Atomkraftwerke abschalten!

In diesem Artikel möchte ich darlegen, warum ich es für richtig halte, die Atomkraft zur Energiegewinnung in Deutschland nicht mehr zu nutzen und Atomkraftwerke so schnell wie möglich abzuschalten.

Der Beginn für eine politische Bewegung gegen die Kernenergie ist die Katastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986, als ein Atomreaktor explodierte und damit in der Konsequenz eine ganze Region atomar verseucht wurde. Der Sicherheitsaspekt, die Auswirkungen auf die Gesundheit, Gefahren für die Umwelt und ungeklärte Endlagerung sind daher die Hauptargumente meiner politischen Positionierung gegen die Atomkraft.

In der politischen Debatte wird von Seiten der SPD, der Partei Bündnis90/Die Grünen und der Linkspartei die Kernenergie abgelehnt, wohingegen die CDU, die CSU und die FDP weitestgehend die Interessen der Atomlobby vertreten.

Wissenschaftliche Untersuchungen betonen die extremen Gefahren der Kernenergie trotz des technologischen Fortschritts. Es gibt eine Reihe von umsetzbaren Konzepten, die in der Tendenz das Ziel haben, die erneuerbaren Energien auszubauen und die Atomkraftwerke durch moderne Kraftwerke zur Energiegewinnung mittelfristig zu ersetzen.

Dem entgegnen Konservative und Liberale, dass Atomkraftwerke klimaneutraler als etwa Kohlekraftwerke wären. Dies mag zwar vordergründig teilweise zutreffen, dennoch können die enormen Gefahren nicht widerlegt werden, die trotz des technischen Fortschritts weiterhin bestehen. Zwar ist es zutreffend, dass bei Atomenergie mit wenig Rohstoffaufwand sehr viel Energie erzeugt werden kann, auf der anderen Seite ist die Lagerung des entstehenden Atommülls mit enormen Kosten für die Allgemeinheit verbunden. Die Frage des Endlagers für den angefallenen Atommüll bleibt dabei ungelöst. Es gibt schlicht niemanden in der deutschen Politik, der darauf eine befriedigende Antwort hat.

Derzeit spielt in Deutschland die Kernenergie eine untergeordnete Rolle bei der Energiegewinnung und ist seit der Machtübernahme der rot-grünen Bundesregierung (1998-2005) stetig gesunken. Im Jahre 2009 beträgt der Anteil der Kernenergie am Energiemix 11,1%. Dies soll perspektivisch nach meinem Dafürhalten auf 0% heruntergefahren werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss natürlich nicht nur die politische Willensbekundung erfolgen. Dazu braucht es beispielsweise Energieeinsparungen, sowohl in Privathaushalten, etwa durch neue Geräte mit einer vorteilhafteren Energieeffizienzklasse, die ökologisch nachhaltiger funktionieren, als auch in Industrieunternehmen, wo etwa durch neue Produktionsverfahren Energie eingespart werden kann. Auf der anderen Seite muss die Lücke in der Energieversorgung durch den Ausbau regenerativer Energiekraftwerke geschlossen werden.

Atomkraftwerke sind darauf ausgelegt, viel Energie zu erzeugen und ein Ausdruck der Überflussgesellschaft. Sie sind aber eine Gefahr für die Umwelt. Insofern ist mein Plädoyer, so schnell wie möglich die Atomenergie durch erneuerbare Energien zu ersetzen, etwa durch Kraft-Wärme-Kopplung, Solarenergie und Windenergie, weil die Gefahren durch Atomkraftwerke für Mensch und Umwelt einfach zu groß sind.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.