Gewalt an Neuköllner Schulen

In der jüngsten Vergangenheit wurde auch in den Massenmedien das Thema Gewalt an Schulen mal wieder kurz debattiert. In diesem kurzen Artikel möchte ich mich insbesondere mit der Problematik der Gewalt an Neuköllner Schulen beschäftigen. Insofern hat dieser Artikel einen deutlich kommunalpolitischen Bezug.

Im Moment wird in der Neuköllner Politik in den Gremien der Bezirksverordnetenversammlung über diese Thematik debattiert. Die Problemanalyse stellt sich vielschichtig dar. Zum Einen gibt es Gewaltvorfälle an Schulen durch Schüler gegen andere Schüler. Hierbei kam es zu tätlichen Angriffen und zu Diebstählen und Überfällen. Diese Art Vorfälle sind zwar in Neukölln überproportional häufig anzutreffen, jedoch in der Tendenz offenbar derzeit nicht steigend. Ein anderer Fall von Gewalt an Schulen ist, wenn schulfremde Personen Gewalt gegen SchülerInnen ausüben. Dies geschieht auf dem Schulweg, in den Pausen, aber auch in der schulorientierten Freizeit. Hier gibt es eine enorm gestiegene Zahl von Vorfällen, die von räuberischer Erpressung über Nötigung, Überfälle, Diebstahl bis hin zu Rauschgifthandel reichen. Insbesondere ist hinzuweisen auf Vorfälle, bei denen selbst GrundschülerInnen als Heroin-Dealer ertappt wurden. Offenbar sind das Auswüchse von organisierter Kriminalität und Banden-Kriminalität durch insbesondere die arabische und türkische Mafia.

Ich bin der Auffassung, dass die Ursache dieser Gewalt die strukturelle und direkte Gewalt in der Gesellschaft ist. Zum Einen ist hier der Klassenkonflikt zwischen Arm und Reich zu nennen, der sich insbesondere in Neukölln durch die hohe Anzahl von sozial Bedürftigen äußert. Des Weiteren sind die patriarchalen Familienstrukturen insbesondere in den migrantischen Milieus zu nennen. Ein weiteres Problem ist die organisierte Kriminalität, insbesondere die Ausländerkriminalität, die nicht nur den Handel von harten Drogen im großen Stil umfasst, sondern ebenfalls Schutzgelderpressung, illegales Glücksspiel und der Handel mit illegalen Waffen. Das ist das Klima, in dem SchülerInnen in Neukölln leben müssen. Polizeiliche und andere repressive Maßnahmen sind daher erforderlich.

Um diese Probleme zu überwinden, bräuchte es ein Bündel von Maßnahmen. Ich bin der Überzeugung, dass die Aufhebung der sozialen Selektion durch das dreigliedrige Schulsystem eine langfristige Möglichkeit ist, der Gewaltproblematik entgegenzuwirken. Daneben muss die Ausbildung der sozialen Kompetenzen der SchülerInnen weiter in den Mittelpunkt rücken, indem über Zusammenhänge dieser Vorfälle besser aufgeklärt wird. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass es mehr Streetworker, Sozialarbeiter und Psychologen an den Schulen gibt. Ebenfalls bin ich für einen Ausbau der Schulstationen. Insbesondere auch die psychologische Betreuung an den Schulen ist in ganz Deutschland verbesserungswürdig. Außerdem sollte es mehr kostenfreie Sport- und Freizeitangebote in den Schulen geben und ein ganztägiges Angebot für alle SchülerInnen gewährleistet werden, damit die SchülerInnen ihre Freizeit sinnvoll gestalten können. Die soziale Spaltung der Gesellschaft muss bereits in der Schule überwunden werden! Deshalb ist es mein Ziel, die soziale Ausgrenzung durch eine andere Sozialpolitik abzumildern. Die Ursache der Gewalt an Schulen ist die vorherrschende strukturelle und direkte Gewalt in dieser Gesellschaft.

Da Gewalt und Kriege zunehmend wieder ein Mittel der Politik geworden sind ist es notwendig, eine jugendspezifische Debatte über diese und andere Gewaltprobleme und deren Zusammenhänge zu führen. Vorerst ist aber auch der Einsatz von Wachschutz vor Schulen eine Möglichkeit, kurzfristig die gröbsten Gewaltvorfälle zu verhindern, wenn auch keine dauerhafte Lösung.

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