Gebührenfreie öffentliche Kinderbetreuung flächendeckend garantieren

Gerade für berufstätige Eltern, insbesondere aber für Alleinerziehende ist es besonders schwierig Job und Familie unter einen Hut zu bekommen. Die Frage nach einer angemessenen und pädagogisch qualitativ hochwertigen Betreuung der Kinder ist für alle Familien essentiell. Ich gehe davon aus, dass die meisten Eltern für ihre Kinder die bestmögliche Entwicklung wollen, jedoch ist dazu leider nicht jede Familie finanziell in der Lage. Eine möglichst frühe Förderung der Kinder ist sowohl aus bildungspolitischen Aspekten, als auch aus sozialpolitischen Überlegungen jedoch enorm wichtig.

Pädagogische Untersuchungen zeigen, dass die frühkindliche Bildung ein entscheidender Faktor für spätere Bildungs- und Berufserfolge sein kann. Außerdem ist das frühe Kindesalter bis zu 6 Jahren sehr entscheidend für die Sozialisation, denn hier werden Verhaltensmuster verfestigt, die später die wesentlichen Charakterzüge eines Menschen ausmachen. Was klein Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr – so sagt es der Volksmund. Und es ist etwas Wahres dran.

Ich denke der Staat, also die Gemeinschaft ist hier in der Pflicht, insbesondere die Eltern zu unterstützen, die sich eine private Betreuung ihrer Kinder nicht leisten können. Deshalb muss eine öffentlich finanzierte Kinderbetreuung flächendeckend und kostenfrei garantiert werden. Jedes Kind sollte die gleichen Möglichkeiten auf gute Bildung und gute Entwicklungschancen haben. Das darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein, denn ansonsten wird Armut und Bildungsferne verfestigt und über mehrere Generationen reproduziert. Dagegen muss Politik handeln, gerade für unsere Kinder. Doch Frau van der Leyen (CDU) steht auf der Bremse und handelt nicht. Eine gute öffentlich finanzierte Bildung kostet viel Geld, aber lange nicht so viel wie die Folgekosten wären ohne eine solche. Flächendeckende Kinderbetreuung ist teuer, Jugendgefängnisse und gescheiterte Existenzen sind jedoch langfristig viel teurer. Es besteht dringender Handlungsbedarf!

Von Arbeitnehmern wird immer mehr Flexibilität verlangt, sowohl beim Weg zur Arbeit, als auch bei der Arbeitszeit. Diesen veränderten Umständen muss auch in der Bildungspolitik Rechnung getragen werden. Deshalb müssen auch die Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen flexibel gestaltet werden. Auch Nachtbetreuung für Kinder von Schichtarbeitern muss gewährleistet werden.

In Berlin wurde dazu unter Rot-Rot bereits ein erster Schritt getan: Das letzte Kita-Jahr ist bereits kostenfrei. In den nächsten Jahren wird dies schrittweise nach unten ausgebaut. Dieser Weg muss konsequent in ganz Deutschland fortgeführt werden. Dazu müssen insbesondere in Westdeutschland neue Betreuungseinrichtungen gebaut werden. In Ostdeutschland gibt es hier bereits eine weit ausgebaute Infrastruktur, auf die man dabei zurückgreifen kann. Insbesondere fehlt es auch erheblich an Personal.

Deshalb sollte für jedes Kind ein Rechtsanspruch auf einen gebührenfreien Ganztagsbetreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr eingeführt werden. Eine gebührenfreie öffentliche Kinderbetreuung muss für alle Kinder flächendeckend garantiert werden.

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