähigkeit wieder einmal Friedenspolitik der Machtpolitik opfern, war erwartbar, bleibt aber dennoch falsch.“6

Das sehe ich nicht so. Vielmehr muss man alle möglichen Maßnahmen zur Verteidigung ergreifen, um eine Eskalation zu vermeiden. Von einem offensiven, aggressiven Kurs der Türkei zu sprechen ist meiner Ansicht nach völlig abwegig, wo es doch die Türkei ist, die bereits zehntausende syrische Bürgerkriegs-Flüchtlinge aufgenommen hat. Ich sehe hier keinen Grund für Vorwürfe an die Grünen. NATO-Partner und syrische Flüchtling vor Raketen-Angriffen zu schützen sehe ich nicht als Machtpolitik. Wer nicht einmal bereit ist, unsere türkischen Freunde und syrische Zivilisten durch Abwehrraketen zu schützen, hat im Bundestag auch nichts verloren. Die Linksfraktion sollte ihre Haltung hier dringend überdenken. Man sieht, dass die reaktionären Linksfaschisten im Moment noch in der Bundestagsfraktion die Mehrheit stellen. Es bleibt zu hoffen, dass sich das nach der Bundestagswahl 2013 ändert. Soviel zu aktuellen Positionen der Linkspartei.

In der taz konnte man einen interessanten Artikel von Eric Chauvistré lesen, der sich auch mit der zukünftigen Perspektive dieses Verteidigungseinsatzes beschäftigt.

„Am Freitag stimmte der Bundestag für die Stationierung deutscher „Patriots“-Systeme nahe der türkisch-syrischen Grenze. Und das ausgerechnet einen Tag nachdem Vertreter sowohl der Nato als auch Russlands ein baldiges Ende des Assad-Regimes prognostiziert hatten.

Es scheint durchaus nicht unwahrscheinlich, dass der Krieg in Syrien beendet ist, ehe die deutschen Raketenabwehrsysteme abschussbereit sind. Die offizielle Grund für den Einsatz wäre damit hinfällig.“7

Ich will die Hoffnung auf ein Ende des Assad-Regimes nicht abwürgen, da aber nicht absehbar ist, was danach kommt, halte ich das für zu spekulativ, zumal der politische Druck auf Syrien durch den Iran erheblich ist. Natürlich könnte es so sein, dass dieser Konflikt bald zu Ende ist, dennoch ist die Stationierung der Abwehrraketen auch zukünftig für die Sicherheit der EU und der Türkei relevant. Dies erwähnt Eric Chauvestré auch in diesem Artikel.

„Auch wenn nämlich die „Patriots“ bestenfalls ein kleines Gebiet, und auch das nicht absolut verlässlich, schützen können – die Nato würde ihrem Traum von einem umfassenden Schutz des Bündnisgebiets vor ballistischen Raketen endlich ein fernsehtaugliches Bild geben.

In den offiziellen Planungen der Bundeswehr ist davon noch nicht die Rede – doch die Versuchung dürfte groß sein, die „Patriots“ erst einmal an der Südostflanke der Nato zu belassen: Spätestens im Januar 2014 müsste sich der Bundestag dann eine neue Begründung für den Einsatz überlegen.“8

Das ist richtig. Der Einsatz sollte selbstverständlich regelmäßig mandatiert werden müssen. Auch ist es so, dass ein umfassender Schutz nicht nur der NATO, sondern auch insbesondere der EU selbst hergestellt werden muss, da wir Europäer uns auf die USA nicht verlassen können, weil ein solcher Einsatz nicht zwingend im Interesse der USA liegt.

Im Focus gibt es genauere Informationen über Umfang und Einsatzort des Einsatzbefehles für die Deutsche Bundeswehr.

„Deutschland schickt bis zu 400 Soldaten in die Türkei, um den Nato-Partner vor Angriffen aus dem Bürgerkriegsland Syrien zu schützen. Der Bundestag beschloss am Freitag mit großer Mehrheit die Entsendung von zwei „Patriot“-Raketenabwehrstaffeln der Bundeswehr in den Süden des Landes.

Der deutsche Stützpunkt wird in der Nähe der Großstadt Kahramanmaras sein, etwa 100 Kilometer von der Grenze zu Syrien entfernt. Bei der Nato-Mission sind auch die USA und die Niederlande dabei.“9

Zwei Staffeln und 400 Soldaten sind kein sehr großer Einsatz. Es handelt sich aber dennoch um eine Reihe von Spezialisten, die ihr militärisches Gerät perfekt für den Ernstfall beherrschen. Der Einsatzort ist auch nicht direkt im Grenzgebiet.

Auch über das Abstimmungsverhalten im Bundestag wird hier genauer berichtet.

„Die neue Auslandseinsatz wurde im Parlament auch von SPD und Grünen getragen. Von 555 Abgeordneten waren in namentlicher Abstimmung 461 dafür. Nur die Linksfraktion stimmte geschlossen dagegen. Bei der SPD gab es 15 Nein-Stimmen, bei den Grünen lediglich 2. Insgesamt 8 Abgeordnete enthielten sich.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) bedankte sich anschließend für die „breite Unterstützung“. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) betonte nochmals, dass es sich um eine „rein defensive Maßnahme“ handele. „Wenn man selber in einem Bündnis ist, kann man nicht wegsehen, wenn ein anderer Partner um Hilfe bittet.“ Auch die Türkei sprach von einem „defensiven Charakter“.“10

Hier ist auch bereits eine kurze Stellungnahme der Bundesregierung zu entnehmen. Ich werde die politischen Positionierungen der Fraktionen später genauer untersuchen.

An diesem Einsatz sind neben Deutschland auch die USA beteiligt. Hier zeigt sich erneut, dass die USA als Besatzungsmacht versuchen, die eigenständige Sicherheitspolitik der Staaten der Europäischen Union zu unterminieren, um in jedem Falle die Zusammenarbeit zu erzwingen, vermutlich, um ihren politischen Einfluss in der Türkei zu erhöhen und eine neue Verhandlungsbasis gegen die EU-Mitgliedsstaaten für einen drohenden Angriffskrieg gegen den Iran ihrerseits zu schaffen. In der Zeitung DIE ZEIT konnte man dazu lesen:

„Die USA haben einem Bericht zufolge die Verlegung von Patriot-Abwehrraketen an die türkisch-syrische Grenze auf den Weg gebracht. Verteidigungsminister Leon Panetta habe die entsprechenden Befehle unterzeichnet, berichtet die New York Times und der US-Sender CBS. Bis Ende Januar sollen zwei Raketen-Batterien und 400 Soldaten einsatzbereit sein. Von den insgesamt sechs geplanten Einheiten sollen je zwei aus den USA, aus Deutschland und den Niederlanden kommen. Sie werden unter dem Kommando der Nato stehen. Die drei Staaten verfügen als einzige Nato-Mitglieder über die moderne Patriot-Version PAC-3.

Die deutschen Patriots sollen ungefähr 120 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt im Südosten der Türkei stehen. Ein Teil der deutschen Soldaten soll auch bei der Überwachung des türkischen Luftraums mit Awacs-Aufklärungsflugzeugen (Airborne Warning and Control Systems) helfen. Der Einsatz ist zunächst bis Ende Januar 2014 befristet. Die Kosten hat die Bundesregierung bislang auf etwa 25 Millionen Euro beziffert.“11

Mit 25 Millionen Euro ist der Einsatz nicht so sehr aufwendig. Ebenfalls wird auch der Luftraum überwacht, um im Falle einer erhöhten Gefahr weitere Verteidigungsmaßnahmen schneller ergreifen zu können.

Der Bundeswehrverband sieht eine enorme Gefahr für die Deutschen Soldaten bestehen, da sie nicht ausreichend gegen den drohenden Einsatz von Chemiewaffen geschützt sind, die das Assad-Regime einsetzen könnte.

„Der Bundeswehrverband sieht die deutschen Soldaten jedoch nicht ausreichend gegen den Einsatz von chemischen Waffen geschützt. Verbandschef Ulrich Kirsch sagte der Welt, er hätte sich gewünscht, „dass ein Anteil für den ABC-Schutz vor Ort von vornherein eingeplant worden wäre“. Sollte die syrische Regierung tatsächlich chemische Kampfstoffe einsetzen, reiche es nicht, „die Schutzkräfte in Deutschland vorzuhalten“. Ansonsten sei der Kräfteansatz für die Türkei-Mission der Bundeswehr aber „wohlkalkuliert“.“12

Ich halte es für ein Versäumnis der SPD, dass niemand in der Fraktion dieses Problem artikuliert hat und denke, dass zu Schutze unserer Soldaten eine Einheit für die ABC-Abwehr ebenfalls in der Türkei stationiert werden sollte und dass es dabei auch engere Kooperation mit den türkischen Armee-Truppen geben sollte. So könnten auch türkische Truppen für die ABC-Abwehr geschult werden.

„Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hatte gefordert, dass Deutschland bei einem möglichen Militäreinsatz in der Türkei mitmachen solle. Kujat, der auch Vorsitzender des Nato-Militärausschusses war, betonte aber zugleich, dass der Bündnisfall nach Artikel 5 des Nato-Vertrages vom Nato-Rat bisher nicht festgestellt worden sei. Und selbst dann gebe es für die Bündnispartner „keine Automatik“. Das Ganze berge ein enormes Eskalations-Risiko. Die Gründe dafür seien die enge Verbindung von Syrien zum Iran, der israelisch-palästinensische Konflikt und der letztlich unkalkulierbare Fortgang des arabischen Frühlings.“13

Ich halte das für eine brilliante Kurz-Analyse von Harald Kujat. Auf der anderen Seite sehe ich den Iran, der sich zur Schutzmacht des Nahen und Mittleren Ostens erkoren hat, aber ebenso wie Syrien als eine extreme Gefahr für europäische Sicherheitsinteressen. Sicher, es gibt ein extremes Risiko für eine Eskalation, aber man sollte sich doch im Klaren sein, dass es angesichts der militärischen Kapazitäten des Irans und des schwelenden israelisch-palästinensischen Konflikts im Grunde keine Möglichkeit für Deutschland und die EU gibt, sich diesem Konflikt zu entziehen. Denn sollte die Türkei bald ein Mitglied der Europäischen Union sein, so ist die Außengrenze zum Iran wie die Außengrenze zu Syrien eben die Außengrenze der EU, die gesichert werden muss. Deshalb bleibe ich bei meiner Position, eine einsatzfähige Europäische Armee und ein Europäisches Außen- und Verteidigungsministerium so schnell wie möglich aufzubauen, um die Mitglieder der EU auch ohne die USA schützen zu können. Dies würde die Sicherheit der BürgerInnen der Europäischen Union um ein Vielfaches erhöhen.

Ich möchte nun einige Informationen über das Patriot-Raketenabwehrsystem geben, um zu verdeutlichen, um was für eine Art Waffe es sich handelt und wofür sie eingesetzt werden kann. Die Abbildung 1 zeigt zunächst zur Veranschaulichung das Patriot-Flugabwehrsystem auf einem Foto.


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Abbildung 1: Das Patriot-Flugabwehrsystem, Quelle: http://www.army-technology.com/projects/patriot/images/pat7.jpg 

 

Zunächst einmal ist zu sagen, dass es sich beim Patriot-Flugabwehrsystem nicht um eine Angriffswaffe, sondern um eine reine Verteidigungswaffe zur Flugabwehr handelt. Es wird versucht, gegnerische Flugzeuge und Flugkörper mittels einer radargesteuerten Rakete zu vernichten, bevor sie selbst angreifen können.

„MIM-104 Patriot ist ein bodengestütztes Mittelstrecken-Flugabwehrraketen-System zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern und taktischen ballistischen Mittelstreckenraketen.

Entwickelt wurde es bereits seit den 1960er-Jahren von den amerikanischen Unternehmen Raytheon und Lockheed, damals noch unter der Bezeichnung „SAM-D“. Das sowjetische Pendant zur Patriot war die SA-10 „Grumble“ aus den 1970er-Jahren, derzeit lässt sich die modernere russische SA-20 „Gargoyle“ am ehesten mit dem Patriot-System vergleichen.“14

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Abbildung 2: Technische Daten des Flugabwehrraketensystems Patriot, Quelle: http://www.luftwaffe.de/portal/a/luftwaffe/!ut/p/c4/Fcu5DYAwEATAirjNyagCTLac_En-ZBncPqCJByc-hU_0HLEWJhwwGtdrSpoy6Zy4dHtpHF2G1YD9H63TZ8KUuig1WLSctxfe0c7i/ 

 

Die Abbildung 2 gibt zunächst einige technische Daten des Flugabwehrsystems Patriot in einer kurzen Tabelle. Man kann ihr die Bekämpfungsreichweite, die Komponenten und die Angaben zum gelenkten Flugkörper entnehmen.

Die Entwicklungsschritte dieser Verteidigungswaffe kann man sich auf der Webseite army-technology.com genauer ansehen.15 Ich will aber hier nicht im Detail darauf eingehen. Nur soviel, dass diese Waffe sich bereits seit Jahrzehnten in der Entwicklung befindet und bereits auch erfolgreich zur Flugabwehr eingesetzt wurde.

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Abbildung 3: Weitere technische Angaben zum Flugabwehrraketensystem Patriot, Quelle: http://www.globalsecurity.org/space/systems/patriot-specs.htm/ 

 

Die Abbildung 3 zeigt noch einmal einige genauere Angaben auch zu verschiedenen Ausführungen des Patriot-Flugabwehrraketensystems. Man sieht also glasklar, dass es sich um eine reine Verteidigungswaffe handelt. Wer behauptet, damit würde ein Grenzkonflikt geschürt, ist schäbig und erbärmlich verlogen.

Neben den USA und Deutschland verfügen auch die Niederlande, Griechenland, Polen, Spanien, Israel und viele weitere Staaten über dieses Waffensystem. Es wird damit in keiner Weise eine offensive Militärstrategie verfolgt, sondern vielmehr ein rudimentärer Schutz gewährleistet, der etwa gegen die Luftwaffe des Irans und deren Kurz- und Mittelstrecken bei weitem nicht ausreichend wäre. Selbst gegen die Raketen Syriens wären diese zwei Einheiten nur unzureichend. Aber mit den AWACS-Aufklärungsflugzeugen besteht zumindest die Möglichkeit zeitnah weitere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, falls die Situation eskaliert oder gar der Iran Syrien zur Hilfe eilt.

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Abbildung 4: Funktionsweise des Patriot-Raketenabwehrsystems, Quelle: http://www.welt.de/img/deutschland/origs112005869/4029721109-w900-h600/DWO-Rakete.jpg 

 

Abbildung 4 stellt die Funktionsweise des Raketensystems dar. Das durch eine Radareinheit erkannte feindliche Flugobjekt wird nach einer Berechnung der Flugbahn durch das Abfeuern einer Abfangrakete angegriffen und im Idealfall zerstört. Die Waffe ist innerhalb von wenigen Minuten einsetzbar.

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Abbildung 5: Standort für den Einsatz, Quelle: http://www.welt.de/img/deutschland/origs112005870/3409721109-w900-h600/DWO-Syrien.jpg 

 

Auf Abbildung 5 wird der Standort für den Einsatz des Patriot-Flugabwehrsystems dargestellt. Sieht man sich also die Reichweite der Waffe an (siehe Abbildung 2 und 3) und dazu die Entfernung des Einsatzortes zur türkisch-syrischen Grenze, so erkennt man, dass ein gegnerischer Flugkörper bereits in das türkische Territorium eingedrungen sein muss, um ihn bekämpfen zu können. Die Waffe kann also nur dann eingesetzt werden, wenn ein syrischer Flugkörper die Grenze zur Türkei bereits überquert hat, also erst dann, wenn offensichtlich ein syrischer Angriff auf die Türkei vorliegt. Es handelt sich also militärstrategisch gesehen um eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Der Historiker Michael Stürmer nimmt in einem längeren Artikel in der Zeitung DIE WELT etwas ausführlicher Stellung zu diesem Einsatz der Bundeswehr. Hier wird zunächst auch über die aus Syrien abgefeuerten Mörsergranaten berichtet und von der Gefahr des Einsatzes syrischer Raketen mit Chemiewaffen.

„Der Bundeswehr steht eine neue Form des Einsatzes bevor. Zwei Batterien Patriot-Boden-Luft-Flugabwehrraketen, dazu 400 Mann für die Bedienung der Hightech-Systeme, werden demnächst an der türkisch-syrischen Grenze stationiert – auf alle Fälle. Wobei der ernsteste Fall nicht, wie in den letzten Wochen, verirrte Mörsergranaten wären, sondern der Einsatz syrischer Raketen mit chemischen Gefechtsköpfen: Das würde eine neue Dimension der Kriegsführung im Nahen Osten eröffnen und einen massiven Einsatz nach sich ziehen.

Insofern bleibt der Patriot-Einsatz doppeldeutig: Jedermann hofft, dass es bei Abschreckung ohne aktiven Einsatz bleibt. Aber die stille Befürchtung richtet sich auf das Endspiel des Assad-Regimes und die Drohung mit Massenvernichtungsmitteln in Gestalt von Chemiewaffen fortgeschrittener Art. Das würde die Pforten der Hölle öffnen.“16

Im Falle des Einsatzes von Chemiewaffen durch das Assad-Regime hat bereits der französische Präsident François Hollande gewarnt, dass es in diesem Falle einen Grund für eine militärische Invasion in Syrien gäbe.17 Das hätte in der Tat massive Auswirkungen auf die Stabilität im Nahen Osten und auf die Sicherheitspolitik der Europäischen Union. Michael Stürmer erklärt nun die Funktionsweise der Patriots PAC-3.

„Die heutigen Patriots PAC-3 sind gegen anfliegende ballistische Mittelstreckenraketen in der Endphase entwickelt worden, um militärische Anlagen und Bereitstellungen, aber auch kritische Infrastruktur wie Ölterminals, Industrieanlagen und Flugplätze zu schützen. Die pro Stück eine Million Dollar teuren Missiles stürzen sich mit fast sechsfacher Schallgeschwindigkeit auf ihr Ziel, erfassen es mit eigenem Radar, leiten die Daten an die Bodenstation und zerbersten vor dem Ziel, das sie mit ihren Trümmern zerstören – so ist die Theorie.

Interkontinentale „Missile Defence“ gehört dagegen in eine andere Liga und braucht entsprechend weiter reichende Raketen und globale Aufklärungsarchitektur. Davon sind die meisten Raketenbesitzer der Mittelost-Region weit entfernt.“18

Damit wird eigentlich klar, dass es eher darauf ankäme auch in Europa interkontinentale Raketenabwehrsysteme zu entwickeln und zu produzieren, die gegen die massive Raketen-Arsenale der islamistischen Gottesstaaten, insbesondere des Irans eingesetzt werden können. Um maximale Sicherheit für die Europäische Union zu erzeugen ist dies meines Erachtens unerlässlich.

In den USA hat man hier ebenfalls eine andere Form der Anwendung von Flugabwehrraketensystemen entwickelt, die auch auf Schiffen eingesetzt werden können.

„Amerika hat durch Technik der Politik vorgearbeitet. Die Machtelite denkt von jeher in Begriffen und Strategien der Seemacht, die europäischen Patriot-Besitzer wollen lieber festen Boden unter den Füßen haben. Als vor 20 Jahren Klaus Naumann Generalinspekteur der Bundeswehr war, kam aus dem Führungsstab der Vorschlag, ebenfalls auf Seestationierung zu setzen. Bundesregierung und Bundestag allerdings fehlte es an Fantasie und an strategisch-technischer Vision, sich die heutigen Gefechtslagen vorzustellen, und sie lehnten ab.“19

Der Vorschlag, ebenfalls wie die Amerikaner auch Flugabwehrsysteme mit interkontinentaler Raketenabwehr auf Schiffen zu produzieren, ist doch angesichts der heutigen Gefechtslage bei einem drohenden Raketenangriff des Irans überhaupt nicht abwegig. Diese könnten etwa im Mittelmeer oder im Schwarzen Meer stationiert werden und dort für die Sicherheit der EU sorgen. Doch wie Michael Stürmer bemerkt, ist in Europa kaum jemandem die Gefahr bewusst, die von den islamistischen Regimen, insbesondere dem Iran und Pakistan ausgeht. Eine militärische „Schützenhilfe“ aus den USA wird es in Zukunft nicht mehr geben, das muss man sich klarmachen.

„Für die meisten Europäer nimmt sich der Raketenkrieg noch immer aus wie Science-Fiction. Doch er ist längst Realität, nirgendwo bedrohlicher als im Nahen und Mittleren Osten. Für den Staat Israel ist die Raketenbedrohung aus Nachbarländern wie Ägypten, Syrien, Libanon, Gaza heute schon eine Frage von Sein oder Nichtsein.

Aber seit mehr als zwei Jahrzehnten lassen die iranischen Revolutionsgarden am „Jerusalem-Tag“ schwere Raketen durch Teheran rollen, deren Zielbestimmung eindeutig ist: Mit nuklearem Gefechtskopf wären sie Waffen der Apokalypse in den Händen eines Regimes, dem alles zuzutrauen ist – eingeschlossen die gottgefällige Inszenierung des eigenen Untergangs. Dass Abschreckung dagegen wirkt, will niemand experimentell erproben.“20

In jedem Falle muss man sich in der öffentlichen Debatte in Europa verdeutlichen, dass man den eigenen Wohlstand und die eigene Freiheit nur verteidigen kann, wenn man auch ohne die USA in der Lage ist, sich gegen Angriffe von Feinden zu schützen. Dies gilt vor allem deshalb, da die USA zu jeder Zeit ihre eigene Strategie verfolgen, die, wie die Angriffe auf Afghanistan und den Irak gezeigt haben, mit europäischen Sicherheitsinteressen nicht kompatibel ist. Deshalb ist es mir unverständlich, warum die EU gerade in diesen so wichtigen Politikbereichen, der Außen- und Verteidigungspolitik, seit Jahren keine Fortschritte erzielen kann. Auch eine engere militärische Kooperation mit Russland, so wie es der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder angestrebt hat, sehe ich daher als unausweichlich an.

Letztlich gibt es meines Erachtens nur eine dominante Strategie: Die Kooperation zwischen EU, Russland und den USA, gemeinsam mit Israel und Indien. Das setzt für mich aber voraus, dass man auf Augenhöhe miteinander verhandelt, dass es keine unabgesprochenen Alleingänge mehr gibt und keine präemptiven Militärschläge. Das scheint mit den USA aber nicht zu machen zu sein.

Es wird von Michael Stürmer auch darauf hingewiesen, dass die militärische Wirkung der Abschreckung doch beschränkt ist. Er empfiehlt auch die verstärkte Koordinierung der Sicherheitspolitik mit den Russen.

„Vorerst sind die deutschen Patriots in der südlichen Türkei noch politische Waffe der Abschreckung und der Bündnissolidarität, und man muss hoffen, dass es dabei sein Bewenden hat. Aber die Lage zwischen der Türkei, dem Iran und Syrien ändert sich von Tag zu Tag und schwerlich zum Besseren. Wichtigste Aufgabe ist es, die Abschreckung zu verstärken und mit den Russen zusammen Sicherheitslinien zu bestimmen.“21

In der politischen Debatte in Deutschland und der Europäischen Union wird der Fakt, dass der Iran bald eine Atommacht ist, völlig der Fakt außer Acht gelassen. Die ständigen Militärmanöver des Irans und der Bedrohung durch Mittel- und Langstreckenraketen, die auch atomar bestückbar sind, sind eine extreme Gefahr für unsere Sicherheit. Sicher, man sollte der Bevölkerung nicht unnötig Angst machen, aber dennoch muss für die Realitäten sensibilisiert werden, insbesondere angesichts der drohenden atomaren Aufrüstung des Irans und der Gefahr für Europa durch die Shahab-Raketen und insbesondere durch die Taepodong-2-Raketen.

„Daneben haben Teherans Techniker offenbar daran gearbeitet, die Nutzlastkammer einer Shahab-3-Rakete so umzubauen, dass sie einen Atomsprengkopf heil ins All und wieder zurück zu einem Ziel auf der Erde transportieren kann. Die Shahab-3 fliegt etwa 1500 bis 2000 Kilometer weit, kann also Israel erreichen.

Als letzten verdächtigen Hinweis führt der Bericht Forschungsarbeiten an einem Zündmechanismus an, durch den es ermöglicht werden soll, die Nutzlast der Raketen hoch in der Luft über dem Ziel explodieren zu lassen. Fachleute nennen das einen air burst. Diese Art der Detonation ist bei Nuklearwaffen üblich, weil die Druckwelle so besonders zerstörerisch wirkt.“22

Der Iran arbeitet auch mit der Hilfe Nordkoreas an der Entwicklung der Taepodong-2-Rakete, die letztlich den gesamten europäischen Kontinent angreifen könnte.

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Abbildung 6: Der Radius der Rakete Shahab-3 in der geografischen Ansicht, Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cb/Shahab-3_Range.jpg 

 

Auf der Abbildung 6 kann man den Aktionsradius der Shahab-3-Rakete erkennen. Diese Rakete könnte mit dem Patriot-Flugabwehrraketensystem ganz sicher nicht bekämpft werden.

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Abbildung 7: Reichweite der iranischen Raketen inklusive Taepodong, Quelle: http://www.fas.org/nuke/guide/iran/missile/map-long.gif 

 

Die Abbildung 7 zeigt den Aktionsradius der Taepodong-2-Rakete, die der Iran vermutlich gebaut hat, womit noch einmal deutlich gemacht wird, dass eine extreme Gefahr für ganz Europa besteht.
Bisher bin ich auf die politische Position der Linkspartei eingegangen. Ich möchte nun die politischen Positionen der anderen Bundestagsfraktionen untersuchen. Ich beginne zunächst mit der Partei Bündnis90/Die Grünen.

„Der sicherheitspolitische Sprecher, Omid Nouripour, äußerte sich skeptisch zu einer Verlegung der Raketen in die Türkei. „Wir gucken uns das Mandat an und entscheiden dann abschließend. Ich bin nach wie vor hoch skeptisch.“ MDR Info sagte der Grünen-Politiker, es sei klar, dass es eine Beistandsverpflichtung zwischen den NATO-Partnerstaaten gebe. Die zentrale Frage aber sei, wo die Raketen stationiert werden.“23

Die Skepsis ist sicher angebracht, aber letztlich ist es doch so, dass diese reine Vorsichtsmaßnahme lediglich dem Schutz unserer türkischen Bündnispartner dient. Herr Nouripour, sicherheitspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, lässt sich ebenfalls mit folgenden Worten zitieren:

„Wenn die Bundeswehr in der Nähe der Grenze stationiert ist und dann mit Mörsergranaten, die sie nicht abwehren kann, beschossen wird, dann muss sie natürlich zurückschießen. Aber das wäre eine Rutschbahn in den Konflikt in Syrien selbst.“24

In jedem Falle ist aber zunächst auch noch das türkische Militär da, das die deutschen Einheiten schützen würde. Der Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin äußerte weitestgehende Zufriedenheit mit dem Mandat.

„Die Grünen sind weitgehend zufrieden mit dem Mandatsvorschlag zur Stationierung deutscher „Patriot“-Raketen in der Türkei. Die Bundesregierung habe drei wesentliche Forderungen seiner Partei erfüllt, sagte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin am Donnerstag in Berlin. Dazu gehöre unter anderem die Klarstellung, dass der Einsatz nicht zur Errichtung einer Flugverbotszone über Syrien dienen darf.

Offen bleibe aber die Frage nach den genauen Stationierungsorten. Hier müsse sichergestellt werden, dass es einen „notwendigen Abstand“ zur türkisch-syrischen Grenze gebe, verlangte Trittin. Davon werde letztlich die Haltung der Grünen zum neuen Mandat abhängen.“25

Dem Anliegen der Grünen, einen ausreichenden Abstand zur türkisch-syrischen Grenze einzuhalten, wird, wie oben bereits ausgeführt, durch das Mandat Rechnung getragen. Diese Position der Grünen halte ich auch für sinnvoll.

Auch die SPD hatte hier bereits Zustimmung signalisiert. Vor wenigen Wochen noch gab es eine parteiinterne Debatte über diesen Bundeswehreinsatz. In jedem Falle wollte man in der SPD erreichen, dass es eine parlamentarische Debatte über dieses Mandat gibt.

„SPD-Generalsekretärin Nahles forderte für diesen Fall die Einbeziehung des Bundestags. Die Bundeswehr sei eine Parlamentsarmee, weshalb über jeden Einsatz zunächst debattiert werden müsse. „Das ist der normale Weg“, sagte Nahles. Dies bedeute in der Konsequenz dann unter Umständen auch: „Ohne Mandat keine Entsendung.“

Nahles fügte hinzu, dass sie es als Abgeordnete „sehr befremdlich“ findet, erst über die Zeitung von der offenbar geplanten Entsendung von Bundeswehrsoldaten erfahren zu müssen – und rügte de Maiziére für dessen mangelhafte Informationspolitik. Diese habe für „erhebliche Irritationen“ gesorgt und sei eine „grobe Missachtung des deutschen Parlaments“, so Nahles. „Jetzt müssen die Fakten auf den Tisch gelegt werden.““26

Diese Aussage von Andrea Nahles sehe ich als eine Vermengung mit Wahlkampfgeplänkel, bei der man offenbar erreichen will, dass die SPD als besonnener und überlegter dargestellt wird, als die Regierungsfraktionen.

„SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte gegenüber „Bild“: „Die Türkei hat als Nato-Partner Anspruch auf Unterstützung, wenn ihr Staatsgebiet und seine Menschen angegriffen und ernsthaft bedroht sind.“ Ob das der Fall sei, dürfe angesichts der hochgefährlichen Lage im Nahen und Mittleren Osten nicht leichtfertig entschieden werden. „Deshalb sollte die Bundesregierung in dieser heiklen Frage nicht in der Öffentlichkeit herumschwadronieren.“ “27

Dieser Stellungnahme von Frank-Walter Steinmeier kann ich mich nur anschließen.

Wie bereits oben erwähnt, hat sich letztlich eine deutliche Mehrheit der SPD für dieses Mandat ausgesprochen.

„Eine deutliche Mehrheit in der SPD-Fraktion hat sich dafür ausgesprochen, dass bis zu 400 deutsche Soldaten an der türkisch-syrischen Grenze stationiert werden. Das verlautete aus Fraktionskreisen.“28

Letztlich ist es doch so, dass es legitim ist, alle Möglichkeiten zu nutzen, um die eigene Sicherheit in der Europäischen Union zu gewährleisten und unsere türkischen Freunde sowie syrische Flüchtlinge zu schützen.

Weiterhin wird damit auch die Zusammenarbeit in der Sicherheitspolitik zwischen der Europäischen Union und der Türkei gestärkt, was für die zukünftige Sicherheitsstrategie der EU von enormem Vorteil ist.

Von Seiten der Regierung gibt es eindeutige Verlautbarungen, die dieses Mandat als notwendig beschreiben.

„Der Einsatz ist rein defensiv. Er erfolgt ausschließlich auf türkischem Gebiet und somit innerhalb der Grenzen des Bündnisses. Es geht nicht um die Einrichtung oder Absicherung einer Flugverbotszone in Syrien oder gar um ein Eingreifen in den dortigen Bürgerkrieg. Beides wird in dem von der Bundesregierung vorgelegten Mandat eindeutig ausgeschlossen. Ein UN-Mandat ist daher nicht notwendig.

Der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Andreas Schockenhoff betonte in seiner Rede im Bundestag, dass die Luftangriffe des Assad-Regimes auf syrische Städte an der türkischen Grenze auch die türkische Bevölkerung bedrohten. Diese Bedrohung eines ihrer Bündnispartner könne die Allianz nicht ignorieren. Niemand dürfe darauf vertrauen, dass das untergehende, menschenverachtende Assad-Regime nicht auch seine Langstreckenraketen und chemische Massenvernichtungswaffen einsetze, um den inneren Konflikt nach außen zu tragen.

Die „Patriot“-Stationierung solle eine abschreckende und damit deeskalierende Wirkung haben, sagte Schockenhoff weiter. Assad werde deutlich gemacht: Wir werden das Nötige tun, um unseren Verbündeten zu schützen.“29

Eine Eskalation des Konfliktes soll also verhindert werden. Weiterhin wird mit dem Schlimmsten gerechnet: Mit einem Einsatz von Chemiewaffen mit Raketen durch das Assad-Regime.

Auch der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Philipp Mißfelder erläutert noch einmal die extreme Gefahr des syrischen Waffenarsenals.

„“Die Türkei ist der vom Syrien-Konflikt derzeit am stärksten betroffene NATO-Partner. Die anhaltenden Vorfälle an der syrisch-türkischen Grenze einschließlich Todesopfern in der türkischen Zivilbevölkerung unterstreichen die Dimension des Konflikts. Die Türkei ist einer potentiellen Bedrohung durch ihren Nachbarn Syrien ausgesetzt. Das syrische Regime verfügt sowohl über ballistische Trägersysteme als auch über ein Chemiewaffenarsenal. Mit einer Reichweite von bis zu 700 Kilometern können syrische Raketen einen großen Teil des türkischen Territoriums erreichen.

Schon heute leistet die Türkei einen wichtigen Beitrag zur humanitären Hilfe in dem Konflikt: Die Türkei nahm bislang mehr als 120.000 syrische Flüchtlinge auf, die vor den Gefechten zwischen regulären Truppen und oppositionellen Kräften geflohen sind, darunter auch Deserteure des syrischen Machtapparats. Sie sind derzeit alle in der Nähe der türkisch-syrischen Grenze in Flüchtlingslagern untergebracht.“30

Ebenfalls wurde durch Herrn Mißfelder darauf hingewiesen, dass die Türkei bereits zehntausende Flüchtlinge aufgenommen hat. Damit wird deutlich, dass die Strategie der türkischen Regierung alles andere als eine offensive Kriegsführung ist.

Auch die sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Elke Hoff, erklärte die Funktionsweise des NATO-Verteidigungsbündnisses und warum ein Einsatz dieser Abwehrraketen durch die Deutsche Bundeswehr unerlässlich und sinnvoll ist.

„Wenn ein NATO-Bündnispartner ein subjektives Bedrohungsempfinden artikuliere und eine entsprechende Anfrage stelle, „müssen wir natürlich als Partner darauf reagieren“, so die verteidigungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion. Mit diesem Grundsatz sei die NATO über 60 Jahre hinweg zu einem erfolgreichen Verteidigungsbündnis geworden. Neben Deutschland verfügen nur die Niederlande und die USA über Patriot-Abwehrsysteme. Dadurch sei Deutschland an dieser Stelle gefordert.

Hoff betonte den rein defensiven Charakter des Einsatzes. Das Patriot-System werde ausschließlich innerhalb des Gebietes der NATO beziehungsweise der Türkei aufgestellt. Die Bundesregierung habe in ihrem Mandat klar die politischen Schranken aufgezeigt und deutlich gemacht, dass der Einsatz nicht zur Implementierung einer Flugverbotszone über syrischem Territorium dient. „Damit können wir Missverständnissen in der öffentlichen Debatte vorbeugen“, erklärte Hoff. Weder die NATO noch die Bundesrepublik Deutschland hätten ein Interesse daran, unmittelbare Konfliktparteien in Syrien zu werden, betonte sie.“31

Es besteht also auch von Seiten der FDP und der Bundesregierung keinerlei Interesse daran, in eine militärischen Auseinandersetzung mit Syrien verwickelt zu werden. Angesichts der Tatsache, dass die türkische Regierung bereits auch einen Artillerie-Beschuss auf syrisches Gebiet gestartet hatte, um sich zu schützen32, ist dies doch eine eher zurückhaltende Hilfe für unsere türkischen Bündnispartner durch die Bundesregierung und die sie tragenden Fraktionen.

Letztlich ist der schwarz-gelben Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel hier bei dieser Entscheidung nichts, aber auch gar nichts vorzuwerfen. Die Entscheidung der Bundesregierung erfährt daher meine volle Unterstützung.

Es zeigt sich an dieser Thematik doch ganz eindeutig: Solange DIE LINKE. nicht bereit ist, die Sicherheitsinteressen der deutschen Bevölkerung und der Bevölkerung der Europäischen Union und ihrer Bündnispartner bei ihrer politischen Positionierung zumindest zu berücksichtigen und militärische Schutzmaßnahmen gegen die islamistischen Regime Irans und Syriens mit zu unterstützen, ist sie für eine Koalitionsbildung auf Bundesebene kein verlässlicher Partner.

Deshalb würde ich zu folgender Einschätzung über die Haltung der Linkspartei in dieser politischen Entscheidung kommen: Wenn DIE LINKE. in der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik bereit wäre, etwa den Weg zu gehen, den Die Grünen beschritten haben, also von radikal-pazifistischen Positionen Abstand zu nehmen und stattdessen zumindest militärische Verteidigungsmaßnahmen für die Europäische Union zu unterstützen, hat sie ebenso wie die Grünen ein Potential von 15-20 % bundesweit. Bleibt sie hier bei einer Gutmenschenhaltung, so steht sie langfristig nutzlos im Abseits, unabhängig von Wahlerfolgen.

Gutmenschen sind autoritäre Persönlichkeiten. Und ich bleibe dabei: Wer sich als „links“ und als Sozialist bezeichnet und nicht einmal bereit ist, sich und seine Verbündeten mit Verteidigungswaffen zu schützen, wenn feindliche Angriffe drohen, ist ein linker Faschist.

Pazifismus ist eine Ideologie, die Ethik der Gutmenschen, an die sich alle Anderen halten sollen, nur sie selbst nicht. Pazifismus ist nicht Ergebnis von Logik, sondern eine rein normative Willensbekundung, eine Ethik, die letztlich nur dem Feind hilft.

Ich denke nicht, dass der Krieg zwangsläufig zu einem kommt, wenn man nicht zum Kriege geht. Das wäre mir zu autoritär. Aber ich denke, man muss seinen eigenen Frieden, seine eigene Sicherheit schützen und das ist auch legitim und keine aggressive Angriffshaltung. Nicht mit präemptiven Militärschlägen, aber in jedem Falle mit Abwehrmaßnahmen, die feindliche Angriffe zu verhindern in der Lage sind.

Letztlich muss DIE LINKE. hier erwachsen werden, wie ebenso auch zum Teil die SPD. Die Grünen haben hier mit Joschka Fischer eine Persönlichkeit gehabt, die schon immer, auch vor dem Regierungsantritt über eine europäische Verteidigungsstrategie gesprochen hatte. Wer also meint, die Grünen wären hier naiver als die SPD, täuscht sich gewaltig. Die Qualität der Grünen in diesem Politikfeld steht der SPD zumindest in nichts nach. Das hat auch und gerade mit Personen zu tun, die für eine wissenschaftliche Darlegung von militärstrategischen Sachverhalten in der grünen Bundestagsfraktion gesorgt haben. Ich denke da insbesondere an Personen wie Matthias Küntzel.

DIE LINKE. stellt sich mit derartigem Verhalten, das nichts anderes offenbart als Unkenntnis und Böswilligkeit, selbst ins Abseits. Das ist auch keine nachhaltige Strategie für den Parteiaufbau der Linkspartei.

Gerade wenn man, wie absehbar, mit SPD, Grünen und Linken dauerhaft eine parlamentarische Mehrheit anstrebt und erreichen kann, wofür ich auch weiterhin bin, so muss man doch zumindest und in jedem Falle eine Sicherheits-, Außen- und Verteidigungspolitik betreiben, bei der selbst ein Konservativer oder Liberaler keine Angst um sein Leben haben muss.

Ich halte es daher für den richtigen Weg, zukünftig noch stärker eine europäische Koordinierung der Sicherheits- und Verteidigungspolitik anzustreben. Dabei denke ich auch, dass es der richtige Weg wäre, weitere Abwehrraketen zu produzieren, darunter angesichts der Bedrohung durch den Iran auch interkontinentale Raketenabwehrsysteme, sie unter den Befehl des Europäischen Parlaments und eines Europäischen Außenministeriums zu stellen und noch mehr in Forschung für dieses Projekt zu investieren. Diese Abwehrraketen solle man dauerhaft in der Türkei, möglicherweise, wenn dies nach militärstrategischer Prüfung sinnhaft ist, auch in Rumänien, Bulgarien und Griechenland oder auch auf Schiffen im Mittelmeer und im Schwarzen Meer stationieren.

In jedem Falle aber würde ich eine engere Kooperation zu Israel suchen. Ich halte es, trotz meiner gelegentlich scharfen Kritik an der NATO, für sinnvoll, Israel als NATO-Mitglied aufzunehmen und setze mich auch weiterhin für die Aufnahme Israels in die Europäische Union ein.

Argumentationen, die darauf hinauslaufen, dies als eine unkalkulierbare Gefahr zu sehen, halte ich für falsch, denn ob man es nun will oder nicht, ist der Iran in jedem Falle aber auch Syrien angesichts der enormen Bedrohung und des noch nicht beendeten Bürgerkriegs eine Gefahr für die Sicherheitsinteressen der Europäischen Union. Im Falle einer EU-Mitgliedschaft der Türkei, die auch ich anstrebe, wären die Außengrenzen der Europäischen Union eben auch die Grenze zum Iran und die Grenze zu Syrien. Deutsche und europäische Politiker haben immer noch nicht verstanden, dass der Nahost-Konflikt angesichts der enormen Aufrüstung des Irans ein Sicherheitsproblem für die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten ist. Diese Gutmenschenhaltung quer durch alle Parteien hilft nur den USA und den islamistischen Regimen. Deshalb halte ich es auch weiterhin für wichtig, die enge Zusammenarbeit mit Russland zu suchen.

Dabei bin ich und war ich nie und in keinem Falle für eine präemptive Kriegsführung im Nahen Osten und im Mittleren Osten, und das auch besonders im Interesse Israels. Für einen Angriffskrieg gegen den Iran, so wie es aus Kreisen der US-Regierung geplant zu werden scheint, bin ich in jedem Fall nicht, weil das, wie ebenfalls die US-Invasion im Irak und die Invasion in Afghanistan, die Sicherheit der Europäischen Union extrem gefährdet.

  1. Keine Soldaten und Raketen in den Nahost-Konflikt, in: die-linke-berlin.de vom 12. Dezember 2012, online unter: http://www.die-linke-berlin.de/politik/aktionen/2012/aktion_gegen_patriots/
  2. Siehe hierzu: UN: Westerwelle: Syrischer Angriff ist schwerwiegender Vorfall, in: welt.de vom 05. Oktober 2012, online unter: http://www.welt.de/newsticker/news3/article109640607/Westerwelle-Syrischer-Angriff-ist-schwerwiegender-Vorfall.html
  3. Keine Soldaten und Raketen in den Nahost-Konflikt, in: die-linke-berlin.de vom 12. Dezember 2012, online unter: http://www.die-linke-berlin.de/politik/aktionen/2012/aktion_gegen_patriots/
  4. Buchholz, Christine: Verlegung von Patriot-Raketen erhöht die Kriegsgefahr, in: die-linke.de vom 13. Dezember 2012, online unter: http://www.die-linke.de/nc/presse/presseerklaerungen/detail/zurueck/aktuell/artikel/verlegung-von-patriot-raketen-erhoeht-die-kriegsgefahr/
  5. Buchholz, Christine: Verlegung von Patriot-Raketen erhöht die Kriegsgefahr, in: die-linke.de vom 13. Dezember 2012, online unter: http://www.die-linke.de/nc/presse/presseerklaerungen/detail/zurueck/aktuell/artikel/verlegung-von-patriot-raketen-erhoeht-die-kriegsgefahr/
  6. Schäfer, Paul: Grüne Patriot-Verrenkungen: Machtpolitik vor Friedenspolitik, in: linksfraktion.de vom 25. November 2012, online unter: http://www.linksfraktion.de/pressemitteilungen/gruene-patriot-verrenkungen-machtpolitik-friedenspolitik/
  7. Chauvistré, Eric: Die Patriots könnten in der Türkei bleiben: Ein Mandat mit Zukunft, in: taz.de vom 14. Dezember 2012, online unter: http://www.taz.de/Kommentar-Patriots-fuer-die-Tuerkei/!107466/
  8. Chauvistré, Eric: Die Patriots könnten in der Türkei bleiben: Ein Mandat mit Zukunft, in: taz.de vom 14. Dezember 2012, online unter: http://www.taz.de/Kommentar-Patriots-fuer-die-Tuerkei/!107466/
  9. Bundestag: Bundestag beschließt „Patriot“-Einsatz in Türkei, in: focus.de vom 14. Dezember 2012, online unter: http://www.focus.de/politik/deutschland/bundestag-bundestag-beschliesst-patriot-einsatz-in-tuerkei_aid_881698.html
  10. Bundestag: Bundestag beschließt „Patriot“-Einsatz in Türkei, in: focus.de vom 14. Dezember 2012, online unter: http://www.focus.de/politik/deutschland/bundestag-bundestag-beschliesst-patriot-einsatz-in-tuerkei_aid_881698.html
  11. Syrien-Konflikt: USA beordern Patriot-Raketen in die Türkei, in: zeit.de vom 14. Dezember 2012, online unter: http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-12/usa-tuerkei-patriot-raketen
  12. Syrien-Konflikt: USA beordern Patriot-Raketen in die Türkei, in: zeit.de vom 14. Dezember 2012, online unter: http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-12/usa-tuerkei-patriot-raketen
  13. Syrien-Konflikt: SPD signalisiert Zustimmung zu Patriot-Raketen, in: br.de vom 22. November 2012, online unter: http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/rundschau/tuerkei-patriot-nato-100.html
  14. http://de.wikipedia.org/wiki/Patriot_%28Raketensystem%29
  15. Siehe hierzu: http://www.army-technology.com/projects/patriot/
  16. Stürmer, Michael: Bundeswehreinsatz: Patriot-Raketen als Waffe der Abschreckung, in: welt.de vom 13. Dezember 2012, online unter: http://www.welt.de/politik/deutschland/article112005871/Patriot-Raketen-als-Waffe-der-Abschreckung.html
  17. Hollande fordert von syrischen Rebellen Bildung von Übergangsregierung, in: de.rian.ru vom 27. August 2012, online unter: http://de.rian.ru/politics/20120827/264273159.html
  18. Stürmer, Michael: Bundeswehreinsatz: Patriot-Raketen als Waffe der Abschreckung, in: welt.de vom 13. Dezember 2012, online unter: http://www.welt.de/politik/deutschland/article112005871/Patriot-Raketen-als-Waffe-der-Abschreckung.html
  19. Stürmer, Michael: Bundeswehreinsatz: Patriot-Raketen als Waffe der Abschreckung, in: welt.de vom 13. Dezember 2012, online unter: http://www.welt.de/politik/deutschland/article112005871/Patriot-Raketen-als-Waffe-der-Abschreckung.html
  20. Stürmer, Michael: Bundeswehreinsatz: Patriot-Raketen als Waffe der Abschreckung, in: welt.de vom 13. Dezember 2012, online unter: http://www.welt.de/politik/deutschland/article112005871/Patriot-Raketen-als-Waffe-der-Abschreckung.html
  21. Stürmer, Michael: Bundeswehreinsatz: Patriot-Raketen als Waffe der Abschreckung, in: welt.de vom 13. Dezember 2012, online unter: http://www.welt.de/politik/deutschland/article112005871/Patriot-Raketen-als-Waffe-der-Abschreckung.html
  22. Wetzel, Hubert: Irans Atomprogramm – Teherans Arbeit an der Bombe, in: sueddeutsche.de vom 10. November 2011, online unter: http://www.sueddeutsche.de/politik/iranisches-atomprogramm-teherans-arbeit-an-der-bombe-1.1185300
  23. Syrien-Konflikt: SPD signalisiert Zustimmung zu Patriot-Raketen, in: br.de vom 22. November 2012, online unter: http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/rundschau/tuerkei-patriot-nato-100.html
  24. Syrien-Konflikt: SPD signalisiert Zustimmung zu Patriot-Raketen, in: br.de vom 22. November 2012, online unter: http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/rundschau/tuerkei-patriot-nato-100.html
  25. Bundeswehr: Grüne signalisieren Zustimmung zum „Patriot“-Einsatz, in: welt.de vom 06. Dezember 2012, online unter: http://www.welt.de/newsticker/news3/article111856789/Gruene-signalisieren-Zustimmung-zum-Patriot-Einsatz.html
  26. von Fromberg, Daniel: Streit um „Patriot“-Raketen: „Ohne Mandat keine Entsendung“, in: spd.de vom 19. November 2012, online unter: http://www.spd.de/aktuelles/81648/20121119_patriot_bundeswehr.html
  27. von Fromberg, Daniel: Streit um „Patriot“-Raketen: „Ohne Mandat keine Entsendung“, in: spd.de vom 19. November 2012, online unter: http://www.spd.de/aktuelles/81648/20121119_patriot_bundeswehr.html
  28. Breite SPD-Zustimmung zu Patriot-Entsendung, in: nachrichten.t-online.de vom 11. Dezember 2012, online unter: http://nachrichten.t-online.de/breite-spd-zustimmung-zu-patriot-entsendung/id_61295572/index
  29. „Patriot“-Raketen schützen NATO-Partner Türkei, in: cducsu.de vom 14. Dezember 2012, online unter: http://www.cducsu.de/Titel__themen_des_tages/TabID__1/SubTabID__5/InhaltTypID__4/InhaltID__24101/Inhalte.aspx
  30. Mißfelder: Verlegung von Patriot-Systemen in die Türkei dient der Sicherheit in der Region, in: presseportal.de vom 14. Dezember 2012, online unter: http://www.presseportal.de/pm/7846/2383162/missfelder-verlegung-von-patriot-systemen-in-die-tuerkei-dient-der-sicherheit-in-der-region
  31. Patriot-Einsatz beschlossen, in: liberale.de vom 14. Dezember 2012, online unter: http://www.liberale.de/Patriot-Einsatz-beschlossen/11956c18253i139/index.html
  32. Vergeltungsangriff: Türkei beschießt Ziele in Syrien, in: zeit.de vom 03. Oktober 2012, online unter: http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-10/tuerkei-syrien-angriff-vergeltung

Kommt bald die Bushido-Partei?

In diesem kurzen Artikel möchte ich mich mit einer Pressemeldung beschäftigen, die mich schon sehr nachdenklich gestimmt, um nicht zu sagen schockiert hat: Die mögliche Gründung einer neuen Partei durch den Mafia-Rapper Bushido. Ich will den geneigten Leser zunächst auf zwei Quellen aufmerksam machen, in denen das Thema besprochen wird:

„Zielstrebig ist er, keine Frage. Zuerst kündigt Bushido seine Pläne zur Gründung einer Partei an. Dann macht er beim CDU-Bundestagsabgeordneten Christian Freiherr von Stetten im Bundestag ein Praktikum. Und jetzt ist er wohl der erste Praktikant, der seinen Praktikumsbericht gleich vor mehreren hunderttausend Zuschauern abgeliefert hat.

Bushidos Besuch bei Peter Hahne zusammen mit seinem Mentor ist ein weiterer Hinweis auf die Ernsthaftigkeit, mit der der als Skandal-Rapper bekannt gewordene 33-Jährige seine Parteigründungspläne verfolgt. Aber braucht Deutschland wirklich die Bushido-Partei?“1

Zielstrebig ist Bushido doch offenbar nur darin, unsere Kinder und Jugendlichen mit homophoben, menschenfeindlichen und antisemitischen Hasstiraden in musikalischer Form zu indoktrinieren, mit dem Ziel offensives Drogenmarketing für die arabische Mafia zu betreiben. Viele seiner Texte lassen darauf schließen. Ein Bundestagsabgeordneter muss doch völlig wahnsinnig sein, der so einen Mann als Praktikanten anstellt – oder mit verdienen am US-amerikanischen und arabischen Drogenkartell. Anders kann man sich das doch nicht erklären. Dies auch noch öffentlichkeitswirksam zu vermarkten, ist schon dreist.

Natürlich braucht Deutschland keine Bushido-Partei. Aber offenbar hat der Pöbel-Rapper bereits, im Schlagschatten der CDU-Bundestagsfraktion einige Vorbereitungen für sein Vorhaben getroffen. In einem Interview mit der BILD-Zeitung äußerte sich Bushido dazu:

„BILD: Bushido, Sie möchten eine Partei gründen?

Bushido: „Ich möchte nicht. Ich werde, ich gründe. Die Unterlagen sind da. Meine Partei wird zunächst auf Landesebene aktiv, in Berlin.“

BILD: Und wie lautet Ihr Wunschkabinett?

Bushido: „Also wenn ich könnte, würde ich Moritz Bleibtreu, Dieter Bohlen und Boris Becker mit an Bord holen. Letzterer würde sich aber nicht um das Thema Finanzen kümmern.“

BILD: Das ist doch ein Witz.

Bushido: „Ist es nicht. Ihr werdet sehen. Ich habe den Vorstand größtenteils bereits beisammen.“

BILD: Und wie lauten die politischen Ziele dieser Partei?

Bushido: „Ich will Regierender Bürgermeister von Berlin werden. Aber dass wir zumindest in das Abgeordnetenhaus einziehen, halte ich für wahrscheinlich.““2

Zweifelhafte Blödiane im Schattenkabinett. Egoistisches Eigeninteresse vor politischen Inhalten. Nun, das unterscheidet die Bushido-Partei zumindest nicht von den etablierten Parteien. Also, bald ist es soweit: Der Perser-Pöbel mit der Koks-Mafia und der Strich von Carlo Cokxxx fordern im Auftrag des libanesischen und des iranischen Geheimdienstes Klaus Wowereit heraus. Die Bushido-Partei kommt, gepuscht von der Bourgeois-Presse. Ich wette, dass ein Großteil der Jusos da bald sogar mitmachen. Dort steht ja fast nur völlig beklopptes und dekadentes Yuppie-Pack, das mit Bushido auf Linie ist.

Gegen dieses kriminelle Kartell von Drogenmafia und Musikbranche um Sony Music Entertainment, Warner Music Group, Universal Music Group, EMI und andere ist nichts zu machen? Klar! Natürlich nicht, wenn sich selbst der ehemalige Bundesaußenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier mit Sido der Koksnase trifft.3 Auch er ist ja im Rüpel-Rap-Business ein gefragter Interpret. Für wen macht Steinmeier denn so etwas? Macht das nicht bald den Eindruck, als wäre es die SPD, die hier im Auftrag des CIA und der islamistischen Regime die Drogen an Kinder verteilt? Ich denke schon. Ist es da nicht doch vielleicht besser, mit seiner Wahlentscheidung auf linke Parteien auszuweichen, wo ein ehrlicher, aber auch kritischer Umgang mit Drogen gepflegt wird? Auch das denke ich!

Wäre es da nicht besser, wenn man die Frage nach den zweifelhaften Aussagen musikalischer Texte mal öffentlich diskutiert? Ich denke, ja! Sollte man sich nicht über eine Kennzeichnungspflicht Gedanken machen, die zweifelhafte und ungenießbare Statements enthalten, die jugendgefährdend sind? Bei Lebensmitteln ist das ja auch schon so. Könnte man nicht zumindest Musik, die „biologisch abbaubar“ ist mit einer „Grünen Note“ versehen, geschweige denn im Gegenzug Musik, die Magenkrämpfe verursachen kann mit einer unbeliebten Kennzeichnung etwas brandmarken? Ich denke, das wäre angebracht, aber es scheint schwer umsetzbar.

Wer in Deutschland freiberuflich Musik produziert, als Komponist, DJ, Sänger oder selbst Dirigenten mit Chören und Orchestern hat keine Chance, mit seinen Werken auf den Markt zu kommen! Auf der anderen Seite singen Mafia-Pöbler unsere Kinder mit Hasstiraden zu und rufen zum Drogenkonsum auf. Das ist doch ein zweifelhafter Zustand! Hier sollte der Staat dringend regulierend in den Markt eingreifen und vor allem für freischaffende KünstlerInnen zumindest einen Nischen-Verlag anbieten, der es zumindest ermöglicht, Werke zu vermarkten, die sich aufgrund der Dominanz des Drogen-Kartells in der Musikbranche bisher nicht verkaufen.

Musik trifft doch auch Aussagen über den kulturellen Zustand einer Gesellschaft. Wenn sich der derzeitige Trend fortsetzt, haben wir hier in Deutschland Bushido, Sido, Bass Sultan Hengzt, Kay One, King Orgasmus und Chakuza als Musiktheoretiker auf den Lehrstühlen. Als ob nicht schon genug Gesinnungsethiker, um nicht zu sagen Idioten-Pack unter den deutschen Professoren gäbe.

Letztlich komme ich zu folgendem Fazit: Deutschland braucht weder die Bushido-Partei noch die grausam schlechte Musik und die zweifelhaften Texte von Mafia-Rappern wie Bushido und vielen anderen in der Musikbranche.

  1. Dargent, Ralf: Peter Hahne: Polit-Prakti Bushido klingt schon wie Volker Kauder, in: welt.de vom 08. Juli 2012, online unter: http://www.welt.de/fernsehen/article108125450/Polit-Prakti-Bushido-klingt-schon-wie-Volker-Kauder.html
  2. Puthenpurackal, John: Rüpel-Rapper Bushido will eigene Partei gründen: Gibt’s bald mehr Netto für’s Ghetto, Bushido?, Interview mit Bushido, in: bild.de vom 14. Juni 2012, online unter: http://www.bild.de/unterhaltung/leute/bushido/ruepel-rapper-will-eigene-partei-gruenden-24643364.bild.html
  3. Sido geht wählen – Sido trifft Frank-Walter Steinmeier, in: youtube.com, online unter: http://www.youtube.com/watch?v=q6Us77EYQVU

Der Krieg gegen den Iran wäre der größte Fehler der Westlichen Zivilisation

In diesem kurzen Artikel möchte ich mich mit dem drohenden Krieg gegen den Iran beschäftigen. Ich denke, dass hier ein bewusst provozierter und forcierter Krieg gegen den Iran der größte Fehler wäre, den die westliche Zivilisation begehen könnte. Das möchte ich in diesem Artikel begründen.

Zunächst einmal möchte ich erläutern, wie ich überhaupt dazu komme, dieses Szenario zu diskutieren. Ich verweise dabei zunächst einmal auf einen Artikel von RIAnovosti vom März 2012. Hier heißt es:

„Eine Invasion der USA und Israels in den Iran wird bis Ende dieses Jahres erfolgen, berichtet die Tageszeitung „Kommersant“ am Mittwoch unter Berufung auf einen ranghohen Mitarbeiter des Außenministeriums Russlands. (…)

Der US-Präsident und Vertreter seiner Administration betonen ständig, dass sie zwar keine Szenarien in Bezug auf den Iran ausschließen, aber eine diplomatische Regelung des Problems vorziehen würden. Indessen erscheinen in den Medien immer häufiger Beiträge darüber, dass die USA und Israel eine Militäroperation gegen den Iran planen.“1

Zwar ist das ein sehr vages und wenig eindeutiges Statement, aber zumindest wird deutlich gemacht, dass seitens der US-Regierung eine militärische Intervention im Iran nicht ausgeschlossen wird. Auf der anderen Seite scheinen aber vorerst für die USA diplomatische Mittel im Vordergrund zu stehen. In einem Artikel in der Zeitschrift Focus jedoch ist bereits offen von einem Militärschlag die Rede:

„In den USA sehen die Militärs im Fall eines israelischen Militärschlags gegen den Iran große Risiken und fürchten eine Ausweitung des Konflikts zu einem Regionalkrieg.

Wie die „New York Times“ am Montag berichtete, zeigen jüngste geheime Planspiele, dass die USA in den Konflikt hineingezogen werden könnten. Die Militärs gingen davon aus, dass der Iran mit Raketenschlägen auf US-Schiffe im Persischen Golf auf einen israelischen Angriff regieren würde. Dann sei mit Hunderten toten Soldaten zu rechnen.

In diesem Fall würde Washington ebenfalls mit Angriffen auf iranische Atomanlagen antworten, schrieb die „New York Times“. Die US-Militärstrategen gingen von einem möglichen israelischen Angriff im nächsten Jahr aus, so der Bericht. Präsident Barack Obama hat wiederholt klargemacht, dass er eine iranische Atombombe nicht hinnehmen werde. Gleichzeitig plädiert er aber für weitere Sanktionen und diplomatischen Druck auf Teheran.“2

Offenbar wird in den USA bereits an einer gezielten militärischen Strategie gegen die Iran gearbeitet, die im Falle des Falles umgesetzt werden könnte. Das iranische Atomwaffenprogramm ist dabei der Hauptgrund dafür, anzunehmen das es durchaus nicht unwahrscheinlich ist, dass es zu einem Militärschlag gegen den Iran kommt. Dazu kommt der Fakt, dass sich im Iran neben dem Irak, Kuwait und Saudi-Arabien die größten Erdöl- und Erdgasquellen der Welt befinden. Das militärische Engagement der USA und der NATO in Afghanistan hat zwar als eine Ursache auch die sich dort befindenden Ölquellen, ist aber hauptsächlich auf die wichtige geostrategische Lage für den Transit von fossilen Brennstoffen zurückzuführen.

Es kommt also nicht von ungefähr, dass man derartige Vorstellungen des Pentagons über einen Krieg gegen den Iran kritisieren will. Offenbar soll Israel und der israelisch-arabischen Konflikt hier als Casus Belli dienen, denn oft hört man das Argument, wenn es Angriffe des Irans auf Israel gäbe, dann wäre auch ein militärischer Schlag gegen den Iran selbst gerechtfertigt.

Der Iran ist kein demokratischer Staat, sondern ein islamistischer Gottesstaat, in dem die Staatsführung die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Man kann auch von einem Terrorstaat sprechen. Ich will diesem Zusammenhang hier an dieser Stelle nicht weiter ausweiten, da ich mich bereits in einer Monographie näher damit befasst habe.3

Soweit bekannt ist, werden die Terroranschläge der Hamas, der Hisbollah und der Gruppierung Islamischer Dschihad gegen Israel massiv durch die iranische Führung mit unterstützt. Nebenbei arbeitet der Iran weiter an seinem Atomwaffenprogramm und daran, neue Langstreckenraketen zu bauen. Das Militär wird erneuert und aufgestockt. Alles wird auf eine Bereitschaft für drohende und eigene Angriffe vorbereitet. Das alles ist furchtbar und die westlichen Geheimdienste, insbesondere Israels Mossad arbeitet daran, zumindest zu versuchen das iranische Atomwaffenprogramm zu verhindern. Dennoch ist ein Militärschlag gegen den Iran meines Erachtens keine sinnvolle Lösung.

Die militärischen Kapazitäten des Iran sind nicht nur eine Bedrohung für Israel, sondern für ganz Europa, den arabischen Raum, Russland, Afrika und selbst die USA. Stellt der Iran seine neuesten Langstreckenraketen fertig, so wäre ein iranischer Atomsprengkopf weltweit platzierbar, so dass der Iran nicht nur eine regionale Schutzmacht wäre, sondern auch im Konzert der Supermächte mitspielen würde. Ein weiteres Problem ist, dass der Iran Selbstmordattentäter ausgebildet hat, die im Falle des Falles im Auftrag des Regimes Attentate in Europa, Russland und den USA oder aber zum Schutze des eigenen Landes verüben würden.

Ich komme daher zu dem Schluss, dass ein Angriff auf den Iran keine Lösung all dieser Probleme darstellen würde. Es kommt eher darauf an, alle diplomatischen Mittel zu nutzen, um das Regime zu isolieren, einen Kollaps des Regimes innerhalb des Landes zu forcieren und der iranischen Führung der Möglichkeiten zu berauben, weiterhin Waffen und militärisches Gerät importieren zu können. Das kann erreicht werden, indem das Regime mit Sanktionen durch die internationale Gemeinschaft belegt wird und dadurch, dass ökonomische Kooperationen mit dem iranischen Regime beendet werden. Ich halte dies für die wirksamere Vorgehensweise, denn der Iran ist selbst in enormer Weise von seinen Erdöl- und Erdgasexporten abhängig. Ohne diese Exporte könnte er seine Armee, sein Langstreckenraketenprogramm und sein Atomwaffenprogramm nicht finanzieren. Eine Einschränkung der ökonomischen Kooperation mit den Ländern der Europäischen Union beispielsweise würde das Regime enorm treffen. Ein Krieg gegen den Iran jedoch wäre verheerend, denn es ist nicht unbedingt so einfach zu vermuten, dass die USA oder die NATO einen solchen Krieg einfach gewinnen würden. Außerdem besteht die Gefahr, dass das Regime in einer „Politik der verbrannten Erde“ seine bereits vorhandenen Raketen auf umliegende Staaten oder auf Staaten der Europäischen Union abfeuert. Insofern sehe ich meine Ausgangsthese bestätigt.

  1. „Kommersant“: USA und Israel beginnen Krieg gegen Iran noch in diesem Jahr, in: de.rian.ru vom 14. März 2012, online unter: http://de.ria.ru/politics/20120314/263048910.html
  2. Militärs rechnen mit Angriff in 2013: US-Geheimplan enthüllt Details bei Iran-Krieg, in: focus.de vom 23. März 2012, online unter: http://www.focus.de/politik/ausland/militaers-rechnen-mit-angriff-in-2013-us-geheimplan-enthuellt-details-bei-iran-krieg-_aid_725914.html
  3. Siehe hierzu: Frank, Michael: Der Iran und die Atombombe, www.michael-frank.eu, Berlin 2011, in: michael-frank.eu, online unter: https://www.michael-frank.eu/Buecher/Der-Iran-und-die-Atombombe.pdf

Über Samuel Salzborns Kritik am linken Antisemitismus

In diesem Artikel möchte ich mich kritisch zu einem Kommentar von Samuel Salzborn äußern, seinerseits Vertretungs-Professor an der Uni in Giessen und bald an der Uni Göttingen auf dem ordentlichen Lehrstuhl. In der Online-Ausgabe der Zeitung Die Welt vom 08. Juni 2010 schreibt er unter der Überschrift „Radikalisierung: Die Linkspartei hat ein Antisemitismusproblem“ folgendes:

„Am 20. April verabschiedete die linke Bundestagsfraktion mit einer Gegenstimme und fünf Enthaltungen einen Beschluss zum Nahost-Konflikt. Darin bekannte man sich zwar zu einem Existenzrecht Israels, das allerdings mit einer Fülle propalästinensischer Forderungen flankiert wurde, die faktisch Israels Existenz infrage stellen. Denn wie lässt sich die Forderung nach einem souveränen palästinensischen Staat mit der Freilassung aller „politischen Gefangenen“, dem Abbau der israelischen Grenzsicherungsanlangen und der sofortigen Öffnung des Gazastreifens sonst lesen, wenn nicht als fundamentale Infragestellung des israelischen Selbstverteidigungsrechtes?“1

Das kann ich so nicht teilen. Das sind keine „propalästinensischen Forderungen“, sondern Forderungen danach, einen neuen Friedensprozess in Nahost zu initiieren. Diese Forderungen der Linken sehe ich als Ausdruck des humanitären Selbstverständnisses der Linkspartei. Das sind politische Positionen, die letztendlich dem Entsprechen, was sowohl das Völkerrecht, als auch die UN-Charta der Menschenrechte, zu denen sich das Deutsche Volk im Grundgesetz bekennt, von politischen Akteuren zwingend verlangen.

Weiterhin erhebt Samuel Salzborn den Vorwurf, die gesamte Linkspartei fordere einen Pakt mit Hamas, was ich so durch jahrelange Beobachtungen in der Linkspartei nicht erkennen kann. Man mag das für Teile der Antikapitalistischen Linken und der Kommunistischen Plattform und für den Zusammenschluss Marx21 behaupten, diese sind aber insgesamt die absolute Minorität in dieser Partei. Salzborn behauptet:

„Den Gipfel bildete allerdings die Forderung der Linkspartei, die Hamas in politische Gespräche einzubeziehen. Denn in der „Charta“ der Hamas ist die Vernichtung Israels ein ausgewiesenes Ziel, den ideologischen Kern der Organisation bilden Islamismus und Antisemitismus. Wer mit der Hamas reden will, fordert den Pakt mit einer antisemitischen Terrororganisation. Die Linkspartei steht nun vor einer einfachen, aber folgenschweren Entscheidung: Entweder werden die Antizionisten und Antisemiten aus der Partei gedrängt, oder die Linkspartei wird zur originären parteipolitischen Heimat des Antisemitismus.“2

Dass Hamas eine antisemitische Terrororganisation ist, die letztendlich als autoritäre Regierungsmacht die eigene Bevölkerung unterdrückt und dabei für den Iran einen Stellvertreterkrieg mit Raketenangriffen gegen Israel führt, würde ich nicht bestreiten. Auf der anderen Seite sind Gespräche mit Hamas, mit dem Ziel Hamas aus den Fängen des iranischen Diktats zu befreien und zu überzeugen von der Unterdrückung des eigenen Volkes abzulassen, legal und legitim. Das ist jahrelang mit einigen Teilerfolgen sozialdemokratische Deeskalationspolitik gewesen. Und es bleibt auch die Richtlinie für die Deutschen Diplomaten, weil es gar keine andere Möglichkeit für Beamte gibt, da sie an die Deutschen Gesetze gebunden sind. Und Antizionismus ist auch nicht zwingend antisemitisch. Zionismus ist ein jüdischer Totalitarismus, mit dem die israelische Bevölkerung durch ihre Regierung penetriert wird. Er ist längst nicht mehr nur der Ausdruck der Angst der jüdischen Patriarchen vor der Verfolgung durch gewalttätige rassistische Antisemiten, sondern ein Mittel der Gleichschaltung der eigenen Bevölkerung. Das tut die israelische Regierung, egal welcher Couleur deshalb, weil die Durchdringung und Manipulation der israelischen Politik durch die USA und ihre ökonomische und sicherheitspolitische Abhängigkeit von den USA so stark ist, dass man selbst kaum noch eine eigene Entscheidung unabhängig von der US-Regierung fällen kann. Die USA erpressen die israelische Politik zu ihrem eigenen Vorteil mit dem Ziel, ihren imperialen Großmachtanspruch im Nahen und Mittleren Osten weiterhin geltend zu machen. In diesem Sinne ist jede US-Regierung eher antisemitisch, als die wenigen alten Komintern-Ideologen in der Linkspartei. Zionismus ist eine Ethik und damit eine Ideologie und Zwang. Wer Zionismus so kritisiert, ist kein Antisemit. Selbst wer Judentum als Religion im Allgemeinen oder das Verhalten von Juden im Besonderen kritisiert, ist nicht Antisemit im Sinne von Wissenschaft. Wer Gegenteiliges behauptet, wie Salzborn es permanent tut, ist ein Staatsfeind.

Für Deutschland gilt: Ein Volk, dass sich zu unveräußerlichen Menschenrechten bekennt und das Verbot eines Angriffskrieges als Verfassungsgrundsatz hat, verpflichtet sich, alle diplomatischen Möglichkeiten auszuschöpfen und mit jedem Akteur zu verhandeln, selbst wenn dieser Akteur das internationale Recht verletzt. Schließlich verhandelt die Bundesregierung ja auch mit den USA, obwohl die US-Regierung einen imperialen Angriffskrieg in Afghanistan führt. Es werden auch diplomatische Beziehungen zum Iran unterhalten, obwohl das Mullah-Regime die eigene Bevölkerung unterdrückt und Israel mit der Vernichtung droht. Und es wird auch mit Nordkorea verhandelt, obwohl dort eine Diktatur herrscht. Das ist auch richtig so, weil die Deutsche Bevölkerung sich im Grundgesetz zum Gedanken der Völkerverständigung verpflichtet.

Samuel Salzborn ist der neoliberale Konterpart zu Norman Paech. Ein Gesinnungsethiker und neoliberaler Schneekleber, der hier abermals nicht wissenschaftlich argumentiert. Diese Gesinnung ist die Gesinnung der US-amerikanischen Außenpolitik-Doktrin, gegen jeden Staat in der Welt Krieg zu führen, der sich nicht bedingungslos dem US-Diktat unterwirft. Letztlich wird durch diese Gesinnung nur das Ziel verfolgt, eine Gefahrenlage zu konstruieren, die geeignet ist, die Stimmung in der deutschen Bevölkerung auf einen völkerrechtswidrigen und verfassungswidrigen Angriffskrieg möglicherweise auch durch einen atomaren Erstschlag gegen den Iran aufzuhetzen.

Und ich bleibe dabei, dass es sowohl in SPD als auch in der CDU nicht nur absolut, sondern auch prozentual mehr Antisemiten unter den Parteimitgliedern gibt, als in der Linkspartei. Dies erklärt sich für mich dadurch, dass bei christlichen Gesinnungsethikern Antisemitismus bereits Grundvoraussetzung für die Religionszugehörigkeit und religiöses Dogma ist. Religiöse Gesinnungsethiker sind alle Rassisten, sowohl Juden als auch etwa Moslems und Christen. Diesen Zusammenhang verschweigt Salzborn regelmäßig und ist nicht zuletzt deshalb ein Rassist. Es ist furchtbar, dass immer mehr rassistische Parawissenschaftler in Deutschland Lehrstühle für schlechten Journalismus und Herausgebertätigkeiten für andere Rassisten innehaben, die letztlich nur die Studenten mit reaktionärer Gesinnung indoktrinieren und damit nicht nur gegen die Kriterien der Wissenschaftlichkeit verstoßen und nebenbei die Universalität der Menschenrechte angreifen, sondern gegen die Sicherheitsinteressen unseres Staates und die der Europäischen Union agitieren und damit das Leben unserer BürgerInnen gefährden. Unter den deutschen Talaren ist heute der Mief des 10000-jährigen Reichs des US-Imperialismus. Neoliberale Gammelpenner und Kriegstreiber, die auf Kosten des Steuerzahlers hier unsere Sicherheit gefährden und jeden verunglimpfen, der durch diplomatische Verhandlungen den Nahost-Konflikt und andere internationale Konflikte und Krisen zu lösen gedenkt.

  1. Salzborn, Samuel: Die Linkspartei hat ein Antisemitismusproblem, in: WELT Online vom 08. Juni 2010, online unter: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article7957984/Die-Linkspartei-hat-ein-Antisemitismusproblem.html
  2. Ebd.

Wer sozialen Fortschritt will, muss DIE LINKE. wählen

In diesem kurzen Essay möchte ich darstellen und begründen, warum ich denke, dass diejenigen, die sozialen Fortschritt in der deutschen Gesellschaft wollen, unter den jetzt gegebenen Bedingungen, bei ihrer Wahlentscheidung die Partei DIE LINKE. wählen müssten.

Unter sozialem Fortschritt verstehe ich eine Politik, die das Wohl Aller im Blick hat und ökonomische Umverteilung von Oben nach Unten anstrebt, sprich die Überwindung der Armut durch die Aufhebung des Klassengegensatzes zwischen Kapitalisten und Lohnarbeitern. Dazu braucht es eine Regierung, die tendenziell das Ziel der totalen Gleichheit nicht nur nicht aus dem Auge verliert, sondern es aus der Charta der Menschenrechte und den Grundrechten des Grundgesetzes ableitet und als Verpflichtung für das eigene politische Handeln sieht.

Sieht man sich den aktuellen politischen Diskurs insbesondere im Deutschen Bundestag an, so muss man doch bedauerlicherweise feststellen, dass die SPD zwar als größte Oppositionsfraktion durchaus die Fehler der konservativ-neoliberalen Regierung benennt und auch die gröbsten Angriffe der Merkel-Regierung gegen die Interessen des Allgemeinwohls über die sich durch die letzten Landtagswahlergebnisse verändernden Mehrheiten im Bundesrat zu verhindern versucht, aber bei Selbstkritik hapert es in der SPD, leider auch im parteiinternen Diskurs. Ich möchte hier einige Beispiele nennen, bei denen die SPD noch nicht umgeschaltet hat, noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt hat, noch nicht bereit ist neue Wege in der Sozialpolitik und Wirtschaftspolitik zu gehen.

Die Ursache ist für mich hier, die Unterwanderung und Penetration der SPD von und durch Kader der Ökumene und des Großkapitals, der Ausdruck dessen ist etwa das Bekenntnis von Peer Steinbrück und seinen Getreuen zur sozialen Marktwirtschaft, was letztlich nichts anderes ist, als ein Beharren auf dem status quo und damit neoliberales Predigen. Es ist offensichtlich, dass Lobbyisten die gesamte SPD auf neoliberale Gesinnung gleichgeschaltet haben.

Komme ich zu den Beispielen. Zuerst möchte ich das Verhalten der SPD-Fraktion zu den Anträgen der Fraktion der Grünen und der Linksfraktion, den Sanktionsmechanismus für Hartz4-Bezieher auszusetzen bzw. ganz abzuschaffen kritisieren. Man muss dabei wissen: Debatten zur Hartz4-Problematik sind innerhalb der SPD derzeit ein Tabu. Es wird versucht, von oben herab diejenigen an ihrer demokratischen Willensbildung zu hindern, die für ihre Rechte als Betroffene streiten wollen und dies mit Verweis auf Andere, die für geringes Einkommen arbeiten, selbst wenn diese Arbeit nicht oder nur wenig produktiv ist. Die Debatte über Arbeitslosigkeit und Veränderungen an der Agenda 2010 wird schlicht und einfach abgewürgt und es soll somit der Einzelne auch durch die Parteigenossen gezwungen werden, jeden Job anzunehmen, egal zu welchem Lohn und zu welchen Arbeitsbedingungen und das vornehmlich durch gutbezahlte Mandatsträger, Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes, die selbst ihr Leben lang noch nie wirklich gearbeitet haben. So und durch viele andere Maßnahmen wird das evangelikale Patriarchat innerhalb der SPD durchgesetzt, was die SPD zu einer verfassungsfeindlichen Partei macht. Wer die SPD verändern will, muss gegenwärtig schlicht und einfach Zweidrittel der Mitglieder ausrotten, um überhaupt einen demokratischen Diskurs über die dringendsten Probleme dieser Gesellschaft führen zu können. Die SPD hätte einen Stalin bitter nötig – antiautoritär selbstverständlich.

Gründe für den desolaten Zustand der SPD sind zum einen die neoliberale Unterwanderung durch Lobbyisten, zum anderen die reaktionären evangelischen Christen, die alle Rassisten sind und ihre Ideologie der protestantischen Arbeitsethik, aus der ein Arbeitszwang abgeleitet wird, der nicht mehr in eine moderne Gesellschaft passt, so wie sie heute real existiert. So wird sich ein Idealbild des modernen Arbeiters ausgesponnen, der durch eine Ausbildung in einem Industrie-Unternehmen zu einem gutbezahlten sicheren Arbeitsplatz gelangt, in der seine Individualinteressen durch eine Gewerkschaft vertreten werden. Das sind Erwerbsbiografien, die außer im öffentlichen Dienst heute nirgendwo mehr in der freien Wirtschaft anzufinden sind. Durch die Verlagerung von arbeitsintensiver Produktion in Billiglohnländer sind diese Arbeitsplätze in Deutschland kaum noch vorhanden. Die Realität für viele Menschen ist der Wechsel zwischen Arbeitslosigkeit und ALGII plus Midi-, Mikro- oder Minijob, wenn überhaupt. Letztlich hat somit eine Einzelperson nicht mehr als den Hartz4-Regelsatz + 100 Euro Dazuverdienst zur monatlichen Verfügung.

Wer die „Avantgarde“ einer linken Koalitionsregierung sein will, der darf nicht so rigoros ablehnend gegen einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung, der in Armut lebt vorgehen, nur weil dieser nicht dem Dogma der eigenen Arbeitsethik folgt oder gar folgen kann. Anstatt die Arbeitnehmer mit geringem Einkommen gegen die Arbeitslosen auszuspielen, wie es leider durch die SPD-Führung geschehen ist, müsste man den Unterdrückten Mut machen für ihre Rechte in der Sozialdemokratie zu streiten. Da dies über Jahre nicht geschehen ist, ist der Mitgliederrückgang in der SPD erklärbar und ist auch erklärbar, warum die SPD als eine Partei einzuordnen ist, die die Interessen des Großkapitals eher vertritt, als die Interessen der Armen und Schwachen in dieser Gesellschaft. Der neoliberal-evangelikalen Mehrheit in der SPD-Elite ist dies schlicht und einfach egal. Für den eigenen ökonomischen Vorteil werden Kriege geführt, wird die eigene Bevölkerung in die Gosse gestoßen, wird das deutsche Volk und werden sozialdemokratische Grundwerte verraten. Das ist die Gesinnung, die wir von den neofaschistischen Regierungen aus den USA kennen, seien es Republikaner oder „Demokraten“.

Ich sehe etwa die Drangsalierungen von Hartz4-Beziehern durch das Jobcenter als Nötigung des Einzelnen durch die politische Elite an, die den Verfassungsgrundsätzen Art. 20 Abs. 1 und Abs. 2 GG widerspricht und Ausdruck eines elitären Denkens ist, das die Bürger zu entmündigen versucht, und damit ihrer Grundrechte beraubt.

Die Mitarbeiter der Verwaltung werden durch die Regierung genötigt, gegen fundamentale Prinzipien des Rechtsstaates und gegen die Grundrechte zu verstoßen. Man könnte fast den Eindruck haben, die SPD wollte auf diese Weise alte Stasi-Kader zu ihrer Wähler- und Mitgliederklientel machen.

So wird das Recht auf freie Arztwahl teils eingeschränkt und es wird von Hartz4-Beziehern verlangt, die Diagnosen und Befunde offenzulegen, was einen Eingriff in die ärztliche Schweigepflicht darstellt, aber auch den Patienten an der Genesung hindern kann. Der Arbeitssuchende wird für unmündig und potentiell psychisch krank erklärt. Die 1-Euro-Jobs etwa sind ein Eingriff in die freie Wahl des Berufs und des Arbeitsplatzes nach Art. 12 Abs. 1, Abs.2 und Abs. 3 GG. Der ständige Druck durch die drohende Sanktionierung ist eine Form des Psycho-Terrors des demokratischen Regimes gegen die Bevölkerung und ein Merkmal autoritärer Herrschaft Dies verstößt gegen die Menschenwürde nach Art. 1 Abs. 1, Abs. 2 und Abs. 3 GG. Das sind nur einige zweifelhafte Elemente eines Gesetzes, das dringend einer Revision unterzogen werden muss.

Die Hartz-Gesetze sind daher ein Schritt zur Vereinheitlichung der Sozialsysteme gewesen. Unter den zu dieser Zeit gegebenen Mehrheitsverhältnissen und dem innerparteilichen Zustand der SPD war mehr nicht möglich. Dennoch ist dringend anzuraten, Verbesserungen und Vereinfachungen am SGB vorzunehmen, die in der Tendenz zu einem Bedingungslosem Grundeinkommen ohne Arbeitszwang und zu einer Zusammenlegung der Jobcenter der Bundesanstalt für Arbeit mit den Steuerbehörden führen.

Das Ziel sozialdemokratischer Politik müsste es sein, unproduktive und niedrigproduktive Arbeit, das heißt Arbeit, die auch durch Maschinenarbeit ersetzt werden könnte, wegzurationalisieren und stattdessen die ehemaligen Lohnarbeiter am Gewinn des Unternehmens durch den Produktivitätsfortschritt, den die Maschinisierung und Computerisierung mit sich bringt, in der Form zu beteiligen, dass man Jedem und Jeder in der Gesellschaft eine Grundrente auch ohne Arbeit und ohne Arbeitszwang gewährt.

Hier ist es doch gesamtwirtschaftlich rationaler, eher eine gezielte Investition in die Modernisierung durch die öffentliche Hand anzustreben und dafür im Gegenzug die Unternehmen zu verpflichten, ihren Produktionsstandort nicht zu verlagern. Unternehmen, die sich dem widersetzen, würde ich auch untersagen ihre Produkte auf dem Markt anzubieten. Dies wäre eine Mischform einer gelenkten Staatswirtschaft und einer sozialen Marktwirtschaft, in der einerseits die öffentliche Hand wie ein Kapitalist zugunsten der Allgemeinheit auftritt und investiert, andererseits die Akteure des Marktes die Freiheit haben zu agieren, solange sie sich an die vorgegebenen Regularien halten.

Die Verlagerung der Besteuerung weg von der Besteuerung der menschlichen Arbeit, hin zur Besteuerung des Unternehmensgewinnes und des Konsums ist ein weiterer wichtiger Punkt, der forciert werden müsste. Da durch die fortschreitende Modernisierung menschliche Arbeit auf dem Markt immer weniger nachgefragt wird, ist es kontraproduktiv, diese zu besteuern und insbesondere bei Geringverdienern auch unsozial. Ebenso wäre die Verlagerung der Einnahmen für die Gesundheitsversorgung, die Pflege- und die Rentenversicherung hin zu einer Mischform aus persönlicher Abgabe und der Finanzierung aus Steuern ein richtiger Schritt.

Auf der anderen Seite haben viele Unternehmen auch exorbitante Gewinne. Gerade die Tatsache, dass es sehr viel Kapital gibt, das bereits nicht mehr in der Realwirtschaft angelegt wird, sondern mit dem als Spekulationskapital an den Börsen gespielt wird und eine Finanzblase hat entstehen lassen, was nicht zuletzt zur Finanz- und Wirtschaftskrise führte, zeigt, dass nicht jeder der viel Kapital besitzt auch Willens und in der Lage ist, es sinnvoll zu investieren und damit dem Verfassungsgrundsatz nach Art. 14 Abs. 2 GG nachzukommen. Demnach ist es besser, wenn die öffentliche Hand den Verfassungsgrundsatz nach Art. 14 Abs. 3 GG umsetzt und dazu geeignete nachrangige Gesetze schafft und dem Kapitalisten diese Aufgabe zum Teil abnimmt und gezielte Investitionen in die Realwirtschaft dort tätigt, wo nach Prüfung von objektiven Kriterien ein Produktivitätsfortschritt zu erwarten ist. Derartige staatliche Eingriffe in den Markt sind nutzbringend für die Allgemeinheit und wirken reinigend und stabilisierend für einzelne Branchen und auch die Gesamtwirtschaft und schützen vor Finanzkrisen. Auf diese Weise kann die Demokratie Schritt für Schritt das Primat der Politik über die Wirtschaft wiedergewinnen und somit zu mehr Solidarität und ökonomischer Rationalität in der Gesellschaft beitragen.

Leider hat der SPD-Bundesvorstand diese ökonomischen Zusammenhänge bisher noch nicht ausreichend erkannt, weil die Mehrheit der sozialdemokratischen Mitglieder bereits über 50 Jahre oder älter sind, ihre Schäfchen bereits ins Trockene gebracht haben, und demzufolge wenig Verständnis für Armut haben, weil sie sich in einer Zeit Rücklagen gebildet haben, in der die Industrieproduktion noch weitaus mehr gutbezahlte Arbeitsplätze bereitgestellt hat. Die jüngeren Mitglieder lassen sich allzu oft in Hoffnung auf Karrierechancen von neoliberaler Ideologie indoktrinieren, weil sie sich davon gute und vor allem gutbezahlte Jobs versprechen.

Die meisten Mandatsträger haben kein Empfinden für die soziale Lage von Hartz4-Empfängern und die Angestellten des Öffentlichen Dienstes, sowie die Beamten haben in diesem Staat doch ein recht fürstliches Salär, was sie durch ihren Einfluss innerhalb der Partei auch gesichert haben. Hier sieht man, dass das was Karl Marx mit seinem Satz „Das Sein bestimmt das Bewusstsein.“ meinte doch sehr zutreffend ist. Die Lebensumstände, in denen jemand lebt, bestimmen seine Wahrnehmung über die Realität. Diese Wahrnehmung ist eben bei vielen Sozialdemokraten, besonders den hochdotierten Parteibonzen, doch sehr weit entfernt von den Realitäten der Mehrheit der Menschen in unserem Lande. Diese Diskrepanz sollte immer mal wieder betont werden, dies fällt jedoch umso schwerer, da Kritiker zunehmend an den Rand gedrängt werden und mundtot gemacht werden sollen.

Auch die bisher noch zu zersplitterte Organisation der Gewerkschaften, die sich an einzelnen Branchen orientieren ist hier meines Erachtens ein Hemmnis, um mehr soziale Gleichheit herzustellen. Ich sehe daher die Gewerkschaft ver.di, als eine nicht so sehr branchenspezifische, sondern eher politische Gewerkschaft, als den Beginn der Veränderung hin zu einer neuen Form der Interessenartikulation von Arbeitnehmern, Freiberuflern und Kulturschaffenden und Arbeitslosen.

Auch die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes wurde von der rot-grünen Regierung verschlafen. Es gab zu dieser Zeit auch keine Mehrheit dafür, weil die Gewerkschaften wie gerade erwähnt weiterhin bei der Ideologie bleiben wollten, Löhne branchenspezifisch zu verhandeln. Die rasante Veränderung auf dem Arbeitsmarkt und die Verlagerung von arbeitskraftintensiver Produktion ins Ausland haben hier zu einem Prozess des Umdenkens innerhalb des DGB geführt.

Auch von der CDU wird dieses Thema eines gesetzlichen Mindestlohnes nur halbherzig behandelt. Mindestlohn und Grundeinkommen ohne Arbeitszwang sind für mich kein Widerspruch, denn wer hart produktiv arbeitet, der muss auch mehr Geld haben, als wenn er nicht arbeitet. Ein Mindestlohn ist auch ökonomisch darstellbar. Für Unternehmen, die Bedarf an Arbeitern haben und dadurch einen höheren Gewinn absehbar erzielen können, aber den Mindestlohn noch nicht bezahlen können, könnten nach Prüfung von objektiven und für alle Unternehmen gleicher Kriterien Teillohnsubventionen für einen gewissen Zeitraum gewährt werden, sofern dies volkswirtschaftlich von Nutzen für die Allgemeinheit ist.

Sieht man auf die aktuellen Wahlumfragen, so kann auch von folgendem Szenario nach der nächsten Bundestagswahl 2013 ausgegangen werden, vorausgesetzt die Regierung zerbricht nicht schon dieses Jahr: Die FDP fällt aus dem Parlament, wie sich schon in einigen Landtagswahlen andeutete. Die ständig stärker werdenden Grünen und die SPD übernehmen dieses Wählerklientel. Neben der gesamtdeutsch wählbaren Linkspartei, ist eine Fraktion der Piratenpartei im Bundestag vertreten. Zwar gibt es dort noch hier und da seltsame Verlautbarungen, sieht man sich aber das Parteiprogramm der Piraten an, so finden sich doch erhebliche Schnittmengen mit sozialdemokratischer, grüner und linker Programmatik. So wäre es denkbar, dass es im Bundestag eine Zweidrittelmehrheit von Parteien gibt, die die Interessen der Allgemeinheit und nicht lediglich die Interessen des Großkapitals vertreten, wie die CDU/FDP-Mehrheit es schon immer getan hat. Stimmen dann auch noch die Mehrheiten im Bundesrat, so kann in Deutschland endlich zugunsten der Bürger „durchregiert“ werden und die Bevölkerung muss sich nicht mehr durch steinreiche neoliberale Bonzen und national-konservatives Christen-Gesindel drangsalieren lassen. Ändert die SPD noch ihre Programmatik und trennt sich endlich von ihren Reaktionären, neoliberalem Lobbyisten-Pack und religiösen Hardlinern, so könnte sie die „Neue Mitte“ innerhalb des Parteiensystems sein, die je nach Bedarf mit Grünen, Linkspartei und Piratenpartei koaliert, während die CDU, die ohnehin nur Folge und Ausdruck der misslungenen Entnazifizierung Westdeutschlands war, langsam aber stetig ausstirbt.

Auch die Thematik der Gleichstellung sollte dringend angegangen werden. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit bei Männern und Frauen, dies wurde zwar durch Franz Müntefering auf dem SPD-Parteitag politisch gefordert, jedoch kann man in einschlägigen Fachpublikationen der Gewerkschaften immer wieder nachlesen, dass es eine erhebliche Diskrepanz gibt zwischen den Einkommen von Männern und Frauen, auch bei gleicher Arbeit. Das ist Ausdruck der patriarchalen Verhältnisse in dieser Gesellschaft und ein Zustand, der verfassungswidrig ist. Eine Regierung, die hier nicht tätig wird und für Gleichheit durch gesetzliche Vorgaben sorgt, wie die jetzige Regierung durch CDU/FDP-Mehrheit, handelt gegen den Auftrag des Grundgesetzes nach Art. 3 Abs. 2 und Abs. 3 GG.

Ebenfalls ein wichtiger Punkt ist das Rentensystem. Die gesetzliche Rente müsste auf ein neues Fundament gestellt werden. Dabei ist es doch eine Überlegung wert, ob nicht ein Sozialsystem besser ist, das die Rente ebenso wie das Grundeinkommen bedingungslos gewährt und es Zuschläge auf die Rente gibt, wenn man in staatliche Rentenfonds investiert, die eine sichere Rendite abwerfen. Das heißt für mich, dass die überhöhten Renten von Beamten, Angestellten des öffentlichen Dienstes und etwa Bundestagsabgeordneten auf das gleiche Niveau reduziert werden, wie das eines einfachen Arbeiters oder Bezieher des Grundeinkommens. Ähnlich dem hervorragenden Konzept der SPD der Bürgerversicherung für die Gesundheitsvorsorge, könnte man hier analog verfahren. Jeder zahlt nach einem linear progressiven Tarif ein, d.h. wer mehr Einkommen hat, zahlt mehr ein, die Auszahlung ist aber für alle gleich. Dabei könnte man selbstverständlich alle Einkommensarten und Vermögen gleich besteuern.

Auch Verstaatlichung und schrittweise Vergesellschaftung der Produktionsmittel ist ein anzustrebendes Ziel. So könnte die Staatsverschuldung gesenkt werden, die Überproduktion vermieden und so zu einer florierenden solidarischen und ökologisch nachhaltigeren Ökonomie gelangt werden, ähnlich wie dies in der DDR bereits der Fall war, bevor Alt-Nazis und Kapitalisten im Schlepptau des Mafia-Kanzlers Helmut Kohl uns Ostdeutschen alle enteignet haben.

Ein weiteres Problem der SPD ist die Außenpolitik. Es hält sich hier hartnäckig das Gerücht, dass die USA ein befreundeter Staat wären. Aber: wie kann denn eine Bundesregierung bilaterale Beziehungen mit einem Staat unterhalten, der auf eine solche Art und Weise den Weltfrieden ganz offensichtlich gefährdet, wie die US-Regierungen es tun, ohne gegen die Menschenwürde und gegen die Menschenrechte zu verstoßen.

Ein Land, in dem bereits 11-jährige Kinder zum Tode verurteilt werden, in dem die Justiz quasi dem Großkapital unterstellt ist und jede politische Anstrengung zugunsten des Volkes, wie etwa die Einführung einer allgemeinen Krankenversorgung von den Gerichten untersagt wird ist nicht nur rückschrittlich, sondern eine Tyrannei für die gesamte Welt. Ein Land, das bereits durch die Verfassung gegen jegliche Prinzipien der Charta der Menschenrechte und außerdem gegen die Prinzipien des Völkerrechts permanent verstößt, lässt doch jede Autorität vermissen, die erfordert wird, um eine Weltmacht zu sein. Die US-Eliten sind doch zunehmend zynisch, korrupt und ohne jegliche Moral. Eine Bundesregierung und jeder Abgeordnete des Bundestages macht sich strafbar, wenn er Gegenteiliges behauptet.

So müsste die Bundesregierung Maßnahmen ergreifen, um uns Bürger vor US-amerikanischen Eindringlingen zu schützen. Etwa könnte man Flugzeuge und Schiffe, die amerikanische Passagiere befördern besonders genau durchsuchen, weil doch hier die Gefahr besteht, dass Terroristen ins Land kommen. So kann man sicher auch den Drogenschmuggel wirksamer bekämpfen. Insbesondere könnte man auch verschärfte Kriterien für eine Einreise von US-Bürgern nach Europa anstreben. Zum Beispiel die Zahlung einer hohen Taxe für den Kurzaufenthalt einer US-amerikanischen Einzelperson in die Europäische Union, der dann auch nicht länger als einen Monat dauern dürfte. Selbstverständlich könnte es Ausnahmeregelungen geben, für Personen, die glaubhaft machen können, dass sie sich an das internationale Recht halten. Man könnte etwa die Zusammenarbeit in der NATO Schritt für Schritt auflösen, die die USA uns Deutschen und Europäern als Besatzungsmacht aufgezwungen haben, den Aufbau einer europäischen Armee schneller forcieren und die Zusammenarbeit mit dem neuen Russland suchen, das möglicherweise bald ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union sein wird. Waffenexporte in die USA sollte man generell verbieten, weil dadurch ganz offensichtlich der Weltfrieden gefährdet wird. Ein Maßnahmenpaket an Wirtschaftssanktionen, wie die EU es gerade gegen den Iran gestartet hat, sollte man auch für den Umgang mit den USA in Erwägung ziehen. An deutschen Universitäten sollte man Redebeiträge von US-Bürgern vermeiden, sie nicht als Dozenten zulassen, keine Jobs an sie vergeben, weil doch die Gefahr der Indoktrination unserer Studenten durch menschenrechtswidrige und menschenverachtende Gesinnung zu hoch ist. Ich würde es auch begrüßen, wenn das Auswärtige Amt Reisewarnungen für Inländer ausgibt, die in die USA reisen wollen und jeden Einzelnen besonders über Menschenrechtsverletzungen in den USA informieren, um unsere Bürger zu schützen, weil jedem in den USA bereits für Sex die Todesstrafe drohen kann, die Eliten dort homophob sind und die Dogmen des evangelikalen Patriarchats geltendes (Un-)Recht ist, wie die Scharia im Iran. Gerade zum Schutz unserer Kinder wären das Maßnahmen, die eine pflichtbewusste Bundesregierung ergreifen müsste, zumal Vergewaltigung von Minderjährigen und Kleinkindern unter Anwendung von BDSM-Praktiken durch das Lehrpersonal gängige Praxis in vielen US-amerikanischen Schulen ist.

In diesem Sinne bin ich etwas radikaler als der Ex-Kanzler Gerhard Schröder und wünsche mir eine etwas robustere Vision eines großen Neuen Deutschlands und ein starkes Europa, selbstverständlich zusammen mit unseren türkischen und russischen Freunden in enger Partnerschaft auch mit Israel. Mein Israel, dieses Land, das doch so zu leiden hat unter der politischen Penetration durch die USA und in zweifacher Weise zum Sündenbock gemacht wird. Einmal durch die Islamisten, auf der anderen Seite aber vor allem auch durch die USA, die durch Israel hindurch ihren Großmachtanspruch im Nahen und Mittleren Osten geltend machen wollen, um die Ölreserven des Irans zu erbeuten. Hier sieht man, wie antisemitisch die US-Regierungen sind. Einer Politik der Entspannung zwischen den Israelis und den Palästinensern wird durch die totale ökonomische und militärische Abhängigkeit Israels vom Westen, insbesondere den USA, ein Riegel vorgeschoben. Hilfeversuche durch die Europäische Union für Israel werden wo immer es geht durch die USA verhindert, was zeigt, dass es den US-Amerikanern nicht um den Schutz der Juden geht, sondern lediglich um die Eroberung der iranischen Öl- und Gasvorkommen mittels Krieg. Dabei wird Israel lediglich deshalb geschützt, weil es der gut gelegene Stützpunkt für imperiale Kriege ist und nicht, weil dort die Juden leben. In Deutschland und Europa soll durch politische Hetze und Demagogie jeder als Antisemit stigmatisiert werden, der nicht bedingungslos mit skull and bones für den atomaren Erstschlag gegen den Iran ist.

Das ist das Problem, vor dem die SPD steht: Die geopolitische Wende muss organisiert werden. Europa und Russland müssen sich der Verantwortung bewusst werden, die damit verbunden ist, die Weltherrschaft innezuhaben: antiautoritär sein, militärische Aktionen nur zur Unterbindung von Konflikten, wie etwa die russische Regierung es in der Kaukasus-Krise getan hat und die vermittelnden Diplomatie-Aktionen der Europäischen Union hier waren ein gutes Zusammenspiel zweier großer Militärblöcke, deren Kooperation der Welt mehr Frieden, Wohlstand und Rechtsstaatlichkeit bringt, als die Alleinherrschaft der USA gegen das internationale Recht. Keine imperialen Kriege, stattdessen soziale Umverteilung, solidarische und ökologisch nachhaltige Ökonomie, den Ländern der Dritten Welt helfen, anstatt sie zu verschulden und zu versklaven, wie der US-Imperialismus es jahrzehntelang getan hat. Das müssen die Leitideen einer neuen humanitären Zusammenarbeit zwischen zwei starken Partnern sein, die den Frieden, die Demokratie, den Rechtsstaat und den Wohlstand für alle Menschen in der Welt sichern wird.

Um der deutschen und europäischen Bevölkerung die Vorzüge eines politischen Systems, das auf soziale Umverteilung, eine Außenpolitik des kritischen Dialogs, der politischen Inklusion und eine solidarische Ökonomie setzt, nahe zu bringen, müssen noch einige organisatorische Maßnahmen ergriffen werden. Dazu wäre es vor allem nötig, Personen aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen, insbesondere Lehrer, Dozenten und Hochschullehrer, die immer noch die Ideologie verbreiten, die USA wären ein Land der Freiheit und der Demokratie oder gar ein Rechtsstaat. Wer dies angesichts der unbezweifelbaren Tatsachen, die die US-Regierungen egal welcher Couleur im In- und Ausland schaffen immer noch behauptet, ist doch ein gefährlicher Demagoge und Staatsfeind in einer Gesellschaft, die sich zu unveräußerlichen Menschenrechten bekennt. Die Wahrheit ist doch: Die US-Regierungen sind korrupt, kriminell, autoritäre Kriegshetzer und Kriegstreiber, imperiale Ausbeuter und Unterdrücker, rassistisch, homophob und faschistoid, ähnlich wie es das Dritte Reich war, nicht zu unterscheiden von islamistischen Gottesstaaten wie Iran oder kommunistischen Diktaturen wie Nordkorea.

Eine Koalitionsregierung aus SPD, Grünen und der Partei DIE LINKE. ist daher mein politisches Ziel, sollte diese Konstellation beim Wähler eine Mehrheit finden. Dafür werbe ich gerne. Desto stärker dabei DIE LINKE. ist, desto eher gibt es mehr soziale Wohlfahrt zugunsten derer, die bisher ein niedriges oder gar kein Einkommen erzielen können, weil sie weder Kapital besitzen, noch ihre Arbeitskraft auf dem Markt so anbieten können, dass sie von dem Lohn der eigenen Arbeit leben können.

Es ist bedauerlich, dass die SPD-Führung allzu oft zu zögerlich und abwartend, bisweilen sogar konservativ bis reaktionär ist. Damit ist die Sozialdemokratie, trotz durchaus sozialen Bemühungen ein Garant für die jetzige menschenrechtswidrige und verfassungswidrige Eigentumsordnung. DIE LINKE. ist ohne Zweifel nicht perfekt, aber sie vertritt das Klasseninteresse des Proletariats, der Verarmten, Unterdrückten und Entrechteten derzeit viel eher als die Sozialdemokratie.

Deshalb möchte ich in der SPD eine Pogrom-Stimmung gegen Neoliberale, gegen Christen, gegen Lakaien des US-Imperialismus und gegen Kriegstreiber in der SPD-Mitgliedschaft erzeugen, um die SPD wieder zu einer sozialistischen Partei umzuformen, damit die Partei, die die „Neue Mitte“ sein soll, was ich im Grunde für nicht falsch halte, zu einer Interessenvertretung derer wird, die durch den Kapitalismus ausgebeutet und unterdrückt werden, zu einer Interessenvertretung der Mehrheit der Menschen in Deutschland und Europa.

Meine anfangs genannte Behauptung bleibt deshalb momentan bestehen: Wer mehr sozialen Fortschritt in Deutschland und Europa will, der muss DIE LINKE. wählen. Für eine Gesellschaft mit mehr Chancen für ALLE Menschen. Aber: Wer etwas mehr an sozialer Gleichheit umsetzen will, kommt an der SPD zumindest momentan nicht vorbei. Deshalb bin ich jetzt für Rot-Rot-Grün, damit diese, von der Stasi-Kanzlerin geführte Regierung, die sich auf neoliberale Winkeladvokaten, Plagiatoren, Rassisten, Kreuzfaschisten, Nationalisten, Volksverhetzer und Kriegsverbrecher für ihre Mehrheit im Bundestag stützt, endlich abgelöst wird und die CDU letztlich für immer auf die Oppositionsbank verbannt wird, bis sie letztlich genauso in der Bedeutungslosigkeit verschwindet, wie die FDP.

Über den NSU

In diesem kurzen Artikel möchte ich mich mit dem Thema Nationalsozialistischer Untergrund, auch NSU oder Zwickauer Terrorzelle genannt, beschäftigen.

Es handelt sich hierbei um ein neues Phänomen, das wissenschaftlich noch nicht ausreichend untersucht wurde, aber in den Medien schon oft präsent war. Als ich das erste mal erfahren habe, dass im vereinigten Deutschland wieder Deutsche gegen Deutsche kämpfen, nur weil es sich um Menschen mit anderer Hautfarbe oder Herkunft handelte, da war ich schockiert, wo doch viele Migranten jetzt auch den Deutschen Pass haben und es ein langer politischer Kampf war, dies durchzusetzen. Keine Feindschaften mehr zwischen Deutschen, und auch nicht solche, bei denen Menschen in ihrer körperlichen Unversehrtheit beeinträchtigt werden, das muss oberste Disziplin in einem großen Neuen Deutschland sein. Gleich welcher politischen Couleur man angehört.

Aber da gibt es noch ein weiteres Problem, das sich durch den NSU ergeben hat. Das sage ich besonders an die Adresse von Prof. Dr. Peter Lösche und auch an Prof. Dr. Michael Bolle und andere Professoren von der FU Berlin, damit sie dieses Problem weiterhin gut im Auge behalten.

Wirklich furchtbar wäre es, wenn dieser NSU sich ausweiten würde. Es besteht sogar die Gefahr, dass diese Leute sich so bewaffnen könnten, wie einst die Rote Armee Fraktion. Wo doch Horst Mahler so kampferfahren ist und auch Klar und Mohnhaupt wieder frei sind und so einige Alt-Linke heute Rechts sein wollen, wie nicht zuletzt die Mitgliedschaft von Prof. Dr. Bernd Rabehl in der NPD beweist, was vermutlich daran liegt, dass Viele in der politischen Linken heute schon imperialistische US-Vasallen sind.

Aschfahl könnte ich als Professor werden, wenn dieser NSU terroristische Anschläge gegen US-amerikanische Militärstützpunkte in Deutschland planen und durchführen würde. Etwa so aschfahl, wie ich es nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center im Jahre 2001 wurde.
Aschfahl würde ich werden, wenn man die Täter dann nicht sofort festnehmen und verurteilen kann, weil man sie nicht schnell genug findet, während sie einzig und allein nur zu diesem Zweck zu gut organisiert und bewaffnet wären. Niemand in Deutschland würde da so aschfahl werden, wie ich.
Aschfahl würde ich werden, wenn das alle US-amerikanischen Militärstützpunkte in Deutschland betreffen würde. Das wäre wirklich ein exogener Schock für die USA von einer solchen Heftigkeit, der ganz Deutschland aschfahl werden ließe. Und so aschfahl wie ich, würde selbst dann niemand hier sein.

Gerade zu einer Zeit, wo wir ein neues Bündnis mit unseren demokratischen Freunden in Russland vorbereiten, wirtschaftlich, kulturell und auch in Fragen der Sicherheitspolitik, und ich denke das würde heute auch jeder Vierteljude in Deutschland sagen, selbst wenn er schwul ist: Man könnte wirklich aschfahl werden, wenn irgendjemand unseren amerikanischen Gästen auch nur ein Haar krümmen würde, während wir Europäer gemeinsam mit den Russen die Weltherrschaft übernehmen.

Da ist es gut, dass wir diese gefährlichen Untergrundaktivitäten alle überwachen lassen und Verdächtige kontrollieren, um Gewalt gegen US-amerikanische Gäste in Deutschland selbstverständlich zu unterbinden und zu verhindern. Damit auch Jede und Jeder in den USA weiß, wie wir Deutschen immer zur NATO gestanden haben. Deshalb bin ich Sozialdemokrat geworden.